Wenn ein Monsunregen eine große Gefahr bedeutet – Unsere Schulkinder – 16 Aug 13

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Heute möchte ich euch einem Jungen vorstellen, der seit drei Jahren an unserer Schule ist: Sanju. Sanju ist zwölf Jahre alt und lebt seit zehn Jahren in Vrindavan. Er erinnert sich an kein anderes Zuhause und mag die Gegend, in der er mit seiner Familie lebt, weil er dort viele Freunde hat. Es gibt nur eine Sache, die ihm daran nicht gefällt: jedes Jahr, wenn der Monsun beginnt, sieht er, wie sich seine Eltern um eine Sache sorgen – ‚Wird unser Haus auch dieses Jahr dem Wasser standhalten?‘

Sanjus Vater ist ein Rikscha-Fahrer. Er hat schon immer mit solcher und ähnlicher Arbeit täglich etwas Geld verdient und ist dabei von einer Stadt in die andere gezogen. In seinem Heimatsdorf hat er ein Haus – aber da gibt es keine Arbeit, nichts, von dem man leben könnte! Seine Frau ist aus Kolkata, in Westbengalen, hat aber eine Schwester in Vrindavan und so haben sie Vrindavan als die nächste Stadt ausgewählt, in die sie mit dem zweijährigen Sanju und seiner einen-Monat-alten Tochter zogen. Ein weiterer Junge folgte und sie beschlossen, in Vrindavan zu bleiben, wenn es finanziell möglich sein sollte. Sie kauften ein kleines Haus und freuten sich, dass sie ihr eigenes Zuhause hatten. Bis der nächste Monsun kam und das Wasser nicht nur durch das Dach tropfte, sondern auch zur Tür hereinfloss!

Das ist seitdem jedes Jahr die Situation der Familie. Sie müssen an verschiedenen Stellen Eimer und Töpfe aufstellen, um das Regenwasser aufzufangen und es nicht ihre zwei kleinen Zimmer durchnässen zu lassen. Sobald das Wasser jedoch die Straße hinunterfließt, kann man es nicht mehr vermeiden, im Haus selbst durchs Wasser waten zu müssen. Die ganze Gegend ist vom Hochwasser gefährdet, da die Häuser einfach zu nahe am Ufer der Yamuna gebaut wurden.

Das letzte große Hochwasser im Jahr 2010 war für die Familie eine Katastrophe: ihr Haus lief bis unters Dach voll. Als das Wasser anstieg, war die Strömung so stark, dass die Wände des Hauses es nicht aushielten. Sie bekamen tiefe Risse und das Haus sah aus, als würde es bald auseinanderfallen. In dem Jahr breiteten wir unsere wohltätige Arbeit auf dieses Gebiet Vrindavans aus. Wir organisierten medizinische Lager, machten ein Essens-Lager, in dem wir für die Menschen der Gegend kochten und fuhren sogar auf Booten raus, um denen zu Essen zu bringen, die vom Wasser vom Rest der Stadt abgeschnitten waren. Sanju und seine Mutter zeigten uns damals ihr Haus – es sah aus, als würde das Wasser es bald wegwaschen. Im Video, das ihr unten seht, könnt ihr auch diese Szene von 2010 sehen.

Sanjus Mutter musste mit ihren zwei jüngeren Kindern zu ihren Verwandten ziehen und Sanju kam mit einigen weiteren Kindern der Gegend zu uns in den Ashram, so dass er weiter zur Schule gehen konnte. Sein Vater jedoch blieb, so wie viele andere Männer der Gegend, und schlief auf dem Dach, um ihre wenigen Habseligkeiten davor zu bewahren, gestohlen zu werden.

Irgendwie hielten die Wände statt. Der Wasserspiegel sank und die Familie war froh, dass ihr Haus immer noch dort stand, wo es zuvor war – mit Spalten und Rissen, aber es war da. Sie hatten nicht das Geld für Reparaturarbeiten. Kein Geld, um die Wände mehr als notdürftig auszubessern. Was passiert das nächste Mal, wenn der Fluss übers Ufer tritt? Was passiert, wenn eines Tages ein Sturm zu stark ist für die geschwächten Wände? Sie wissen, dass sie gefährlich leben, dass die Wände jederzeit in sich zusammenfallen können, aber sie haben keine Wahl. Das Geld, das sie verdienen, ist gerade genug, um sich selbst und ihre Kinder mit Essen und Kleidung zu versorgen.

Zumindest müssen sie sich keine Sorgen um die Schulbildung ihrer Kinder machen. Sanju geht bereits bei uns zur Schule und sie haben versprochen, dass sie die jüngeren Kinder nächstes Jahr auch bei uns zur Schule schicken werden. Auf diese Weise haben die Kinder jeden Tag ein warmes Essen und lernen etwas, womit sie die Aussichten ihrer Familie auf eine bessere Zukunft erhöhen!

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