Gott – von formloser Existenz bis hin zu Jeans und T-Shirt – 10 Aug 12

Ich habe darüber geschrieben, wie unterschiedlich die Menschen Gott sehen und im Allgemeinen über das Konzept, an Gott zu glauben. Es gibt viele verschiedene Religionen mit vielen verschiedenen Vorstellungen, wie man Gott sehen sollte. Allein im Hinduismus gibt es bereits zwei unterschiedliche Anweisungen, wie man sich Gott vorstellen sollte.

Wenn man sich die Vedas, die ältesten Schriften des Hinduismus betrachtet, liest man von einem formlosen Gott. Gott ist in jedem von uns und sobald man vom Kreis der Wiedergeburten befreit ist, ist man wieder mit Gott vereint. Um dieses Konzept herum gibt es eine ganze Philosophie, mit der man sich Gott nur als Energieform oder Kraft vorstellt.

Die Menschen hatten jedoch Schwierigkeiten, das Konzept eines formlosen Gottes zu verstehen. Es ist, als würde man einem Kind beibringen, was in einem Apfel ist, indem man den Apfel wirklich aufschneidet und das Gehäuse herzeigt. Manche Menschen können sich das vielleicht auch einfach so vorstellen, aber andere müssen es gesehen haben. Also hat man einen einfachen Stein verwendet, um Gott zu symbolisieren. Es war ein einfacher Stein und sie sagten ‚Schau, das hier könnte Gott sein‘.

Natürlich fingen sie dann an, diesen Stein als Statue Gottes zu sehen, Rituale mit dem Stein zu machen und ihn zu schmücken. Sie legten dem Stein Kleidung an und setzten ihm eine Krone auf. Irgendwann beschlossen sie, Augen und einen Mund hinzuzufügen und dem Stein so ein Gesicht zu geben.

Später wurden Geschichten verschiedener Götter erfunden und jetzt liest man von Krishna, Shiva und Ram, von Lakshmi, Durga und Kali. An diesem Punkt nimmt Gott Form an und wird zu einem kleinen Jungen, der Unsinn macht oder zu einem Erwachsenen, einem Krieger, einem mächtigen Zerstörer. Er bekommt nicht nur einen Körper, sondern eine ganze Persönlichkeit. Nein, nicht eine Persönlichkeit, viele unterschiedliche Persönlichkeiten in unterschiedlichen Formen und mit unterschiedlichen Lebensgeschichten.

All diese Eigenschaften wurden den unterschiedlichen Göttern und Göttinnen zugeordnet, damit die Leute sich besser mit Gott verbunden fühlen können. Natürlich haben sich die Statuen mit den Geschichten weiterentwickelt und die Menschen fingen an, ganze Statuen aus Stein zu schlagen. Diese Statuen wurden immer detaillierter und Krishna hat seine Flöte oder eine Kuh bekommen. Schließlich fingen die Maler an, diese Statuen Gottes auch in Bildern festzuhalten.

Auf diese Weise wurden die Geschichten, die unterschiedlichen Charaktere Gottes erfunden, beschrieben, ausgeschmückt und in vielen Worten und unterschiedlichen Schriften beschrieben. Diejenigen, die von dieser Religion das erste Mal hören, werden zunächst einmal die Bilder der verschiedenen Charaktere sehen und ihre Taten in Worten beschrieben bekommen. Erst später erfahren sie von der höheren, formlosen Energie, wie einer Wolke, mit der sich deine Seele am Ende wieder verbindet.

Man sieht also, diese zwei Wege, Gott den Menschen vorzustellen, sind eine gute Zeit voneinander entstanden, wurden aber zu Teilen ein und derselben Religion. Man weiß nie, was in Zukunft geschieht, vielleicht verschwinden die Statuen und Bilder wieder oder sie entwickeln sich weiter. Vielleicht trägt Gott eines Tages Jeans auf seinen Bildern und an den Statuen und vielleicht verwendet er eines Tages Computer in seinen Geschichten. Vor einigen Jahren hat ein Priester des ältesten und bekanntesten Krishna-Tempels in Vrindavan, dem Banke Bihari Tempel, beschlossen, die Statue Krishnas modern anzuziehen, mit Jeans, T-shirt, Brille und einer Baseball-Kappe. Tausende von Leuten haben das gesehen und es wurde zu einem riesigen Skandal. Doch vielleicht wird das eines Tages Krishnas normale Kleidung.

God – from having no Form to wearing Jeans – 10 Aug 12

I have been writing about different views on God and the concept of having a God in general. There are many different religions that give different ideas about how you should see God. In Hinduism itself there are already two different ways of how you should see God.

If you look at the Vedas, the oldest scriptures of Hinduism, you will read about a formless God. God is there, in everyone and you go back to being God once you get liberated from the circle of reincarnations. There is a whole philosophy surrounding this concept in which you imagine God just as a form of energy or force.

People had difficulty however understanding the concept of a formless God. It is just as you would teach a child what is inside an apple by actually cutting an apple and showing the seeds. Some people may be able to imagine without you showing them anything but others need to see it. So people used a simple stone to symbolize God. It was just a simple stone and they said ‘See, this could be God’.

Obviously they then started worshipping this stone as God’s statue, doing rituals with it and decorating it. They started dressing the stone and putting a crown on it. At some point they decided to add eyes and a mouth and thus give the stone a face.

Later, stories of different Gods were created and you now can read about Krishna, Shiva and Ram, about Lakshmi, Durga and Kali. At this point God takes a form and becomes a small boy who does naughty things or a grown man, a warrior, a powerful destroyer. He does not only get a body but a whole personality. No, not one personality, many different personalities with different shapes and different life stories.

All these attributes were actually added to different Gods and Goddesses in order to make it easier for people to relate to God. Of course the statues kept on changing along with the stories and people started carving full statues out of stone. These statues became more and more detailed and Krishna got his flute or a cow by his side. Finally, painters started painting these statues of God in pictures.

