Patanjalis Schock wegen verschiedener Yoga-Stile – 2 Jan 08

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Heute sind Yashendu, Ramona und ich nach Melle gefahren, um dort mit der neuen Yogalehrerausbildung zu beginnen. Wir haben also eine Menge Zeit im Zug verbracht oder dabei, unser schweres Gepäck von einem Gleis zum anderen zu tragen.

Als wir dann in Melle ankamen, haben wir unsere neuen Yoga-Schüler kennengelernt. In einer einführenden Runde erklärte ich ihnen meine Auffassung von mir, meiner Arbeit und meinem Ziel:

„Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, wann ich mit Yoga angefangen habe. Ich kam 2001 das erste Mal in Deutschland. Auf dieser ersten Reise auβerhalb Indiens kam ich nach Deutschland, Spanien und nach London. Ich habe viele Orte gesehen, viele Yoga-Zentren besucht und viele Menschen kennen gelernt. Ich wurde irgendwie immer gefragt, welcher Tradition ich angehören würde und welche Art von Yoga ich denn praktizieren würde. Diese Fragen verwirrten mich etwas. Normalerweise bin ich keine Person, die leicht verwirrt ist. Doch diese Frage brachte mich wirklich durcheinander. In Indien hatte ich nie von verschiedenen Traditionen gehört. Und dann reise ich in unterschiedliche Länder und besuche verschiedene Yoga-Zentren und höre die Leute sagen ‚Ich mache diese Art von Yoga, du machst jene, dies ist eine Zentrum dieser Tradition, das dort von jener Tradition’. Ich hörte das schon recht oft und ich überlegt dies: Wenn Patanjali, der vor 2600 Jahren die Yoga-Sutras geschrieben hat, jetzt in diese Welt kommen würde und sich das anschauen würde, dann wäre er geschockt. Ich wette, er hätte nie gedacht, dass es so viele verschiedene Yoga-Richtungen und Traditionen geben würde.

Wenn in Indien jemand Yoga macht, dann tut er dies und nicht irgendeine bestimmte Art von Yoga. Ich denke, das kam hierher, weil die Menschen sich hier gut fühlen, wenn sie das Gefühl haben , sie gehören zu etwas, wenn sie ein bestimmtes Label haben. Vielleicht hat das hier so angefangen. Von meiner Seite würde ich euch gerne wissen lassen, dass ich nicht von einer bestimmten Tradition kommen und dass ich nicht daran interessiert bin, eine neue Tradition zu starten. Ich könnte ja auch hierher kommen, euch Yoga unterrichten und dann sagen, das sei ‚Swami-Style-Yoga’. So beginnt eine Tradition. Ich spüre, dass jeder einzigartig ist. Was auch immer Jutta, Yashendu oder ich euch beibringen werden oder was ihr euren Schülern unterrichtet, es wird einzigartig sein. Wir alle haben unsere einzigartige Seele.”

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