Wenn alte Freunde um die Welt reisen, um mit dir Zeit zu verbringen – 18 Feb 16

Zur Zeit haben wir zwei ganz besondere Besucher im Ashram: eine von Ramonas ältesten Freundinnen, die sie kennt, seit sie zehn Jahre alt war, und ihr Freund. Veri und Chris haben im letzten Jahr beschlossen, dass sie uns auf ihrem Urlaub im Februar gerne besuchen kommen wollen – und wir freuen uns sehr, dass wir sie da haben!

Natürlich haben wir eine tolle Zeit zusammen! Ramona hat ihnen bereits Teile der Stadt gezeigt, sie haben unsere Schule gesehen und sie haben eine Führung durch unser Restaurant bekommen, welches ganz bald eröffnet werden soll!

Da Chris selbst Koch ist, hatten wir viel Spaß daran über unterschiedliche Konzepte zu reden, über unsere Idee, gesundes aber leckeres Essen anzubieten, über die Arbeitssituation in deutschen Restaurants und Unterschiede, die es dazu hier geben mag – und natürlich konnten wir ihm und Veri einen Vorgeschmack auf das Essen geben, das wir in unserem Restaurant servieren werden!

Da sie sich in den letzten zehn Jahren nicht so oft und immer nur kurz gesehen haben, haben meine Frau und ihre Freundin aus Kindheitstagen einander jede Menge zu erzählen! Sie graben Erinnerungen aus, sprechen über gemeinsame Freunde und Bekannte und tauschen natürlich auch Einzelheiten darüber aus, wie ihr Leben heute so aussieht. Ramona hat sich darauf gefreut ihr zu zeigen, wie wir hier leben, da es natürlich eine ganz andere Welt ist, die man kaum mal eben so beschreiben kann!

Um ihnen etwas mehr zu zeigen als nur Vrindavan, machten wir gestern einen Ausflug nach Delhi! Wir sahen uns nicht so viele Sehenswürdigkeiten an, weil wir nicht nur zwischen alten Gemäuern herumlaufen wollten. Stattdessen machten wir einen schnellen Halt am India Gate und gingen dann weiter auf einen Spaziergang und eine Einkaufstour in der Altstadt Delhis, besuchten Chandni Chowk und natürlich Khari Baoli, den Gewürzmarkt! Am Nachmittag fuhren wir in Richtung Connaught Place und flanierten um die Geschäfte dort. Nach einem tollen Abendessen kamen wir schließlich mit jeder Menge Eindrücke aus der Hauptstadt zurück!

Am Wochenende planten wir ein weiteres Highlight: wir werden einen Ausflug nach Jaipur machen, in die pinke Stadt und die Hauptstadt Rajasthans. Natürlich gehen sie auch noch Agra und das Taj Mahal besuchen. Zusammen mit einem Besuch daheim bei Schulkindern, einigen weiteren Sehenswürdigkeiten in unserer Kleinstadt, Kochen und Backen im Ashram und Spielen mit Apra werden wir noch eine weitere volle Woche haben, bevor sie uns in Richtung Goa verlassen – und wir freuen uns auf den Spaß, den wir noch gemeinsam haben werden!

When old Friends travel the World to be with you – 18 Feb 16

These days we have two very special visitors at the Ashram: one of Ramona’s oldest friends, with whom she was in school together from the age of ten, and her boyfriend. Veri and Chris decided last year that they would like to come and visit us on their holiday in February – and we are very happy to have them here!

Obviously, we are having a great time together! Ramona has already shown them parts of the town, they have seen our school and of course they have got a tour through our restaurant, which is about to open really soon!

As Chris is a chef himself, we have had lots of fun talking about different concepts, our idea of providing healthy but tasty food, the work situation in German restaurants and differences that might be here – and of course we were able to give him and Veri a taste of the food we would provide at our restaurant!

Not having been so closely together for the past ten years, my wife and her childhood friend have a lot of things to talk about, remember fun together in the past, talk about common friends and acquaintances and share details about their life right now. Ramona was excited to show her how we live here, as it is of course a completely different world which is difficult to describe!