In this way the stories, the different characters of God were invented, described, decorated and pictured in many words, in different scriptures. Those who start with this religion, who hear of it for the first time, will first of all see the pictures of those different characters and hear about their actions and words. Later on, they get to know the concept of one superior, formless energy, a cloud with which your soul reunites at the end.

So you see, these two ways of introducing God to people have been created a good time apart from each other but have become part of one and the same religion. You never know what will happen in future, maybe the statues and paintings will vanish again or develop further. Maybe God will wear jeans and t-shirt on his pictures and in his statues and maybe he will someday be using a computer in his stories. A couple of years ago a priest of the main Krishna temple in Vrindavan, the Banke Bihari temple, decided to dress the statue of Krishna in a modern way with jeans, t-shirt, glasses and a baseball cap. Thousands of people saw it and it was a big scandal. But perhaps someday it will be Krishna’s normal dress.

Jesus, Krishna und Mohammed in Konferenz – Beschluss: Religion wird beendet – 15 Nov 11

Krishna, Mohammed und Jesus sitzen um einen runden Tisch. Es ist einer dieser neuen Computer-Tische, in denen die ganze Tischplatte ein großer Touchscreen ist. Dieser zeigt im Moment die Welt. Die drei sehen ihn an und in ihren Gesichtern spiegelt sich Besorgnis und Resignation.

Mohammed sieht in die Gesichter der anderen beiden und fragt sie leise ‚Also?‘

Krishna sieht auf und antwortet ‚Es hat nicht wirklich so geklappt, wie ich es wollte!‘ Er berührt den Erdball vor ihm mit dem Finger und dreht ihn, bis der indische Subkontinent auftaucht. Mit einem längeren Druck des Fingers beginnt der Bildschirm andere, farbige Szenen zu zeigen. Da sind Frauen und Männer an einem Fluss, sie tauchen ihre Hände ein und gießen sich Wasser über den Kopf, offensichtlich in tiefster Glückseligkeit.

‘Das sieht doch gar nicht so schlecht aus!’ merkt Jesus an und wirft Krishna einen fragenden Blick zu. Dieser sieht überhaupt nicht glücklich aus über das, was er sieht. Statt einer Antwort tippt er auf eine Zeitlinie, die unter den Bildern sichtbar ist. Er bewegt den Pfeil nach vorne, bis er im Jahr 2011 stehen bleibt. Was man jetzt sieht, ist dem vorigen Eindruck sehr ähnlich, doch das Wasser des Flusses ist dunkler und es sind viel mehr Leute da. ‚Ich habe die Rituale eingeführt, um die Natur zu verehren, so dass sie die Flüsse und Wälder sauber halten und die Welt mit Respekt behandeln. Aber was haben sie getan? Sie haben die Rituale wie leere Schalen behalten ohne das zu verstehen, was ich damit bezweckt habe! Jetzt gießen sie Milch in die Flüsse und verschmutzen sie gleichzeitig! Sie werfen Müll hinein, gehen aber etwas weiter unten an den Fluss, um ihr heiliges Bad am Ufer zu nehmen. Und gleich daneben sitzen Kinder, die am Verhungern sind! Dazu erzählen all die Gurus anderen nicht mehr von Liebe und Frieden, sondern betrügen sie, um sich selbst zu bereichern. Sie haben große Mengen Gold und sitzen auf einem Thron, während ihre Anhänger vor ihnen im Staub liegen und kaum genug zu essen haben. Ich weiß nicht, wie die Anhänger des Hinduismus meine Botschaft missverstehen konnten!‘ Mit einem Seufzer berührt er den Bildschirm noch einmal und nun sieht man Männer mit gelb bemalten Gesichtern, wie sie große Töpfe Milch in einen dunklen Fluss gießen, der kaum noch fließt und im Hintergrund sitzt ein Kind in einer wüstenartigen Gegend. Der Abschnitt endet und sie sehen wieder auf den Planet Erde hinab.

Jesus räuspert sich und meint ‘Naja, wenn es dich etwas aufmuntert, das Christentum hat sich auch nicht gerade wunderbar entwickelt…‘ Er legt den Finger auf den Bildschirm und dreht den Erdball etwas, so dass Europa in der Mitte liegt. Mit einem Tippen auf die schuhförmige Form Italiens öffnet sich eine weitere Szene und die drei beugen sich etwas weiter über den Tisch. Sie sehen einen Mann in weiß-roten Gewändern, der seine Hand vor einer großen Menschenmenge habt. ‚Sie nennen ihn den Papst oder Heiligen Vater.‘ Die Mundwinkel rund um den Tisch zucken und kurze Blicke werden ausgetauscht. ‚Nachdem ich gegangen war, konnten sie nicht einfach nur der Liebe folgen, die ich ihnen beigebracht hatte, sondern brauchten jemanden, dem sie folgen konnten. Jetzt haben sie diesen Mann und Millionen glauben, dass das, was er sagt, die Wahrheit ist!‘ Mit einem Blick auf Krishna fügt er hinzu ‚Nicht viel Unterschied zu deinen Gurus…‘ und mit ein paar schnellen Bewegungen auf dem Bildschirm verändert er die Szene.

Zwei Szenen spielen sich hintereinander ab: Menschen gehen nacheinander in kleine Kabinen, in denen ein Gitter sie von einem Mann in einfacher Kleidung trennt, sie sprechen, weinen und gehen wieder. Dann ein Mann mit rasiertem Kopf und ein kleiner Junge in einem Zimmer. Er schließt die Tür. Sie sind allein. ‘Sie haben alle angefangen, so sehr an die Institution zu glauben, die sie Kirche nennen und an die Priester dort, dass sie glauben, Sünder zu sein und dass sie beichten müssen. Sie schicken sogar ihre Kinder zu den Priestern, um dort ein gutes Leben zu lernen. Leider missbrauchen manche Priester dieses Vertrauen und missbrauchen kleine Jungen und Mädchen!‘ Traurig schüttelt er den Kopf und sieht wieder auf den Tisch. Mit einer langsamen Bewegung und einem Blick auf Mohammed schiebt er die Zeitlinie mehr als 500 Jahre zurück. ‚Und natürlich kann ich die heiligen Kriege und Kreuzzüge nicht vergessen! Was für eine Katastrophe!‘ Bilder von Massakern und Armeen, die Fahnen mit Kreuzen darauf schwingen, erscheinen auf dem Bildschirm.

