Religiöse Rituale, die wir nach dem Tod meiner Mutter NICHT durchführten – 26 Dez 12

Gestern habe ich kurz erwähnt, dass wir nach dem Tod meiner Mutter keine der Rituale durchgeführt haben, die Hindus normalerweise als notwendig ansehen. Da wir uns selbst nicht mehr als Hindus fühlen und nicht daran glauben, dass solche Traditionen irgendeinen Nutzen haben könnten, ließen wir das alles aus und verbrachten die Tage damit, auf unsere eigene Weise zu trauern. Manche Menschen fragten uns jedoch nach der Feuerbestattung und auch, nach welcher Religion wir denn die letzten Riten für unsere Mutter durchgeführt hätten, also dachte ich, ich erzähle euch ein bisschen von all den Dingen, die wir nach Meinung der Leute hätten tun sollen und nicht getan haben.

Es began eigentlich bereits am Morgen des 10. Dezember. Ammaji war erst seit einigen wenigen Stunden nicht mehr unter uns und ihr Körper lag in der Eingangshalle des Ashrams. Der Tag hatte begonnen und den Mitgliedern der Ashramfamilie, die in einer Art Totenwache seit etwa drei Uhr in der Halle gesessen waren, schlossen sich nun langsam Menschen von außerhalb an, die davon erfahren hatten und gekommen waren, um sich noch einmal zu verabscheiden, ihr Beileid auszusprechen oder mit dem zu helfen, was getan werden musste.

Wir hatten bereits beschlossen, was wir tun würden und hatten arrangiert, dass das Holz rechtzeitig am Verbrennungsplatz ankommen würde und die Teile der Totenbahre zum Ashram gebracht würden. Einige der Männer, die gekommen waren, wussten, wie man die Bahre bindet und bereiteten diese vor, während die Frauen Ammajis Körper vorbereiteten.

Wenn man einen Roman lesen und an diesem Punkt angelangen würde, an dem in einer Hindu Familie die Vorbereitungen fur die Verbrennung eines geliebten Menschen getroffen werden, so würde der Autor beschreiben, wie die Familie einen Priester kommen lässt, wie der Priester Anweisungen für bestimmte Rituale vor dem Verlassen des Hauses und zur Vorbereitung des Leichnams gibt. Auch am Verbrennungsplatz läuft alles nach den Anweisungen eines Priesters ab, was ziemlich ins Detail gehen kann und ich bin mir sicher, jeder Autor würde das gerne in dramatische Worten beschreiben.

Wir haben das alles nicht getan und so war es recht einfach gehalten. Einige derjenigen, die gekommen waren, konnten jedoch nicht umhin, uns nach einigen Einzelheiten zu fragen. Die Frauen zum Beispiel, die Ammaji’s Körper vorbereiteten fragten nach vielen verschiedenen Dingen, da man an einer Frau üblicherweise alle Zeichen einer verheirateten Frau sichtbar macht, wenn sie gestorben ist – sie machen Make-up, färben ihren Scheitel, bemalen ihre Hände mit Henna-Farbe, legen neue Armreifen an und lackieren ihr sogar die Nägel! Als solche Fragen aufkamen, sagten wir, dass wir von all diesen Dingen nichts im Haus hatten und was auch immer getan war, sollte genügend. Ein neuer Sari, ein gutes Tuch darüber – es war genug und alles, was man sonst noch hätte tun können, hätte nichts an der Tatsache verändert, dass es nur noch ihr Körper war. Wir brachten diesen daraufhin hinunter zum Yamuna.

Die letzten Riten für meine Mutter waren ein Familien-Ereignis, kein religiöses Ereignis. Anders als normalerweise üblich waren auch meine Frau und Tochter mitgekommen, so dass sie sich auch ein letztes Mal verabschieden konnten. Wir drei Brüder führten die Verbrennung ohne Priester, Rituale oder Drama durch. Die Männer der Familie rasieren sich normal kurz vor der Zeremonie alle Bart und Haare ab, aber auch das machten wir nicht. Daraufhin folgt normalerweise eine große Zeremonie, die sich um das Entzünden des Feuers dreht und die Gebete, die man dabei sagen soll. Wir dachten einfach nur mit viel Liebe an unsere Mutter, das war genug.

