Die Gefahren, wenn man jemandem Zugang zu seinen Gedanken gibt – 18 Mär 15

Gestern habe ich die geistigen und körperlichen Gefahren beschrieben, die es mit sich bringt, wenn man mit seinen Gedanken eine Welt weit weg von der Wirklichkeit schafft. Es gibt da noch eine Gefahr, die ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe, dazu noch etwas mehr gesagt werden muss: wenn du jemandem erlaubst, deine Vorstellung, deinen Glauben und damit deine Welt zu beeinflussen – und er oder sie das missbrauchen!

Wer vorgestern meine Erklärung dazu gelesen hat, wie wir alle unsere eigene Welt schaffen, der versteht bereits, was ich damit meine. Wir haben normalerweise unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen und wenn wir beschließen, an manche zu glauben, werden diese für uns zur Wirklichkeit. Nun stellt euch vor, dass jemand in der Lage ist, eure Gedanken zu manipulieren! Das verändert deine Welt, deine Wirklichkeit!

Es können viele unterschiedliche Menschen sein, die diesen Einfluss haben. Es beginnt mit Eltern, die aus genau diesem Grund eine riesige Verantwortung haben: sie haben Zugang zu einem Verstand, der da ist, um geformt zu werden. Sie schaffen Welten. Deine Familie, deine Lehrer, Freunde und später mehr Leute, denen du vertraust oder die du als Autoritäten ansiehst, deren Gedanken dir gefallen. Das beinhaltet jede Art von Anführern, seien sie spirituell, religiös oder politisch!

Eine verantwortliche Person achtet auf die Menschen, deren Gedanken er oder sie beeinflussen kann. Natürlich kann diese Macht auch missbraucht werden – und wahrscheinlich habt ihr von den Abertausenden Fällen gehört, in denen Gurus, religiöse Anführer und Sektenoberhäupter genau das getan haben: sie haben ihren Einfluss gebraucht, nicht nur um Menschen zu helfen, sondern um sie dazu zu bringen, ihnen zu gehorchen, so dass sie tun, was sie sagen. Um sie zu kontrollieren, zu manipulieren und oft genug um Dinge zu tun, die niemand anderem helfen als dem Anführer selbst. Sie untergehen einer Gehirnwäsche, werden mit Gedanken und Vorstellungen gefüttert, Glaube daran gegeben und so werden sie in eine Welt gesetzt, die von außen geschaffen wurde und die von außen kontrolliert wird.

Das Ergebnis: der Guru, die Sekte oder die Organisation wird jeden Tag reicher, je mehr Menschen sich in ihren Einfluss begeben. Diese Anhänger leben wie blinde Schafe in dieser Welt, befolgen Anordnungen und geben sogar jahrzehntealte Beziehungen auf, kündigen Freundschaften und brechen mit ihrer Familie. Viele von ihnen bleiben jahrelang in dieser manipulierten Welt. Manchmal immer.

Für manche kommt schließlich ein Punkt, an dem sie plötzlich Zweifel haben. Der Zweifel wächst und schließlich beginnen sie wieder, selbst nachzudenken. Es scheint gefährlich, als ob sie das Laufen wieder lernen müssten! Und natürlich zerstört es ihre ganze Welt, an die sie sich im Laufe der Jahre gewöhnt haben. Ihr Guru, den sie respektierten und liebten, ist plötzlich ein Feind und mit ihm oder ihr auch alle momentanen Freunde.

Jemand kann also wirklich deinen Versand kontrollieren, wenn er Zugang zu deinem Schaffungsprozess hat. Aber nur, wenn du diesen Zugang erlaubst! Gib gut Acht, wen du so weit kommen lässt – und sobald du das Gefühl hast, dass jemand aus diesem Privileg nur seinen Vorteil zieht oder nicht verantwortlich damit umgeht, musst du den Zugang verweigern!

Gib auf dich Acht!

Gott? Ja. Religion? Nein. – Die modern Vorstellung von Spiritualität – 12 Feb 13

Gestern habe ich beschrieben, wie manche Leute behaupten, ‘religiös, aber nicht abergläubisch‘ zu sein. Ich habe euch erzählt, dass das nur ein Schritt auf dem Weg weg von Religion und vom Glauben im Allgemeinen ist. Eine weitere, sehr verbreitete Stufe auf diesem Weg sieht man, wenn die Menschen sagen ‚Ich glaube an Gott, aber an keine Religion‘. Heute möchte ich meine Gedanken zu diesem Glauben oder dieser Einstellung erklären

Zunächst sehen wir uns einmal an, wo die Idee von ‘Gott’ eigentlich herkommt. Ich glaube nicht, dass unsere Vorfahren zu Beginn der natürlichen Evolution des Menschen bereits über Gott nachdachten. Sie fanden gerade heraus, wie man am Besten jagte und was sie essen konnten, irgendwann lernten sie, wie man Werkzeug herstellen kann und entdeckten das Feuer. Viel später in der Evolution, als sie sehr viel wussten, sich aber ein paar wenige Dinge noch nicht erklären konnten, schrieben sie diese einer übernatürlichen Kraft, Wesenheiten, der Natur oder auch Gott zu. Gott hat so viele Namen, weil die Entwicklung auf der ganzen Welt ähnlich vor sich gegangen ist.

