Das große Tabuthema Sex – immer noch Schuldgefühle für Menschen auf der ganzen Welt! – 26 Sep 16

Ich habe gestern erwähnt, dass das Thema Sex in Indien immer noch ein großes Tabu ist. Selbst in einer Ehe sprechen die beiden Partner oft überhaupt nicht über Sex. Sie tun es, da es ein biologisches Bedürfnis und dazu noch ihre Pflicht ist, sich fortzusetzen. Sie genießen es auch – wer tut das nicht? Aber sie sprechen nicht darüber. Selbst im Westen jedoch habe ich mit vielen Leuten gesprochen, die unglaublich schüchtern sind und sogar Schuldgefühle haben, wenn es um Sex geht!

Ich habe im Laufe der Jahre vielen Leuten in Beratungssitzungen geholfen und natürlich kamen da oft Themen auf, deren Ursprung in der Unterdrückung der Sexualität lag. Diese Unterdrückung ist nicht nur körperlich, sondern geschieht zuerst in den Köpfen der Menschen! Die grundlegende Idee, dass Sex etwas moralisch verwerfliches sein könnte, ist das Problem.

Da kann man sehen, wie Jahrhunderte religiöser Einflüsse und seltsamer moralischer Vorgaben auch heute in modernen Zeiten noch ihre Auswirkung haben! Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon jemandem gesagt habe, er solle sich nicht schuldig fühlen, weil er Sex hatte! Nur die Schwelle, ab der sie begannen, sich so zu fühlen, war unterschiedlich. Es gab einige, die sich schuldig fühlten, weil sie jede Menge One-Night-Stands hatten und mit Leuten sexuell aktiv waren, die sie nicht kannten. Andere fühlten sich schuldig, weil sie sexuelle Fantasien auslebten, die ‚außerhalb der Norm‘ waren – was auch immer sie für die Norm hielten. Dann gab es diejenigen, die sich schuldig fühlten, weil sie Sex mit einem Partner hatten, mit dem sie nicht verheiratet waren. Ihnen war beigebracht worden, nur Sex zu haben, wenn sie verheiratet sind. Und dann gab es diejenigen, die sich seltsamerweise schuldig fühlten, wenn sie Sex mit ihrem Ehepartner hatten. Ja, weil sie es genossen, ihnen aber gesagt worden war, dass sie es nicht genießen dürften.

Nun kannst du selbst sehen und deine Schwelle wählen, doch meiner Meinung nach ist Sex nie etwas, wegen dem man sich schuldig fühlen sollte, solange man niemanden verletzt. Ich bin vollkommen gegen Betrug, sei das der eigene Partner oder der einer anderen Person, doch solange man nur den Sex genießt, mit seinem Partner oder einer anderen Person, die mit dir intim werden möchte, glaube ich, dass daran nichts falsch ist. In der Folge sind jegliche Schuldgefühle auch falsch!

Genieße dein Liebesleben, genieße den Sex, genieße es, jemandem körperlich nahe zu sein und denke an diese Erfahrungen mit Freude zurück – nicht mit Schuldgefühlen! Ruiniere deine Erinnerungen nicht mit diesem hässlichen Gefühl, dass dir gar nichts bringt! Liebe das Leben und damit auch all seine körperlichen Aspekte!

Erfahrungen im Leben haben unsere Ashram-Jungs zurückgebracht – 2 Sep 16

Heute möchte ich euch über ein paar Jungs schreiben, drei um genau zu sein, die schon lange in unseren Leben und Herzen sind – und zwei von ihnen sind vor Kurzem auch wieder in unseren Ashram zurückgekehrt! Jeder, der in den letzten sechs oder sieben Jahren hier im Ashram gewesen ist, weiß von wem ich spreche: Pawan, Mohit und Jaysingh!

Vor fast zwei Jahren habe ich euch das letzte Mal von Jaysingh geschrieben. Damals waren wir etwas aufgerüttelt von seiner Entscheidung, den Ashram zu verlassen, akzeptierten es jedoch als das, was es war: der Wunsch eines sechzehnjährigen, die Welt zu entdecken. Seinem Beispiel folgend, wenn auch etwas weniger dramatisch, tat unser zweiter Junge, Mohit, das Gleiche etwa ein halbes Jahr später, als er verkündete, er würde lieber bei seiner Familie in ihrem Dorf wohnen und dort zur Schule gehen.