Wenn der Körper und das ganze Holz komplett verbrannt ist, werden die letzten Flammen üblicherweise mit Wasser aus dem Fluss ausgelöscht. Die Yamuna fließt um Vrindavan und gilt als heilig, was die Leute natürlich normalerweise freut, weil sie für ihr Ritual dann heiliges Wasser verwenden können. Eine religiöse Person, die bei der Verbrennung anwesend war, sagte mir, ich solle Wasser aus dem Yamuna nehmen und es über die übrigen Flammen gießen. Ich antwortete, dass das dort nicht der Yamuna war, sondern Abwasser, das ich mit den Händen nicht berühren würde! Stattdessen nahm ich die Flasche Mineralwasser, aus der ich getrunken hatte – noch etwas, was man bei einer Verbrennung normalerweise nicht macht – und goss sie über die Asche. Andere Leute haben das Wasser des Yamuna verwendet und am Ende gaben wir den letzten Rest der Asche in den Fluss.

Mehrere Leute fragten uns, wann wir bestimmte Rituale machen würden und wir sagten ihnen, dass wir sie gar nicht machen würden. Viele wussten sehr gut, dass wir keiner Religion angehören, gaben aber trotzdem ihren Rat, welche Zeremonien wir machen sollten. Vielleicht war es in den Augen der anwesenden religiösen Leute eine unheilige Veranstaltung. Sie sagen vielleicht sogar, dass wir respektlos mit alten Traditionen und Bräuchen umgegangen sind. Uns jedoch ist es egal, was sie denken. Unsere Mutter ist gestorben und nichts bringt sie zurück, kein Ritual, keine Zeremonie, kein Make-up, keine Rasur und auch kein Priester.

Als meine Mutter noch lebte, gab sie den Schulkindern und den Ashramkindern täglich zu Essen. Als sie uns verließ, machten wir die Schule für zwei Tage in ihrem Gedenken zu. Nun ist die Schule wieder offen und die beste Art, wie wir unserer Mutter mit Respekt gedenken können ist, dass wir diesen Kindern weiter zu Essen geben.

Armen Kindern zu helfen ist unsere einzige Religion.

Ignoring Expectations for religious Rituals after the Death of my Mother – 26 Dec 12

Yesterday I shortly mentioned that we did not perform any rituals or ceremonies after the death of my mother which Hindus usually do. As we don’t consider ourselves Hindus and don’t believe in any benefit of all such traditions, we skipped all of that and just spent the days mourning our loss in our own way. Some people however asked about the cremation and according to which religion we performed the last rites for our mother, so I thought I tell you a little bit about all the things that people think we should have done and we did not do.

It actually started already in the morning of the 10th December. It had been only a few hours since Ammaji had passed, her body in the entrance hall of the Ashram. The day had started and the Ashram family members, who had all been sitting in the hall in a wake since about three o’clock, were now slowly joined by people from outside who had heard the news and came to say a final goodbye, express their condolence or help with whatever needed to be done.

We had already made up our minds about what we would do and had made arrangements for the woods to reach the burning place at the river on time and the pieces of the bier to reach the Ashram. Some of the men who had come knew how to bind the bier and prepared it while the women started preparing Ammaji’s body.

If you read a novel and would reach to this point where preparations for the cremation of a loved one were made in a traditional Hindu family, the author would describe how the family calls a priest, how the priest would give instructions on certain rituals to do before you leave and how the body should be prepared. At the burning place, too, there would be a lot of instructions, which can get very detailed and I am sure any author would love to create a dramatic picture out of it.

We did not do any of it and thus it was just very simple. Some of the people who had come however, could not help themselves but ask about some details. The women who were preparing Ammaji’s body for example asked for many different things, as it is usual to show all signs of a married woman on her body when she dies – and so they would do make-up, put colour on her hair, apply henna on her hands, put new bangles and even polish her nails! When such questions came up, we just told that we did not have any of this and whatever we had done was enough. A new Sari, a nice cloth on top – it was enough and whatever more you could have done would not have changed the fact that it was only her body that was left. We brought it down to the Yamuna.