Religion wurde gegründet, als die Menschen begannen, Regeln um dieses Phänomen zu schaffen, um diese Kraft, die sie Gott nannten. Sie schreiben die Geschichten auf, die die Leute einander erzählten und diejenigen, die Macht haben wollten, fügten kleine Stücke hinzu, mit denen sie den Menschen Angst machten und sie manipulierten. Sie definierten ‚ihren Gott‘ und teilten die Bevölkerung der Erde in verschiedene Gruppen.

Vielen Menschen sehen nun all das Schlechte, das aufgrund der Religion geschieht, oft nachdem sie selbstviele Jahre lang religiös waren. Sie haben gesehen, was falsch war, sie haben erkannt, dass die Religion Angst, Wut, Schmerz, Krieg und Hass unter den Menschen geschaffen hat. Sie lassen alles hinter sich, was organisierte Religion genannt wird. Sie gehen nicht mehr in Tempel, Kirchen, Moscheen oder andere Gotteshäuser, halten sich von Priestern und Predigern fern und verschenken die Schriften, die sie bei sich zu Hause hatten.

Sie wollen jedoch nicht alles aufgeben. Sie brauchen etwas, woran sie sich festhalten können, etwas, das ihnen sagt, dass das, woran sie so lange geglaubt hatten, nicht alles falsch war. Sie beschließen, ihren Glauben an Gott zu behalten. Für sie bleibt Gott ein Anker in ihren Leben, selbst wenn dieser Gott vielleicht anders aussieht als der Gott, den die Religion beschreibt.

Ich habe ganz ehrlich kein Problem mit diesem Konzept. Ich kann verstehen, dass du den Wunsch nach zumindest einer Art übernatürlichen Kraft im Leben hast. Etwas, das dich beruhigt, wenn du an all deine Verantwortung denkst, wenn du dich um die Zukunft sorgst oder vor dem Tod fürchtest. Dieser Gott kann eine Form himmlischer Macht sein, kann aber auch nur Natur sein. Es kann eine andere Person sein – ein Guru oder selbst dein Partner oder deine Kinder. Es kann nur ein Gefühl sein, deine innere Stimme, der du folgen willst. Ich glaube da nicht daran, aber solange du deinen Glauben an Gott für dich behälst, solange du ihn nicht anderen aufzwingen willst und weder anderen noch dir selbst schadest, kann ich das völlig akzeptieren und sage da kein Wort dagegen.

Ich widerspreche jedoch all dem, dass dir oder anderen schadet. Manipuliere andere nicht und lass niemand anderen dich manipulieren. Tue nichts gegen deine Natur und gegen das, was du wirklich willst und lass andere dich nicht in eine religiöse Sekte locken unter dem Vorwand, dass sie nur Gott dienen und keiner Religion.

Es gibt viele Sekten, die erkannt haben, dass ein Trend weg von Religion besteht, die den Widerstand bemerkten, der gegen organisierte Religion aufgebracht wird. Sie reagieren – indem sie die Religion verstecken. Mache einfach mal ein Experiment und stelle einem ISKCON-Anhänger oder Priester ein Paar kritische Fragen zum Hinduismus oder Religion im Allgemeinen! Die Antwort wird sein, dass sie nichts mit Religion zu tun haben und alles nur für Gott machen. Sie behaupten, sie seien nur Anhänger Krishnas. Aber wer ist denn Krishna? Krishna ist ein Hindu Gott! Ohne Religion, ohne Hinduismus gäbe es keinen Krishna!

Werde also nicht Opfer solcher Versuche der Gehirnwäsche mit dem Ziel, dass du dich einem weiteren religiösen Kult anschließt. Wenn du an etwas glauben willst, okay, tu das. Glaube für dich daran und lass es dir persönlich helfen, aber gib auf dich Acht und zwänge es niemand anderem auf.

Man kann nicht zum Hinduismus übertreten, ohne ein grundlegendes Hindu Konzept zu missachten – 5 Jul 12

Als ich gestern über die Tempel in Vrindavan schrieb, erwähnte ich den ISKCON Tempel und erinnerte mich, dass wirklich viele Ausländer dorthin gehen, dort beten, ihre Zeremonien durchführen und diesen Tempel als heiligen Ort der Verehrung betrachten. Während es also für die meisten Inder einfach nur eine Sehenswürdigkeit ist, gibt es Ausländer, die da anders denken. Heute möchte ich jedoch nicht über diese interessante Kleinigkeit schreiben, sondern vielmehr über die Frage, wie der Standpunkt der Religion Hinduismus ist bezüglich derjenigen, die nicht ursprünglich Hindus sind, aber trotzdem an Hinduismus glauben wollen und in Hindu Tempel gehen.

Ich möchte mit meinen Worten ganz deutlich und klar sein: es ist nicht wirklich möglich, zum Hinduismus zu konvertieren. Es gibt keine Schrift, die irgendeine Prozedur, eine Methode oder ein Ritual beschreibt, mit dem man konvertieren kann. Es ist nicht wie in anderen Religionen, in denen man getauft wird oder in denen man beweisen muss, dass man einen bestimmten Teil der Schriften dieser Religion kennt. Es gibt einfach keinen Weg, zum Hinduismus zu konvertieren. Stattdessen findet man Verse, die besagen, dass man nur derjenige Hindu sein kann, der als Hindu geboren wurde.