Mohammed sieht in besorgt an. ‚Das ist eine alte Sache. Glaube nicht, ich sei glücklich mit dem, was im Islam heute geschieht!‘ Jetzt ist er derjenige, der auf den Bildschirm tippt und man sieht, wie zwei Flugzeuge nacheinander direkt in zwei riesige Hochhäuser fliegen. Eine Veränderung auf dem Bildschirm und da ist ein Mann in einer großen, dicken Jacke in einem geschäftigen U-Bahn-Schacht. Er zieht an einer kurzen Schnur und es sieht aus, als würde der ganze Raum explodieren. Mohammed ruft aus ‚Das alles tun sie in meinem Namen! Tausende von Menschen sterben! Aber nicht nur das, seht, was sie mit ihren Frauen machen!‘ Er dreht den Planeten, tippt auf den Iran und schüttelt seinen Kopf vor Trauer und Unglauben, während die drei zusehen, wie eine Frau bis zum Kopf in Sand vergraben wird und Männer mit Steinen in der Hand sie umringen.

An diesem Punkt streckt Krishna die Hand aus, schließt die Szene und schaut hinunter auf den Bildschirm. Beide, Jesus und Mohammed legen auch ihre Hände auf den Tisch. Plötzlich beginnt der Bildschirm unter ihnen Fingern zu flimmern und Bilder und neue Szenen tauchen auf. Die drei sehen erstaunt zu, wie Menschen lachen, mit Tieren auf einer Wiese spielen, Kinder auf einem Dorfplatz zu Essen bekommen, einige an einem Strand entlanglaufen und andere in einem Wald Bäume pflanzen.

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht sagt Mohammed ‘Ach, ich glaube, da ist auch noch eine andere Seite. Diese Menschen verstehen wie wichtig die Natur, die Pflanzen und die Tiere sind.‘ Jesus fügt hinzu ‚Ja, sie lieben einander und versuchen, Konflikte friedvoll zu lösen.‘ Mit etwas Besorgnis in der Stimme sagt Krishna ‚Einige dieser Leute sind älter, aber viele weitere sind jung und glauben nicht mehr an Religion. Religion scheint immer weniger wichtig zu sein.‘ Sie alle sehen schweigend eine Weile zu, während sie über die Frage nachdenken, was das für sie bedeutet. Werden wir dann unwichtig?

Schließlich beendet Krishna seine Überlegungen: ‘Es ist auch ohne Religion gut. Hinduismus, Christentum und Islam haben sowieso begonnen, nachdem wir von dort weg waren. Wir brauchen keine Religionen.‘ Mohammed stimmt zu ‚Ja, wenn all diese Kriege und schlimmen Dinge aufhören, weil Religionen endlich zu ihrem Ende kommen, ist es gut. Wir müssen nicht verehrt werden.‘ Krishna nickt ‚Wir werden immer dort sein, in jedem von ihnen, in jeder Pflanze, der sie Wasser geben und in jedem Tier, das sie füttern.‘ Und Jesus fügt hinzu ‚Wenn sie in Liebe und Frieden leben, glücklich und frei, sind wir glücklich und in jedem Lachen, jeder Umarmung und jeder liebevollen Geste.‘

Conference of Jesus, Krishna and Mohammed – Decision: Religion to be finished – 15 Nov 11

Krishna, Mohammed and Jesus are sitting around a round table. It is one of those new computer tables where the whole table top is a big touchscreen. It shows the world. The three of them look at it and in their faces you can see concern and resignation.

Mohammed looks around in the faces of the other two and asks them in a low voice ‘So?’

Krishna looks up and answers ‘It did not really work out the way I wanted it to work out!’ He taps on the globe displayed in front of him and turns it until the Indian subcontinent comes into view. With a longer tap of his finger, the screen starts showing different, colourful scenes. There are women and men at a river, putting their hands in and pouring water over their heads, obviously in bliss and happiness.

‘That doesn’t look too bad to me!’ Jesus comments, casting a questioning glance at Krishna, who is obviously not at all happy about what he sees. Instead of answering, he taps on a timeline displayed below the scene. He shifts the arrow forward until it comes to a stop in the year 2011. What you see now looks nearly the same but you can see that the water is darker and it seems that there are many more people around. ‘I started the rituals to worship the nature so that they would keep the rivers and forests clean and treat the world with respect. But what did they do? They just kept the rituals like an empty shell without understanding what I wanted them to do! Now they pour milk into the rivers while polluting them at the same time! They throw garbage into them but then go to take their holy baths at their banks, too. At the same time there are children dying of hunger just next to them! And all those Gurus don’t tell others about love and peace anymore but cheat them to get richer and richer. They have big amounts of gold and they sit on thrones while their followers lie in front of them and have hardly enough to feed themselves. I don’t know how the followers of Hinduism misunderstood my message!’ With a sigh he taps on the screen again, where you now see men with yellow-painted faces pour big pots of milk into a dark river that hardly flows and in the background a thin child in a desert-like area. The scene ends and they look again onto the planet earth.

Jesus clears his throat and tells ‘Well, if it makes you feel any better, Christianity didn’t develop in a very great way, either…’ He puts his fingers on the screen and turns the globe a bit so that Europe is in the center. With a tap on the shoe-formed country of Italy, another scene opens and the three bend a bit closer over the table. They see a man in white and red clothes lifting his hand in front of a big crowd of people. ‘They call him the Pope or Holy Father.’ Corners of the Mouths around the table twitch and quick glances are exchanged. ‘After I left they could not just go on following the love that I had taught them but they needed someone to follow. Now you have this man and millions believe whatever he says is right!’ Looking at Krishna he adds ‘Not very different from your Gurus…’ and with a few quick taps on the screen he changes the scene.