The last rite for my mother was a family event, not a religious event. Unlike usual, my wife and daughter had come along, too, so that they could say their last good-byes. We three brothers performed the cremation without any priest, any rituals or any drama. The men of a family normally shave just before the ceremony but we did not do that. There is a big ceremony about how to light the fire and the prayers that you do with it. We just thought of our mother with much love, that was enough.

Usually, when the body and all wood is completely burned, the last flames are extinguished with water from the river. The Yamuna flows around Vrindavan and is considered holy, which makes people usually happy that they can use this holy water for their ritual. One religious person who was present at the cremation asked me to take water from the Yamuna and sprinkle it over the remaining flames. I answered that this was not the Yamuna but sewage water which I would not touch with my hands! Instead I took a bottle of mineral water from which I had been drinking – something else that you don’t usually do at a cremation – and poured it over the ashes. Other people did use water from the Yamuna and in the end we put the last bit of ashes into the river.

Several people asked us when we would do certain rituals and we told them we would not. Many knew well that we don’t follow any religion but still gave their advice on which ceremonies we should do. It may have been a very unholy event in the eyes of the religious people present. They may even say we were lacking respect for ignoring traditions and customs. For us however, it did not matter what they thought. Our mother died and nothing could bring her back, no ritual, no ceremony, no make-up, no shaving and no priest.

When my mother was alive, she fed the school and ashram children every day. When she left us, we closed the school for two days in her remembrance. Now the school is open again and the best way how we can respect the memory of our mother is to keep on feeding these children.

Serving poor children is our only religion.

Der heilige Fluss Yamuna – stinkendes Wasser, keine Fische und tote Kühe – 6 Apr 12

Gestern Abend haben Michael und Andrea den Ashram nach einem kurzen aber sehr schönen Aufenthalt hier mit uns wieder verlassen. Wir hatten eine tolle Zeit mit ihnen und ich bin sogar auf einen Spaziergang mit hinunter zum Fluss gegangen. Ich gehe hier in Vrindavan normalerweise nicht viel spazieren und mir hat der Spaziergang mit meinen Freunden Spaß gemacht. Am Fluss wurde ich leider daran erinnert, warum ich in Vrindavan nicht viel ausgehe.

Der Weg war schön weich und sandig, genau, wie die Straßen von Vrindavan es früher waren. Wir kamen zum Ufer des Yamuna, das heute viel näher an der Stadt ist und heutzutage aus den Überresten einer Straße besteht, die die Monsunflut weggerissen hatte. Wir gingen bis zum Ende der Straße nach vorne, sahen nach unten – und gingen gleich wieder zwei Schritte zurück. Da lag eine tote Kuh im Wasser, der Bauch aufgeblasen und die Beine unter der Wasseroberfläche sichtbar. Ein weiterer Kuh-Leichnam lag ein Stück weiter, von den fünf Hunden, die um ihn herumstanden, schon halb aufgefressen. Es war nicht schön anzusehen, stank dazu noch bestialisch und war definitiv nicht etwas, das ich meinen Freunden gezeigt hätte, wenn ich das vorher gewusst hätte.

Es ist jedoch unmöglich zu vermeiden, dass Gäste solche und ähnliche Szenen sehen, wenn sie am Yamuna sind. Man sieht tote Kühe und andere tote Tiere im Fluss, der Fluss ist voll mit Plastik, er fließt kaum noch und ist so dreckig, dass man nicht einmal seinen kleinen Finger reinstecken möchte. Manche Besucher haben uns sogar von Leichen erzählt, toten Menschenkörpern im Fluss – den Leichen von Menschen, die niemanden hatten, der es sich leisten konnte, sie zu verbrennen oder zu begraben.

Von wo wir standen, mussten wir nur etwa hundert Meter das Ufer hinunterschauen und sahen einen Mann, der dort Rituale vollführte. Er war in den Farben einer spirituellen Person gekleidet und stand knietief im Wasser des heiligen Flusses Yamuna, von dem er und so viele andere Hindus glauben, dass er Segen spendet. Unsere Freunde sahen sich die tote Kuh an, sahen hinunter zu ihm und konnten nicht verstehen, warum er seine Hände in das Wasser tauchen und es dann über dein Gesicht und Kopf gießen konnte.

