Religiöse Oberhäupter handeln wie Politiker – der Shankaracharya verweigert den Besuch der Kumbh Mela – 25 Jan 13

Am 14. Januar 2013 hat die Kumbh Mela in Allahabad mit dem ersten heiligen Bad im Ganges begonnen, doch bereits lange zuvor war sie in aller Munde. Die Vorbereitungen waren sowieso schon in vollem Gange, Besucher buchten ihre Plätze in Camps und Sadhus, Gurus und alle wichtigen religiösen Menschen bereiteten sich auf ihre Reise nach Allahabad vor. Dann breitete sich eine große Nachricht im Land aus: Shankaracharya Swaroopanand hat gesagt, er würde nicht kommen! Der Grund? Sein Ego. Lasst mich das näher erklären.

Die Hindu Religion hat vier Oberhäupter, vier Männer, die die höchste Stellung im Hinduismus haben. Man kann also sagen, dass der Shankaracharya der Hindu Papst ist – nur dass es davon vier gibt. Swaroopanand sagte, dass er nicht zum größten Fest des Hinduismus kommen wird. Ein Skandal!

Wenn wir ein paar Wochen zurückblicken, so haben Regierungsbeamte schon ganz lange im Voraus mit den Vorbereitungen für das Fest begonnen, zu dem einhundert Millionen Menschen erwartet werden. Sie haben Ausgaben in Millionenhöhe – wo werden all die Leute essen, schlafen oder zur Toilette gehen? Sicherheitsmaßnahmen, medizinische Versorgung, Nahrungsmittelangebot, sanitäre Anlagen, das alles muss organisiert werden. Und nicht zu vergessen, die Bereiche, in denen die Lager aufgestellt würden, mussten zugeteilt werden. Sie haben also ihre Karte und sie haben eine Liste von Leuten, die sich für einen Bereich angemeldet haben. Dazu braucht man religiöse Autorität und natürlich Geld. Natürlich ist der Shankaracharya nicht knapp an beidem.

Er hat einen Platz bekommen, aber leider war es nicht der Platz, den er wollte. Er hat einen Bereich für alle vier Shankaracharyas zusammen beantragt, einen Block für die religiösen Leiter des ganzen Theaters. Sein offizieller Grund war, dass es nun ‚falsche Shankaracharyas‘ gäbe, religiöse Führer, die fälschlicherweise behaupten, die Autorität eines Shankaracharya zu haben und Besucher der Kumbh Mela verwirrt sein könnten, wer denn nun der wahre Shankaracharya ist. Darum will er die wahren Shankaracharyas zusammen an einem Ort haben. Meiner Meinung nach wollte er das nur, um den besten Ort zu haben und für Festbesucher am Besten sichtbar zu sein. Er wollte sich von der Masse der Sadhus und Sanyasis um ihn herum abheben.

Über Jahrhunderte hinweg haben Politiker, Schauspieler, Prediger und alle wichtigen Menschen immer den besten Platz bekommen und die beste Redezeit. Der Shankaracharya hat auch immer eine besondere Behandlung bekommen, einen bestimmten Platz, einen guten Bereich, an dem viele Leute vorbeilaufen, auf der Hauptstraße, im Zentrum. Dieses Mal war er nicht glücklich mit dem Ort, der ihm zugeteilt worden war – also drohte er einfach damit, nicht zu kommen.

Obwohl selbst der Chief Minister ihn bat, doch zu kommen und die ganze religiöse Szene sich deswegen verrückt machte, beschloss der Shankaracharya Swaroopanand, die beleidigte Leberwurst zu spielen. Er ist bis jetzt nicht auf der Kumbh Mela erschienen. Seine Anhänger sind dort, in dem Lager, das ihm zugeteilt worden war, aber er hat dort noch keinen Fuß hinein gesetzt! Er ist noch nicht einmal in U.P., nicht im gleichen Bundesstaat, sondern stattdessen in seinem Ashram in M.P., wahrscheinlich grollend vor dem Fernseher, in dem Nachrichten über die Kumbh Mela laufen.

Ihr seht also, wie viel Respekt der höchstgestellte Hindu für seine eigene Religion hat! Wie sehr glaubt dieser Mann an die Wichtigkeit eines Bades im Ganges? Ganz offensichtlich überhaupt nicht! Es ist das größte Hindu-Fest und die wichtigste Handlung für religiöse Leute, aber der Mann in der höchsten Position im Hinduismus will daran nicht teilnehmen, wenn er für sein Zelt nicht einen bestimmten Platz bekommt! Er ist nicht gekommen, um ein Bad zu nehmen, er will nicht in der Gegend sein, wo der Nektar der Unsterblichkeit zu Erde tropfte, er will bloß ein Zelt an einem wichtigen Ort, an dem die Leute ihn und seine enorme Wichtigkeit deutlich sehen können!