Menschen, die sagen ‘Ich habe zum Hinduismus konvertiert‘ haben demnach vielleicht diesen Teil der Schriften nicht verstanden oder wolen wirklich so sehr Hindu sein, dass sie das ignoriert haben. Ich würde mal sagen, dass das kein sehr guter Start in deine neue Religion ist! Überleg einmal, wenn du wirklich an diese Religion glauben willst, solltest du ihr doch auch vollständig folgen und zuerst einmal herausfinden, ob du dem Club auch wirklich beitreten kannst. Wenn diese Religion dir sagt, dass das nicht möglich ist, solltest du dann nicht ihre Regeln befolgen und es besser sein lassen?

Von Beginn an sieht also die ganze Frage nach dem Übertritt nach einem Scherz aus! Ich habe viele Leute aus dem Westen gehört, wie sie sich darüber wundern, wenn sie nach Vrindavan kommen und ISKCON-Anhänger sehen, die wie die religiösesten Hindus gekleidet sind. Es ist seltsam!

Es wird noch seltsamer, wenn man merkt, wie streng – oder engstirning, wie auch immer man es nennen mag – ISKCON-Anhänger mit ihren religiösen Regeln sind. Dafür gibt es viele Beispiele. Man muss das religiöse ‚Make-up‘ auf der Stirn tragen. Man muss täglich eine bestimmte Anzahl Wiederholungen eines Mantras sagen – selbst wenn man das beim Einkaufen macht. Männer müssen sich den Kopf rasieren und nur eine Haarsträhne am Hinterkopf stehen lassen. Alle Männer müssen ‚Prabhuji‘ genannt werden, während alle Frauen den Titel ‚Mataji‘ bekommen, egal wie alt sie sind oder wie sie zu dir stehen. Man muss sogar seinen Namen ändern – selbst wenn man das Sanskrit Wort nicht ordentlich aussprechen kann, weil die eigene Muttersprache so völlig anders ist. Das alles bringt Situationen, die diejenigen, die als Hindus aufgewachsen sind, lächerlich finden.

Es ist einfach nur komisch, dass Menschen, die sich selbst als konvertierte Hindus ansehen und dieser Sekte angehören, sich so sehr bemühen, Hindus zu sein, dass sie mehr machen, als jeder normale, moderne Hindu tun würde. Ironischerweise ist es egal, wie sehr sie sich bemühen, in Wahrheit können sie nie Hindus sein, weil es einfach nur unmöglich ist, zu konvertieren.

Was wir davon lernen können ist, dass man jeden Glauben oder jeden Aspekt eines Glaubens einer anderen Person aus der Ferne gutheißen kann, dass man ihn auch, wenn man möchte, dem eigenen Leben anpassen kann, dass man aber keinen offiziellen ‚Übertritt‘ machen muss. Man muss niemanden und kein religiöses Verhalten nachahmen. Werde nicht zu einer Kopie! Bleibe so, wie du bist. Wenn du etwas nachahmst, was du nicht bist, hat das auf jeden Fall eine Auswirkung auf deine psychologische Gesundheit. Wenn du zu lange mit diesem Identitätskonflikt lebst, schadet das deinem Verstand, deinen Gefühlen und deinem Privatleben. Ich habe auf meinen Reisen und mit meiner beratenden Arbeit oft Beispiele hierfür gesehen. Man muss wirklich zu keiner Religion übertreten – und besonders nicht zu einer, die diesen Übertritt gar nicht erlaubt!

Sexueller Missbrauch durch den Guru – Verwirrung der Frauen – 22 Sep 11

Gestern sagte ich, dass man eine Religion oder selbst eine Sekte nur deutlich sehen kann, wenn man sie aus etwas Abstand betrachtet. Normalerweise sieht man nur so die Fehler und Nachteile ganz klar. Dann erkennt man, dass man manipuliert wurde oder dass da Traditionen oder Regeln existieren, die man nicht mit reinem Gewissen unterstützen kann. Ich habe viele Menschen getroffen, die Mitglieder in Sekten waren und diese Sekten dann verlassen haben. Mehrere der Frauen, die ihre Sekten verlassen haben, erzählten auch, dass sie in ihren Sekten missbraucht wurden, meistens von ihren Gurus.

Jetzt fragt man sich vielleicht, wie jemand jahrelang in einer Sekte sein kann, Missbrauch erlebt und trotzdem dort bleibt. Oft handelt es sich nicht um Geschlechtsverkehr. Nicht jede dieser Frauen wurde wirklich von ihrem Guru vergewaltigt. Meistens handelt es sich um Küsse oder unangebrachte Berührungen. Die Frauen werden gefragt: Warum bist du nicht gegangen, als er dich das erste Mal geküsst hat? Warum hast du ihn nicht geohrfeigt, als er dir das erste Mal an den Hintern gegriffen hat? Hast du nicht gemerkt, dass er dich belästigt?

Auf diese Weise werden Frauen oft beschuldigt, dass sie eigentlich ihren Spaß hatten und sich erst nachdem sie die Sekte verlassen haben, zum Beispiel nach Eifersuchtsszenen unter den weiblichen Sektenmitgliedern, über die körperliche Nähe beschweren. Manch einer glaubt sogar, sie hätten darauf gewartet, dass der Guru endlich mit ihnen schläft und als sie merkten, dass er nicht so weit gehen würde, waren sie enttäuscht, wurden wütend und gingen.