Pawan blieb bei uns und erlebte seine eigenen Abenteuer, wechselte hier Schulen und fand seinen Platz hier wieder als der älteste der ‚Ashram Jungs‘. Das Leben ging weiter, wir beschäftigten uns mit vielen anderen Dingen und eröffneten Ammaji’s Ayurvedisches Restaurant.

Nach etwa drei Monaten erzählte mein Vater mir von einem Telefonanruf, den er bekommen hatte: Jaysingh fragte, ob er zu Besuch vorbeikommen könnte. Natürlich antworteten wir! Es wäre schön, ihn nach so langer Zeit mal wieder zu sehen und zu hören, was er so gemacht hat! Er kam an und wir erfuhren, dass er da draußen in der Zwischenzeit wirklich einen Geschmack der ‚echten Welt‘ bekommen hatte: er war zu seinen verschiedenen Brüdern und Cousins in unterschiedlichen Teilen des Landes gereist und hatte an einigen Orten gearbeitet, um dort sein Geld zu verdienen: als Tagelöhner trug er Sand und Ziegel zum Beispiel und dann arbeitete er in einer Sari-Fabrik.

Es war diese Erfahrung, die ihn dazu brachte, mich noch etwas zu fragen: ‚Kann ich hier arbeiten?‘ Er hat gesehen, wie die Dinge in Fabriken in Indien wirklich laufen! Lange Arbeitszeiten und grausame Arbeitsbedingungen. Sein Arbeitgeber und seine Aufseher scheuten nicht davor zurück, ihre Angestellten für ihre Fehler zu schlagen. Die Maschinen waren gefährlich – wenn man nicht aufpasste, konnte man sich die Finger abschneiden. Ältere Arbeiter beschwerten sich über Atemprobleme, Husten und ähnliches, alles verursacht von den Chemikalien, die für das Färben der Saris verwendet werden. Mit den langen Arbeitszeiten war Jaysingh immer müde – einmal schlief er bei der Arbeit an der Maschine ein und ruinierte 80 Saris! Natürlich wurde sein Arbeitgeber da wütend und er bezog Schläge. Ein anderes Mal brach ein Feuer aus und er sowie seine Mitarbeiter mussten zu einem Fenster hochklettern, um von dort nach draußen zu springen und sich zu retten!

Kurz gesagt, er hat seine Erfahrungen gemacht und beschlossen, dass er lieber hierherkommen und fragen würde, ob wir ihn wieder aufnehmen und ihm Arbeit anbieten würden. Er hatte immer Geld nach Hause geschickt und wollte das auch gerne weiter so machen! Natürlich, für einen unserer Jungen haben wir definitiv einen Platz und er kann sogar noch etwas lernen! Als Helfer in der Küche wird er bald Wissen und auch Erfahrung ansammeln, die ihm in seinem Leben weit tragen werden!

Neuigkeiten verbreiten sich schnell, selbst in Indien, und so kehrte bald nachdem Jaysingh wieder bei uns eingetroffen war auch ein weiterer Junge wieder in sein zweites Zuhause zurück: Mohit schloss sich uns auch wieder an. Beide Jungs lernen nun, wie man Pizza, Pasta und mehr macht! Und was auch toll ist, ist, dass sie eingewilligt haben, nebenbei privat zu lernen – um zumindest einen Schulabschluss zu machen!

Es ist toll, sie wieder hier zu haben – und sie sind auch froh!

Wenn das indische Gesundheitssystem eine schnellere Lösung mit weniger Skrupel findet – 28 Aug 16

Vor ein paar Tagen bat Ramona mich, einen Blick auf ihren Rücken zu werfen, wo es sie juckte. Ich sah es mir an und da war eine runde gerötete Fläche mit Ausschlag. Was darauf folgte, mit allen kulturellen Aspekten, ist, worüber ich heute schreiben möchte.

Natürlich gingen wir nicht gleich wegen einem Ausschlag zum Arzt. Wir wissen, dass der Körper auf diese Art und Weise auf etwas reagiert – etwas von innen oder außen. Wir trugen etwas Ayurvedische Salbe auf und Ramona versuchte, nicht zu kratzen, als es juckte.

Als es jedoch nach drei Tagen noch nicht besser war, beschloss sie, dafür zum Hautarzt zu gehen. Das ist das Schöne im Vergleich zu den Ärzten, die ich in Europa gesehen habe: man bekommt ganz leicht einen Termin am gleichen Tag. In der Tat braucht man gar keinen Termin – man kann einfach hingehen und den Arzt konsultieren! Das ist genau das, was Ramona machte.