Es ist einfach nur ein weiterer Beweis dafür, dass diese religiösen Führer alle wie Politiker sind, die wütend werden, wenn sie nicht die Sonderbehandlung bekommen, die sie ihrer eigenen Meinung nach verdienen. Es ist eine Frage des Ansehens, keine Frage der Religiösität! Natürlich würde er in einem Zelt weiter hinten, an einem Ort, der nicht so markant ist und nicht zusammen in einem Block mit den anderen Männern höchster Stellung ist, nicht so gut gesehen werden, wie er es gerne hätte – also sieht es wieder so aus, als wollte er sich einfach nur zur Schau stellen.

Die Zurschaustellung und Angeberei ist sowieso etwas, das man bei allen Shankaracharyas sieht – silberne Throns, jede Menge Schmuck, immer eine Menge Anhänger, die die Leute vor ihnen darauf aufmerksam machen, dass eine wichtige Person kommt. Ein großes Ego dafür, dass sie auf diesem hohen Posten sind – ein Ego und jede Menge Reichtum, was wieder nicht zu dem Konzept des Nicht-Anhaftens und der Bescheidenheit passt, die religiöse Menschen immer predigen. Religiöse Scheinheiligkeit!

Für das erste Bad war Shankaracharya Swaroopanand nicht da. Einige weitere Bäder stehen noch auf dem Plan und alle höheren Persönlichkeiten baden üblicherweise an festen Tagen im Ganges. Vielleicht kommt er ja später noch – aber es ist bereits klar, dass ein solcher Besuch auf der Kumbh Mela zu späterem Datum nur noch ein Geschäftsbesuch ist, mit dem er versucht, dem Laden in seinem Lager etwas höhere Einkünfte zu bescheren. Es geht nicht um Religiösität, Gottesfürchtigkeit oder Heiligkeit und ganz sicher nicht um ein Bad im Ganges. Er hat bewiesen, dass das alles sowieso unwichtig ist.

Bloß vorsichtig, Mr. Shankaracharya – du setzt deinen Platz im Himmel aufs Spiel!

Religious Leaders acting like Politicians – Shankaracharya refusing to join Kumbh Mela – 25 Jan 13

On 14th January 2013 the Kumbh Mela started in Allahabad with the first holy bath in the Ganges but already much before that, everyone was talking about it. The preparations were anyway going on, people were booking their places in camps and sadhus, gurus and all important religious people prepared for their journey to Allahabad. Then big news hit the media stations all over the country: Shankaracharya Swaroopanand said he would not come! The reason? His ego. Let me explain.

The Hindu religion has four spiritual heads, four men who have the highest posts of Hindu religion that you can have. You can thus say that the Shankaracharya is the Hindu pope – just that there are four of them. Swaroopanand told that he would not join the biggest of Hindu festivals. A scandal!

If we go some weeks back, we will find that government authorities had been busy with their preparations for a festival expecting a hundred million people. They have millions of rupees of expenses – where are the people going to eat, sleep or go to toilet? Security, medical care, food supplies, sanitary provisions, that all had to be done. And, not to forget, the areas had to be allotted where people would have their camps. They have their map and they have a list of people who have applied for areas. You need religious authority and of course money. Obviously the Shankaracharya is not short of any of the two.

He did get a place but unfortunately it was not the place that he wanted! He had requested a place for all four Shankaracharyas together, one block for the religious heads of the whole drama. His official reason was that there were now ‘fake Shankacharyas’, religious leaders falsely claiming to have the authority of a Shankaracharya and people might get confused as to who is the real one. That is why he wanted the real Shankaracharyas together. In my opinion, he only asked for this setting in order to get the best place and to be most noticeable to festival visitors. He wanted to stand out from the crowd of Sadhus and Sanyasis around him.

For centuries, politicians, actors, lecturers, preachers and all important people have always got the best place to be, the best time to talk. The Shankaracharya had always got a special arrangement, a certain place, a good area where lots of people walk by, on the main road, in the center. This time, he was not happy with the place he was allotted – so he simply threatened that he would not come.

