Shopping for Ammaji’s in Germany – 19 May 16

We are back home.

In the morning we arrived in Delhi at the airport with all our huge luggage. I don’t know whether I already told you or not but we did a whole lot of shopping in Germany! We went to two wholesale markets to buy things for our restaurant which we don’t get in India or which are much better in Germany in terms of quality.

Additionally I had the idea to bring strawberries to India – for making strawberry ice cream out of original and fresh strawberries which we only find with difficulty in India. In Erkelenz I thus went to the supermarket together with Sonja to get some of those delicious red berries. When going in, we saw two stacks of strawberries at the entrance. We asked how much they were and the lady said they were to be thrown out and not for sale. After buying five kilogram of strawberries inside, we came out and saw the strawberries again. We now asked the lady why they would throw them away, as they looked perfectly fine. Sonja then started a conversation with her about how food should not be wasted – and in the end the lady gave us all the remaining strawberries for free! Nine more kilogram of strawberries!

Oh yes, and we brought them to Wiesbaden in the train, mashing only a few of them which were at the bottom of our bag! There we bought some sugar and spent yesterday the complete morning on cooking strawberries with sugar! Then there was a problem: which container could be the right one to take fourteen kilogram of strawberries plus sugar in the form of a sweet sauce in a plane to Germany?

So we took another trip! We ended up buying a canister which is normally used for transporting petrol! Stable, won’t break and will close tightly! We filled our delicious sweet sauce in there and packed it into a hard case suitcase! We laughed about the idea what might happen at the airport scans – because for sure, transporting petrol is not allowed and how would the scanner know it is strawberry sauce?

Having reached India, we opened our suitcase and here is the confirmation: a letter saying our suitcase was opened and inspected. Can you imagine the person who did the test and found it all to be strawberry sauce instead of petrol? I hope they had a good laugh, too!

And that, my dear readers, is how our guests will now get strawberry ice cream made from real German strawberries! This is something I can promise you no other restaurant here will provide!

Einkaufstour für Ammaji’s in Deutschland – 19 Mai 16

Wir sind wieder daheim.

Heute früh sind wir mit all unserem riesigen Gepäck am Flughafen Delhi angekommen. Ich weiß nicht, ob ich euch das bereits erzählt habe oder nicht, aber wir haben in Deutschland jede Menge Shopping betrieben! Wir sind in zwei Großmärkten gewesen, um Dinge für unser Restaurant zu kaufen, die wir in Indien nicht bekommen oder eben qualitativ viel besser in Deutschland.

Zusätzlich hatte ich die Idee, Erdbeeren nach Indien zu bringen – um Erdbeereis aus frischen, echten Erdbeeren zu machen, die wir in Indien nur schwer finden. In Erkelenz bin ich also mit Sonja in einen Supermarkt gegangen, um einige dieser leckeren roten Beeren zu kaufen. Am Eingang sahen wir zwei Paletten Erdbeeren. Als wir nach dem Preis fragten, erfuhren wir, dass diese nach dem Wochenende und einem Feiertag nun nicht mehr verkauft würden. Nachdem wir drinnen fünf Kilo Erdbeeren gekauft hatten, kamen wir raus und hielten noch einmal bei den Paletten an. Nun fragten wir die Dame, warum sie sie denn wegwerfen würden, da sie doch noch völlig gut aussahen. Sonja unterhielt sich dann ein wenig mit ihr darüber, wie viel Nahrungsmittel doch verschwendet würden – und am Ende gab die nette Frau uns die übrigen Erdbeeren kostenlos! Neun weitere Kilo Erdbeeren!

Oh ja, und wir haben sie im Zug nach Wiesbaden gebracht und dabei nur ein paar zu Brei gemacht, die ganz unten in der Tasche waren! Dort kauften wir etwas Zucker und verbrachten gestern den ganzen Morgen damit, Erdbeeren in Zucker einzukochen! Ein Problem kam noch auf: in welchem Behälter sollten wir denn vierzehn Kilo Erdbeeren mit Zucker in Form einer süßen Soße in einem Flugzeug nach Deutschland bringen?