In meiner Kindheit haben wir dieses Wasser getrunken. Wir sind im Fluss geschwommen, haben am Ufer gespielt und den ganzen Sommer dort verbracht, weil es so schön abkühlte, in der Sommerhitze in das Wasser zu springen. Später war es nicht mehr ein Ort zum Spielen, sondern ein Ort der Verehrung. Jetzt würde ich jedoch nicht einmal meinen kleinen Zeh in Berührung mit dem Wasser bringen.

Es widerspricht sich, wie Hindus den Fluss sehen und was sie damit tun. Einerseits verehren sie ihn als Göttin, sie glauben, dass ein Tropfen dieses Wasser heilen und dein Leben verbessern kann und sie machen ihre Rituale am Ufer und im Wasser. Andererseits jedoch schütten sie ihre Abwasser und Chemikalien ohne Zögern auch hinein, schmeißen ihren Abfall hinein und töten damit alles Leben im Fluss. Sie töten den Fluss.

Es ist nicht nur der Yamuna, der Ganges ist in einem ähnlichen Zustand und ich habe schon zuvor über die Pläne der Regierung zur Verbesserung der Situation geschrieben. Ich hoffe, dass ich eines Tages meine Freunde mit zum Fluss nehmen kann und ihnen den Yamuna wieder mit Stolz zeigen kann, wie er stark und klar fließt, wie Fische darin spielen und Schildkröten schwimmen wie zuvor.

The holy River Yamuna – stinking Water, no Fish and dead Cows – 6 Apr 12

Yesterday evening Michael and Andrea left the Ashram after a short but very nice stay here with us. We had a great time with them and I even went out with them for a walk to the river. I don’t usually go for a walk here and I enjoyed walking with my friends. At the river I was unfortunately reminded of why I normally don’t go out much in Vrindavan.

The way was nice and sandy, just as I was used to see all streets of Vrindavan in earlier times. We came to the bank of the Yamuna, which is today much closer to Vrindavan and actually the remains of a road that the monsoon flood had torn. We went forward until the end, looked down – and immediately took two steps back again. There was a dead cow lying in the water, belly bloated and legs visible under the water surface. Another dead cow’s body was lying a bit further, already half eaten by five dogs surrounding it. It was not a nice sight, additionally stinking horribly, and definitely not something that I would have liked to show my friends if I had known this before.

It is however impossible to avoid seeing such scenes and similar ones when you are at the Yamuna. You see dead cows and other dead animals in the river, the river is full of plastic, it hardly flows anymore and it is so dirty that you would not even like to stick your little finger into it. Some visitors have even told us of corpses, dead human bodies in the river – the corpses of people who had nobody who could or wanted to afford burning or burying them.

From where we were standing you only had to look a hundred meters down the river though and you saw a man performing rituals at the river. He was clothed in the colours of a spiritual person and was standing knee-deep in the water of the holy river Yamuna of which he and so many other Hindus believe that it is sacred and that it blesses you. Our friends looked at the dead cow, looked further down to him and could not understand why he would dip his hands into the water and then pour it over his face and head.

In my childhood we were drinking that same water. We were swimming in the river, we played at the banks, spent whole summers playing there because jumping into the water was a chance to cool down in the summer heat. Later it was not only a place for playing anymore but a place of worship. Now however I would not put even my little toe in touch with this water.

It is a contradiction how Hindus see this river and what they do with it. On one hand they worship it as a Goddess, they believe that a drop of this water has the power to heal and improve your life and they perform rituals on the banks of the Yamuna and in the water. On the other hand however they dump their wastage water and their chemicals in there without hesitation, they throw their garbage into it and with this all kill any life in the river. They actually kill the river.

It is not only the Yamuna, the Ganges is in a similar state and I have written before about the government plans to improve the situation. I hope that someday I will be able to take my friends down the way to the river and show them our Yamuna with pride again, seeing it flow strongly and clear, fish playing in there and turtles swimming around as it was before.

Polluted Water of the Yamuna in Vrindavan not Treatable anymore – 5 Feb 11

In our local newspaper I read that the water pollution of the Yamuna is so high that it is now not anymore possible to treat its water in a way that it can be supplied as drinking water in Vrindavan and Mathura.