Es war ein sehr kurzer Besuch: der Arzt sah sich den Fleck auf ihrem Rücken an, stellte ein paar Fragen und begann die Medikamente aufzuschreiben, die sie nehmen sollte, wobei er gleichzeitig erklärte ‚Diese Tablette sieben Tage lang nach dem Frühstück, diese fünf Tage lang morgens und abends und diese Salbe zweimal am Tag.‘ Ramona fragte, was genau er denn meinte, dass es sei und er antwortete ‚Eine allergische Reaktion‘. Okay, antwortete Ramona – aber auf was denn? Die Antwort des Arztes war, das es vieles sein könnte und insbesondere in diesem schwülen Wetter könnte es ganz leicht mal passieren.

Das ist also der Punkt, an dem wir wieder einmal so deutlich den Unterschied zwischen Indien und dem Westen sehen: in Deutschland wäre der nächste Schritt wahrscheinlich ein Allergietest gewesen, um zu sehen, auf was sie da reagiert hatte. Dieser wäre ins Labor gegangen oder es hätte einiges mehr an Zeit in Anspruch genommen. Man müsste warten, vielleicht in der Zwischenzeit auch Medikamente nehmen und schließlich herausfinden, dass man auf ein bestimmtes Material oder eine gewisse Zutat allergisch ist.

Am Ende wäre die ganze Sache so groß, dass man dieses Material oder diese Zutat nie wieder anfasst, weil es eben so ein riesiges Thema ist – man ist darauf allergisch!

So wie es jetzt ist, ist Ramona immer noch auf irgendetwas allergisch. Doch das ist in ihrem Kopf keine so eine riesige Sache. Es dauert zwei oder drei Tage, dann hört es auf zu jucken und ist dann vorbei. Ich weiß und stimme zu, dass Allopathie allgemein nicht sanft zum Körper ist und innerlich auch Schaden verursacht. Wir gehören definitiv nicht zu denen, die leicht Tabletten einschmeißen und sie dafür verwenden, alles in Ordnung zu bringen, wenn der Körper Erholung oder Aufmerksamkeit braucht. Doch bei diesem Thema habe ich auch das Gefühl, dass es unnötig ist, aus diesen Pickelchen nun ein riesiges Thema zu machen, wo es doch auch ganz leicht zu lösen ist.

Sollte das öfter vorkommen, werden wire s natürlich genauer untersuchen. Solange es das jedoch nicht tut, ist es in Ordnung, hin und wieder auch einfach zur Allopathie zu greifen!

Wenn die Geburt eines Kindes kein Grund zur Freude ist: die siebte Tochter – 18 Aug 16

Gestern haben wir die Nachricht bekommen, dass einige unserer Schulmädchen nun eine kleine Schwester haben. Natürlich gibt es bei 250 Kindern ständig neue Geschwister. Wenn man normalerweise über eine Geburt spricht, freut man sich und feiert. In diesem Fall jedoch können wir uns nicht wirklich mit dieser Familie freuen – denn die Eltern selbst freuen sich nicht. Der Grund ist der Gleiche, doch etwas anders: es ist ihre siebte Tochter!

Oh, wir kennen diese Familie nun schon seit so vielen Jahren und sehen ihre Entwicklung mit Sorge: der Vater ist Maurer und hat bereits an unserem Ashram, der Schule und dem Restaurant-Gebäude gearbeitet. Seine älteste Tochter war eine der ersten Kinder unserer Schule – und die nächsten drei Töchter kamen in den darauffolgenden Jahren. 2013 stellte ich euch diese Familie in meinem Blog vor. Damals hatten sie bereits fünf Töchter und wir wussten genau warum: sie versuchten immer wieder, einen Sohn zu bekommen!

Der Vater ist ein harter Arbeiter und hat es geschafft, etwas Geld für den Bau seines Hauses zu sparen – doch natürlich ist es eine ziemlich große Aufgabe, sechs Kinder zu füttern – und nun will noch ein weiterer Bauch gefüllt werden! Wir werden da sein, um die Grundschulbildung der Mädchen zu übernehmen – doch es gibt andere Ausgaben, die auch gedeckt werden wollen!