Even though the chief minister pleaded for him to come and the whole religious scene got crazy, the Shankaracharya Swaroopanand decided to be miffed and stay miffed. He has not come until now! His followers are there in the camp which was allotted to him but he has not set foot in there yet! He is not even in U.P., not even in the same state but is instead in his Ashram in M.P., probably sulkily watching the TV news about the Kumbh Mela.

So you see how much respect the highest religious leader of Hinduism has for his own religion! How much does this man believe in the importance of this bath in the Ganges? Very obviously not at all! It is the biggest Hindu festival and the most important action for religious people but the man on the highest Hindu post does not want to take part if he does not get a certain place for his tent! He did not come to take a bath, he did not want to be in the area where the nectar of immortality dripped to the earth, he just wants a tent on a busy spot where people can see him and his importance clearly!

It is just another proof that these religious leaders are all only like politicians, getting angry if they don’t get the special treatment which they believe they deserve. It is a prestige issue, not a religious issue! Of course, a tent a bit further back, on a not-so-prominent spot and not in a block with the other men of highest posts would result in him not being seen as much as he would like to – so again it looks like he just wants to show off.

The showing-off is anyway something that you will notice a lot with all Shankaracharyas – silver thrones, lots of jewelry, always a crowd of followers around who warn the people ahead that an important person is coming. A big ego of being on this high religious post – an ego and lots of wealth that again does not seem to fit to the concept of detachment and humility that religious people always preach. Religious hypocrisy at its finest!

The Shankaracharya Swaroopanand was not there for the first dip, the first bath. There are a few more baths scheduled and all high personalities usually dip in the Ganges on those dates. Maybe he will still join at a later date – but it is already clear that such a visit to the Kumbh Mela at a later date will be only a business visit, trying to get a bit higher revenues at his camp shop. It is not about piousness, not about religiousness, not about holiness and not about bathing in the Ganges. He proved that it is a not important at all and just drama anyway.

Careful Mr. Shankaracharya – you may lose your place in heaven!

Zurschaustellung und Geldmacherei – Sadhus und Gurus auf der Kumbh Mela – 24 Jan 13

Ich sagte gestern, dass ich nicht an die reinigende Wirkung eines Bades im Fluss Ganges glaube und dass ich also keinen Grund sehe, warum ich zur Kumbh Mela gehen sollte. Ich bin jedoch nicht nur ‚nicht interessiert‘ daran, hinzugehen, dort gehen jede Menge Dinge vor sich, die ich abstoßend finde und weshalb ich froh bin, dass ich im Augenblick nicht in der Nähe von Allahabad bin. Der Hauptaspekt ist dabei das Geld, das geldbezogene Verhalten all dieser Sadhus, Gurus und religiöser Führer. Das große Geschäft, das im Namen der Religion geschieht.

Ich habe Berichte von Leuten gehört und gelesen, die in den letzten Tagen in Allahabad waren und das Haupt-Feedback ist, dass das religiöse Geschäft dort überall ist. Ich habe die Sadhus, Gurus und all die religiösen Führer erwähnt, die auf der Kumbh Mela anwesend sind. Sie sind jedoch nicht nur Gurus oder Sadhus – sie haben viele verschiedene Wege gefunden, Geschäfte zu machen!

Sie sind Prediger: Es ist ihre ganz normale Arbeit, dort Reden und Vorträge zu halten. Sie geben Zeremonien und nehmen natürlich auch ihr Bad im Ganges, zusammen mit den Leuten um ihnen. Während sie für ihre Vorträge vielleicht kein Geld verlangen, nehmen die meisten von ihnen schon etwas für das Durchführen besonderer Zeremonien für Einzelpersonen. Sie haben ihre Anhänger in ihren Lagern zusammengesammelt und geben sich gleichzeitig die größte Mühe, bei dieser Gelegenheit neue Anhänger zu finden. Die Anhänger geben ihnen dann Geld für ihren Segen, für die Zeremonien und einfach nur für ein Treffen mit ihnen.

Sie sind Verkäufer: Diese Gurus haben alle ihre eigenen Geschäfte in ihren Lagern, verkaufen Malas, Anhänger mit ihren Bildern darauf, Altarzubehör, Götterstatuen und vieles mehr. Ihr müsst nun nicht argumentieren, dass sie selbst ja nicht dort sitzen und Geld einnehmen! Genau wie jeder andere erfolgreiche Geschäftsführer haben sie ihre Angestellten, die dort sitzen und die körperliche Arbeit verrichten.