In order to show them a bit more than just Vrindavan, we took a trip to Delhi yesterday! We didn’t do too much of the sights because we didn’t only want to walk around in between ancient walls. Instead, we took a quick stop at India Gate and then went on to walk and go shopping in Old Delhi, visiting Chandni Chowk and of course Khari Baoli, the spice market! In the afternoon we went towards Connaught Place and enjoyed strolling around the shops there. Followed by a great dinner, we came home with lots of impressions of the capital!

On the weekend, we are planning another highlight: we will take a trip to Jaipur, the pink city and capital of Rajasthan. Of course they will also still visit Agra and the Taj Mahal, too. Together with visiting children’s homes in Vrindavan, visiting some more of our small town, baking and cooking at the Ashram and playing with Apra, we will have another full week before they leave towards Goa – and we are already looking forward to the fun we will have!

Weltweit die gleichen königlichen Interessen: Geld, Kämpfe und Frauen! – 17 Jan 16

Apra

Wir haben eine weitere volle Woche hinter uns und so möchte ich euch heute gerne ein bisschen von unseren Abenteuern erzählen!

Ihr wisst wahrscheinlich bereits, dass Apras deutscher Großvater auf einen Besuch hier war. Er kam zu Beginn des Jahres und blieb bis Donnerstag Abend. So konnte er für den Geburtstag seiner Enkelin, unserer kleinen Apra hier sein. Von dieser Party habe ich euch ja bereits letzten Sonntag berichtet.

Nachdem die Party vorbei war, alle Geschenke ausgepackt waren und wir wieder zum normalen Alltag zurückgekehrt waren – mit Apra jeden Tag in den schönen Prinzessinnen-Kleidern, sie sie bekommen hatte, bereiteten wir uns auf ein weiteres Ereignis vor: wir wollten mit meinem Schwiegervater nach Jaipur fahren! Bis jetzt war er schon so oft da gewesen, hatte jedoch nur einige Teile von Delhi, das Taj Mahal sowie das Red Fort in Agra gesehen und natürlich Vrindavan! Dieses Mal wollten wir ihm etwas zeigen!

Wir hatten beschlossen, dass es am einfachsten und besten war, das Auto zu nehmen. Es ist eine vier- bis fünfstündige Fart von Vrindavan nach Jaipur und man braucht etwa genauso lange von Jaipur nach Delhi, wo wir ihn rechtzeitig für seinen Flug nach Hause absetzen wollten.

Also fuhren wir Mittwoch morgen in Vrindavan los und kamen mittags in Jaipur an. Nach einem leckeren Frühstück begannen wir, die Stadt von oben zu erforschen, beginnend am Amber Fort. Es war schön, wieder dort zu sein. Ramona und ich hatten 2008 ein paar Tage in Jaipur verbracht, zu einer Zeit, als es da wirklich ziemlich heiß war. Das Wetter war diese Woche sehr angenehm und wir genossen den Rundgang durch die große Burg mit ihren vielen schönen Toren, der Aussicht auf die Umgebung und natürlich die unterschiedlichen Wohnungen für jede der zwölf Frauen des Königs! Wir machten Witze, dass Könige auf der ganzen Welt die gleichen Interessen hatten: Geld, Kämpfe und Frauen!

Für Apra war es, als wäre ein Teil der Geschichten, die sie über Könige, Königinnen und Prinzessinnen gehört hatte, Wirklichkeit geworden. Sie wollte sehen, wo die königliche Familie gegessen und geschlafen hatte und was sie an Kleidung getragen hatten. Im Amber Fort und dem Stadtpalast Jaipurs bekam sie all das zu sehen.

Für Ramonas Vater, der die bayerischen Schlösser ihrer Gegend gut kennt, war es interessant zu sehen, wie die königlichen Familien in Indien regierten und lebten – und ich denke, was ihm am Besten gefiel, war der Jantar Mantar in Jaipur. Das ist ein astronomisches Monument, das die Schatten der Sonne auf dem Stein verwendete, um die genaue Zeit bestimmen zu können, in welchem Sternzeichen ein Kind in diesem Augenblick geboren wurde und sogar den Aszendenten. Es war recht interessant und eigentlich viel beeindruckender, wenn man bedenkt, dass das alles schon vor Jahrhunderten gebaut wurde!