Two scenes follow upon each other: people going one by one into small cabinets where a grill separates them from a man clothed in simple clothes, talking, crying and leaving again. Then a man with the top of his head shaved in front of a young boy. He closes the door of the room. They are alone. ‘They all started believing so much in the institution that is called church and its priests that they believe to be sinners and that they need to confess. They even send their children to the priests to learn a good life. Unfortunately some priests misuse this trust and abuse little boys and girls!’ He sadly shakes his head, looking at the table. With a slow motion and a look at Mohammed he turns the timeline back for more than 500 years. ‘And of course I cannot forget the holy wars or crusades! What a catastrophe!’ Pictures of massacres and armies waving flags with crosses show upon the screen.

Mohammed looks at him in concern. ‘That is an old matter. Don’t believe I am happy with what is happening with Islam today!’ It is his turn now to tap on the screen and you see two planes flying directly into two tall skyscrapers, one after the other. A change of scene and there is a man with a big, bulky jacket in a busy subway. He pulls a small rope and it looks like the whole room explodes. Mohammed exclaims ‘They are doing this all in my name! Thousands of people are dying! But not only that, see what they do with their wives!’ He turns the globe, taps on Iran and shakes his head in sadness and disbelief while the three of them watch how a woman is buried until the head in sand, men surrounding her, stones in their hands.

At this point Krishna reaches out, closes the screen and stares down on the screen. Both, Jesus and Mohammad also put their hands onto the table. Suddenly the screen under their fingers starts flickering and at each point where their fingers touch the screen pictures and scenes appear. The three of them watch in amazement how people are laughing, some playing with animals on meadows, others feeding children in a village place, some people running along a beach, a few others planting trees in a forest.

With a smile on his face Mohammed says ‘Well, I guess there is another side to it, too. These people understand the importance of nature, of plants and animals.’ Jesus adds ‘Yes, they love each other and try to finish conflicts in a peaceful way.’ With a little concern Krishna says ‘Some of these people are older but many more young and they don’t believe in any religion anymore. The importance of religion seems to be getting less and less.’ They all watch in silence for a while thinking about the question what that means for them. Will we get unimportant now?

Finally Krishna concludes his contemplations: ‘It is fine without any religion, too. Hinduism, Christianity and Islam anyway started after we had gone there. We don’t need religions.’ Mohammed agrees ‘Yes, if all those wars and other bad things stop because religions come to their end, it is good. We don’t need to be worshipped.’ Krishna nods ‘We will always be there, in each of them, in every plant they water and in every animal they feed.’ And Jesus adds ‘If they live in love and peace, happy and free, we will be happy and present in each laugh, each hug and each loving gesture.’

Philosophical Fiction of religious Scriptures is not the only Truth – 27 May 11

I got a lot of response for yesterday’s diary and among those emails there was one, asking me about my point of view on scriptures.

First of all I want to mention that I respect any scripture from any religion. The Vedas, Gita, Ramayan, Puranas, Upanishads but also the Bible and the Quran. What I love about scriptures is that there is always something for everyone. There is so much philosophy in those scriptures, that you really can get some ideas on how to behave differently or change your pattern of thinking. Many people who study scriptures thus realize a lot about their own behavior and develop further, which in general a good thing.

So you see, I am not against the philosophy of the scriptures but I don’t agree on making one scripture your only truth. There are many people who believe that whatever is written in one particular scripture is the universal truth for all human beings on earth. There it is written what is right and what is wrong. With such a person you cannot have a healthy discussion because it will always end with them telling you that in their opinion something is a fact because it was written in the scripture.

This is when I believe the use of scriptures is wrong. You need to think about whether that, which you follow, is right for you or not. If I give you an example, we can have a look at the Bhagavad Gita. I love its philosophy and I still sometimes use a shloka or a mantra of the Gita in some talk or lecture. I believe that there is a lot of wisdom in it. There are however parts that I don’t agree with. Here is one of those shlokas, the 24th and last Shloka of the 16th chapter of the Gita:

Tasmac chastram pramanam te karyakarya-vyavasthitau |
Jnatva shastra-vidhanoktam karma kartum iharhasi ||

The translation of this shloka could be:

"One should therefore understand what is duty and what is not duty by the regulations of the scriptures. Knowing such rules and regulations, one should act so that he may gradually be elevated."

I don’t agree with this. The rules and regulations written in scriptures were written more than a thousand years ago! Times have changed, how can they be applied today? But many people insist that this is what the scripture says and it has to be done as it is written there.

This reminded me of a comment that another friend, Annan Boodram from America, wrote to me, quite some time ago:

”To be honest I question the concept of avatar. If one analyzes the lives of Rama and Krishna one sees many things that are incongruent with god. For example, Krishna kidnapped a woman about to married. And he dallied with hosts of married women. Both Rama and Krishna supported the inhumane caste system and the subjugation of women to men. Both advocated violence as a means of solving problems. And one can go on….On the other hand the God I accept is all compassionate, all merciful, all loving, absolutely embodies non-violence, does not tolerate inequities and inequalities et al. Anything less cannot be God.”

I absolutely agree and say again that a scripture is not a proof and should not be read with the thought that whatever is written there is 100% correct and relevant for this time. And this is something that is true for all religions, not only Hinduism.

I have not done much academic education but have invested thirty years of my life in studying scriptures. My personal opinion is today that these stories which are written in the scriptures may be nice but are still fiction, nice stories and no proof. Who knows if Krishna did that? Who knows who Rama really was? There is a lot of controversy in those stories. The different scriptures and sometimes even different versions of the same scripture contradict each other. This shows how things were added and changed in the course of time. If someone comes today and says that a certain action is right, because Krishna also acted like that, I see it as an excuse for doing wrong.

