Vor einigen Monaten habe ich euch von einem Mädchen unserer Schule erzählt, Pooja, deren Hochzeit für dieses Jahr geplant war, die wir jedoch verhindern konnten. Heute möchte ich euch gerne den Rest der Familie vorstellen, ihre drei Geschwister, die auch auf unsere Schule gehen und ihre Eltern.
Poojas zwei ältere Schwestern sind bereits erwachsen, verheiratet und haben je zwei Kinder. Pooja ist mit ihren 15 Jahren nun das älteste Kind im Haus. Dann kommt Manoj, 14 Jahre, Pinky mit ihren 10 Jahren und Tannu, die Jüngste, 7 Jahre alt.
Wer meine Blogeinträge über die Kinder unserer Schule verfolgt hat, kann hier wahrscheinlich bereits ein Muster erkennen: sechs Kinder und fünf davon Mädchen! Die Eltern haben wahrscheinlich versucht, vor und nach Manoj noch mehr Söhne zu haben. Schließlich müssen sie nun fünf Mädchen verheiraten – und für jede einzelne brauchen sie das Geld für eine Mitgift und die Hochzeitsfeier, die traditionell von der Familie der Braut bezahlt wird.
Es gab einmal ein Haus, naja, zumindest einen Teil des Hauses, in Familienbesitz. Der Vater und seine zwei Brüder hatten das Haus geerbt und es wurde verkauft um die zwei ältesten Töchter des Hauses zu verheiraten! Da sie nun jede bereits selbst zwei Kinder haben, waren sie wahrscheinlich selbst noch nicht einmal aus dem Teenageralter heraus! Jetzt muss die Familie in einem Mietshaus wohnen.
Der Vater ist ein Tagelöhner, hat früher Rikschas gefahren und nimmt eigentlich jede Arbeit an, mit der er Geld für seine Familie verdienen kann. Die zwei Zimmer, die sie in einem Haus einer anderen Person mieten, kosten normalerweise etwa die Hälfte seines monatlichen Einkommens. Die Vermieter haben ihnen gesagt, sie könnten die Toilette des Hauses auch nutzen, wenn sie dafür extra zahlen. Sie beschlossen, das Geld zu sparen und lieber auf den Feldern zu gehen! Doch trotzdem bleibt nicht viel übrig für Essen und Kleidung, geschweige denn die Bildung von vier Kindern!
Deshalb sind Pooja, Manoj, Pinky und Tannu bei uns in der Schule. Sie sind in der sechsten, vierten und zweiten Klasse sowie in der zweiten Vorschulklasse. Die Lehrer berichten, dass Pooja nicht die Schnellste ist, wenn es um das Verständnis des Stoffes geht, aber sie bemüht sich sehr. Manoj beeindruckt mit seinem guten Verhalten im Unterricht, obwohl er natürlich auch gerne mit seinen Freunden Witze macht. Pinky und Tannu, die Kleineren, sind sehr lebendig und die Lehrerinnen sagen, dass sie am Besten bei Spielen und Gedichten lernen, die sie in den kleineren Klassen oft machen.
Wir hoffen, wir können sie alle noch viele weitere Jahre unterrichten, so dass sie lernen und sich eine bessere Zukunft schaffen können! Wir werden unser Bestes geben!
Du kannst uns helfen, ihnen zu helfen! Werde Pate für ein Kinder oder spende das Essen für einen Tag und mache deinen Beitrag!
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