Wir kehrten am Donnerstag nach Delhi zurück und setzten meinen Schwiegervater nach einem großen Abendessen am Flughafen ab. Wir verabschiedeten uns in dem Wissen, dass es nicht für lange sein würde – und mit moderner Technik ist es einfach, sich einander viel näher zu fühlen!

The global royal Interests: Money, Fights and Women! – 17 Jan 16

We have another full week behind us and I would like to tell you a little bit about our adventures today!

You probably already know that Apra’s German grandfather was here for a visit. He came at the beginning of the year and stayed until Thursday evening. In this way, he was able to be here for the birthday of his granddaughter, our little Apra. I already told you of that party in last week’s Sunday blog post.

After the whole party was over and we had come back to normal with all the gifts unwrapped and Apra dressed in the beautiful princess dresses she had got, we got ready for another event: we were going to go to Jaipur with my father-in-law! Until this time, he had come so often but had only ever seen some parts of Delhi, the Taj Mahal and the Red Fort in Agra and Vrindavan of course! This time, we wanted to take him out!

We had decided that it would be easiest and¬ best to take the car. It is a drive of four to five hours from Vrindavan to Jaipur and it takes about the same from Jaipur to Delhi where we wanted to drop him off on time for checking in for his flight.

So we started Wednesday morning from Vrindavan and reached Jaipur in midday. After a nice breakfast, we began exploring the city from above, starting with Amber Fort. It was nice to be there again. Ramona and I had spent a few days in Jaipur in 2008 when it is really quite hot. The weather this week was very pleasant and we could enjoy walking through the big Fort with its many beautiful gates, the view onto the surrounding and of course the separate flats for each of the king’s twelve wives! We were joking around, saying that all over the world kings had the same interests: money, fights and women!

For Apra, it was as though a part of the stories that she heard about kings, queens and princesses was becoming reality. She wanted to see where the royal family ate, slept and what they wore. In Amber Fort and in the City Palace of Jaipur, she got to see all of that.

For Ramona’s father, who knows the Bavarian castles of their area well, it was interesting to see how the high families reigned and lived in India – and I think what he liked best was the Jantar Mantar of Jaipur. That is an astronomy monument which uses the shadow that the sun throws on stone to show the exact current time, which zodiac sign a child born this moment belongs to and even the ascendant as well. It was quite interesting and actually much more impressive thinking that this all was built centuries ago!

We returned to Delhi on Thursday and, after a big dinner, dropped my father-in-law at the airport. We said our goodbyes knowing that it wouldn’t be for very long – and with modern technical instruments it is easy to feel much closer to each other!

Wie wir uns von gewöhnlichen Reiseleitern unterscheiden – 22 Jul 15

In den vergangenen zwei Tagen habe ich euch erzählt, wie einmal ein Reiseleiter in den Ashram kam und meinte, er würde uns einen Teil seiner Provision geben. Zu Beginn hatte ich da bereits erwähnt, dass wir uns von den üblichen Reiseleitern unterscheiden und gerade diesen Unterschied sehr wichtig finden. Das heutige Tagebuch möchte ich gerne darauf verwenden, euch genau zu erklären warum.

Ich denke, wer die Blogeinträge der vergangenen zwei Tage gelesen hat, hat bereits eine gewisse Vorstellung. Ich habe erwähnt, dass wir niemanden um Trinkgeld bitten, sondern im Gegenteil darum bitten, unseren Mitarbeitern kein Trinkgeld zu geben. Der Grund hierfür ist Gleichberechtigung, Fairness. Wir möchten, dass sich die Leute gut fühlen. Das gilt genauso für die Leute, die hier arbeiten, wie für diejenigen, die zu einem Retreat, einer Ausbildung oder einer Reise hierher kommen! Ein Teil des Wohlfühlens ist, dass sie einen fairen Preis für das zahlen, was sie bekommen und sie niemand ausnützt. Wir möchten mehr haben als nur Kunden, wir möchten gerne Freundschaften schließen!

