Gestern habe ich über die Frage geschrieben, ob Yogalehrer ihre Schüler korrigieren sollten oder nicht. Ich habe erklärt, warum Yashendu, Ramona und ich nach dem Prinzip ‚so wenig wie möglich, so viel wie nötig‘ handeln. Außer diesen Korrekturen gibt es noch etwas, was die meisten Yogalehrer viel tun, wir aber für gewöhnlich nicht: die Sanskrit-Worte für die Stellungen zu verwenden und eigentlich alles schwieriger darzustellen, als es ist.
Liebe Yogalehrer, ich weiß, ihr habt alle in euren Yogalehrer-Ausbildungen diese Sanskrit-Begriffe für die Asanas, die Kriyas, die Mudras und noch mehr gelernt. Ihr habt wahrscheinlich ganze Abende lang versucht, diese seltsam klingenden Worte in euren Kopf zu kriegen und versucht, sie richtig auszusprechen, obwohl eure Zunge manchmal einfach nicht in der Lage dazu schien, diese Klänge zu produzieren. Ihr wollt die Begriffe nun auch anwenden, das Wissen an eure Schüler weitergeben und deshalb verwendet ihr diese Worte auch selbst großzügig in euren Stunden.
Habt ihr jemals darüber nachgedacht, dass das vielleicht gar nicht notwendig ist? Noch mehr als das, dass es einige eurer Schüler sogar verunsichern oder stören könnte?
Ich habe in meinem Leben eine sehr große Anzahl Yogaschüler getroffen und hatte mit vielen diese Unterhaltung, auch mit den Schülern unserer eigenen Yogalehrer-Ausbildungen. Macht Yoga nicht kompliziert und schwierig, indem ihr eine Anzahl fast nicht auszusprechender Worte hinzufügt!
Warum verwendet ihr nicht einfach die deutschen Begriffe dafür oder in welcher Sprache auch immer ihr unterrichtet? Wenn ihr die Sanskrit-Namen gelernt habt, habt ihr diese doch wahrscheinlich auch gelernt, oder?
Wenn ihr das Folgende noch nicht wisst, so sage ich es euch jetzt: die meisten Sanskrit-Namen beschreiben einfach nur die Form oder Handlung der Stellung, das war’s! ‚Matsyasana‘ hört sich toll und exotisch an und man muss es ein paar Mal wiederholen, um es ordentlich sagen zu können, doch das Wort bedeutet einfach nur ‚Fisch-Stellung‘. Warum? Weil man in der Stellung wie ein Fisch aussieht! Hinter diesem Namen verbirgt sich kein größeres Geheimnis! Die meisten Stellungen haben solche Namen, weil sie an Tiere oder Gegenstände erinnern – oder sie beschreiben wörtlich die verwendeten Körperteile, zum Beispiel ‚Sirsasana‘, der Kopfstand. ‚Shirsha‘ ist das Sanskrit Wort für Kopf. Keine riesige Wissenschaft dahinter!
Also bitte, liebe Yogalehrer, macht es euren Schülern leicht, verständlich und angenehm.
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