Also machten wir eine weitere Einkaufsfahrt! Am Ende kauften wir einen Kanister, in dem normalerweise Benzin transportiert wird! Stabil, bricht nicht und schließt auf jeden Fall lückenlos! Unsere leckere süße Soße haben wir dort hineingefüllt und diesen in einen Hartschalenkoffer gepackt! Bei der Idee, was wohl an den Scannern im Flughafen geschieht, mussten wir lachen – denn sicherlich ist es nicht erlaubt, Benzin im Flugzeug zu transportieren und wie sollte der Scanner wissen, dass es sich um Erdbeersoße handelt?

In Indien angekommen, haben wir nun unseren Koffer geöffnet und hier ist die Bestätigung: ein Brief, der besagt, dass unser Koffer geöffnet und inspiziert worden war. Könnt ihr euch das Gesicht desjenigen vorstellen, der den Test machte und herausfand, dass es nicht Benzin war – sondern Erdbeersoße? Ich hoffe, sie konnten auch darüber lachen!

Und so, meine lieben Leser, bekommen unsere Gäste nun Erdbeereis aus echten deutschen Erdbeeren! Ich verspreche euch, dass das kein anderes Restaurant hier anbietet!

One Year without Ammaji – 10 Dec 13

So today is the first anniversary of Ammaji’s death. It has been one year but we all remember the night and day of her passing as if it was just yesterday. A full year has passed but still we are thinking of her daily and are missing her very much.

For a long time, the pain was too fresh for us to put up any picture of Ammaji. I even avoided looking at her photos on the computer, especially when Apra was close-by. Apra was missing her and we had the feeling that whenever she saw a picture, she was sad as well, not able to understand why Ammaji is no more with her. On this Diwali however, we had a big picture developed and hung it on the wall in Babbaji’s room.

Babbaji tells that now he says good morning to her and good night to her by looking at her picture. Her place on his bed remains empty and we all can just imagine his grief for losing the woman he loved and had by his side for fifty years.

All our lives have changed after the 10th December 2012. The whole Ashram has changed. The kitchen was her empire and it lost its empress. Many of our staff members are the same and they have been trained by her but we still notice that things are not going as smoothly as they should. Everything is going on, nothing stops but there are these two hands missing. Food tastes good but it doesn’t have Ammaji’s love in it.

It cannot be the same taste and that’s how the memories of her loving preparation and the pride of presenting a new dish or one of her specialties have often brought tears during food time. At the same time however we are cooking, mixing spices, trying new recipes and thinking of her joy in the kitchen, imagining how it would be if she was still there. How she would have ideas and transform them into delicious creations. How she would give us ideas of putting more of one or the other spice. How she would teach our little Apra to roll rotis or stir the vegetables.

Ammaji’s vegetable garden has gone with her. None of us has the patience or dedication that she had for growing those plants and nobody wants to step into this small fenced area of our garden, remembering her pride with which she brought out fenugreek, spinach, broccoli, cauliflower, eggplants and so much more.

There are so many more memories, thoughts, feelings and emotions and it all just comes to this conclusion: we are missing our mother, wife, daughter, mother-in-law and grandmother. But with the joy of raising Apra, also our world continues to turn as we think of Ammaji with love every single day.

Ein Jahr ohne Ammaji – 10 Dez 13

Heute ist also der Ammaji’s erster Todestag. Es ist nun ein Jahr her, aber wir haben die Bilder der Nacht ihres Todes vor unseren Augen, als wäre es gestern. Ein ganzes Jahr ist vorüber, aber wir denken immer noch täglich an sie und vermissen sie sehr.

Eine lange Zeit lang war der Schmerz zu frisch für uns, als dass wir ein Bild von Ammaji hätten aufhängen können. Ich vermied es sogar, Bilder von ihr auf dem Computer anzusehen, besonders, wenn Apra in der Nähe war. Apra vermisste sie und wir hatten das Gefühl, dass sie beim Anblick der Bilder auch traurig war und nicht verstehen konnte, warum Ammaji nicht mehr bei ihr ist. An diesem Diwali jedoch haben wir ein großes Bild entwickeln lassen und es in Babbajis Zimmer an die Wand gehängt.