Wir haben damit begonnen, Reisen durch Indien zu organisieren, als Freunde uns darum baten. Wir wurden von Leuten, die uns kannten und die unseren Ashram bereits besucht hatten, um Hilfe bei ihrer Planung gebeten. Sie hatten Angst, sie könnten anderswo betrogen werden oder hatten schlechte Erfahrungen gemacht und vertrauten uns, ihnen korrekte Informationen und Hilfe zu bieten.

Daher beschlossen wir, unsere Angebote zu machen und bis heute sind es meine Brüder, Yashendu und Purnendu, die auf diese Reisen gehen. Wenn sie nicht hier sind, bieten wir keine Reisen an, weil wir bis zu diesem Tag noch niemanden gefunden haben, dem wir mit unseren Gästen genug vertrauen können. Dem wir das Vertrauen unserer Gäste anvertrauen können. Wir sehen es als unsere Pflicht, unsere Freunde von der Art von Provisionsgeschäft zu bewahren, das normale Reiseleiter eben die ganze Zeit betreiben!

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft meinen Brüdern bis zu 80% Provision auf Produkte angeboten wurde, die ihre nicht-indischen Begleiter kauften! Das tun wir nicht! Sie werden mit dir in einem Laden stehen und, wenn du das möchtest, mit dem Verkäufer handeln, so dass du den besten Preis bekommst, den du kriegen kannst! Wenn du sie fragst, ob sie denn glauben, ein Ding sie den genannten Preis wert, bekommst du eine ehrliche Antwort! Sie werden alles Mögliche versuchen, das zu finden, was du sehen oder kaufen willst – zu vernünftigen Preisen. Das ist, neben anderem, ein großer Vorteil daran, eine geführte Reise durch Indien mit uns zu buchen!

Gleichzeitig haben wir auch einen Fahrer für unser Taxi, dem wir vertrauen, so dass jeder, der Lust hat, ohne Sorgen mit ihm losfahren kann. Keine Sorgen wegen Unfällen oder dass man das Auto nicht mehr finden könnte, wenn man aus berühmten Sehenswürdigkeiten herauskommt, dass man sich verfahren könnte oder zu vorherbestimmten Geschäften gebracht wird, wo er auch wieder eine Provision bekommt!

Wir hoffen, dass wir eines Tages auch einen Reiseleiter finden, dem wir vertrauen können, aber bis zu diesem Punkt werden wir einfach uns selbst vertrauen. Und ich sage euch, ich werde niemanden mit einer Frau oder einem Mann mitschicken, dem ich nicht völlig vertraue, dass er oder sie meine Freunde in meinem Land nicht betrügt!

Und so, meine Freunde, unterscheiden wir uns von anderen Leuten, die geführte Reisen anbieten!

How we are different from regular Tour Guides – 22 Jul 15

I have told you in the past two days how a tour guide came to the Ashram and how he thought to give us a part of his commission. In the very beginning I had already mentioned that we are different from regular tour guides and find exactly this difference very important. I would like to take today’s diary to explain you exactly why.

Having read the blog entries of the past two days, I believe you already have an idea. I mentioned that we don’t ask people for tips, on the contrary, we ask them not to hand out tips to our staff. The reason is equality, fairness. We want people to feel good. This holds true for the people who work here as well as for the people who come here for a retreat, a training or a journey! A part of feeling good is that they pay a fair price for what they get and nobody takes any unfair advantage of them. We want to make more than customers, we want to make friends!

We have started offering tours and trips throughout India when friends asked us to. When we were asked by people who know us and who have been to our Ashram to help them with their planning. They were afraid of getting cheated or had made bad experiences before and trusted us to give them correct information and help.