Sie sind auch Hotelbesitzer: Das ist etwas, was ich erst in diesem Jahr erfahren habe. Diese Sadhus haben begonnen, ‚Spirituelle Urlaubsangebote‘ für Anhänger zu machen, die kommen wollen und in ihrem Lager einige Tage während der Kumbh Mela übernachten wollen! Unsere örtliche Zeitung hat ihre Preise veröffentlicht, die sich durch die ganze Zeit der Kumbh Mela veränderten – an Tagen, wenn eine höhere Besucheranzahl erwartet werden kann, sind die Preise höher. Die Preise waren in drei Kategorien unterteilt: normale Besucher, VIPs und VVIPs – sehr, sehr wichtige Persönlichkeiten.

In den Erfahrungsberichte von Leuten, die die Kumbh Mela in Allahabad besucht hatten, konnte ich lesen, dass sie dort kein einziges bisschen Spiritualität oder Göttlichkeit fanden. Mit all den Angeboten, den Verkaufsständen, dem Essen, das dort verkauft wurde und all den Leuten, die sie in ihre Zelte locken wollten, erschien ihnen das ganze Spektakel eher wie ein großer, spaßiger Jahrmarkt.

Und inmitten des Jahrmarkts sind da noch die Sadhus und Gurus, die ihr eigenes Theater aufführen und ihren Reichtum zur Schau stellen. Sie kommen in Luxusautos an der Kumbh Mela an und wohnen in ihren klimatisierten, fünf-Sterne-Zelten. Sie sitzen auf goldenen oder silbernen Thronen und haben eine ganze Reihe silberner Töpfe und Tische um sich, tragen goldene Halsketten und Schmuck mit kiloweise Edelsteinen. Sie zeigen, wie reich sie sind und unterscheiden sich da wieder einmal nicht von vielen normalen, reichen Geschäftsmännern. Es ist eben einfach nur ein religiöses Geschäft.

Worüber man lachen muss ist, dass ihr eigentlicher Titel ‚Sadhu‘ oder ‚Sanyasi‘ bedeutet, dass sie an nichts anhaften. Es ist ein Wort für diejenigen, die mit der materiellen Welt und insbesondere mit Geld nichts zu tun haben. Ihre Zurschaustellung von Materiellem und Geld ist völlig gegen das eigentliche Konzept des Sadhu-Daseins und doch sieht man genau das bei diesem Fest! Nein, ich möchte wirklcih nicht dorthin.

Showing off and making Money – Sadhus and Gurus on the Kumbh Mela – 24 Jan 13

I yesterday said that I did not believe in the cleansing effect that a bath in the river Ganges would have and that I thus did not see any reason why I should go to the Kumbh Mela. I am however not only ‘not interested’ in going, there are a lot of things going on that I actually find repulsive and make me happy that I am nowhere close Allahabad at the moment. The most important of these aspects is the showing off of money, the money-focused behavior of all those sadhus, gurus and religious leaders. The big business that is happening on the name of religion.

I have heard and read reports of people who have been to Allahabad in the past days and the main feedback is that religious business is all around. I have mentioned the sadhus, gurus and all the religious leaders on the Kumbh Mela who are present at the festival. They are not only gurus or sadhus however – they have found a lot of different ways to make business!

They are preachers: It is their normal work to give lectures and hold speeches there. They give ceremonies and of course they also take their dip in the Ganges, taking along the people around them. While they may not charge money for their speeches, most of them do ask money for performing special ceremonies for individuals. They have gathered their followers in their camps and make every effort to find new followers at this occasion. Followers will give them money for their blessings, for their ceremonies and just for meeting them.

They are salesmen: These gurus all have their own shops in their camps, selling malas, pendants with their pictures, altar items and deities and much more. You don’t need to argue that they don’t sit there and take money! Just like every other successful shop owner, they have their store managers sitting there, doing the physical work.

They are hotel owners, too: This is something that I only got to know about in this year. These sadhus have started giving out ‘Spiritual Holiday Packages’ for followers who want to come and rent a tent in their camp for some days during the Kumbh Mela! Our local newspaper published their prices, which were varying throughout the time of the Kumbh Mela – during days when more public and a higher number of interested people could be expected, the prizes were higher. The rates were separated in three different categories: regular visitors, VIPs and VVIPs – very, very important persons.

When I read the experiences of people who have visited the Kumbh Mela in Allahabad, people said they did not find one piece of spirituality or divinity around. With all the offers, the shops, the food that was sold and all those people who tried to attract them to come in their tents, it just seemed like a big fun fair.