Wir haben den Vater mit unseren Gedanken konfrontiert und erlebten eine Überraschung: er begann zu weinen und erzählte uns, dass er selbst und auch seine Eltern seiner Frau schon nach der zweiten Tochter gesagt hatten, dass zwei Kinder genug seien. Er beklagte sich, dass jeder meinte, er sei derjenige, der unbedingt einen Sohn haben wollte – wo es doch in Wirklichkeit seine Frau war!

Sie war sogar soweit gegangen, ihm zu drohen: wenn er sie nicht wieder schwängern würde, würde sie sich bei jemand anderem Hilfe holen! Für sie der Grund dafür, sich nicht wie verrückt über das Neugeborene zu freuen, ist klar: es ist ‚nur‘ ein weiteres Mädchen! Noch ein Mädchen, das gefüttert werden muss, das sie verheiraten müssen und das schließlich das Haus verlassen wird. Kein Sohn, der den Familiennamen weiterträgt, der daheim bleiben wird und für die Eltern Geld verdient, wenn sie alt sind oder dessen Frau sich um sie kümmern würde!

Es ist hier in Indien leider immer noch so und diese Mentalität ist etwas, das zu entfernen oder verändern es immer noch lange dauern wird! Mädchen und Jungen sind hier nicht gleichberechtigt. Eltern mögen ihre Töchter lieben, doch Töchter und Söhne sind in ihren Augen nie gleichwertig. Das sagen sie auch ganz deutlich vor ihren Mädchen: wir wollten einen Sohn!

Ich fühle mit diesen Mädchen, ich fühle mit diesen Familien, die ihre Armut nur mit diesem Wunsch nach einem männlichen Kind steigern. Eure Tochter ist wertvoll – denke nicht, sie sei weniger wert und gib ihr nicht das Gefühl, sie sollte etwas anderes sein, als sie ist!

Rückflug nach Indien nach einer kurzen Deutschland-Reise – 18 Mai 16

Heute ist es also soweit: wir fliegen zurück nach Indien! Oh wow, was für eine schnelle Runde durch Deutschland! Wir haben so viel getan und so viele Freunde getroffen!

Nach unserer Abreise aus Lüneburg, fuhren wir für eine Nacht nach Erkelenz. Ein weiterer Ort, an dem ich im Laufe der Jahre bereits so oft war! Unsere lieben Freunde Sonja und Peter freuten sich, uns zu sehen und wir brachten einander auf den neuesten Stand der Dinge im Leben – wie schön! Apra hatte Spaß mit den Katzen – und sogar Eva kam aus Coesfeld, um uns zu treffen!

Dann ein Abend mit Pizza und Eis in Wiesbaden, ein weiterer Besuch bei unserem Freund Pavan und schließlich haben wir nun gepackt und sind bereit zu gehen. Wie immer haben wir jede Menge Gepäck und Thomas und Iris bringen uns zum Flughafen, um uns dort mit unseren Sachen zu helfen.

Es war kurz, es war sehr intensiv und es war auch wirklich schön. Wie erwartet war es besonders schön, Apra und ihre Erfahrungen zu beobachten. Sie hat in diesen kurzen zwei Wochen so viel Neues gelernt! Ihr Deutsch hat immens an Vokabular gewonnen und Deutschland hat wieder einen noch tieferen Eindruck hinterlassen!

Ich freue mich nun jedoch darauf, wieder zurück nach Indien zu kommen. Das Restaurant erwartet uns. Ich schreibe euch morgen wieder – aus Vrindavan!

Unsere Yoga und Ayurveda Retreats nun auch für Low-Budget-Reisende! – 3 Mai 16

Mit dem Restaurant in vollem Gang haben wir nicht nur an all den Dingen rund um Ammaji’s gearbeitet, sondern auch erkannt, dass das unsere momentane Arbeit mit Yoga und Ayurveda Retreats im Ashram verändert! Nicht nur, weil wir nun unser leckeres Essen in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant anbieten! Nein, weil wir Menschen helfen können, ihren Traum nach Indien zu reisen zur Wirklichkeit zu machen – auch wenn sie mit geringerem Budget reisen!

Ja, natürlich bringt die Eröffnung unseres Restaurants uns dazu, darüber nachzudenken, wie wir in Zukunft unsere Retreats führen wollen. Es war von Anfang an klar, dass unsere Gäste im Restaurant essen und ihre Mahlzeiten dort genießen würden. Schließlich essen wir auch dort – und würde diese Erfahrung auch gerne mit neuen Freunden teilen. Gleichzeitig jedoch dachten wir an diejenigen, die manchmal fragen, ob sie die Kosten ihres Aufenthalts bei uns senken könnten, indem sie die Mahlzeiten aussparten. Während wir da bis jetzt immer nein gesagt hatten, da wir alle zusammen bei uns zuhause aßen, dachten wir, es sollte nun kein Problem mehr sein, diese Möglichkeit anzubieten!