Out of this, we decided to make our offer and it is until this day my own brothers, Yashendu and Purnendu, who go on these journeys. If they are not here, we don’t offer tours because until this date, we have not found a person whom we can trust enough with our guests. Whom we can entrust the trust of our guests. We actually see it as our duty to save our friends from the kind of commission business which the regular tour guides do all the time!

You cannot imagine how many times my brothers have been offered up to 80% commission of products that their non-Indian travel companions buy! We don’t do this! They will stand with you in a shop and, if you want them to, bargain with the shopkeeper so that you get the best price you can! If you ask them whether they believe a thing is worth the mentioned cost, you will get an honest answer! They will do everything they can to find whatever you are wishing to see or buy at a reasonable cost. It is, apart from others, a big benefit of taking a guided tour through India with us!

At the same time we have a trusted driver for our taxi, so that anybody who wants to go, can go without having to worry. No worries about accidents or not finding the car when coming out from famous sights, no getting lost or getting chauffeured to pre-decided shops where he gets a commission as well!

We do hope that we will one day find a guide whom we can trust as well but until this point, we will simply rely on ourselves. And I tell you, I won’t send any person with a man or a woman whom I don’t completely trust not to be cheating my friends in my country!

And that’s how, my friends, we are different from other people offering guided tours!

Unehrlichkeit mit voller Ehrlichkeit – das Provisionsgeschäft der Reiseleiter Indiens – 21 Jul 15

Gestern habe ich von einem Vorstellungsgespräch mit einem Reiseleiter erzählt, der von der Regierung zertifiziert ist. Er erzählte uns, dass die Leute immer darauf bestanden, ihm Geld zu geben. Ich habe ja bereits erklärt, dass die üblichen Reiseleiter immer Geld erwarten, direkt oder indirekt. Heute möchte ich euch noch deutlicher zeigen, wie dieser Mann hier nicht anders war – auch wenn er dachte, dass er uns dabei einen Gefallen tat.

Nachdem dieser Mann seine Einstellung zum Trinkgeld ausgedrückt hatte, war ich bereits sicher, dass er für uns nicht der Richtige war. Was er als nächstes sagte, bestätigte meinen Verdacht:

‘Keine Sorge, ihr seid Brahmanen, ich bin Brahman, ich arbeite für euch! Ich nehme die Leute mit zum Einkaufen und gebe dir einen Anteil an der Provision. Wir sind Brahmanen, ich bringe euch ganz ehrlich den ganzen Teil eurer Provision!‘

Oh, ich weiß, alle Korruption findet in aller Ehrlichkeit statt! Genauso war dieser Mann der Ehrlichste aller Zeiten! Er würde unsere Gäste ganz ehrlich zu diesen schrecklich teuren Läden neben dem Taj Mahal mitnehmen, sie davon überzeugen, dass der Ramsch, den diese Leute verkaufen, von hervorragender Qualität ist und einen zehnfachen Preis für diese Andenken verlangen! Ganz ehrlich nimmt er dann seinen Anteil vom Ladenbesitzer und steckt diesen in seine Tasche, wobei er ganz ehrlich auch einen Teil für uns mitnimmt.

So verdienen viele Leute jede Menge Geld auf Wegen und an Orten, an denen sie eigentlich nichts verdienen sollten! Wie könnten wir jemals einen Gast mit einer solchen Person mitschicken?

Bevor er ging, fügte dieser Mann noch hinzu: ‘Es ist gut, wenn Brahmanen Brahmanen unterstützen. Ich helfe euch, ihr helft mir!‘

Mein Freund hatte diesen Mann mitgebracht, um ihn uns vorzustellen und saß nun neben mir. Das war der einzige Grund, warum ich mich zurückhielt und nicht antwortete: ‚Oh, da haben Sie falsche Informationen, ich bin aus der unberührbaren Kaste! Und jetzt haben Sie in meinem Haus Wasser und Chai getrunkten!‘

Ich wollte meinen Freund jedoch nicht in eine solche Situation bringen und so sagte ich so etwas nicht. Ich erklärte ihm am Telefon jedoch ganz genau, dass wir nicht nach einer solchen Person suchten. Also gehen Yashendu und Purnendu weiter mit unseren Gästen auf Reisen, bis wir jemanden finden, dem wir wirklich vertrauen können!