There is no scientific proof for those stories and they are nice to read with devotion. I want to request intellectual people, too, to read them in this way. Don’t read those scriptures from an intellectual point of view, trying to prove its contents in a scientific way. They are stories.

These scriptures were written by people like you and me, normal men. It was their experience, the experience of those who have written in that time. It was okay and right for them but that doesn’t mean that it is accurate for today. You don’t know in what situation they were and in which time they wrote it. When time changes, definitions change, our surrounding changes and we need to progress with it. Why should you make the same experience as that person who lived 1000 years ago? Times have changed and you make your own experiences. If your experience is different than from what the Bible or the Gita tells you, why don’t you believe in yourself? Why don’t you trust your experience?

What we read today is anyway mostly only an interpretation. Everybody can have his own view on things and I know that there are thousands different interpretations of the Gita. Again, don’t trust another person’s interpretation, trust your own feeling. You can take the positive aspects of every scripture and use them for you. Leave away what does not fit to you, what you don’t experience and what you feel is wrong.

My concept of God is just love, which is in all of us. We do not need to search God in scriptures or religions. This is how for me the concept of Avatar, a God reincarnated among us here on earth, does not make sense. It is just fiction. But unfortunately with this idea, people claim that they are God and others worship them as if they really were Gods. This is why I always say I am against human worship. It is just not real.

My whole life long I have preached from the scriptures, worshipping them and creating a full ritual out of such a lecture on the scriptures. I told about this in the category ‘My Life’ in my blog.

Today I don’t preach scriptures in ritualistic way anymore. Now all those scriptures have melted down to four letters: LOVE

This is my only philosophy. You don’t need to understand a lot of complicated philsophy, just learn how to love!

Philosophische Fiktion religiöser Schriften ist nicht die einzige Wahrheit – 27 Mai 11

Auf den gestrigen Tagebucheintrag habe ich viele Rückmeldungen bekommen und unter diesen war auch eine, in der ich nach meiner Meinung zu religiösen Schriften gefragt wurde.

Zuallererst möchte ich erwähnen, dass ich jede Schrift einer jeden Religion respektiere. Die Vedas, Gita, Ramayan, Puranas, Upanishaden, aber auch die Bibel und den Koran. Was ich an den Schriften liebe ist, dass sie immer etwas für jeden enthalten. In diesen Schriften ist so viel Philosophie, dass man wirklich einiges an Ideen bekommt, wie man sein Verhalten oder auch seine Denkmuster ändern kann. Viele Menschen, die die Schriften studieren, erkennen auf diese Weise viel über ihr eigenes Verhalten und entwickeln sich weiter, was im Allgemeinen etwas Gutes ist.

Ihr seht also, ich bin nicht gegen die Philosophie der Schriften, aber ich bin nicht damit einverstanden, eine Schrift zu seiner einzigen Wahrheit zu machen. Es gibt viele Menschen, die glauben, dass alles was in einer bestimmten Schrift geschrieben steht, die universelle Wahrheit für alle Menschen auf Erden darstellt. Dort steht was richtig und was falsch ist. Mit solch einer Person kann man keine gesunde Diskussion führen, da das immer damit endet, dass derjenige einem sagt, seiner Meinung nach ist etwas eine Tatsache, einfach weil es in der Schrift steht.

In diesem Fall glaube ich, dass die Verwendung der Schriften falsch ist. Du solltest darüber nachdenken, ob das, was du tust, für dich richtig oder falsch ist. Als Beispiel, können wir uns einmal die Bhagavad Gita ansehen. Ich liebe ihre Philosophie und verwende auch heute noch hin und wieder ein Shloka oder Mantra aus der Gita in meinen Vorträgen. Ich glaube, dass darin jede Menge Weisheit steht. Es gibt jedoch darin auch Passagen, denen ich nicht zustimme. Hier ist eines dieser Shlokas, das 24. und letzte Shloka des 16. Kapitels der Gita:

Tasmac chastram pramanam te karyakarya-vyavasthitau |
Jnatva shastra-vidhanoktam karma kartum iharhasi ||

Übersetzt bedeutet dieses Shloka in etwa:

"Man sollte also anhand der Regeln der Schriften verstehen, was seine Pflicht ist und was nicht. Mit dem Wissen dieser Regeln sollte man sich so verhandeln, dass man allmählich ansteigt.“

Dem stimme ich nicht zu. Die Regeln, die in diesen Schriften stehen, wurden vor mehr als tausend Jahren geschrieben! Die Zeiten haben sich geändert, wie sollte man sie den heute anwenden? Doch viele Menschen bestehen darauf, dass die Schriften genau das sagen und alles so getan werden muss, wie es dort beschrieben steht.

Das erinnerte mich an einen Kommentar, den ein weiterer Freund, Annan Boodram aus Amerika, mir schon vor einiger Zeit schrieb:

”Um ehrlich zu sein, stelle ich das Konzept von Avataren in Frage. Wenn man die Leben von Rama und Krishna analysiert, sieht man viele Dinge, die mit Gott inkongruent sind. Zum Beispiel entführte Krishna eine Frau, die kurz davor stand, zu heiraten. Und er scherzte mit den Gastgebern verheirateter Frauen. Beide, Rama und Krishna, unterstützten das unmenschliche Kastensystem und die Unterwerfung der Frauen. Beide waren Befürworter der Gewalt als Lösung für Probleme. Diese Auflistung kann man noch weiter betreiben… Andererseits ist der Gott, den ich akzeptiere gnädig, liebend, mitfühlend, gewalt-verneinend und toleriert keine Ungleichheiten jeglicher Art. Alles, was darunter liegt, kann nicht Gott sein.”

Ich stimme dem absolut zu und sage hier wieder, dass eine Schrift kein Beweisstück ist und nicht mit dem Gedanken gelesen werden sollte, dass alles, was darin steht, zu 100% richtig und für diese Zeit relevant ist. Und das ist etwas, das für alle Religionen wahr ist, nicht nur für den Hinduismus.