Babbaji erzählt, dass er ihr nun mit einem Blick auf das Bild einen guten Morgen und eine gute Nacht wünscht. Ihr Platz auf seinem Bett bleibt leer und wir alle können uns seine Trauer um die Frau, die er liebte und fünfzig Jahre lang an seiner Seite hatte.

All unsere Leben haben sich nach dem 10. Dezember 2012 verändert. Der ganze Ashram hat sich verändert. Die Küche war ihr Reich und das Reich hat seine Königin verloren. Viele unserer Mitarbeiter sind die Gleichen und haben von ihr gelernt, aber wir merken immer wieder, dass die Dinge nicht so glatt laufen, wie sie sollten. Alles geht weiter, aber diese zwei Hände fehlen. Das Essen schmeckt gut, aber Ammajis Liebe fehlt.

Es kann nicht genau so schmecken und so haben die Erinnerungen an ihre liebevolle Zubereitung und den Stolz, wenn sie ein neues Gericht oder eine ihrer Spezialitäten gekocht hat, während dem Essen oft zu Tränen geführt. Gleichzeitig jedoch kochen wir, mischen Gewürze, probieren neue Gerichte aus, denken an ihre Freude in der Küche und stellen uns vor, wie es wäre, wenn sie noch da wäre. Wie sie Ideen hätte und diese in leckere Essensschöpfungen verwandeln würde. Wie sie uns vorschlagen würde, noch etwas mehr vom einen oder anderen Gewürz hinzuzugeben. Wie sie unserer kleinen Apra beibringen würde, wie man Rotis rollt oder das Gemüse umrührt.

Ammajis Gemüsegarten ist mit ihr gegangen. Keiner von uns hat die Geduld oder Hingabe, die sie mit diesem Pflanzen hatte und niemand will dieses kleine, umzäunte Gebiet unseres Gartens betreten, weil wir uns an den Stolz erinnern, mit dem sie Bockshornklee, Spinat, Brokkoli, Blumenkohl, Auberginen und so viel mehr aus dem Garten geerntet hatte.

Da sind noch so viel andere Erinnerungen, Gedanken, Gefühle und Emotionen und das alles läuft auf diese Schlussfolgerung hinaus: wir vermissen unsere Mutter, Frau, Tochter, Schwiegermutter und Großmutter. Doch während wir mit Freuden Apra beim Größerwerden zusehen, dreht sich auch unsere Welt weiter und wir denken jeden Tag mit Liebe an unsere Ammaji.

How Apra thinks of Ammaji, one Year after she passed away – 9 Dec 13

Today our little baby girl Apra is 23 months old. We are today thinking of this date, exactly one year ago, when Apra was 11 months old and we spent the last day and evening together with my mother, Ammaji, who then passed away in the night, in the early morning hours of the 10th December 2012.

After Ammaji was gone, we noticed how Apra wanted to go into her room to go to her, to play with her. She could not really talk yet in that time but ‘Amma’ was already clearly audible and much clearer than that were her gestures. She asked where she was – and we told her that she had gone far, far away.

We wanted her to remember and we told her about Ammaji. Of course, when we look at old pictures of Apra, Ammaji is often in the photo and Apra has seen them all. There is a big picture of Ammaji and Apra in Babbaji’s room and when she looks at it longer, she asks ‘Where is Ammaji?’ and even answers herself: far, far away.

When Apra eats, she often takes herbal salt along with her food and when Babbaji asks her who made it, she answer ‘Ammaji’.

Ammaji has knitted a lot of things, among others a big yellow shawl of wool, which we daily wrap Apra into in the mornings. I have told her who made it and that’s how she sometimes now asks herself ‘Who made this shawl?’ and the answer follows straight on ‘Ammaji!’

And when we look through those old pictures, Apra sometimes says ‘Ammaji loved Apra very much!’