The Yamuna is, after the Ganges, the second most important river of India. It has its source in the Himalayas and after flowing through the country for 1400 kilometers, its waters mix with the river Ganges. The Yamuna flows through the capital Delhi before surrounding Vrindavan on three sides and flowing past Mathura in direction Agra. All along its way, people depend on its water. They need the Yamuna to water their fields but also to get drinking water. In water treatment plants, the water is cleaned and treated so that it can be mixed with groundwater and supplied to towns and cities. 70% of Delhi’s water supplies are treated Yamuna water.

Unfortunately however, Delhi also dumps approximately 58% of its waste into the Yamuna and thus pollutes the water that much that the Yamuna is now one of the most polluted rivers in the world. India manages to pollute this water in a way that makes it impossible now for treatment plants further down the river, to get it clean again. Until now, they have been using, as usual, chlorine and alum to purify the water and then mixed the purified river water with groundwater before supplying it to the homes in Vrindavan and Mathura. They had more and more difficulties to reach the level of purification which is required to use the water. In the last months they have used 100 ppm (parts per million) chlorine and 70 ppm alum which is the double amount of what is normally used but still, the water is not clean.

You can imagine then how much dirt and how many chemicals are in the water which many people here in Vrindavan drink each day! At the Ashram we drink bottled mineral water, which also the participants of our retreats and all other visitors get, and every drop of water which is used in the kitchen goes through a separate filter which again purifies the water as much as possible. In this way we are sure that our water is not polluted but none of the poor families of our school children has the money for such a water filter, not to mention bottled water. They cannot afford to make their water cleaner and so they have to drink what they get! There are already statistics that imply that this has increased stomach diseases with the inhabitants of Mathura and Vrindavan. The water supply of the area will now fully depend on ground water.

Isn’t it unbelievable that we pollute this river so much that we get ill and die if we drink its water? And the Yamuna is not the only river which is that bad, the Ganges is in a similar situation. Of course the government has made plans and campaigns for cleaning both rivers and has spent more than 370 Million US-Dollar in this cause.

They planned on improving the treatment plants and the sewage system that directs the waste into the rivers but unfortunately the rivers have not got any cleaner until now. Due to corruption a lot of the money which the government made available, reached nowhere near the rivers.

People should not only try to improve the purification of the water, they have to stop putting all those industrial waste into the river! If we pollute nature, our rivers, our air and our earth in this way, we will only make ourselves ill! We will be the ones who will suffer from the consequences.

Many of my readers may wonder why exactly I am writing about this. Maybe they have nothing to do with the Yamuna and maybe never even heard of it before. For me however it is painful to read this as I have spent many days of my childhood playing at the banks of the Yamuna and swim in its water around Vrindavan. We even drank this water, just as it was. It hurts to see the current state of this formerly beautiful river.

Spiritual people here see the Yamuna as a holy river but they don’t see the actions that pollute its water. If, instead of only worshipping the Goddess of the river by rituals at the riverside, they could also take some real action against its pollution, it would help the river, its water and ultimately the whole country much more than any ritual could do.

Verschmutztes Wasser der Yamuna nicht mehr aufbereitbar – 5 Feb 11

In unserer örtlichen Zeitung habe gelesen, dass die Yamuna jetzt so verschmutzt ist, dass es nicht mehr möglich ist, das Wasser soweit zu reinigen, dass es in Vrindavan und Mathura als Trinkwasser bereitgestellt werden kann.

Die Yamuna ist, nach dem Ganges, der zweitwichtigste Fluss Indiens. Sie hat ihre Quelle im Himalaya-Gebirge und nach einer Reise von 1400 Kilometer durch das Land, ergießt sie ihr Wasser in die Fluten des Ganges. Die Yamuna fließt durch die Hauptstadt Delhi, bevor sie Vrindavan auf drei Seiten umfließt und an Mathura vorbei in Richtung Agra fließt. Den ganzen Weg entlang leben Menschen, die auf ihr Wasser angewiesen sind. Sie brauchen den Fluss, um ihre Felder zu bewässern, aber auch als Trinkwasser. In Wasseraufbereitungsanlagen wird das Wasser gereinigt und aufbereitet, so dass es mit Grundwasser gemischt werden kann, um die Städte zu versorgen. 70% des Wassers in Delhi ist aufbereitetes Yamuna Wasser.