So kommt es, dass ihr nun all unsere Retreats entweder mit oder ohne Mahlzeiten buchen könnt. Genauso kann man sich nun entscheiden, einfach nur bei uns unterzukommen und die Atmosphäre im Ashram zu genießen – und bei Ammaji’s separat essen, wann auch immer man sich danach fühlt. Jeder Hausgast im Ashram bekommt in unserem Restaurant auch einen Rabatt von 10%!

Wir haben ein richtig gutes Gefühl mit dieser Entscheidung und haben diese Änderungen auch bereits auf unserer Internetseite veröffentlicht. Nur einen Tag später dachten wir an eine andere Art der Anfrage, die wir auch immer bekommen: es gibt viele junge Leute, die mit wenig Geld reisen, gerne auch an Yogastunden oder einem Retreat mit Ayurveda-Massagen teilnehmen würden, es sich aber nicht leisten konnten. Wir hatten schon immer das Angebot für freiwillige Helfer, am Computer zu arbeiten, doch nun gibt es eine ganz andere Dimension der möglichen Hilfe: im Restaurant können wir jederzeit eine helfende Hand brauchen!

So bieten wir nun eine ganz neue Möglichkeit für junge freiwillige Helfer hier unterzukommen: wer mit geringem Budget reist, gerne Yoga und Ayurveda kennen lernen möchte und daran gedacht hat, seine Arbeit anzubieten, um die Kosten zu reduzieren, kann nun an einem unserer Retreats teilnehmen, dazu sechs Stunden im Restaurant arbeiten und dann nur den halben Preis zahlen!

Wir bekommen bereits die ersten Anfragen für dieses besondere Angebot und ich denke, es wird eine tolle Art und Weise einander durch einen Austausch zu helfen! Wir freuen uns bereits darauf, neue Helfer hier zu haben!

Wenn das warme Schulessen das Beste am Tag ist – Unsere Schulkinder – 18 Mär 16

Heute möchte ich euch Dhruv vorstellen, einen Schüler unserer Schule, der seit Juli bei uns ist. Damals waren wir zunächst nicht sicher, ob er nicht noch zu klein ist – doch bald merkten wir, dass er nur zu Beginn schüchtern ist und neue Informationen recht schnell aufnimmt und verarbeitet!

Dhruv war mit seinen fünf Jahren unter den jüngsten Kindern unserer neuen Schüler. Da sein Vater in einer armen Gegend Vrindavans als Friseur arbeitete, hatten seine Eltern von Nachbarn und ihren Kindern von unserer Schule gehört. Dhruvs Familie besitzt ein kleines Haus in der zweiten Reihe hinter der Hauptstraße. Der Eingang ist eine Tür, die durch einen recht engen Gang hinter in einen Innenhof führt. Dort führen drei Türen in drei Zimmer: eines ist Wohn- und Schlafzimmer, eines die Küche und eines ein Lagerraum.

Das bedeutet, dass Dhruvs Eltern dieses Wohnzimmer mit ihren drei Kindern sowie Dhruvs Großmutter teilen. Sie haben drei Betten, von denen eines ein einfaches Metallgestell ist, in das in der Mitte Stoff gespannt ist. Als wir Dhruv fragen, wer wo schläft, erzählt er, dass sein Vater normalerweise auf dem Boden schläft – so dass die Frauen und Kinder auf den Betten schlafen können. Dhruv ist der Älteste von drei, mit zwei jüngeren Schwestern.

Dhruvs Vater ist Friseur und mietet zwei Häuser weiter einen Laden, von dessen Gewinn er seine Miete bezahlt. Da es in der unmittelbaren Umgebung mehrere Männer des gleichen Berufs gibt, kann dieser Gewinn stark schwanken – und oft ist das Ergebnis, dass sie nicht mehr als das absolut Notwendigste zum Abendessen haben. ‚Wir essen Brot und Linsen und beten, dass es besser wird‘, sagt Dhruvs Großmutter. Natürlich wäre auch Gemüse und Frucht wichtig für die Kinder, aber das ist etwas, was es nur gibt, wenn das Geschäft gut läuft.