Ich kann nicht sagen, dass das nie so ist. Vielleicht gibt es Frauen, die in dieser Situation waren, begierig darauf, mit dem Guru zu schlafen, und die Zärtlichkeiten und Küsse genossen haben, wenn sie sie bekamen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Frauen, die mir ihre Geschichten erzählten, wirklich recht verwirrt waren. Sie glaubten, ihr Guru sei Gott. Das ließ man sie glauben und alle um sie herum glaubten das auch. Man tut das, was Gott sagt und was auch immer Gott sagt ist richtig und hat eine tiefere Bedeutung. Wenn dich also Gott küsst oder dir sagt, du solltest seine Genitalien berühren, glaubst du, dass das seinen Grund hat. Manche Gurus sagten ihren beliebtesten weiblichen Anhängern sogar, dass sie die Auserwählten sind, die am Schnellsten Erleuchtung erlangen werden.

Es hat sie im Endeffekt niemand wirklich körperlich verletzt. Hätte sie jemand geohrfeigt, wäre es ein körperlicher Angriff gewesen und sie hätten schon viel schneller reagiert. Es ist einfacher zu erkennen, dass ein körperlicher Angriff etwas Schlechtes ist, als einen Angriff auf die Würde zu bemerken.

Viele dieser Frauen erkannten solche Übergriffe schließlich und verließen die Sekte. Viele von ihnen und andere frühere, männliche Anhänger führen nun Aktionen gegen diese Gurus und Sekten und sprechen offen über ihre Erfahrungen. Sie versuchen, anderen diese Situation verständlich zu machen und denen zu helfen, die so ein Verhalten von ihrem Guru immer noch ertragen müssen. Ich kann mir vorstellen, wie viel Hass sie jetzt von Anhängern ertragen müssen, die natürlich gar nicht glücklich darüber sind, dass diese Geschichten verbreitet werden.

Ich möchte sie alle noch einmal dazu ermutigen, ihre Wahrheit zu erzählen. Lasst jeden wissen, was mit euch geschehen ist und helft anderen, sich aus dieser Situation zu befreien. Fühlt euch nicht schuldig für das, was geschehen ist, ihr macht gute Arbeit. Macht euch nichts aus dem, was andere sagen, solange ihr ehrlich seid, könnt ihr euch gut fühlen.

Verlasse deine Sekte, Religion oder dein System, um zu sehen was daran falsch ist – 21 Sep 11

Gestern habe ich geschrieben, dass das Kastensystem vom Hinduismus kommt und dass es Sekten gibt wie ISKCON, in denen die Menschen dieses System absichtlich oder unabsichtlich durch ihre Handlungen auch unterstützen. Das zu tun ist falsch, es ist falsch, ein falsches System zu unterstützen. Ich denke, das versteht jeder, der meine Zeilen liest. Ich sage jedoch nicht, dass alle Menschen, die einem bestimmten System, einer Religion oder auch einer Sekte folgen, schlechte Menschen sind.

Es gibt wirklich viele nette Menschen, die Gurus oder Meistern folgen, die Betrüger und sogar Kriminelle sind. Sie selbst sind jedoch keine schlechten Menschen. Ich habe viele wundervolle Menschen getroffen, die Anhänger von ISKCON, Osho oder anderen Gurus und Sekten sind. Ich habe mit vielen von ihnen auch gute Gespräche geführt.

Viele von ihnen wurden von anderen manipuliert oder haben das Gefühl, dass sie die Gruppendynamik brauchen, um im Leben etwas zu erreichen. Sie genießen es, etwas zusammen und gemeinsam zu tun und denken oft, dass es ja für einen guten Zweck und das Gute in der Welt ist. Man kann nicht ein System oder eine Regel gutheißen, nur weil die Masse der Menschen dem folgt, aber man kann auch nicht die ganze Masse und jeden, der zu diesem System gehört, verurteilen. Man muss verstehen, dass manche von ihnen nichts anderes kennen, in diesem System aufgewachsen sind oder da hineingezogen wurden.

Ich habe sogar noch mehr Menschen getroffen, die ihre Gurus, Sekte oder auch Religion hinter sich gelassen haben. Nach diesem Schritt können sie klar sehen. Nicht davor. Wenn jemand in eine Religion oder ein System eingebunden ist, kann er oft die negativen Seiten nicht sehen, wegen der Gruppendynamik oder leider oft auch wegender Manipulation der Gedanken.

Ich bin in der Hindu Religion aufgewachsen und in meiner Kindheit und Teenager-Zeit erschien mir das alles normal. Ich habe selbst dann vielleicht schon etwas anders gedacht als die Massen, aber solche Traditionen und Zeremonien waren für mich als Guru an der Tagesordnung. Meine Zeit in der Höhle hat das verändert und als ich rauskam, ließ ich die Rolle des Guru, die ich hatte, hinter mir und kam mit der Zeit auch aus der Religion heraus. Erst dann erkannte ich viele Dinge, die da falsch sind. So wie ich muss man da rauskommen, um zu erkennen, dass man etwas falsches tut.

Ich glaube, wir können den Menschen helfen, aus falschen religiösen Traditionen, Gewohnheiten oder einem falschen System auszusteigen. Natürlich haben Sekten oft einen starken Griff auf ihre Leute, aber als guter Freund oder Verwandter hat man auch die Möglichkeit, mit dem Mitglied zu sprechen und ihr oder ihm die Dinge vielleicht langsam und Stück für Stück verständlich zu machen. Sei ein Beispiel, mache deutlich, was du für falsch hälst und sieh dir auch das an, dem du folgst. Wir können etwas verändern.