Amidst all of that there are the sadhus and gurus doing their own drama and exhibiting their wealth. They arrive at the Kumbh Mela in their luxury cars and live in their air-conditioned five star luxury tents. They sit on golden or silver thrones and have an array of silver pots and tables around them, wearing golden necklaces and jewelry with kilos of gems and precious stones. They show how rich they are and in this way, again, are not different from many regular rich businessmen. It is just religious business.

The point to laugh about is that their actual title ‘Sadhu’ or ‘Sanyasi’ means that they are detached. It is a term for those who are not involved in the material world and have nothing to do with money. Their display of material and money is completely against the actual concept of being a sadhu yet this is what you see all around at this festival! No, I really don’t want to go there.

Sex with Gurus – Religious Prostitution – 15 June 2012

Read this article in Hindi

Swami Nithyananda was arrested again. He had been arrested before for being accused of rape and sexual harassment. He was out on bail and now one of his former close female disciples, who had been in his bedroom service for five years, accused him for rape and sexual harassment again. Another disciple, this one male and American, accused him for raping him, too, and harassing him sexually. He calls himself Paramahansa and he likes to sit on a golden throne, wearing big golden necklaces and a golden crown. He also loves to be surrounded by young, beautiful girls.

When I was in America in 2009, I heard of him for the first time and put a video on YouTube, criticizing and exposing him, while being among his followers. This was before he was arrested and before his sex CD appeared.

It is not only Nithyananda, another spiritual person, who calls himself Ikshadhari and who is , I believe, still in jail, was running a high-end brothel, supplying girls. Kripalu Maharaj from Vrindavan, my town, who spent Billions on building a ‘Love temple’ was accused many times of having sex with and raping female devotees. He had been arrested in India and abroad. But he is out because of his power and money and still enjoys today.

Following the steps of his guru, Kripalu’s disciple Prakashananda was accused of sexual harassment of minors and found guilty by a court in Texas. He was given a sentence of more than 20 years and then ran away. It has been more than two years that he is absconding, nobody knows where he is and he is on America’s list of most wanted persons. It was America, so he was sentenced. If it had been India, he would pay a bribe and everything would be okay. Many male and female disciples of these two gurus roam around in the country, exploiting their devotees.

Sathya Sai Baba from Bangalore, who died last year, had been popular among many politicians including chief ministers and prime ministers who regularly went to meet him. He showed lots of magic tricks on the name of miracles, produced ashes for the poor and jewelry for the rich. BBC exposed him in a documentary in which an American boy accused him of sexual harassment. The documentary is available online and worth watching. Because of his political influence, many more of his crimes have been completely brushed under the carpet.

Some years ago there was news here in Vrindavan, a report had been made in police about a preacher who had been to Kolkata and had a sexual relation with the rich wife of his host. This man wanted to get a divorce and took the chance to film them – the preacher had to run away from there.

Some time ago there was news in Vrindavan’s newspapers that the business of prostitution was running high in many Ashrams. There were police raids, many women were arrested. Selling one’s body is easy under the cover of religion and devotion.

We often hear a lot of such dirty business from the ISKCON temple. Local women are connected with this anyway but you can hear more and more often that foreign women get involved in devotional prostitution, too. It is actually very easy for a woman from another country to earn money here because newly rich, Indian men always get attracted to imported items. And here in Vrindavan you can get devotional ones for cheap. It is the same old system of demand and supply.

Have a look into the Ashrams of the religious towns Haridwar and Rishikesh and you will see that the Sadhus, Sanyasis and Gurus there are the owners of enourmous wealth and properties, they live in luxury, have residences that resemble palaces and young female disciples around them. In most Ashrams, the inner circle serving the guru consists of mostly women. Those who come to the Ashram as visitors, those who live there and the disciples around the guru, everyone knows what kind of relation these women have with their gurus. Because you cannot hide this kind of thing for long. Especially those who live around them know it. But nobody calls them wives or mistresses and these gurus show themselves as very religious, pious celibate monks. If at some point any female disciple for any reason gets out of the guru’s control, she starts exposing him, just in the way Nithyananda was exposed. Then it all comes out. How many names should I list here? I grew up in the environment of religion and spirituality and have seen from my childhood on how many big so-called Sadhus, Sanyasis, priests and preachers behave inappropriately and get into definitely sexual relations. Their followers and disciples know all about it but they remain quiet because of their influence and money.