So ist es für die Familie nicht nur wichtig, dass wir Dhruv qualitativ hochwertige Bildung geben – völlig kostenlos. Nein, Er bekommt in unserer Schule jeden Tag ein warmes Mittagessen, wodurch sichergestellt ist, dass zumindest eines der drei Kinder etwas Warmes im Bauch hat!

Dhruv beginnt gerade seine Jahres-Endprüfungen und ist natürlich sehr aufgeregt deswegen. Wir freuen uns, dass wir diesen Jungen und diese Familie noch mehrere Jahre lang unterstützen können!

Wer uns gerne hierbei helfen möchte, kann eine Kinderpatenschaft übernehmen oder das Essen für einen Tag spenden. Wir danken dir jetzt bereits für deine Unterstützung!

Gesundes Aussehen, Übergewicht und Size Zero – Unterschiede bei Schönheitsidealen in Indien – 10 Mär 16

Ramona und ich sprachen weiter über das Thema der Schönheitsideale in Indien, insbesondere für Frauen, sowie die Einstellung, die Menschen zu diesen Idealen und ihren Körpern haben.

Einerseits ist die Vorstellung, wie dünn eine schöne Frau sein sollte, hier in Indien definitiv anders als im Westen. In Indien wiegen die Models, die wir für gewöhnlich auf den Postern sehen sowie die Schauspielerinnen, die wir in den Filmen sehen üblicherweise einige mehr Kilos als die im Westen. Size Zero, also Größe Null war und ist hier nicht so beliebt wie dort. Ich glaube, dass das etwas mit der Tatsache zu tun hat, dass hier wirklich auch Menschen an Hunger sterben. Der gewöhnliche Inder assoziiert einen extrem dünnen Körper mit Armut, nicht mit Schönheit.

Genauso werden einige Kilos mehr als der Durchschnitt in Indien als etwas Gutes angesehen. So kommt es, dass wir einmal zu Besuch bei Freunden waren, die wir eine Weile nicht gesehen hatten und die Frau mit einem Lächeln zu Ramona sagte ‚Du siehst gesund aus!‘ Was sie damit meinte war, dass Ramona seit unserem letzten Treffen zugenommen hatte – und es war ein ernst gemeintes Kompliment! Ich erklärte Ramona das später, da sie in dem Augenblick einfach nur verwirrt darüber war, dass sie ein Kompliment für ihr gesundes Aussehen bekommen hatte. Sie musste lachen und erzählt nun immer unseren nicht-indischen Freunden, dass sie nicht unbedingt ‚gesund‘ aussehen möchte!

Das ist also der Unterschied darin, wie Frauen in Indien die Figur sehen. Andererseits jedoch sprechen sie darüber auch sehr ähnlich wie außerhalb Indiens! Man hat Frauen, die Gewicht diskutieren sowie Ideen, wie man schnell abnimmt, Fernsehshows, in denen die weiblichen Rollen auf Diät gehen und schließlich noch jede Menge Produkte sowie Scharlatanerie mit dem Versuch, Pillen zu verkaufen, die einen in sehr wenigen Tagen schlank machen.

Beides sieht und hört man in Indien – aber während diejenigen, die gerne dich sind, immer dicker werden, kennen diejenigen, die dünn und fit sein wollen nur eine Möglichkeit das zu erreichen: eine Diät, bei der man die meiste Zeit vom Tag hungrig ist. Natürlich ist das nicht die richtige und beste Lösung, doch die traurige Wahrheit ist, dass es für Frauen in Indien wenige bis keine Fitness-Angebote gibt! Das hängt natürlich davon ab, wo man ist, da man in Delhi oder Mumbai ganz leicht ein Fitness-Center für Frauen finden könnte – doch sobald man aus den Megastädten raus ist, wird es schwierig! Colleges und Universitäten bieten Sport an, aber für Erwachsene, arbeitende Frauen, Hausfrauen und diejenigen, die eben einfach nie auf eine solche Schule gehen, gibt es gar nichts! Nirgendwo, wo man Übungen lernen könnte, kein Ort, an dem man sich treffen und in einer Gruppe Sport trieben könnte!

Es herrscht sogar keinerlei Bewusstsein während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass Frauen schwanger aussehen, wenn sie gar nicht sind – nach fünf Kindern und mit keinerlei Rückbildungsgymnastik oder sonstiger Bewegung für die Bauchmuskulatur ist dein Bauch einfach nicht mehr so flach! Kein Beklagen oder Diät machen wird dir da helfen, du musst dich bewegen!