Yes, she did. We had the wish that she may remember her grandmother and all of this love she had for her. We told her about it, tried to remind her and even though she was just eleven months old, she does remember that love that she received, it is part of her, of who she is and it will always be.

Ammaji will always be with our little one through this love.

Wie Apra an Ammaji denkt, ein Jahr nach ihrem Tod – 9 Dec 13

Heute ist unsere kleine Apra 23 Monate alt. Heute denken wir an diesen Tag vor genau einem Jahr, als Apra 11 Monate alt war und wir den letzten Tag und Abend mit meiner Mutter, Ammaji, verbracht haben, die dann in der Nacht verstarb, in den frühen Morgenstunden des 10. Dezembers 2012.

Nachdem Ammaji von uns gegangen war, merkten wir, wie Apra immer wieder in ihr Zimmer zu ihr gehen und mit ihr spielen wollte. Sie konnte damals noch nicht richtig sprechen, aber ‚Amma‘ war bereits ganz deutlich zu hören und noch deutlicher waren ihre Gesten. Sie fragte, wo sie war – und wir sagten ihr, dass sie jetzt ganz, ganz weit weg ist.

Wir wollten, dass sie sich erinnert und so haben wir ihr von Ammaji erzählt. Natürlich ist Ammaji in vielen alten Bildern, die wir Apra zeigen. Da hängt ein großes Bild von Ammaji und Apra in Babbajis Zimmer und wenn sie es sich länger ansieht, fragt sie ‚Wo ist Ammaji?‘ und antwortet mittlerweile auch selbst: ganz weit weg.

Wenn Apra isst, nimmt sie oft Kräutersalz zu ihrem Essen und wenn Babbaji sie fragt, wer es gemacht hat, antwortet sie ‘Ammaji’.

Ammaji hat immer viel gestrickt, unter anderem auch einen großen, gelben Wollumhang, in den wir Apra jeden Morgen einwickeln. Ich habe ihr gesagt, wer den Umhang gemacht hat und so fragt sie nun manchmal selbst ‚Wer hat den hier gemacht?‘ und die Antwort folgt gleich darauf: ‚Ammaji!‘

Und wenn wir uns alte Bilder ansehen, sagt Apra manchmal ‚Ammaji hat Apra ganz arg lieb gehabt!‘

Ja, das hat sie. Wir hatten den Wunsch, dass sie sich an ihre Großmutter und an all die Liebe erinnert, die sie ihr geschenkt hat. Wir haben ihr davon erzählt, versucht, ihr das ins Gedächtnis zu rufen und obwohl sie erst elf Monate alt war, erinnert sie sich an die Liebe, die sie bekommen hat, es ist ein Teil von ihr, von der Person, die sie ist und das wird es auch immer bleiben.

Ammaji wird durch diese Liebe auf ewig bei unserer Kleinen sein.

My first Birthday without my Mother – a Decision not to celebrate – 14 Oct 13

Today is my 42nd birthday. After the last 41 birthdays, the fact that I got another year older is not very surprising anymore. Still however this birthday is a bit different than the ones before.

What is a birthday? Is it only a day to celebrate yourself? To have a party because you are happy you are on this earth? Let people congratulate you to this fact? Actually, I believe much more than it is the day that you were born, it is the day that your mother gave birth to you! It is not actually your special day, it is the day of you and your mother!

I know now, as a father, how much I am looking forward to my daughter’s birthdays. It is still three months until she will turn two years old but I am already full of anticipation, planning the day and imagining her joy. Whenever Apra’s mother and I talk about this topic, we also talk about the day when this little girl arrived on this earth. No, not even only that day, also the days before and the days after.

After more than 40 years, a mother may not think of a birthday that long in advance anymore. On the birthday itself however, I am sure that there is the memory of that morning, midday, evening or night when this man or woman, then a tiny being, saw the light of the day. The feeling how she held this little person in her arms, the emotions that she felt, the love that her heart was overflowing with.