Doch leider entlädt Delhi auch in etwa 58% der Abwässer der Stadt in die Yamuna und verschmutzt auf diese Weise das Wasser so sehr, dass die Yamuna einer der am meisten verschmutzten Flüsse der Welt ist. Indien schafft es, dieses Wasser so zu verschmutzen, dass es für die Abwasseranlagen weiter unten am Fluss jetzt unmöglich ist, es wieder sauber zu bekommen. Bis jetzt haben sie, wie üblich, Chlor und Alaun verwendet, um das Wasser zu reinigen und dann das aufbereitete Flusswasser mit Grundwasser gemischt, um es darauf an die Häuser in Vrindavan und Mathura zu liefern. Sie hatten immer mehr Schwierigkeiten, das Wasser so weit zu reinigen, dass es im normalen Gebrauch verwendet werden kann. In den letzten Monaten haben sie 100 ppm (parts per million) Chlor und 70 ppm Alaun verwendet, doppelt so viel, wie normalerweise verwendet wird, aber trotzdem wird das Wasser nicht sauber.

Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Dreck und wie viele Chemikalien sich in dem Wasser befinden, das viele Menschen in Vrindavan täglich trinken! Im Ashram trinken wir Mineralwasser aus der Flasche, das auch die Teilnehmer unserer Retreats und alle anderen Gäste bekommen und jeder Tropfen Wasser, der in der Küche verwendet wird, läuft durch einen separaten Filter, der das Wasser wiederum so gut wie möglich reinigt. So sind wir sicher, dass unser Wasser nicht verschmutzt ist, aber von den armen Familien unserer Schulkinder hat keine einzige das Geld für einen solchen Wasserfilter, geschweige denn für abgepacktes Wasser. Sie können es sich nicht leisten, ihr Wasser weiter zu reinigen und müssen also das trinken, was sie bekommen! Es gibt bereits Statistiken, die anzeigen, dass dies der Grund für einen Anstieg der Krankheiten im Verdauungssystem bei den Einwohnern von Mathura und Vrindavan ist. Die Wasserversorgung dieser Gegend muss sich jetzt allein auf das Grundwasser verlassen.

Ist es nicht unglaublich, dass wir diesen Fluss so sehr verschmutzen, dass wir krank werden und sterben, wenn wir sein Wasser trinken? Und die Yamuna ist nicht der einzige Fluss, bei dem es so schlimm ist, der Ganges ist in einer ähnlichen Situation.

Natürlich hat die Regierung Pläne und Aktionen gemacht, um beide Flüsse zu reinigen und hat für diesen Zweck mehr als 370 Millionen US-Dollar ausgegeben. Sie wollten die Kläranlagen und die Abwasseranlagen verbessern, die die Abwässer in die Flüsse leiten, aber leider sind die Flüsse bis jetzt noch nicht sauberer geworden. Aufgrund von Korruption ist viel von dem Geld, das die Regierung zur Verfügung gestellt hat, nirgendwo auch nur in die Nähe der Flüsse gelangt.

Man sollte nicht nur versuchen, die Aufbereitung des Wassers zu verbessern, sie müssen damit aufhören, all die Fabrikabwässer auch noch in den Fluss zu kippen! Wenn wir die Natur, unsere Flüsse, unsere Luft und unsere Erde auf diese Weise verschmutzen, machen wir uns selbst krank! Wir sind die, die unter den Folgen leiden.

Viele meiner Leser fragen sich vielleicht, warum ich eigentlich hierüber schreibe. Vielleicht haben sie mit der Yamuna nichts zu tun und haben heute das erste Mal von ihr gehört. Mich jedoch schmerzt es, so etwas zu lesen, weil ich viele Tage meiner Kindheit damit verbracht habe, am Ufer der Yamuna zu spielen, und im Wasser um Vrindavan zu schwimmen. Wir haben das Wasser sogar so, wie es war, getrunken. Es tut weh, diesen früher so schönen Fluss in seinem jetzigen Zustand zu sehen.