Aren’t you surprised that while a normal middle-class person with a job or in business has to do very hard work to be able to raise his children and build a simple house, these people who do religious business, who are priests, preachers, sadhus and sanyasis, earn lots of money in a very short time and can build palaces to live in? How and from where do they get this much money and so quickly? All these young sadhus and preachers have rich women gathered around them. And I have seen many female sadhus and preachers who are in turn worshipped by rich men surrounding them. They don’t have any lack of money. See how much money these rich people spend to organize their preaching programs with lectures, bhajans and satsang. These preachers pay TV channels to broadcast their advertisement to get more programs and money from the religious audience. Tell me, is this called religion and should this be the business of gurus?

Please ask those millionaires and billionaire, those so-called sadhus and sanyasis, do they know the definition of the word ‘sanyasi’? Preaching and giving lectures is their business and especially in Vrindavan it has become the home industry. The business of selling religion, scriptures, God and blessings. It is a joke that these rich people are called sanyasi. But they don’t feel ashamed. These people are responsible for the loss of moral values in society and have harmed the image of society and the country.

With the case of Nirmal Baba everybody got to know how sellable the media is here. And it is not only Nirmal Baba, there are many more, including Kumar Swami, who are daily shown on TV programs. The media takes money from these male and female gurus and shows their news, pretending to be neutral and showing the dark side, too. In this way the gurus get their publicity and the media cannot be called partial while receiving their money, too. In the last days I saw a religious woman on TV, called Radhe Ma, wearing lots of make-up, doing a lapdance on the lap of devotees with people clapping and singing along. Is this called religion and culture?

I have heard that religious prostitution is now well established in society. So-called religious people, in religious getup, chanting God’s name, go to sleep with their devotees and earn money in this way. These devotees actually got bored from just having normal sex and now enjoy making a new fantasy reality: having sex with a religious wrapper. Devotion to God and the joy of sex – double pleasure! And which difference does it make to those devotees if they spend some money on those male and female gurus? If they went to a nightclub, they would also spend money. Last year Ikshadhari was caught running a brothel but many male and female gurus are involved in the same business. Where are our moral values, where is this society going? Is this our great India?

What I really feel bad about is that there are many men and women who go with an innocent, religious intention to those male and female gurus. The gurus don’t have good intentions for them, either, and those people who are around the gurus, who work for them and know about the bad character of the guru, think they also came with bad intentions, although many of them came with innocent hearts. Don’t you think it is now time to outcast these so-called religious businesspeople? Save yourself and your children, the coming generation, from the robbery that is happening in temples and Ashrams. Don’t waste your valuable time on programs organized on the name of religion and save yourself from other people’s bad intention and blame. If you really want to serve God and devote yourself, why don’t you do this at your home? Why do you run after these corrupt male and female gurus, wasting your time and hard-earned money? Did you ever think why all these sadhus, sanyasis and gurus in India have these enourmous amounts of wealth when a normal person is struggling to fill his stomach?

I live in the religious town of Vrindavan where this religious business is growing everywhere. And when you read my words, you can imagine how angry all those sadhus and preachers are with me. If they could, they would kill me. I have written many articles about those many popular people and organizations named above, exposing them with the result that they are angry. They abused me, wrote bad things about me, tried to bribe me, threatened me and told they would file lawsuits but I continued then and I will continue in future. I do not have any personal problem with any individual person or organization but with this corrupt system on the name of religion and God. I took their name openly and talked against them, that is why they tried whatever they could. These people are big criminals and if tomorrow anything happens to me or my family, these people will be responsible for that. I am actually not anymore a religious person and I believe that religious provides the room for all these dirty crimes. But I want to request even those who believe in religion and want this corruption and dirt to be removed from religion, please don’t be shy to spread the word about these bad, corrupt people.

Kumbh Mela in Vrindavan – 31 Jan 10

Hier in Vrindavan und in Haridwar findet im Moment die Kumbh Mela statt. Das ist das größte und am besten besuchte religiöse Fest der Welt. Es ist ein Fest, das alle drei Jahre in einer von vier Städten Indiens stattfindet. Und wenn es in Haridwar stattfindet, kommen die Feiernden auch nach Vrindavan.

Eine große Menge von Pilgern sammelt sich bei dieser Gelegenheit und natürlich finden viele Zeremonien und spirituelle Vorträge statt. Viele Sadhus nehmen auch teil. Ich habe schon zuvor in meinem Tagebuch über das Konzept der Sadhus geschrieben. Die ursprüngliche Einstellung ist, dass sie sich von allen weltlichen Dingen, sei das Geld, Kleidung oder auch Beziehungen zu anderen loslösen. Und sie leben üblicherweise von dem, was die Menschen ihnen als Spende geben.