Today is my first birthday without my mother. Last year she left so suddenly, after having celebrated my birthday, her and my father’s anniversary and Diwali with us. It was a shock, it was unexpected, too early and more than just a surprise. It was life-changing. That’s why she is still with us in everything we do and there is not a day when we don’t think of her. During food time we have said countless times that food doesn’t actually taste the way it did when her loving hand prepared it. It is the first time that I am here in India, at the Ashram, on my birthday and my mother won’t be the one preparing the birthday food for us. I don’t even feel like having a celebration today and we decided not to invite any guests.

I want to dedicate this day to Ammaji, my loving mother, the best mother on earth I could imagine. To Ammaji, who gave birth to me and my three siblings, who loved me unconditionally throughout my life with all the changes that I brought not only to my own life but also to hers. Who had to see her daughter leave this earth before her time. Who welcomed my wife like her own child and whose biggest happiness was to feed us and see us happy. Who held my own, newborn daughter in her arms, smiling with a shine in her face I had not seen for years. Yes, my birthday is also the day when this great woman became Ammaji, my mother.

Mein erster Geburtstag ohne meine Mutter – eine Entscheidung nicht zu feiern – 14 Okt 13

Heute ist mein 42. Geburtstag. Nach den letzten 41 Geburtstagen ist die Tatsache, dass ich ein weiteres Jahr älter geworden bin, nicht mehr überraschend. Trotzdem ist dieser Geburtstag jedoch anders als alle zuvor.

Was ist ein Geburtstag? Ist es nur ein Tag, an dem du dich selbst feierst? An dem du eine Party hast, weil du dich freust, hier auf Erden zu sein? Damit dir Leute zu dieser Tatsache gratulieren können? Ich glaube, viel mehr als der Tag, an dem du geboren wurdest, ist es der Tag, an dem dich deine Mutter gebar! Es ist eigentlich nicht dein Ehrentag, es ist der Tag von dir und deiner Mutter!

Ich weiß jetzt, als Vater, wie sehr ich mich auf die Geburtstage meiner Tochter freue. Es sind immer noch drei Monate bis zu dem Tag, an dem sie zwei Jahre alt sein wird, aber ich bin bereits voller Vorfreude, plane den Tag und stelle mir ihre Freude vor. Immer, wenn Apras Mutter und ich über dieses Thema sprechen, sprechen wir auch von dem Tag, an dem dieses kleine Mädchen zur Welt gekommen ist. Nein, nicht einmal nur von diesem Tag, auch von den Tagen vorher und den Tagen danach.

Nach mehr als 40 Jahren denkt eine Mutter vielleicht nicht mehr so lange im Voraus an einen Geburtstag. An dem Geburtstag selbst jedoch ist da sicherlich doch die Erinnerung an den Morgen, Mittag, Nachmittag, Abend oder die Nacht, als dieser Mann oder diese Frau, damals noch ein ganz kleines Wesen, das Licht der Welt erblickte. Dieses Gefühl, wie sie diese kleine Person in ihren Armen hielt, die Emotionen dieses Augenblicks, die Liebe, vor der ihr Herz überquoll.

Heute ist mein erster Geburtstag ohne meine Mutter. Letztes Jahr ging sie so plötzlich, nachdem sie meinen Geburtstag, ihren Hochzeitstag und Diwali mit uns gefeiert hatte. Es war ein Schock, es war unerwartet, zu früh und mehr als nur eine Überraschung. Es hat unser Leben verändert. Darum ist sie immer noch bei allem, was wir tun bei uns und es vergeht immer noch kein Tag, an dem wir nicht an sie denken. Beim Essen sagen wir zahllose Male, dass das Essen nicht so schmeckt, wie es von ihrer Hand geschmeckt hat. Es ist das erste Mal, dass ich an meinem Geburtstag hier in Indien im Ashram bin und meine Mutter nicht diejenige sein wird, die das Geburtstagsessen für uns zubereitet. Ich habe nicht einmal Lust, heute zu feiern und so haben wir beschlossen, keine Gäste einzuladen.