Spirituelle Menschen hier sehen die Yamuna als heiligen Fluss, aber sie sehen nicht, was ihr Wasser verschmutzt. Wenn sie, anstatt die Göttin des Flusses nur durch Rituale am Ufer zu verehren, auch wirklich etwas gegen die Verschmutzung unternehmen würden, würde das dem Fluss, dem Wasser und schlussendlich dem ganzen Land mehr helfen, als irgendein Ritual es könnte.

Ultrasound Reveals Stomach Tuberculosis of Children – 11 Oct 10

The water of the Yamuna has now retreated so much that people could start moving back into their homes. I want to again thank everybody who donated and helped us support those in need. Life is slowly getting back to normal now. Those however, who have been infected with an illness or fever during the time of the flood, still have to suffer and it takes a long time for some diseases to really cure.

We had a meeting with doctor Ashish and his wife who did the last medical checkup and they told us the results of the ultrasound examination. It revealed that 25 of the children whom he examined had stomach tuberculosis. Another 10 have infections of the urinary tract and 5 children have kidney stones.

Of course, now that the reports are there we will help these children with their treatment, which for some of them will take up to 9 months.

We decided to start their treatment on the 14th October, my birthday. It has become a kind of tradition that each year school children perform dances and we all have a big celebration. This year we will celebrate by distributing medicine and explaining to the parents how and when it should be taken. I already started getting birthday wishes one week before and would like to ask you to include our sick children into your good wishes, too. If you are planning to send me a birthday present, I would be most happy if you could donate for the treatment of our children. If they get better and if they can overcome their diseases, I will be much happier than any birthday gift can make me.

Thank you in advance for your support for these children and their health!

Pictures of the ultrasound of the children

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Ultraschalluntersuchung zeigt Darmtuberkulose bei Kindern auf – 11 Okt 10

Die Yamuna hat sich jetzt so weit zurückgezogen, dass die Leute langsam wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Ich möchte jedem danken, der gespendet hat und uns dabei unterstützt hat, denen in Not zu helfen. Das Leben kehrt hier nun langsam wieder zum Alltag zurück. Diejenigen, die sich während den Überschwemmungen mit einer Krankheit angesteckt haben oder Fieber bekommen haben, leiden jedoch immer noch unter den Folgen und einige Krankheiten werden noch lange zeit brauchen, um zu heilen.

Wir hatten ein Treffen mit Doktor Ashish und seiner Frau, die die letzte Untersuchung durchgeführt haben und sie gaben uns die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen. Sie haben ergeben, dass 25 der Kinder, die er untersucht hat, Darmtuberkulose haben. Weitere 10 haben Harnwegsinfektionen und 5 Kinder haben Nierensteine.

Natürlich werden wir nun, da die Berichte hier sind, die Kinder auch behandeln lassen. Für manche wird die Behandlung bis zu 9 Monate dauern.

Wir haben beschlossen, ihre Behandlung am 14.Oktober, meinem Geburtstag zu beginnen. Es ist zu einer Art Tradition geworden, dass die Schulkinder jedes Jahr Tänze aufführen und wir alle eine große Feier haben. Dieses Jahr werden wir feiern, indem wir Medizin verteilen und den Eltern erklären, wann und wie sie eingenommen werden sollte. Seit letzter Woche bekomme ich schon Glückwünsche und möchte euch bitten, auch unsere Kinder in eure guten Wünsche miteinzubeziehen. Wenn ihr plant, mir ein Geburtstagsgeschenk zu schicken, wäre ich froh, wenn ihr für die Behandlung unserer Kinder spenden würdet. Wenn sich ihr Zustand bessert und sie wieder gesund werden, macht mich das viel glücklicher als irgendein Geburtstagsgeschenk es könnte.

Vielen Dank im Voraus für eure Unterstützung für diese Kinder und ihre Gesundheit!