Dishonesty with full Honesty – India’s Tour Guide Commission Business – 21 Jul 15

I have told you yesterday about a job interview with a government certified tour guide. He told us people always insisted on giving him money. I already explained that usual tour guides always expect money, directly or indirectly. Today I want to show you more clearly how this man did not make a difference here – even though he thought that he was doing us a favour.

After this man had expressed his attitude towards tips, I was already quite sure that he would not be the right person for us. The next thing he said confirmed this suspicion:

‘Don’t worry, you are Brahman, I am Brahman, I will work for you! I will take them shopping and will give you a share in the commission. We are Brahmans, I will honestly bring you your complete part of the commission!’

Oh, I know that all corruption takes place in complete honesty! In the same way this man was the most honest person of all! He will honestly take our guests to these outrageously expensive shops at the side of the Taj Mahal, convince them that the rubbish these people are selling is of outstanding quality and charge ten times the value of those souvenirs! Honestly he will then take his share from the shopkeeper and put it in his pocket, honestly taking a small part out for us as well.

That’s how a lot of people earn a lot of money in ways and places that they actually should not! How could we ever send a guest with such a person?

Before leaving, this man added: ‘It is good if Brahmans support Brahmans. I support you, you support me!’

My friend had brought this man to introduce him to us and was sitting next to me. That was the only reason why I held back from saying: ‘Oh, you had wrong information, I am from the untouchable cast! And now you drank water and chai in my home!’

I don’t want to bring a friend into such a situation and that’s how I did not say anything like this. I told him very clearly on phone however that this was not the kind of person we are looking for. So Yashendu and Purnendu will keep on going on tours with our guests until we find someone whom we can really trust!

In Indien einen Reiseleiter finden, der kein extra Trinkgeld erwartet – Mission Impossible? – 20 Jul 15

Natürlich sind die Menschen, die aus anderen Ländern zu unseren Yoga und Ayurveda Retreats kommen, Touristen. Wir nehmen sie sogar auf geführte Touren mit oder schicken sie in unserem Taxi auf Reise, um ihnen die Schönheit dieses Landes zu zeigen. Es ist die Definition von ‚Reiseführern‘ und ‚Touristen‘ – doch ich bestehe trotzdem darauf, dass wir da anders sind. Anders als die üblichen ‚Reiseleiter‘ Indiens und mit dieser Erfahrung sind auch unsere ‚Touristen‘ einfach viel mehr als das. Heute möchte ich euch erklären, wie mir dieser Gedanke in den Kopf kam und warum ich denke, dass es so ist.

Eines Tages brachte ein enger Freund jemanden in den Ashram, den er uns vorstellen wollte. Da mein Freund wusste, dass wir oft Gäste haben, die gerne das Taj Mahal und andere Sehenswürdigkeiten in Agra besichtigen, dachte er an uns, als er diesen Mann traf. Er war von der Regierung als Reiseleiter zertifiziert.

Als zertifizierter Reiseleiter schien er zu Beginn sehr professionell: ein fester Preis für einen Tag in Agra, für eine Einzelperson soviel, für eine Gruppe von zehn Leuten ein bestimmter Betrag, für mehr Leute ein anderer Betrag. Er konnte aus der Geschichte erzählen, Zahlen nennen und einfach alles, was man eben wissen möchte.

Ich stimmte zu und meinte, ein fester Preis sei gut, doch wir haben bei jeder Fahrt mit einem Gast von unserem Ashram eine Bedingung: wir bezahlen dich und du darfst keinen der Gäste auch nur nach einer Rupie extra fragen.

Die Antwort war: ‘Oh, ich werde nicht um Geld fragen, das ist völlig klar, aber ihr wisst doch, wenn man mit jemandem rumfährt, erklärt und sein Bestes gibt, ist es doch normal, dass sie etwas geben! Jeder gibt da etwas und was soll man in einer solchen Situation tun?‘ Ja, klar, die stecken dir das Geld praktisch in die Hosentaschen, oder?