Ich möchte diesen Tag Ammaji widmen, meiner lieben Mutter, der besten Mutter, die ich mir auf dieser Erde vorstellen kann. Ammaji, die mich und meine drei Geschwister zur Welt gebracht hat, die mich mein ganzes Leben lang bedingungslos geliebt hat, mit all den Veränderungen, die ich nicht nur in mein Leben, sondern auch in ihres gebracht habe. Die sich von ihrer Tochter weit vor deren Zeit für immer verabschieden musste. Die meine Frau wie ihr eigenes Kind in der Familie aufnahm und deren größtes Glück es war, uns zu Essen zu geben und uns glücklich zu sehen. Die meine eigene, neugeborene Tochter in ihren Armen hielt und das mit einem Strahlen in ihren Augen, wie ich es seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ja, mein Geburtstag ist auch der Tag, an dem diese großartige Frau zu Ammaji wurde, meiner Mutter.

Returning to the Ashram – Home sweet Home – 26 Jun 13

After a smooth flight, we yesterday arrived well back in India and at the Ashram. We had a night flight and that’s how Apra slept through most of it, making it possible for us to close our eyes a little bit as well. We had told her that my brother Purnendu would come to pick us up and that we would then go to the Ashram to meet everyone there. She was singing the names of all the people there while we walked through the airport, mixing some names of German friends in her song, too.

When we finally came out of the airport and met Purnendu, she was super happy but suddenly a bit shy, too. She smiled and was happy to sit on his arm but it seemed as though happiness had overwhelmed her. This was not the situation for long though! Soon she was in the car, excitedly describing the traffic around her. The cows, the horses, the people, the sounds of horn and all the other things that she had not seen on the roads in Germany. Another thing happened that has never happened to me in Germany but so many times in India – we had a puncture! This incident delayed our return to the Ashram for some minutes but finally we reached there.

It was wonderful to reach home with Apra. Everyone had been missing us and most of all her, so everyone came to greet her, to hold her, to play with her. She was amazed in the first minutes and overjoyed by seeing everyone. She ran from one to the other, making sure all were there and then started playing with Jay Singh and Mohit for the rest of the evening. She was so excited to be with them that again and again she took Jay Singh’s face in her both hands and said his name. Of course they were more than happy to play with her, too!

Everyone at the Ashram has one problem however: they have to learn German! Apra has learned so many German words and got used to speaking in German that many times people don’t understand her! She will repeat it and, if she knows the translation, repeat it in English or Hindi, too, but sometimes they have to turn to Ramona to get a translation – or guess until they know what she means!

While Apra then had a lengthy sleep in the afternoon, Ramona and I stayed up until the evening, knowing that this was the best method for us to get into the rhythm of this time zone. Our baby was not aware of this system though! She had slept nicely in the afternoon and had no intention to fall asleep on Indian time! Her sleeping time in Germany was around nine o’clock – and that’s when she finally slept. Half past twelve in the night we were finally allowed to sleep, too. Obviously we slept accordingly long, too! The fatigue of the journey and the missing sleep of the night before had its effect: when we got up in the morning, it was already ten o’clock. But we are quite confident that this time problem will get better just with time.

It was a beautiful return to the Ashram and I would say it is the happiest ever with Apra around wouldn’t there be one factor due to which this would be the saddest return. My mother was, for the first time in my life, not at home to welcome us back. Of course there was food to eat, of course there were arms to hug us and welcome us but the food made from her hands was not there, these arms were not there. She was not there and we missed her badly.

Again however, we look at Apra and let her cheer us up. My mother lives on in her and what she taught Apra in her first eleven months has helped making her the clever girl she is.

Rückkehr in den Ashram – Home sweet Home – 26 Jun 13

Nach einem ruhigen Flug sind wir gestern wieder in Indien und im Ashram angekommen. Wir hatten einen Nachtflug und so schlief Apra fast die ganze Zeit, was es uns möglich machte, unsere Augen auch für eine kleine Weile zu schließen. Wir hatten ihr gesagt, dass mein Bruder Purnendu uns abholen kommen würde und dass wir dann zum Ashram fahren und dort alle treffen würden. Während wir durch den Flughafen liefen, beschäftigte sie sich damit, die Namen der Mitglieder der Ashram-Familie zu singen und mischte hin und wieder auch ein paar deutsche Freunde in ihr Lied.