Bilder der Ultraschalluntersuchungen

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Distributing Bread to Flood Victims by Boat – 30 Sep 10

I have told you yesterday already that we went to distribute bread packages to the flood victims again. When our team arrived at the college where we had distributed the last time, the government officials there asked them to please distribute the bread in the flooded area. The government now takes care of those who temporarily live in the schools and colleges. They get the basics, food, water and medical supplies there. There are however still a many people who remained in their houses, not wanting to leave their possessions behind.

So our team turned around with the bread and went closer to the river, carried the bags down to a boat that then took them through the streets where now water is flowing. The boatman knew where there were still people and he maneuvered the boat around trees and by houses. They could see on the trees and walls of houses that the water has gone down for about a meter. The trees are dirty until the point where the water has been, a clear line with the leaves above green and clean and below brown and dirty. It makes you realize again how dirty the water actually is but still some people swim and dive in it.

They reached areas that can now only be reached by boat and when people saw them coming, they ran towards the boat, as far as they could come. The team got off whenever it was possible and if it was not, they threw the packages of bread to the houses into the hands of those who depend on this kind of distributions now. If you have a look on the pictures and if you watch the video, you will get a good impression of how necessary bread was and how difficult it was to get it to them.

However we are now confident that the water will continue to leave the areas. Of course, all the houses which have been standing in water for so long are now dangerous to live in and it will still take a long time until they will be really dry. We will try to keep on helping as much as possible.

Today the doctor will come again and will make checkups and examinations for the children of our school to find out whether any of them suffer from tuberculosis. I will write in detail about this tomorrow.

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Brot-Ausgabe an Überschwemmungsopfer per Boot – 30 Sep 10

Ich habe euch gestern bereits gesagt, dass wir den Opfern der Überschwemmungen Brotpakete ausgeteilt haben. Als unser Team bei der Schule ankam, in der wir das letzte Mal ausgeteilt haben, baten die Regierungsbeamten sie, das Brot in den überschwemmten Gebieten auszuteilen. Die Regierung kümmert sich jetzt um diejenigen, die in den Schulen leben. Sie bekommen dort Grundnahrungsmittel und Wasser und auch medizinische Versorgung. Es gibt jedoch immer noch viele Menschen, die in ihren Häusern geblieben sind, weil sie ihr Hab und Gut nicht zurücklassen wollen.

Unser Team ist also mit dem Brot umgekehrt und näher zum Fluss gefahren. Sie haben die Taschen zu einem Boot hinuntergetragen, mit dem sie dann durch die Straßen gefahren sind, in denen jetzt das Wasser fließt. Der Bootsmann wusste, wo noch Menschen waren und er manövrierte das Boot um Bäume und Häuser herum. Sie sahen an den Bäumen und an den Wänden der Häuser, dass das Wasser um etwa einen Meter gesunken ist. Die Bäume sind bis zu dem Punkt voller Schmutz, bis zu dem das Wasser stand, eine deutliche Linie mit grünen, sauberen Blättern darüber und braunen, dreckigen Blättern darunter. Das macht jedem wieder deutlich, wie dreckig das Wasser eigentlich ist und trotzdem schwimmen und tauchen manche Menschen darin.

Sie haben Gebiete erreicht, die nun nur noch mit einem Boot zu erreichen sind und als die Menschen das Boot sahen, kamen sie angerannt, so nahe zum Boot, wie es ging. Wo auch immer es möglich war, stieg unser Team aus und wenn es nicht möglich war, warfen sie die Brotpäckchen in die Hände derjenigen, die jetzt auf solche Verteilungen angewiesen sind. Wenn ihr einen Blick auf die Bilder werft und euch das Video anseht, bekommt ihr einen guten Eindruck davon, wie sehr das Brot benötigt wurde und wie schwierig es war, es ihnen zu bringen.

Wir sind jedoch zuversichtlich, dass das Wasser weiter abläuft. Natürlich ist es jetzt gefährlich in den Häusern zu leben, die so lange im Wasser standen und es wird noch lange dauern, bis sie wirklich trocken sind. Wir werden weiter versuchen, so viel wie möglich zu helfen.

Heute kommt der Arzt wieder in den Ashram, um die Kinder der Schule zu untersuchen und herauszufinden, ob einige von ihnen an Tuberkulose leiden oder nicht. Ich werde morgen mehr Einzelheiten berichten.

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