Gyan Yoga – Werde zum Beobachter ohne Ego des Handelns – 27 Apr 08

Yoga

Ich will den gestrigen Vortrag über Karma Yoga gerne noch weiter für euch aufschreiben.
Im Karma Yoga bietest du Gott alle deine Handlungen an und stellst folglich keine Erwartungen an das Ergebnis. Wir wissen alle, dass jede Enttäuschung von unerfüllten Erwartungen kommt. Wenn du durch deinen Handlungen etwas bekommen willst, besteht die Möglichkeit, dass du enttäuscht wirst. Noch dazu entwickelst du Ego. ‚Ich habe das für dich getan und deshalb musst du dies für mich machen. Wie viel habe ich dir gegeben und wie viel bekomme ich dafür von dir?’ Das wird das Ego vergröβern. Du bist davon überzeugt, dass du der Tuer bist. Derjenige, der handelt und derjenige, der vom Ergebnis profitieren sollte.

Gyan Yogis haben sich zum Ziel gesetzt, jedes Ego, der Handelnde zu sein, aufzulösen. Und da ist die Verbindung zwischen Gyan Yoga und Karma Yoga. Auf beiden Wegen werden die Handlungen und Taten Gott dargeboten und das Ergebnis wird von der Person, die handelte, nicht erwartet. Diese Yogis stellen keine Erwartung an das Ergebnis. Natürlich ist es normal, in unserem täglichen Leben Erwartungen zu haben.

Eltern zum Beispiel, die ihr Kind mit viel Liebe beim heranwachsen begleiten, die viel Zeit, Anstrengung, Gefühle und Liebe geben, werden erwarten, dass das Kind sie respektvoll behandelt und sich um sie kümmert, wenn sie alt sind. Doch es gibt immer die Möglichkeit, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden und die Eltern enttäuscht werden. Vielleicht gibt es ja Gyan Yogi oder Karma Yogi Eltern, die ihre Pflicht erfüllen, die Kinder erziehen und keine Erwartungen stellen und folglich nicht enttäuscht werden. Doch diese Einstellung ist schwer zu erreichen. Wenn du etwas oder jemandem viel Liebe und Aufwand gibst, wirst du natürlich Erwartungen haben. Was du tun kannst ist, deine Erwartungen zu reduzieren. Biete Gott alles dar, was du tust.

Irgendwie sind in der westlichen Kultur viele Eltern schon Gyan Yogis. In Indien erwarten die Eltern von ihren Kindern, dass sie sich um sie kümmern und das tun diese normalerweise dann auch. Wenn nicht, werden die Eltern enttäuscht sein. Doch im Westen müssen Eltern in Gyan Yoga leben, ohner Erwartungen an die Kinder, weil sie wahrscheinlich im Alter nicht für sie da sind. Eltern müssen selber nachdenken, wie sie leben werden, wenn sie alt sind, weil die Kinder sie verlassen, wenn sie alt genug dafür sind. Also bauen Eltern im Westen keine so groβen Erwartungen auf. Natürlich werden sie immer etwas Hoffnung behalten, doch wenn die Kinder sie im Stich lassen, dann wird es nicht so eine schlimme Enttäuschung sein wie in Indien für indische Eltern. In Indien wären die Eltern sehr enttäuscht, da ihre Erwartungen so hoch waren.

Das war ein kleiner Kommentar zu meinem Vortrag und ich werde dieses Thema in den nächsten Tagen weiter erklären.

Purnendu hat mir heute am Telefon geagt, dass es in Indien schon heiß ist, 45 Grad Celsius in Vrindavan. Heute wurde das Essen im Ashram von einer Frau in Wiesbaden gespendet. Sie hat ihre Spende eigentlich nicht für Essen gemacht, sonder für den Kindergarten und die Kinder. Und als ich mit Thomas zusammensaß und redete, sagten wir, dass wir es für Essen verwenden könnten, weil das so wichtig ist. Jede Spende, die wir bekommen, kommt unseren Kinderwohltätigkeitsprogrammen zugute, dem Essen von Kindern, den Büchern und der Kleidung. Und weil sie etwas für Kinder machen wollte, haben wir uns hierfür entschieden. Ich habe auch mit Kanu, dem Zweieinhalbjährigen, gesprochen und er ist sehr gesprächig jetzt. Er wollte wissen, wie es in Feutschland sei und fragte, wie es Yashendu, Ramona und sogar ihren Schwestern gehe. Es ist jetzt eine ganze Weile her, dass sie von dort weggingen, aber er denkt immer noch an sie.
Hier klicken, um Bilder des Essens des Tages im Ashram in Indien zu sehen

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