Als wir schließlich aus dem Flughafen kamen und Purnendu trafen, freute sie sich wahnsinnig, war aber plötzlich auch ein bisschen schüchtern. Sie lächelte und ließ sich auch von ihm tragen, aber es sah so aus, als wäre sie vor Freude ein bisschen überwältigt. Das war jedoch nicht lange so! Bald saß sie im Auto und beschrieb ganz aufgeregt den Verkehr um sie herum. Die Kühe, die Pferde, die Menschen, die Hupen und all die anderen Dinge, die sie auf den Straßen in Deutschland nicht zu sehen bekommen hatte. Es ist noch etwas passiert, was mir in Indien so oft und in Deutschland noch nie passiert ist – wir hatten einen Platten! Dieser Vorfall verzögerte unsere Rückkehr einige Minuten, aber schließlich kamen wir doch an.

Es war toll, mit Apra heim zu kommen. Jeder hat uns und vor allem sie vermisst, also kamen alle her, um sie zu begrüßen, auf den Arm zu nehmen und mit ihr zu spielen. In den ersten Minuten war sie fasziniert und schäumte über vor Wiedersehensfreude. Sie rannte von einem zum anderen, stellte sicher, dass alle da waren und fing dann an, mit Jay Singh und Mohit zu spielen, was sie auch bis zum Abend machte. Sie war so aufgeregt, dass sie Jay Singh’s Gesicht immer wieder in beide Hände nahm und seinen Namen sagte. Natürlich freuten sie sich genauso, mit ihr zu spielen!

Alle Ashram-Bewohner haben jedoch ein Problem: sie müssen Deutsch lernen! Apra hat so viele deutsche Wörter gelernt und hat es sich angewöhnt Deutsch zu sprechen, dass sie hier nun oft nicht verstanden wird! Sie wiederholt ihr Wort und sogar in Englisch oder Hindi, wenn sie die Übersetzung kennt, aber manchmal müssen sie sich an Ramona wenden, um eine Übersetzung zu bekommen – oder raten, bis sie wissen, was sie meint!

Während Apra dann am Nachmittag ein langes Schläfchen hielt, blieben Ramona und ich bis zum Abend wach in dem Wissen, dass das die beste Methode ist, in den Rhythmus dieser Zeitzone zu kommen. Unser Baby kannte dieses System aber leider nicht! Sie hatte am Nachmittag gut geschlafen und deshalb keine Lust, zu indischer Zeit schlafen zu gehen! In Deutschland ging sie immer gegen neun Uhr ins Bett – und genau zu der Zeit ging sie auch schlafen. Um halb eins in der Nacht durften wir uns schließlich auch hinlegen. Natürlich schliefen wir auch entsprechend lang! Die Erschöpfung von der Reise und der fehlende Schlaf der Nacht zuvor zeigten ihre Wirkung: als wir am Morgen aufstanden, war es bereits zehn Uhr. Aber wir sind recht zuversichtlich, dass sich dieses Problem mit der Zeit selbst erledigt.

Es war schön, wieder in den Ashram zurückzukommen und ich würde sagen, dass es mit Apra die schönste Rückkehr aller Zeiten war, wäre da nicht dieser eine Aspekt, aufgrund dessen es eigentlich die traurigste Rückkehr aller sein sollte. Meine Mutter war zum ersten Mal in meinem Leben nicht da, um uns willkommen zu heißen. Natürlich gab es Essen, natürlich gab es Arme, um uns zu umarmen, aber das Essen war nicht von ihren Händen gemacht und es waren nicht ihre Arme. Sie war nicht da und wir haben sie sehr vermisst.

Doch wieder sahen wir Apra an und ließen sie uns aufheitern. Meine Mutter lebt in ihr weiter und was sie ihr in den ersten elf Monaten ihres Lebens beigebracht hat, hat dazu beigetragen, dass sie jetzt so ein schlaues Mädchen ist.