Ich habe nicht viel akademische Bildung genossen, habe aber dreißig Jahre meines Lebens damit verbracht, Schriften zu studieren. Meine persönliche Meinung ist heute, dass diese Geschichten, die in den Schriften stehen, vielleicht ganz schön sind, aber immer noch Fiktion sind, sie sind schöne erfundene Geschichten und keine Beweise. Wer weiß, ob Krishna das wirklich getan hat? Wer weiß, wer Rama wirklich war? In diesen Geschichten stecken viele Widersprüche. Die unterschiedlichen Schriften und manchmal sogar die unterschiedlichen Versionen der gleichen Schrift widersprechen einander. Das zeigt, wie die Dinge im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden und sich verändert haben. Wenn jemand heute kommt und sagt, dass eine bestimmte Handlung richtig ist, nur weil Krishna auch so gehandelt hat, sehe ich es als Ausrede für ein falsches Verhalten.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für diese Geschichten und wenn man sie mit Hingabe liest, sind sie schön. Ich möchte auch intellektuelle Menschen bitten, sie auf diese Weise zu lesen. Lies diese Schriften nicht vom intellektuellen Gesichtspunkt aus mit dem Versuch, den Inhalt wissenschaftlich zu beweisen. Es sind nur Geschichten.

Diese Schriften wurden von Menschen wie du und ich geschrieben, ganz normale Menschen. Es war ihre Erfahrung, die Erfahrung derhenigen, die in der Zeit geschrieben haben. Es war für sie okay und richtig, aber das bedeutet nicht, dass es auch heute noch passt. Du weißt nicht, in welchen Situationen sie sich befanden und zu welcher Zeit sie das schrieben. Die Zeiten ändern sich, Definitionen ändern sich, unsere Umgebung ändert sich und wir müssen uns auch mit entwickeln. Warum solltest du heute die gleiche Erfahrung machen wie jemand, der vor 1000 Jahren gelebt hat? Zeiten haben sich geändert und du machst deine eigenen Erfahrungen. Wenn deine Erfahrung sich von dem unterscheidet, was die Bibel oder die Gita dir sagen, warum glaubst du dann nicht an dich selbst? Warum vertraust du nicht deiner eigenen Erfahrung?

Was wir heute lesen ist sowieso meistens nur eine Interpretation. Jeder kann seine eigene Sicht der Dinge haben und ich weiß, dass es tausende unterschiedliche Interpretationen der Gita gibt. Wieder, vertraue nicht der Interpretation einer anderen Person, vertraue deinen eigenen Gefühlen. Du kannst den positiven Aspekt jeder Schrift nehmen und ihn für dich verwenden. Lass das weg, was nicht zu dir passt, was du so nicht fühlst und das, was du für falsch hälst.

Mein Konzept von Gott ist einfach nur Liebe, die in uns allen ist. Wir müssen nicht in Schriften oder in Religion nach Gott suchen. Deshalb ist für mich das Konzept von Avataren, einem Gott, der als Reinkarnation hier unter uns auf Erden lebt, nicht sinnvoll. Es ist einfach nur erfunden. Doch leider behaupten die Menschen aufgrund dieser Idee, dass sie Gott seien und andere verehren sie, als wären sie es wirklich. Deshalb sage ich immer, dass ich gegen Verehrung von Menschen bin. Es ist einfach nicht wahr.

Mein ganzes Leben lang habe ich die Schriften gepredigt, sie verehrt und ein ganzes Ritual aus einem Vortrag über die Schriften gemacht. Ich habe das in meinem Blog in der Kategorie ‚Mein Leben‘ beschrieben.

Heute predige ich keine Schriften mehr auf ritualistische Weise. Heute sind all diese Schriften zu fünf Buchstaben zusammengeschmolzen: LIEBE.

Das ist meine einzige Philosophie. Man muss keine komplizierte Philosophie verstehen, lerne einfach zu lieben!

God has no religion – just like me – 26 May 11

Someone asked me a question on my facebook page. I thought it could be interesting for more people, so I decided to answer it here in my diary.

“Swami, I have been reading your writing for some time now. I have also seen your profile and understand that you are a spiritual person and not religious. And I find that great. In reading some of the other blog posts you wrote, I saw that you don’t believe in worship of any man. I could not agree more. But I do not understand that you do not believe in Krishna and Ram. Do you believe in Christ? Or you don’t believe in Jesus Christ or Muhammad. Just trying to understand as I am a follower of your blog. Also I was showing my grandma your website and she said that some of the mantra that you have on your website belong to Hanuman. So I am confused. Thanks and regards Swami.”

I replied this question by saying that I see Krishna and Ram as my very close friends. I grew up with them and each year I wish them a happy birthday. How could I forget them? Their names are on my tongue often. When I greet people, I say ‘Jaisiyaram’. There, too, the name of Ram is present. Sometimes you can hear me say ‘He Ram’, just as those, who grew up in Christianity sometimes say ‘Oh Jesus’ or those who grew up in Islam say ‘Insha'Allah’.

This does not mean however that I am Hindu. I am no more a Hindu. I come from a very strong religious background but I do not consider myself anymore belonging to any religion. I don’t do any rituals and I don’t go to temples for worshipping. I have also not changed my religion. I don’t believe in converting or jumping from one religion to another. I did not start going to churches, synagogues or mosques now. I have left religion.

Sometimes people then wonder, if I left religion, why do I write ‘Swami’ Balendu? If I am not a Hindu, why do I use this attribute? I actually don’t see this word ‘Swami’ in connection with religion. You can read about this question in detail in one of my previous blog entries.

I don’t want to be Hindu, Muslim, Christian or anything else. I just want to be Human. I encourage other people, too, to leave religion and become only human. I believe religion often had and has the effect of poison: it kills people, it separates them, it creates hate among them. Human is made by God and religion is made by man. God did not create people with different religions, he made us all the same.