So ist es überhaupt nicht! Viele unserer Gäste haben diesen Tagesausflug gemacht und während einige das Gefühl haben, gerne ein Trinkgeld geben zu wollen, haben die meisten Menschen das nicht, da sie bereits einen Preis für das Auto und den Reiseleiter zusammen gezahlt haben!

Ich erklärte ihm, dass wir in unserem Ashram keine Trinkgeld-Kultur haben. In der Tat bitten wir unsere Gäste, unseren Mitarbeitern kein Geld zu geben! Viele verschiedene Menschen tragen zu der Erfahrung bei, die sie hier haben und wenn sie nur der Massage-Therapeutin oder dem Fahrer Trinkgeld geben, werden das Küchenteam oder die Gärtner nicht berücksichtigt. Wir sind sehr für Gleichberechtigung und so geben wir ihnen lieber hin und wieder einen Bonus auf ihr Gehalt. Jeder kann zu dem Betrag beitragen, den wir für solche Gelegenheiten sparen!

Ich weiß jedoch, dass normale Reiseleiter wirklich erwarten, dass sie extra Geld bekommen – direkt oder indirekt! Sie fragen entweder gleich danach oder nehmen Besucher mit zu Geschäften von Freunden, wo diese dann für billige Souvenirs viel zu viel Geld verlangen und den ‚Guides‘ eine große Provision auszahlen.

Morgen werde ich euch erzählen, wie dieser Mann hier auch überhaupt nicht anders war – und wie genau wir mit voller Absicht eben sehr anders sind!

Hiring a Tour Guide in India who doesn’t expect Tips – Mission Impossible? – 20 Jul 15

Obviously, when people come from abroad to our Yoga and Ayurveda retreats, they are tourists. We even take them on guided tours or send our taxi with them to show them the beauty of this country. It is the definition of ‘tour guides’ and ‘tourists’ – but I still insist that we are different. Different from the usual ‘tour guides’ of India and with this experience, also our ‘tourists’ are much more than just that. Today I would like to explain you how this thought came up in my mind and why I think it is like this.

One day, a close friend of mine brought a person to the Ashram whom he wanted to introduce to us. As my friend knew that we often have guests who would like to see the Taj Mahal and other sights in nearby Agra, he thought of us when he met this man. He was a government-certified guide.

Being a certified guide, he seemed very professional at first: a fixed rate for a day in Agra, for a single person this much, for a group of ten people a certain amount for more people another amount. He could explain about history, figures, stories and simply everything you could wish to know.

I agreed and told him a fixed price was great but we have one condition for every trip with a guest from our Ashram: we will pay you and you should not ask the person who is going for sightseeing for any extra rupee.

The answer was: ‘Oh, I will not ask, that is fully fine, but you know, when you are out there with someone, explaining and doing your best, it is normal for them to give something! Everybody gives something and what can you do in such a situation?’ Yes, well, they practically stuff the money into your pockets, right?

It is absolutely not like this! A lot of our guests have done this day-trip and while some people may feel like giving a tip, most people don’t, as they have already paid a package price for the car and the guide! It just shows that you are expecting exactly this: that someone gives you a tip, otherwise you won’t do your job properly!

I told him that we don’t have the culture of giving tips in our Ashram. In fact, we ask our customers not to give money to our staff members! A lot of people contribute to the experience they have here and if they only tip the masseuse or the driver, the kitchen staff or the gardeners will not be considered. We are very much in favour of equality and that’s how we rather give them a bonus on their salary from time to time. Anybody can add to the amount which we save for them for such occasions!

I know however that normal tourist guides really do expect to get extra money – directly or indirectly! They will either straightforward ask for it or they take visitors to shops of friends where these charge a fortune for cheap souvenirs and then pay the guides a big commission for bringing customers into the shop.

Tomorrow I will tell you how this man was absolutely no difference here – and how exactly we make a point that we are actually very different!