Ich möchte euch heute gerne einer älteren und einer neuen Schülerin unserer Schule vorstellen: Varsha, zehn Jahre alt, und Kajal, sieben Jahre alt.
Varshas Vater stellt Malas und andere Gegenstände der Gottesverehrung her, die er auf einem Stand an der Straßenseite verkauft. Es ist ein Geschäft, das sehr von religiösen Feiertagen abhängt, von der Pulgermenge, die in die Stadt kommt und seinem Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wir wissen, dass dieser Beruf niemanden reich macht, doch als wir seine Ehefrau nach einem ungefähren Betrag fragten, wie viel ihr Ehemann denn wohl verdiene, kamen wir nicht weit: sie hatte keine Ahnung. Sie hat mit Geld nichts zu tun. Sie ist einfach nur daheim und kümmert sich um die Kinder.
Ihr Zuhause besteht aus einem Zimmer in einem Haus, in dem Varshas Vater und seine drei Brüder leben, alle mit ihren Familien. Das bedeutet, dass das Haus, obwohl es recht groß ist, ziemlich voll wird, wenn alle daheim sind. Jede der Familien hat ein Zimmer und sie verdienen, kochen und essen getrennt. Während uns das zeigt, dass die Tradition der Großfamilien langsam verschwindet, bekommen wir beim Eintreten die zärtliche Szene zu sehen, wie eine Mutter ihren bereits dreizehn Jahre alten Sohn wäscht.
Das Lustige ist, dass Varsha im letzten Jahr den Upper Kindergarten, also die zweite Vorschulklasse unserer Schule bestanden hat, während die jüngere Kajal die zweite Klasse einer billigen Privatschule in der Nähe besuchte. In diesem Schuljahr jedoch hat Kajal wieder von vorne angefangen, in unserer Vorschulklasse. Warum? Weil sie in ihrer vorigen Schule Jahre zugebracht hat, ohne wirklich etwas zu lernen. In nur zwei Jahren bei uns hat Varsha so viel gelernt, dass ihre Eltern unter den Ersten bei der diesjährigen Schuleinschreibung waren, um sicherzustellen, dass auch ihre jüngere Tochter einen Platz in unserer Schule bekommt.
Sie sind alles andere als reich und so lernt auch nur ihr ältestes Kind und einziger Sohn an einer Privatschule mit etwas besserem Standard. Beide Mädchen waren an einer Privatschule, doch aufgrund des geringen Einkommens der Familie, war das eine sehr billige Schule. Es war trotzdem eine Last für ihr Haushaltsgeld und als sie von unserer Schule hörten, schickten sie zuerst Varsha. Beide Mädchen, die jetzt an unsere Schule gehen, werden eine noch bessere Schulbildung bekommen, als ihr Sohn und wir hoffen, dass das ihrem Leben eine andere, bessere Richtung gibt.
Wenn du uns helfen möchtest, diese Mädchen und ihre Bildung zu unterstützen, kannst du die Patenschaft für ein Kind übernehmen oder das Essen für einen Tag spenden!
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