Der Vater von Asarams Opfer: Bestochen, bedroht, aber immer noch unerbittlich stark! – 9 Sep 13

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

In der letzten Woche habe ich von Asaram und der Beschuldigung der sexuellen Belästigung geschrieben, wegen der er festgenommen worden war. Während nun immer mehr Einzelheiten ans Licht kommen, möchte ich gerne einen Blick auf die Gefühle der einzelnen Menschen werfen, die darin verwickelt sind, besonders, da diese Art von Fall nichts einzigartiges ist. Es passiert immer wieder, mit vielen verschiedenen Gurus und ihren Anhängern, wenn die Letzteren verstehen, dass ihr verehrter Meister nicht so heilig und rein ist, wie sie immer gedacht hatten. Sehen wir uns also zunächst einmal die Gefühle und Situation des betrogenen Anhängers an.

In Asarams Fall ist das der Vater des 16-jährigen Opfers. Jahrelang hat er sein Leben, seine Liebe, seine Zeit, seine religiösen Handlungen und jede Menge Geld seinem Guru gewidmet. Er hat seine Kinder auf dessen Schule geschickt in dem Glauben, dass sie die beste Ausbildung bekommen würden, die es gibt – und das war auch nicht billig! Aber er tat es mit Freuden, weil er wusste, dass das Geld seinen geliebten Guru unterstützen würde.

Und dann das! Sein Vertrauen missbraucht und das auf die schlimmste Weise, die ein Vater sich jemals vorstellen kann! Kannst du dir vorstellen, dich vollkommen verloren zu fühlen? Jahre der Hingabe mit allem, was dazu gehört, vergeudet zu haben? Hingabe an einen Mann, der laut der eigenen Tochter versucht hat, mit ihr Sex zu haben und sie sogar mit Mord bedroht hat? Völlig desillusioniert, untröstlich und gleichzeitig wütend wie noch nie zuvor!

Er tat das Beste, was er konnte: er berichtete der Polizei von dem Verbrechen. Leider beschloss die Polizei oder die indische Politik, mit seinen Gefühlen noch weiter zu spielen, indem sie Asaram als VIP-Verdächtigen behandelten und ihn fast zwei Wochen lang nicht festnahmen!

In der Zwischenzeit bekam er Drohungen von den Anhängern Asarams bis er seine Telefonleitungen von der Polizei überwachen lies. Andere versuchten, ihn zu bestechen und ihn zu kaufen, damit er seine Anschuldigungen zurücknimmt. Eine Frau, die Asaram nahe steht und als seine Tochter gilt, sowie andere Familienmitglieder kamen persönlich zu ihm, um ihn um Verzeihung zu bitten, legten sich ihm zu Füßen und baten ihn unter Weinen, er solle Asaram vergeben.

Er jedoch blieb stark – und das aus gutem Grund! Er erklärte, dass er Asaram so viel Geld gegeben hatte, dieser ihm jedoch etwas genommen hatte, was ihm niemand zurückgeben konnte! Was konnte er ihm anbieten, um für dieses Verbrechen zu bezahlen? Und warum sollte er Angst haben, wenn er schon einen so großen Schlag wegstecken musste?

Nein, er schwankte nicht in seiner Entscheidung. Im Gegenteil, als es aussah, als würde die Polizei nicht einmal handeln, als die Frist für Asarams Vorladung vorbei war, ging er in Hungerstreik und sagte, er würde nichts mehr essen, bis sie ihn verhaften würden, wie sie es laut Gesetz tun sollten.

Ich glaube, er hat genau das Richtige getan: indem er den Fall öffentlich gemacht hat, anders als vielleicht andere Väter von Opfern vor ihm, rettet er vielleicht noch viele weitere Mädchen und vielleicht kann er ja sogar noch einigen Blinden die Augen öffnen!

Und ich würde ihm vorschlagen, an genau das zu denken, wann auch immer er das Gefühl hat, betrogen worden zu sein und einem Mann Zeit, Geld, Energie und Liebe geschenkt zu haben, der es nicht verdient hatte. Du hast gehandelt, sobald du erkennen konntest, dass etwas falsch lief und weil du das getan hast, müssen viele andere diese Erfahrung selbst nicht mehr machen.

Bereue nicht, akzeptiere, was geschehen ist und nimm es mit für eine bessere Zukunft! Hilf anderen, lass sie zu dir kommen und erzähle ihnen immer wieder deine Geschichte, so dass viele weitere Menschen sich solchen Problemen nie stellen müssen!