Sekte Adhyatmik Ishwariya Vishwa Vidyalaya der Entführung minderjähriger Mädchen beschuldigt – 8 Sep 11

Da ist noch ein weiteres Thema, über das die örtlichen Zeitungen in den letzten Tagen berichtet haben und das ich gerne auch euch mitteilen würde. In Farrukhabad, einer Stadt in unserem Staat U.P., etwa 300 Kilometer von hier, ist eine Gruppe von Anwohnern in einen Ashram, den Adhyatmik Ishwariya Vishwa Vidyalaya Ashram, eingefallen, hat viel Besitz zerstört und sogar Schlägereien mit den Menschen im Ashram begonnen. Sie waren sehr wütend auf den Ashram, auf die Ashrambesitzer und die Bewohner des Ashrams. Sie waren auch wütend auf die Polizei und wollten, dass diese ordentlich gegen den Ashram durchgreift.

Diese Nachrichten zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Wie wird ein Ashram zum Objekt der Wut der örtlichen Bevölkerung? In dem Artikel war nicht völlig klar, warum sie eigentlich so sauer waren. Der Name des Ashrams hörte sich auch bekannt an, als hätte ich ihn schon einmal gehört und so beschloss ich, noch mehr darüber herauszufinden.

Mit etwas mehr Nachforschungen nach dem Grund ihrer Wut und danach, was wirklich der Grund für diesen Aufruhr war, entdeckte ich dahinter eine größere Geschichte. Die Polizei war in der vorigen Woche in dem Ashram gewesen, aber die Menschen in der Umgebung hatten nicht den Eindruck, dass sie genug getan haben. Sie werfen der Polizei vor, nicht gehandelt zu haben, obwohl sie genau gesehen hatten, dass in dem Ashram etwas falsch lief. Die Polizei war dort gewesen, weil ein Vater seine 17-jährige Tochter als entführt gemeldet hat. Sie haben das Mädchen gefunden und sie zu ihrem Vater zurückgebracht.

In dem Artikel steht, dass sie dort auch über ein Dutzend minderjährige Mädchen Mädchen gefunden haben, die meisten noch sehr jung. Die Angestellten des Ashrams konnten angeblich nichts dazu sagen, wo diese Mädchen herkamen. Die Mädchen scheinen zu jung gewesen zu sein, um es selbst zu sagen und wurden vielleicht schon in sehr jungem Alter entführt, so dass sie sich nicht einmal mehr daran erinnern würden. Jetzt wurde der Besitzer des Ashrams, Baba Virendra Dev Dixit, des Menschenhandels und der Freiheitsberaubung angeklagt. Der Baba selbst ist jedoch auf der Flucht und im Augenblick unauffindbar.

Ich habe versucht, mehr über den Mann herauszufinden, der sich heimlich davongemacht hat und fand heraus, dass er mit den Brahma Kumaris in Verbindung stand. Er hat sich jedoch mit ihnen zerstritten und seine eigene Organisation gegründet. Er wurde daraufhin von der Hauptorganisation der Brahma Kumaris ausgeschlossen und hat nun auf der ganzen Welt in verschiedenen Ländern viele eigene Zentren. Man sieht also, es ist eine Sekte, die von einer anderen Sekte geschaffen wurde. Wieder werden dort im Namen der Religion Verbrechen begangen. Da ist ein Guru, ein Führer, der seine Lehren hat und sie minderjährigen Mädchen und armen Frauen anbietet. Hinter diesem Vorwand der Wohltätigkeit findet jedoch anscheinend Menschenhandel statt und werden junge Mädchen entführt.

Es schockiert, wenn man das hört und liest und es wirft auch ein schlechtes Licht auf Wohltätigkeitsorganisationen, die Ashrams betreiben. Wenn man überall solche Neuigkeiten liest, wer kann dann noch irgendjemand anderem vertrauen? Und wirklich, in der Welt der Religionen und Gurus gehen viele solche Dinge vor sich. Ich vertraue jedoch darauf, dass es weniger wird, je mehr die Menschen sich bilden und ihren Horizont erweitern.

Ich habe auf Google gesucht, konnte diesen Artikel jedoch nicht auf seiner Original-Seite finden. Wir mussten in Google Cache nachsehen und haben ihn dort gefunden. Hier ist der Artikel.

Sekten gehen in Extreme – Entweder viel Sex oder gar keiner – 12 Aug 11

Vor ein paar Tagen habe ich über Polygamie geschrieben, nachdem ich von einem Sektenführer in Amerika gelesen habe, der mehrere minderjährige ‚Ehefrauen‘ hatte. Natürlich habe ich daraufhin etwas mehr über die Verbindung von Sex und Religion und das Konzept der Polygamie nachgedacht. Ich bemerkte, dass es bei diesem Thema fast immer in Extreme geht.