Leider werden die Menschen auch in diesem Bereich heutzutage faul und missachten und betrügen auf eine Weise dieses alte Konzept. Es ist auf der Kumbh Mela üblich, dass sogenannte Sadhus dort die Zukunft vorraussagen. Und nicht nur eine vage Vorhersage über die Zukunft des Kunden, nein, die Menschen kommen zu ihnen, um die kommenden Lottozahlen zu erfahren! Lotterie ist in Indien übrigens illegal.

Ich sagte, dass die Menschen faul werden und es ist auch so: diejenigen, die die Lottozahlen vorhersagen, bekommen Geld dafür und müssen sich also keine Gedanken mehr über spirituelle Ausübung oder das ganze Konzept des Sadhu-Lebens mehr machen. Und diejenigen, die die Zahlen erfahren, wollen reich sein und das schnell und ohne sich anzustrengen.

Leider findet das hier statt und zusätzlich nehmen manche auch noch Drogen, um ihre Vorstellung einer spirituellen Erfahrung zu erreichen. Ich habe nicht wirklich Interesse an diesem Fest, ich freue mich einfach nur, hier im Ashram zu sein, das gute Wetter zu genießen, meine Arbeit zu machen und bei meiner Familie zu sein.

Kumbh Mela in Vrindavan – 31 Jan 10

At the moment in Vrindavan and in Haridwar the Kumbh Mela is going on. This is the biggest and most crowded spiritual fair on earth. It is a fair which takes place each three years in one of four Indian cities. And when it takes place in Haridwar, they also come here to Vrindavan.

A big crowd of pilgrims always gathers for this occasion and of course a lot of ceremonies and spiritual discourses take place. Many Sadhus join the festivities, too. I have explained the concept of Sadhus already on another day in my diary. The original idea is that they are fully detached from any worldly things be it money, clothes or even relations to others. And they usually live from what people donate to them.

Unfortunately nowadays in this field, too, people are getting lazy and in a way cheat and disrespect this old concept. It is very common on the Kumbh Mela that there are some so-called Sadhus who do future predictions. And not only some vague prediction about the client’s future, no, people come to them to get to know the numbers of the lottery! This lottery is actually even illegal here in India.

I said that people are getting lazy and it is like this: those who predict the lottery numbers get money for it so they don’t need to think anymore about their spiritual practice or the whole concept of being a Sadhu. And those who come to get the numbers want to be rich and that very quickly without making an effort.

Unfortunately this is going on and additionally some people enjoy taking drugs to reach their idea of a spiritual experience. I don’t really have any interest in going to this fair, I am happy to just be here at the Ashram, enjoy the nice weather, doing my work and being with my family.

Zeiten ändern sich – Gehe mit der Veränderung – 11 Mai 09

Gestern habe ich über Veränderung gesprochen und wie sich alles mit der Zeit verändert. So viele Dinge ändern sich und oft müssen wir uns der Veränderung anpassen. Es macht keinen Sinn, um der Tradition Willen an alten Gewohnheiten festzuhalten.

Ich gebe euch ein Beispiel: Ich habe bereits über Sadhus, spirituelle Männer in Indien, geschrieben, die die ganze Zeit reisen und die an niemanden und an keinen Ort anhaften wollen. Sie sind immer auf der Reise, nur in der Monsunzeit bleiben sie an einem Ort. Sie sind für vier Monate an einem Ort und das ist zur Tradition geworden. Warum bleiben sie an einem Ort? Weil zu der Zeit, in der diese Tradition oder Regel entstanden ist, die Straßen nur aus Erde und Sand bestanden und es in der Monsunzeit einfach unmöglich war, zu reisen, wie es Sadhus normalerweise tun.

Es war nicht möglich und so sind diese vier Monate zu der traditionellen Zeit geworden, in der sie an einem Ort bleiben. Doch ich würde sagen, dass diese Regelung heute keinen Sinn mehr macht. Es gibt wunderbare Straßen und verschiedene Transportwege. Vielleicht konnte man in der Zeit nicht mit dem Wagen reisen, aber jetzt kann man auch in der Monsunzeit mit dem Auto fahren. Die Zeiten ändern sich und anstatt einer Regel ohne zu denken zu folgen, sollte man darüber nachdenken, warum diese Regel existiert. Und dann sieht man, dass sie heute keinen Sinn mehr macht.

