Wie sich unsere Strategie von der riesiger wohltätiger Organisationen unterscheidet – 2 Mar 16

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Mit einem Geschäft und einer wohltätigen Organisation obendrauf versuchen wir manchmal Vergleiche zu machen – was nicht immer funktioniert. Im Fall der Werbung zum Beispiel: während es viele Möglichkeiten gibt, sein Geschäft zu bewerben, gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Methoden, um eine wohltätige Organisation zu bewerben. Und wisst ihr was? Die allgemein häufigste Methode gefällt uns überhaupt nicht!

Denkt mal drüber nach: wenn man Werbung fürs Geschäft macht, hat man grenzenlose Möglichkeiten: Angebote für zwei zum Preis von einem, Rabatt über eine bestimmte Prozentzahl, Geschenke, wenn man bestimmte Angebote kauft, Frühbucherrabatt und Last-Minute-Preise.

Jetzt versuchen wir das mal mit wohltätiger Arbeit: zwei Kinder zum Preis von einem? Rabattangebot für das heutige Schulessen! Werde Pate für ein Kind und die Kinder bekommen ein Essen in deinem Namen kostenlos! Reserviere drei Schulanfänger für das Schuljahr 2016/17!

Ihr versteht schon – so geht es natürlich nicht. Nein, Marketing für Wohltätiges läuft anders. Wen soll man fragen? Naja, wenn man nicht jede Menge Geld für einen Berater ausgeben will, kann man das Offensichtliche tun und sich die großen wohltätigen Organisationen ansehen und wie diese das machen. Man kann es kaum ‚die Konkurrenz’ nennen, weil wir ja nicht darum wetteifern, die gleichen Kinder zu füttern! Dazu kommt, dass wir verglichen mit ‚World Vision‘ oder ‚SOS Kinderdörfer‘ so klein sind, dass man es nicht wirklich ‚Wettbewerb‘ nennen kann.

Wenn man sich jedoch ihre Strategie ansieht, findet man einen gemeinsamen Trend: sie wählen die schrecklichsten, traurigsten und schlimmsten Bilder aus, die sie finden konnten. Plakate zeigen Kinder, die nackt im Deck sitzen und weinen, ihre Zeitschriften zeigen Kinder, die von Fliegen bedeckt betteln oder dem Tode nahe nur noch weinen. Sie zeigen das Extreme und damit bewegen sie diejenigen, die aus Mitleid geben.

Das ist nicht das, was wir wollen. Es passt für uns einfach nicht, die schrecklichen Dinge zu verwenden, die wir sehen, die Menschen zu schockieren und sie nur durch das Extreme zu bewegen! Wir wollen unsere gute Arbeit zeigen, wir wollen, dass die Leute sehen, wie glücklich unsere Kinder sind, wir wollen, dass sie wissen, dass sie nicht an Hunger oder Krankheit sterben!

Zugegebenermaßen arbeiten diese Firmen mit Notsituationen, die wir hier nicht haben. Das macht unsere Hilfe jedoch nicht weniger wichtig – doch wie stellt man den täglichen Kampf dar?

Es ist ein Kampf, den unsere Kinder und deren Familien jeden Tag haben. Es ist schwierig, regelmäßig Arbeit zu finden, sie können nicht lesen oder schreiben und finden deshalb keine höhere Arbeit als für den Tageslohn, wo Hunderte oder Tausende nach der gleichen Art von Arbeit suchen. Wir haben Halbwaisen und Waisen, um die sich der Rest der Familie kümmert, wir haben behinderte Eltern, arbeitslose Eltern, hart arbeitende Mütter und Väter, riesige Großfamilien auf kleinstem Raum.

Am Ende jedoch wollen wir zeigen, dass wir ihnen helfen glücklich zu sein und ihre Leben zu verbessern. Deshalb zeigen wir unsere Kinder nicht weinend oder unter Schmerzen. Wir zeigen lachende Gesichter – und das werden wir auch weiterhin so tun!

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