Sieh dir all diese Religionen oder religiösen Gruppen an, die Polygamie befürworten. Normalerweise sind die Frauen den Männern untergeordnet. In Kulturen und Gesellschaften, in denen die Männer dominieren, gibt es Männer, die mehrere Ehefrauen haben. Sie sind diejenigen, die die Regeln gemacht haben. Sie sind diejenigen, die die Schriften geschrieben haben und waren also auch diejenigen, die beschlossen haben, dass Frauen das schwächere Geschlecht sind und den Männern gehorchen müssen. Der Islam wird immer wieder für die Tatsache kritisiert, dass Frauen dort nicht gleichwertig behandelt werden, dass sie unterdrückt und misshandelt werden. Auch im Hinduismus gibt es viele Punkte, in denen man diese männliche Dominanz erkennen kann.

In vielen Religionen, Sekten und Gruppen mit einem bestimmten Glauben, führt diese Sicht auf Frauen zu Extremen. Entweder wird Sex sehr wichtig und sie versuchen, so viel zu haben wie möglich, am Besten mit so vielen Menschen wie möglich, oder sie vernachlässigen Sex total, hören auf Geschlechtsverkehr zu haben und denken nicht einmal mehr daran, mit Frauen in Kontakt zu kommen.

Ich habe viele Menschen gesehen, die früher in Sekten waren und viele, die es immer noch sind. Man sehe sich nur mal ISKCON an, die International Society of Krishna Consciousness mit ihrem Hauptsitz in Vrindavan. Sie glauben, dass Sex eine Sünde ist. Sie können heiraten, aber selbst dann dürfen sie nur Sex haben, wenn sie dabei ein bestimmtes Ziel haben: ein Kind zu zeugen. Nicht zu irgendeiner anderne Zeit. Wenn man nur zum Vergnügen Sex hat, ist es eine Sünde. Es gibt andere, wie die Brahma Kumaris Sekte, die auch sagen, dass jede sexuelle Handlung und sogar jeder Gedanke eine Sünde ist. Es ist etwas schmutziges, es ist sündhaft und geht gegen Gottes Willen. Die Sadhus im Hinduismus und die katholischen Priester, die Mönche verschiedener Religionen, so viele haben erklärt, dass sie für den Rest ihres Lebens im Zölibat leben würden.

Andererseits gibt es Bewegungen, in denen der Hauptfokus auf Sex liegt und sich alles um Sex dreht! In manchen, oder vielleicht den meisten, ist es nur den Männern erlaubt, mit mehreren Frauen zu schlafen und nicht andersherum. Es gibt jedoch auch einige Philosophien, wie das, was heutzutage im Westen Tantra genannt wird, in denen die Menschen ihr ganzes Leben nach dem Sex ausrichten. Wenn solche Vorstellungen verbreitet werden, dazu noch mit einem religiösen Gedanken und einer Organisation dahinter, werden diese Gruppen zu Sekten und der Weg zum Missbrauch steht wieder frei.

Es ist normalerweise viel Sex oder gar keiner. Sie gehen in Extreme, manchmal weil sie glauben, dass Frauen schmutzig, sündig und nicht wie Gott sind oder weil sie glauben, dass Frauen göttlich sind und viel Sex ihnen eine bleibende göttliche Erfahrung beschert. Warum gehen wir nicht in ein Gleichgewicht? Warum ist es ein Extrem oder das andere? Siehe Sex als natürlichen Teil des Lebens. Mach diesen Teil nicht größer als er ist und vernachlässige ihn nicht. Es funktioniert nicht. Frauen und Männer sind beide von Gott geschaffen und fühlen sich manchmal zueinander hingezogen. Es ist normal und natürlich. Benutze Gott oder Religion nicht, um die Natur zu verleugnen.

Sekten nehmen Religion als Vorwand für Kindesmissbrauch – 9 Aug 11

Vor Kurzem las ich im Internet einen Artikel, in dem ich zum ersten Mal von Warren Jeffs hörte, dem Führer der polygamen Sekte ‚Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter-day Saints‘, der ‚Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage‘ in Amerika. Er wurde vor Kurzem wegen sexueller Nötigung von Kindern verurteilt und wird bald erfahren, wie lange er für dieses Verbrechen ins Gefängnis gehen muss. Wenn man den Artikel liest, weiß man sofort, dass dieser Mann krank ist und dass er seine Religion und den Glauben anderer dafür benutzt hat, sein krankes Verlangen zu stillen.

Seine Nichte und sein Neffe erzählten dem Gericht von dem sexuellen Missbrauch, den sie in ihrer Kindheit erlebt hatten, als sie erst fünf und sieben Jahre alt waren. Er wurde jedoch dafür verurteilt, ‚spirituelle Ehefrauen‘ gehabt zu haben, ein 12 Jahre und ein 15 Jahre altes Mädchen, denen er beibrachte, wie sie ihn sexuell zufrieden stellen konnten – um Gott zu gefallen. Ein weiteres Mädchen wurde angeblich schwanger, als sie nur 14 Jahre alt war. Es ist nicht deutlich geschrieben, wie viele ‚spirituelle Frauen‘ er hatte, aber es ist klar, dass viele von ihnen minderjährig waren.

Der Mann ist ganz offensichtlich krank. Er hat sogar beantragt, von der Urteilsverkündung wegbleiben zu dürfen, weil es seine religiösen Gefühle verletzen würde, wenn Menschen auf diese Weise über seine Religion sprechen. Er glaubt, dass er selbst ein Prophet ist. Vielleicht glaubt er sogar selbst, dass er Gutes tat, als er diese Kinder missbrauchte! Das Schockierende ist, dass das alles im Namen von Religion und Glauben geschehen ist und dass die Menschen es zugelassen haben.