If you ask me now why I then use the names of God or their Mantras if I don’t believe in any religion, I have to tell you that I don’t think any of those Gods has a certain religion. For me Ram and Krishna are not Hindus, Jesus not a Christian and Allah and Muhammad not Muslims. They are God and they are one. I say love is God. They all are love and they all are God, without any religion.

I grew up with Ram and Krishna as my friends. Later I got to know about Jesus and Muhammad and made them my friends, too. I believe they love me, too. We have something in common: they don’t have a religion and I don’t, either. I am not a religious person and I don’t seek God in religious icons or figures. I know God is love and lives in our heart. If you, in a prayer or mantra, mention the name Jesus, Ram or also Hanuman, another friend of mine, it doesn’t mean that you specify a religion you are praying to. You have God in your heart, no matter which name you say with your tongue.

Gott hat keine Religion – so wie ich – 26 Mai 11

Jemand stellte mir auf meiner Facebook-Seite eine Frage. Ich dachte, das könnte für mehrere Menschen interessant sein, also beschloss ich, sie hier in meinem Tagebuch zu beantworten.

“Swami, ich lese jetzt schon seit einiger Zeit was du schreibst. Ich habe auch dein Profil gesehen und verstehe, dass du eine spirituelle Person bist und nicht religiös. Das finde ich toll. Beim Lesen anderer Dinge, die du geschrieben hast, habe ich gesehen, dass du nicht an die Verehrung von Menschen glaubst. Ich könnte nicht mehr zustimmen. Ich verstehe jedoch nicht, dass du nicht an Krishna und Ram glaubst. Glaubst du an Christus? Oder glaubst du nicht an Jesus Christus oder Mohammed. Ich versuche nur, das zu verstehen, da ich deinen Blog vergolge. Ich habe deine Internetseite auch meiner Großmutter gezeigt und sie sagte, einige der Mantras, die du auf deiner Internetseite hast, gehören zu Hanuman. Also bin ich verwirrt. Danke und alles Beste Swami.”

Ich habe diese Frage beantwortet, indem ich sagte, dass ich Krishna und Ram als meine engen Freunde ansehe. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und gratuliere ihnen jedes Jahr zum Geburtstag. Wie sollte ich sie vergessen? Ihre Namen liegen mir auf der Zunge. Wenn ich jemanden begrüße sage ich oft ‚Jaisiyaram‘. Da ist der Name von Ram auch dabei. Manchmal hört man mich sagen ‚He Ram‘, genauso wie diejenigen, die im Christentum aufgewachsen sind, manchmal sagen ‚Oh Jesus‘ oder die, die im Islam aufgewachsen sind ‚Insha'Allah’.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Hindu bin. Ich bin kein Hindu mehr. Ich habe einen starken religiösn Hintergrund, betrachte mich selbst jedoch nicht mehr als irgendeiner Religion zugehörig. Ich führe keine Rituale durch und ich gehe nicht zur Verehrung in Tempel. Ich habe meine Religion auch nicht gewechselt. Ich glaube nicht an das Konvertieren und Wechseln von einer Religion in die andere. Ich habe nicht damit begonnen, in Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu gehen. Ich habe jegliche Religion verlassen.

Manchmal fragen sich die Menschen dann, wenn ich Religion hinter mir gelassen habe, warum schreibe ich dann ‘Swami’ Balendu? Wenn ich kein Hindu bin, warum verwende ich dann dieses Attribut? Ich sehe dieses Wort ‚Swami‘ eigentlich nicht in Verbindung mit Religion. In einem meiner früheren Blogeinträge habe ich diese Frage im Detail diskutiert.

Ich will kein Hindu, Moslem, Christ oder irgendetwas anderes sein. Ich will einfach nur Mensch sein. Ich ermutige auch andere Menschen dazu, ihre Religion zu verlassen und einfach nur Mensch zu sein. Ich glaube, dass Religion oft die Wirkung von Gift hatte und hat: sie tötet Menschen, trennte sie von einander und schafft Hass unter ihnen. Der Mensch wurde von Gott geschaffen und Religion vom Menschen. Gott hat Menschen nicht mit unterschiedlichen Religionen geschaffen, er hat uns alle gleich geschaffen.

Wenn du jetzt mich fragst, warum ich dann den Namen Gottes verwende oder auch Mantras spreche, wenn ich doch nicht an Religion glaube, muss ich dir sagen, dass ich nicht glaube, dass irgendeiner dieser Götter eine bestimmte Religion hat. Für mich sind Ram und Krishna keine Hindus, Jesus kein Christ und Allah und Mohammed keine Muslime. Sie sind Gott und sie sind eins. Ich sage, Liebe ist Gott. Sie alle sind Liebe und sie alle sind Gott, ohne jegliche Religion.

Ich bin mit Ram und Krishna als meine Freunde aufgewachsen. Später lernte ich auch Jesus und Mohammed kennen und wir wurden Freunde. Ich glaube, dass sie alle auch mich lieben. Wir haben etwas gemeinsam: sie haben keine Religion und ich auch nicht. Ich bin keine religiöse Person und ich suche Gott nicht in religiösen Ikonen oder Figuren. Ich weiß, dass Gott die Liebe ist und in unseren Herzen lebt. Wenn du in einem Gebet oder einem Mantra den Namen Jesus, Ram oder auch Hanuman verwendest, ein weiterer Freund von mir, bedeutet das nicht, dass du in einer besonderen Religion betest. Du hast Gott in deinem Herzen, egal, welcher Name dir auf der Zunge liegt.

Modern Interpretation of Religious Scriptures and Politics in Temple – 3 Apr 11

I landed in Bangkok and was picked up by the man who had invited me. He was the former manager of a Hindu temple. He had talked with the present management of the temple and they all had agreed to invite me and organize my stay and lectures at the temple.

So there I was, living in the temple complex and giving each day one lecture of a few hours. As it was a temple, they already had an audience and for announcing my program they had simply informed the Indian community. This is how many people daily came to my lectures and they liked my style of interpretation.

