Gestern habe ich euch von Monika und ihrem Unfall erzählt und auch, wie wir ihr helfen werden. Heute möchte ich euch genau erzählen, warum wir das Artemis Krankenhaus in Gurgaon nahe Delhi gewählt haben.
Um das besser zu verstehen, muss man vielleicht wissen, dass es Regierungskrankenhäuser in Indien gibt, die Patienten kostenlos behandeln. Dort muss man nur die Medikamente bezahlen – und auch davon nur einen Teil. In einem solchen Krankenhaus in Delhi wurde Monika das erste Mal behandelt. Warum also bringen wir sie nicht in dieses staatliche Krankenhaus, wo es doch viel billiger sein könnte und wo sie ihren Fall bereits kennen?
Zunächst einmal sind staatliche Krankenhäuser hoffnungslos überlaufen. Niemand wird zurückgewiesen und für viele ist das die einzige Möglichkeit, medizinisch behandelt zu werden. Natürlich wäre das nicht der Grund für uns, da nicht hinzugehen, wenn wir wüssten, dass Monika da die Behandlung bekommen würde, die sie braucht. Danach sieht es jedoch nicht aus. Warum? Weil sie auch als sie dort war, nicht so behandelt wurde, wie es nötig gewesen wäre.
Am 4. Mai, nach dem Unfall, wurde Monikas Familie in zwei Krankenhäusern in Vrindavan zurückgewiesen. Sie gingen nach Mathura, wo sie übernachteten. Eine schreckliche Nacht für alle – die Ärzte wussten nicht, was sie tun sollten und so bekam Monika nicht einmal Schmerzmittel. Am nächsten Morgen fuhr die Familie weiter nach Agra, die nächstgrößere Stadt und warteten stundenlang verzweifelt auf einen Arzt. Endlich bekam Monika etwas Linderung – Salbe, Verband und Schmerzmittel. Es war jedoch bereits klar, dass sie nach Delhi weiter müssen – aber wie? Schließlich lieh sich Monikas Mutter etwas Geld und rief einen Krankenwagen, um sie nach Delhi zu fahren! Es war eine Reise des Leidens durch die verschiedenen staatlichen Krankenhäuser und entgegen ihrer Hoffnungen war sie da noch nicht zu Ende!
Monikas Onkel lebt in Delhi, so dass sie dort etwas Unterstützung ihrer Familie hatte, aber das hilft natürlich wenig, wenn die Tochter in einem Bett in der Krankenstation liegt, ihr Kopf von den Verbrennungen geschwollen, ihre Haut an vielen Stellen offen und ihre Augen so geschädigt, dass sie nur zwischen hell und dunkel unterscheiden kann, sonst nichts. Statt ihre Arbeit zu machen, schimpfen die Krankenschwestern die Mutter. Ein Arzt kommt jeden Tag vorbei, der Oberarzt jede Woche. Jedes Mal werden die Krankenschwestern von den Ärzten getadelt – und geben die ärgerlichen Worte weiter an die verzweifelte Mutter, die ihr Bestes gibt, um die Wunden ihrer Tochter zu säubern.
Die brennende Frage: wie geht es weiter? Sie werden heimgeschickt, bleiben bei dem Onkel, kommen eine Woche später zurück ins Krankenhaus und werden wieder eingewiesen, weil die Wunden zu schlimm sind. Rein und raus. Sie bekommen Medikamente – manche davon werden vom Krankenhaus übernommen und andere müssen sie selbst bezahlen. Der Bruder der Mutter hilft nochmal aus. Er verdient etwas mehr und weiß, dass sie niemand anderen haben, den sie um Hilfe bitten können.
Eines Tages bekommt die Mutter Anweisungen, den Oberschenkel der Tochter zu rasieren und ihr nichts zu essen zu geben, um sie auf eine Operation vorzubereiten. Sie schöpfen Hoffnung, dass nun etwas für sie getan wird. Aber niemand kommt, um sie zu holen. Nach stundenlangem Warten erzählt ihnen eine Krankenschwester, dass Monika an dem Tag nicht operiert würde. Schließlich bringt die Mutter ihre Tochter wieder nach Hause. Sie soll nach vierzehn Tagen zurückkommen, aber das kann sie sich nicht leisten.
Als wir all das hörten, beschlossen wir, Monika in ein Krankenhaus zu bringen, wo wir uns gut fühlen. Wo wir wissen, dass der Service gut ist, die Mitarbeiter immer freundlich und hilfreich und wo die Leute sich um einen kümmern. Das Artemis Krankenhaus, der Ort, an dem Apra geboren wurde und wohin wir im April zurückkehrten, als mein Knie operiert werden musste. Wir kennen dort mehrere Ärzte und hatten immer die beste Behandlung erfahren, die wir uns vorstellen konnten. Die Atmosphäre ist freundlich, der Ort ist sauber und, was das Wichtigste ist, man kann dort Vertrauen in die Behandlung haben.
So vertrauen wir auch der Aussage der plastischen Chirurgen, dass man Monika schon vorher hätte helfen können. Dass eine Operation in den ersten Wochen nach ihrem Unfall, ein Schnitt an der Haut um ihren Hals, um die Spannung zu lösen, ihr geholfen hätte. Dass sie jetzt nicht in einer so schlimmen Situation wäre, wenn das damals geschehen wäre.
Die schlimmsten sieben Monate ihres Lebens liegen bereits hinter Monika und wir werden die nächsten zu einer Reise der Behandlung und Genesung machen. Das Bühnenbild werden jedoch nicht dunkle und überfüllte Säle sein, in denen Krankenschwestern herumschreien und Patienten ärgerlich schimpfen. Es wird kein stundenlanges Warten geben, im Zweifel, ob ein Arzt für eine Operation kommt oder nicht. Es wird eine Zeit, die sicherlich auch etwas Schmerz beinhalten wird, aber in der das Gefühl überwiegen wird, dass für ihre Besserung alles getan wird, was möglich ist!
Wenn ihr euch also fragt, ob wir bewusst einen Weg gehen, der mehr kostet, ist die Antwort: ja, das tun wir. Aber es ist der bessere Weg – und darum werden wir auch die Kosten tragen, so dass Monika ihren Körper wieder bewegen kann!
Ihr könnt uns helfen, Monika zu unterstützen! Hier findet ihr alle Einzelheiten zu ihrer weiteren Behandlung.
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