Was ist mit den Eltern dieser Mädchen, seinen minderjährigen Frauen? Wo waren sie? Ich kann mir nur vorstellen, dass sie ihre Kinder für sicher hielten, weil sie dem Missbraucher vertrauten. Sie glaubten, er wüsste, was Gott will und er würde ihre Töchter zu einem religiösen, frommen Leben führen. Jeder muss gewusst haben, dass das eine Sekte ist, die an Polygamie glaubt. Diese Sekte glaubt, dass ein Mann mindestens drei Ehefrauen braucht, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Eltern hatten wahrscheinlich den starken Glauben, dass ihr Führer ihre Töchter zu dem Ehemann führen würde, den Gott für sie ausgesucht hatte, selbst, wenn er bereits mehrere andere Frauen hatte.

Ist es nicht verrückt, wie Religion auf diese Weise nur ein Weg ist, die Menschen zu manipulieren? Man muss den Menschen nur oft genug sagen, dass etwas Gottes Wunsch ist und sie werden es glauben! Ob das nun sexueller Missbrauch, Inzest, Kindesmissbrauch oder sogar Vergewaltigung und Mord ist, die Führer solcher Sekten sind für so viele Verbrechen verantwortlich! Und diese Verbrechen konnten sie begehen, indem sie behaupteten, dass Gott ihnen das aufgetragen hat. Ist das nicht auch die Entschuldigung so vieler Terroristen? Sie bringen sich selbst und viele andere um in dem Glauben, dass sie es für Gott tun. Zusätzlich haben sie die Aussicht auf deine große Anzahl Jungfrauen, wenn sie selbst dabei umkommen.

Ich glaube nicht, dass es Gottes Wille ist, dass ein Geschlecht weniger wert ist als das andere. Ich glaube auch nicht, dass es Gottes Wunsch ist, dass wir einander in seinem Namen umbringen. Und ich glaube nicht, dass es Gottes Wunsch ist, dass man Kinder und Frauen oder irgendeinanderes Geschöpf missbraucht und belästigt. Ich glaube Gott will, dass wir gleichwertig sind und in Liebe miteinander leben.

Strenge Anhänger – keine Toleranz für andere Gurus – 9 Jun 11

Strenge Anhänger eines Gurus

Sie sind diejenigen, an die man üblicherweise denkt, wenn man das Wort ‚Anhänger‘ hört. Man möchte doch glauben, ein Anhänger habe einen Guru, der sein Ein und Alles ist. Diese strengen Anhänger glauben, dass ihr Guru allmächtig ist und dass er für jedes ihrer Probleme eine Lösung hat. Sie kaufen also jedes seiner Bücher, alles, was er anbietet und geben sich ihm völlig hin, ohne dabei auf irgendjemand anderen zu hören.

Sie würden sich nie nach einem anderen Guru umsehen, sie lieben ihren Guru und bleiben bei ihm. Sie wollen nichts gegen ihn hören und nichts über die Vorteile und Tugenden anderer Gurus. Sie sind wie Pferde mit Scheuklappen, die sie davon abhalten, nach links oder rechts zu sehen. Sie haben kein Interesse an irgendetwas anderem als an dem, was dieser Guru sagt. Sie haben absolut keine Toleranz für Menschen, die an etwas anderes glauben oder einen anderen Guru haben.

Warum folgen sie so streng nur diesem einen Guru? Das kommt oft von Seiten des Guru. Die meisten Gurus sagen sowieso, dass sie Gottes Inkarnation sind und die einig wahren Gurus. Und Gurus sagen oft, dass man nur einen leiblichen Vater und dass man deswegen auch nur einen spirituellen Vater, einen Guru haben sollte. Der Guru sagt, dass das eine Wahl ist, die man nur einmal im Leben macht und die dann für immer ist. Diese Anhänger werden streng, weil ihr Guru Angst hat, seine Anhänger wieder zu verlieren und ihnen sagt, sie müssten bei ihm bleiben, ansonsten wäre ihr Leben dem Untergang gewidmet.

Ihre Einstellung kommt also teilweise von Angst und teilweise von Arroganz und Ego. Sie glauben ihr Guru ist der Beste und in der Lage, alles zu tun, also müssen sie sich an niemand anderen wenden. Wenn sie dir erklären, warum sie nur einen Guru haben, antworten sie dir, dass man immer nur einen Guru haben sollte und dass sie ihren gefunden haben. Tief drinnen haben sie aber Angst, dass ihnen wirklich etwas Schlimmes passieren könnte, sollten sie ihren Guru verlassen oder sich anderen Philosophien gegenüber öffnen.

Sie wollen oft gar nicht mehr mit Menschen in Kontakt stehen, die nicht an ihren Guru glauben. Sie wollen sich mit anderen Anhängern des gleichen Gurus umgeben und wollen mit ihnen nur über ihren Gruu sprechen. Wenn einer der anderen etwas über einen anderen Lehrer oder eine andere Lehre sagt, brechen sie die Unterhaltung einfach ab. Solche Menschen zu treffen ist immer, als wären sie Mitglieder einer Sekte. Sie sind engstirnig und irgendwie ist es traurig, sie so zu sehen.