Ich sage auch, dass ich das Leben im Stil der Sadhus leben, immer auf der Reise. Und jetzt reise ich eben auch mit Flugzeug. Stell dir vor, ich müsste jetzt während der Sommerzeit an einem Ort in Europa bleiben, nur weil es diese Regel gibt. Hier gibt es keinen Monsun und keinen Grund nicht zu reisen. Orte und Zeiten ändern sich und wir müssen in unserem Geist flexibel sein, so dass wir alte Regeln und Traditionen hinter uns lassen können.

Be Flexible – Times Change, Change with them – 11 May 09

Yesterday I talked about change and how everything changes with time. So many things change and often we need to go with the change. It doesn’t make sense to stick with old customs if it is only for the sake of tradition.

I give you one example: I already wrote about Sadhus, spiritual men in India, who are traveling all the time and who do not want to get attached with anybody or any place. They are always traveling but in the monsoon time they stay at one place. For four months they are in one place and this has become a tradition. Why are they at one place? Because in that time when this tradition or rule was made the streets were just earth and sand and in monsoon time it was just impossible to walk and travel as Sadhus normally do.

It was just not possible and this is how these four months became the traditional time for them for staying at one place. But I would say that nowadays this rule doesn’t make sense anymore. There are wonderful streets and different ways of transport. Maybe you could not go in that time with your wagon but now you can go by car in monsoon time. Times changed and instead of just following this rule without thinking you should think about it why this rule exists. And then you see that it doesn’t make sense anymore today.

I also say that I am living a kind of Sadhu life, always traveling. And now I am also traveling with airplane. Imagine I had to stay at one place now for the summer time here in Europe just because there is this rule. Here is no monsoon and no reason not to travel. Places and times change and we need to keep this flexibility in our mind that we can leave old rules and traditions behind.

Der König und der Sadhu – Weisheit, wo man sie nicht erwartet – 26 Mär 09

Als wir über das gestrige Thema sprachen, habe ich mich an eine sehr berühmte beispielhafte Geschichte einer Schrift erinnert. Da war ein junger Sadhu, der bei seinem Guru, seinem Lehrer, lebte und lernte. Er hatte viel Wissen angesammelt, doch sein Guru erkannte, dass sein Unterricht und seine Ausbildung noch nicht vollständig waren. Um ihm noch praktische Erfahrung zu geben, schickte er ihn zu einem König, der auch sein Schüler war. Er sah diesen König als weise Person an, die für diese Aufgabe qualifiziert war. Der Guru schickte dem König mit dem jungen Sadhu einen Brief mit, in dem er ihn darum bat, den jungen Mann eine Weile bei sich zu behalten.

Der König freute sich sehr, ihn und diese Nachricht zu empfangen und er hieß sie mit warmem Herzen willkommen. Der junge Sadhu wurde im Palast sehr schön untergebracht. Sie aßen zusammen, machten Spaziergänge und er genoß es, in diesem Reichtum zu leben. Doch in seinem Herzen fragte er sich und lächelte auch darüber, warum sein Guru ihn dorthin geschickt hatte und welche Lektion er in all diesem Luxus lernen sollte.

Eines Tages nahm ihn der König mit, um ein Bad in dem Fluss zu nehmen, der gleich hinter dem Palast floss. Dort hielten sie auch eine Zeremonie für die Sonne ab und plötzlich sag der junge Sadhu, dass der Palast in Flammen stand. Große Flammen loderten auf und viel Rauch kam aus allen Fenstern. Er vergaß sein Gebet und seine Meditation und rief nach dem König ‘Der Palast brennt!’ aber der König war mit seinem Ritual beschäftigt und sagte nur ‘Jetzt brennt er, was können wir machen? Dort sind Leute, die sich darum kümmern, lass uns zuerst unsere Zeremonie beenden.‘ Der Sadhu war zu aufgeregt und sagte ‚Aber meine Tasche ist dort!‘ Da lächelte der König und sagte ‘Mein Lieber, mein Palast brennt und all meine Dinge sind dort. Aber was hilft es, wenn man sich jetzt aufregt. Das Feuer wird sich davon nicht abkühlen lassen; du musst zuerst abkühlen.’ Und der junge Mann erkannte und verstand, warum ihn sein Guru dorthin geschickt hatte: der König war ein sehr weiser Mann.