Already before the cave I was giving lectures in a different way than the traditional religious speakers. I guess being modern and different is somehow in my nature. Traditionally a preacher or lecturer, who has nine days of lecture to fill, takes one scripture and explains it from the first to the last word. He reads out the scripture and tells one of the common interpretations. People may have heard this lecture before, by another speaker but they believe that it is good for them and their Karma to listen to those lectures. They come for a religious purpose and believe that simply hearing those words will be good for them.

What I did was to take pick one mantra, only one phrase of a scripture and went into a detailed interpretation which took the whole time of one lecture. I talked about the whole philosophy which is behind that sentence or phrase and of course with this I gave everybody a different, a new point of view. I was not only narrating the scripture but I gave a new idea to the meaning of the phrases. This is why people liked and enjoyed being in my lecture. It was different from what they usually heard from their preachers. It was not only their karma that had a benefit but they actually liked to listen.

In that year I also celebrated Janmashtami, the birthday of Krishna, in Bangkok. Obviously the Hindu temple had a very big celebration and they also felt honoured to have me there in that time, as I came from Vrindavan, the town of Krishna. The rituals that they did were just like in India and I had seen this kind of big celebrations there, too. I even did not find any difference in the politics of religious organizations in India and the temple management there.

The members had a lot of fights among each other, the president with the secretary, the secretary with the vice president and everybody with the person who dealt with the finances. They are in their prestigious positions and all have different ideas how they should use their ‘power’. Such religious organizations are just like normal companies or even like a country’s government, full of politics. They preach against ego and should be serving society! Instead they are looking for power, prestige and often also money.

To sum it up, I enjoyed my lectures and the program but not really the religious scene around it. Again it made me think. This was not the meaning of religion and this is not how religious people should act. You don’t need to prove that you are the most religious person of all. I thought about whether I would be able to cope with this kind of situations my whole life long. Did I really want to do this?

Moderne Interpretation religiöser Schriften und Politik im Tempel – 3 Apr 11

Ich landete in Bangkok und wurde von dem Mann abgeholt, der mich eingeladen hatte. Er war der ehemalige Manager eines Hindu Tempels. Er hatte mit dem gegenwärtigen Management des Tempels gesprochen und alle hatten gemeinsam beschlossen, mich einzuladen und meinen Aufenthalt und meine Vorträge im Tempel zu organisieren.

Da war ich also in Thailand, wohnte in dem Tempel-Komplex und gab jeden Tag einen Vortrag von einigen Stunden. Da es ein Tempel war, hatten sie bereits ein Publikum und um mein Programm anzukündigen, informierten sie einfach die indische Gemeinschaft. Und so kamen täglich viele Menschen zu meinen Vorträgen und hatten Freude an meinem Interpretations-Stil.

Schon vor der Höhle gab ich auf andere Weise Vorträge als die traditionellen religiösen Prediger. Wahrscheinlich liegt es mir irgendwie in der Natur, modern und anders zu sein. Traditionell nimmt ein Prediger, der eine Vortragsreihe von neun Tagen hat, eine Schrift her und erklärt sie vom ersten bis zum letzten Wort. Er liest die Schrift vor und erklärt eine der üblichen Interpretationen. Die Zuhörer haben diesen Vortrag oft schon einmal von einem anderen Prediger gehört, aber sie glauben, dass es für sie und ihr Karma gut ist, sich diese Vorträge anzuhören. Sie kommen aus religiösem Interesse und glauben, dass es ihnen schon gut tut, wenn sie einfach nur diese Worte hören.

Ich hingegen wählte ein Mantra, nur einen Satz einer Schrift aus und führte eine detaillierte Interpretation aus, die die komplette Zeit des Vortrags in Anspruch nahm. Ich habe die ganze Philosophie hinter diesem Satz oder dieser Phrase erklärt und natürlich gabe ich damit jedem damit eine neue und andere Sichtweise. Ich erzählte nicht nur die Schrift nach, sondern gab den Sätzen auch noch eine neue, tiefere Bedeutung. Das mochten die Leute an meinen Vorträgen. Es war anders als das, was sie immer von ihren Predigern hörten. Sie dachten nicht nur daran, dass es ihrem Karma wohl täte, sondern sie hatten wirklich Freude daran, mir zuzuhören.

Janmashtami, der Geburtstag Krishnas, fiel auch in die Zeit, die ich in Bangkok verbrachte. Natürlich gab es im Hindu Tempel eine große Feier und sie fühlten sich geehrt, mich in der Zeit dort zu haben, da ich aus Vrindavan kam, der Stadt Krishnas. Die Rituale, die sie vollführten, glichen denen in Indien und ich hatte auch dort diese Art von großen Feiern schon oft erlebt. Ich konnte nicht einmal einen Unterschied ausmachen zwischen der Politik in religiösen Organisationen in Indien und der Verwaltung des Tempels dort.

Die Mitglieder hatten untereinander viele Auseinandersetzungen. Der Präsident mit dem Sekretär, der Sekretär mit dem Vize-Präsidenten und alle mit dem Schatzmeister. Sie alle hatten ihre ehrenvollen Posten inne und hatten alle unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie ihre ‚Macht‘ ausüben sollten. Solche religiöse Organisationen gleichen ganz normalen Unternehmen oder sogar der Regierung eines Landes, einfach nur voller Politik. Sie predigen gegen Ego und sollten der Gesellschaft dienen! Stattdessen trachten sie nach Macht, hohem Ansehen und oft auch Geld.

Um es kurz zu machen, ich hatte Freude an meinen Vorträgen und dem Programm, aber nicht wirklich an der religiösen Szene drum herum. Wieder einmal brachte es mich zum Denken. Das war nicht der Sinn von Religion und religiöse Menschen sollten sich nicht so verhalten. Man muss nicht beweisen, dass man die religiöseste Person von allen ist. Ich dachte darüber nach, ob ich in der Lage sein würde, mein ganzes Leben lang mit solchen Situationen umzugehen. Wollte ich das wirklich?