Harold Camping kündet den Jüngsten Tag an und macht mit entstehender Angst Geld – 23 Mai 11

Es gab einige Menschen, die am Samstag, den 21. Mai 2001 den ganzen Tag darauf gewartet haben, dass etwas passiert. Es sollte der Tag des Jüngsten Gerichts sein, ein Aussortieren der Menschen auf Erden in zwei Gruppen – diejenigen, die zu Gott kommen und diejenigen, die auf Erden bleiben werden, wo sie bald den Untergang noch miterleben. Das sagte zumindest die Berechnung von Harold Camping, einem Amerikanischen Christen, der eine Radiosendung leitet und den Jüngsten Tag für den 21. Mai 2011 vorhergesagt hatte, worauf einige Monate später laut ihm auch das Ende der Welt folgen sollte. Es geschah jedoch nichts derartiges und ihr alle lest mein Tagebuch, immer noch heil und sicher hier auf Erden.

Diejenigen, die an Campings Vorhersagen glaubten, erwarteten ein Erdbeben, das stärkste Erdbeben der Geschichte der Menschheit, das den Anfang vom Ende darstellen sollte. Viele von ihnen haben ihr ganzes Geld ausgegeben in dem Glauben, dass sie nach dem 21. Mai 2011 nichts mehr brauchen würden. Warum sparen, wenn die Welt doch sowieso bald nicht mehr existiert? Ich habe von Menschen gelesen, die ihr ganzes Erspartes darauf verwendet haben, das Ende der Welt zu verkünden. Andere haben sich ein Haus gekauft und sind an einen Ort gezogen, der ganz weit weg ist von all den Orten, an denen Erdbeben die Gegend zerstören. Man kann sich kaum vorstellen, wie sich diese Leute nun alle fühlen müssen.

Das ist jedoch nicht das erste Mal, dass jemand das Ende der Welt vorhersagt. Es ist nicht einmal das erste Mal, dass Harold Camping selbst die Apokalypse vorhersagt. Er hatte das 1994 schon einmal verkündet und auch dann wurde es nicht wahr. Andere haben es vor und nach ihm getan und bis heute sind die Menschen noch jedes Mal am nächsten Tag aufgewacht und haben sich gefragt, warum mit ihnen nichts geschehen ist.

Das Erstaunliche ist, dass er trotzdem so viele Menschen gefunden hat, die ihm zuhören und glauben! Weiter Quellen erwähnten jedoch, dass die meisten der Menschen, die für ihn arbeiten nicht an den prophezeiten Jüngsten Tag glauben. Nicht einmal seine Familie glaubt daran. Seine 6 Kinder, 28 Enkel und 38 Groß-Enkel glauben es angeblich nicht. Nur seine Frau hat sich mit ihm darauf geeinigt, dass die Welt am 21. Mai untergehen wird.

Ich hatte mehrere Gedanken zu diesem Thema. Einer davon ist, dass diese Vorstellung natürlich eine christliche Idee ist, da die Bibel sagt, dass es einen Tag geben wird, an dem die Welt plötzlich ihr Ende nimmt, die Apokalypse. Camping und viele andere solche Gruppen haben schon verkündet, dass an dem Tag, an dem es mit der Welt zu Ende geht, nur wahre Gläubige aufsteigen werden oder zu Gott gelangen. Der Rest der Menschen wird auf der Erde bleiben, die Gott zerstören wird.

Man muss also an das Christentum und Jesus glauben, um gerettet zu werden. Ich frage mich schon immer, ob diese Leute nicht merken, dass es auf dieser Welt Millionen Menschen gibt, die nichts vom Christentum wissen. Werden sie alle untergehen, weil sie keine ‚wahren Gläubigen‘ sind? Ich habe gelesen, dass mehrere Gruppenleiter das als Grund erwähnt haben, warum die Welt noch nicht untergegangen ist: es gibt nicht genug Gläubige, wir müssen die Botschaft noch verbreiten und noch mehr Menschen davon überzeugen, bevor die Welt dann wirklich untergehen kann.

Im Hinduismus steht in der Tat nirgendwo geschrieben, dass die Welt an einem bestimmten Tag untergehen würde und deshalb gibt es keine religiösen hinduistischen Gruppen, die solche Termine verkünden. Dort begegnet man dem Konzept der Reinkarnation und damit auch vielen Menschen, die behaupten, dass sie ein Avatar sind, eine Inkarnation einer der Götter, und die auch mit Zaubertricks beweisen wollen, dass sie wirklich göttlich sind.

Am Ende geht es oft einfach nur darum, dass jemand mit dem Glauben anderer Leute Geld macht. Viele Sektenführer haben so viel Geld gemacht und ich habe gelesen, dass Harold Campings Netzwerk 120 Millionen US-Dollar wert ist, 66 Radiostationen in der Welt hat und auch online in 61 Sprachen sendet. Er hat das alles am 21. Mai nicht aufgegeben, sondern bereits verkündet, dass er versuchen wird, Antworten zu finden und sie heute, am Montag, in seiner Radiosendung zu verkünden. Wir werden sehen, vielleicht gibt es dann einen anderen Tag, ein anderes Datum und einen anderen Grund für die Leute in Panik und Angst zu verfallen und so das Ende zu erwarten.

Ich glaube immer, dass alles, das Angst und Sorgen bereitet nicht richtig ist. Man sollte den Menschen Vertrauen, Liebe und Mitgefühl geben.