Natürlich ist Yoga eine Möglichkeit, mit der man daheim ganz leicht und mit wenig Ausrüstung und auf kleinem Raum etwas machen kann. Man kann Hilfe wie unser online Yoga-Übungs-Verzeichnis verwenden.

Am Ende jedoch muss India, um seinen Leuten zu helfen, fit und gesund anstatt über- oder untergewichtig zu sein, zuerst einmal das Bewusstsein fördern und die Möglichkeit für Frauen, Workout zu machen. Das könnte das Bild verändern, das die Menschen von sich selbst haben – und es vielleicht eines Tages verbessern!

Hüte dich vor Betrügern beim Auswählen eines Taxis am Flughafen Delhi – 29 Feb 16

Vor etwa zwei Wochen machte eine unserer Gäste eine Erfahrung, die ich keinem anderen Besucher Indiens wünschen möchte. Leider passiert so etwas – obwohl ich sagen muss eben nicht nur in Indien, sondern in so ziemlich jeder anderen großen und touristischen Stadt rund um die Welt: unsere Freundin wurde am Flughafen von einem Taxifahrer betrogen.

Das ist in der Tat nichts Neues. Schon seit Jahren warnen Reiseführer in allen Sprachen vor solchen Betrügern. Die Bücher empfehlen ihren Lesern im Voraus im Flughafen gezahlte Taxis, deren Kosten klar festgelegt sind und wo man das Geld nicht dem Fahrer gibt, sondern im Flughafen. Auf diese Wiese kann man sicher sein, dass der Fahrer einen auch dort absetzt, wo man hinwollte.

Diese Einrichtung war notwendig, da es so viele Fälle mit Fahrern gab, die ihre Fahrgäste in Kreisen in Delhi herumfuhren und ihnen mehr Geld abknöpften, da es ‚so weit‘ gewesen war.

Vor nicht allzu langer Zeit erzählte uns bereits eine Besucherin, die nur für eine Mahlzeit da war, wie sie betrogen worden war: sie war mitten in der Nacht angekommen und hatte einem Taxifahrer vor dem Flughafen die Adresse für ein Hotel in Jaipur gegeben. Der Fahrer fuhr sie durch dunkle Gassen zu einem Reisebüro, wo ihr erklärt wurde, dass man sie unmöglich über die normale Straße dorthin bringen könnte! Angeblich waren dort Streiks und die Straße war gesperrt – so dass sie umgerechnet 300 Euro würde zahlen müssen, um dorthin zu kommen! Das sind mehr als dreimal so viel, wie es normalerweise kosten sollte, wenn nicht noch mehr! Sie stieg trotzdem ein, da sie keine Ahnung hatte, dass es Betrug war – aber sie bereute schon da, so viel gezahlt zu haben!

Also sollte man entweder wissen, wie viel eine solche Reise kosten sollte, nimmt sich ein im Voraus gezahltes Taxi oder bittet das Hotel, einen abzuholen! Das bieten wir auch an: wir holen dich vom Flughafen ab.

In unserem neuesten Fall jedoch waren die Betrüger schnell. In der Tat stand ich am Flughafen, da ich in Delhi Geschäftliches zu erledigen gehabt hatte und dann ging, um unseren neuen Gast abzuholen. Nur, dass sie nicht kam und ich dann zwei Stunden später sowieso nach Hause fuhr. Wir kamen etwa gleichzeitig im Ashram an und so erfuhren wir Folgendes: bevor unser Gast mich finden konnte, wurde sie von einem Mann angesprochen, der vielleicht gehört hatte, wie sie nach unserem Auto nach Vrindavan fragte. Er erzählte ihr, dass das Auto ‚des Ashrams‘ auf dem Weg kaputt gegangen war und stattdessen er geschickt worden war, um sie abzuholen!

Also fuhr dieser Mann sie stundenlang quer durch Delhi, hielt dann an einem Bankautomaten an, wo sie Geld abholen sollte, da er darauf bestand, dass sie ihn gleich zahlte, und erst dann fuhr er sie nach Vrindavan, setzte sie dort in eine Rikscha und brachte sie dann in unseren Ashram.

Ihr könnt euch vorstellen, wie erleichtert unsere neue Freundin war, als sie endlich im Ashram ankam. Sie hatte nicht daran gedacht, uns anzurufen, um die Geschichte des Mannes zu bestätigen, bevor sie sich ins Auto setzte.

Ich schreibe diesen Blogeintrag nicht, um euch vor einer Reise nach Indien Angst einzujagen. Es gibt auf der ganzen Welt gute und schlechte Leute. Ich möchte euch jedoch dessen bewusst machen, dass diese Dinge passieren können und dass ihr auf eure Sicherheit achten sollt. Organisiert eine Abholung oder nehmt euch ein im Voraus gezahltes Taxi. Haltet eine Telefonnummer bereit und zögert nicht, im Zweifelsfall andere nach einem Telefon zu bitten.

Kann dich eine positive Einstellung vor einer Lebensmittelvergiftung retten? – 1 Nov 15

Nach dem leckeren Rezept von gestern möchte ich einen weiteren Blogeintrag über Essen schreiben. Indisches Essen, um es genauer zu sagen. Nein, halt, Essen in Indien wäre die bessere Beschreibung. Essen im Allgemeinen und die Frage, ob man es essen sollte oder nicht – aus gesundheitlichen Gründen.

Diese Fragen kamen letzte Woche in einer Unterhaltung einiger Gäste auf. Ein Gast erzählte, dass sie nie draußen auf der Straße essen würde aufgrund des Staubs auf der Straße und der Qualität und Hygiene, die die Essenwägen dort sicherlich nicht bieten könnten. Ein weiterer Gast argumentierte, dass es alles eine Frage des Kopfes war, sonst nichts. Dass man mit dem Essen kein Problem hätte, wenn man nur die richtige, positive Einstellung hätte!

Naja, wisst ihr, ich bin immer für eine positive Einstellung. Ohne das, erscheinen viele Dinge nicht nur schlimmer als sie sind, sondern werden wirklich auch schlimmer. Ich glaube auf jeden Fall, dass eine positive Einstellung dir hilft, gesund zu bleiben. Wer sehr negativ ist, hat auch ganz leicht Angst. Dadurch ist dein System in einem konstanten Stresszustand. Das braucht Energie – was bedeutet, dass diese gleiche Energie nicht dahin gehen kann, dein Immunsystem zu stärken. Es kann dann mit einer Attacke nicht so effizient umgehen, wie es das normalerweise tun würde – und so wirst du einfacher krank. Dazu kommt, dass dir aufgrund deiner negativen Einstellung alles viel schlimmer erscheint!

Das ist eine sehr schnelle und komprimierte Beschreibung meiner allgemeinen Vorstellung von Positivität und Gesundheit. Es gibt jedoch einige ganz große Faktoren, die wichtiger sind als deine Einstellung: Bakterien, schädliche Chemikalien und ähnliches!

Egal wie positiv deine Einstellung ist, kannst du kein Gift essen und überleben! Ich kenne einige positive Menschen, die mit schlimmen Krankheiten zu kämpfen hatten, nicht nur im Bereich des Essens, sondern ganz allgemeint! Nochmal, eine positive Einstellung schützt dich nicht vor gesundheitlichen Problemen!

Wenn du nun in Indien reist und mich nach meinem oder unserem Rat fragst, würde ich sagen, iss nicht auf der Straße. Ich esse selbst dort nicht, weil ich darauf achte, was ich in meinen Bauch und meinen Körper gebe. Vielen Leute, die bei uns im Ashram waren, ging es sehr gut, während sie hier aßen – aber sobald sie außerhalb unterwegs waren und beschlossen überall zu essen, wo sie etwas fanden, wurden sie krank.

Inder können dort essen, weil ihre Körper diese Bakterien gewöhnt sind. Sie haben das von Beginn ihres Lebens an gegessen. Das bedeutet nicht, dass diese Bakterien für sie besser sind – aber du, der du aus dem Westen kommst mit einem Magen, der solche Bakterien noch nie gesehen hat, kannst krank werden!

Eine positive Einstellung ist definitiv das Richtige. Gleichzeitig gib bitte darauf Acht, wo du isst und was. Geht in Restaurants statt draußen auf der Straße zu essen. Trink auf der Straße auch keine Säfte, selbst, wenn die Früchte vor deinen Augen noch ganz waren – du weißt nämlich nicht, mit welchem Wasser sie gewaschen wurden und welche Art von Bakterien in dem Entsafter sind, der da verwendet wird!

Ich will niemandem Angst einjagen, aber das ist etwas, was man in jedem einzelnen Reiseführer lesen kann. Achte bitte auf deinen Körper – auch mit positiver Einstellung!