Nachdem ich gestern die Erfahrung von Ashramgästen beschrieben habe, die auf Besuchen bei unseren Schulkindern dabei waren, fragte uns jemand: wie halten wir es aus, ständig diese Armut zu sehen? Das ist eine Frage, die uns viele Indien-Reisende stellen. Ihr seid vielleicht überrascht – wir haben darauf sogar eine Antwort.
In Indien hat man diesen offensichtlichen Unterschied von reich und arm ständig vor den Augen. Man hat einen riesigen Tempel, gebaut mit Millionen Dollar, die ein Guru von seinen Anhängern bekommen hat und davor sitzen Bettler in Fetzen und strecken ihre Hände nach dir aus. Du läufst in Delhi umher, kommst gerade aus einem riesigen Laden heraus, in dem jeder Gegenstand genauso viel kostet wie in New York oder Paris und ein Kind zieht dich am Ärmel: ich habe Hunger, kannst du mir was zu essen kaufen?
Ja, man wird oft an die Armut hier erinnert. Natürlich sehen wir sie aufgrund unserer Arbeit mit unseren Kindern die ganze Zeit und müssen uns Problemen stellen, die keine Schule mit zahlenden Schülern hat. Wir lernen die Schwierigkeiten kennen, die sie in ihrem Leben haben und ja, natürlich fühlen wir mit ihnen.
Zuerst einmal möchte ich euch daran erinnern, dass diese Armut immer da ist, egal, wo auf diesem Planeten du dich befindest. Es ist egal, ob du gerade in einem schicken Restaurant in London sitzt oder in einem Flüchtlingslager in Zentralafrika Wasser austeilst – auf dieser Welt gibt es Kinder, die verhungern, andere, die nicht zur Schule können und wieder andere, die keinerlei medizinische Versorgung bekommen. Es macht Armut also nicht schlimmer, wenn du nach Indien kommst – du wirst nur daran erinnert und es ist dir bewusster, als es jemals sein kann, wenn du daheim auf deiner Couch sitzt!
Die Hauptsache sind deine Gefühle dazu. Wenn es dich berührt, wenn du hier bist, wenn du das Bedürfnis hast, ihnen zu helfen, wenn du sie siehst, halte dieses Gefühl auch auf der Heimreise am Leben! Das ist die Emotion, die wir brauchen, damit die ganze Welt zusammenkommt und denen hilft, die Hilfe brauchen.
Und das ist auch unsere Antwort auf die Frage: wir tun unser Bestes, um zu helfen.
Egal, wie klein deine Bemühungen zu helfen sind, doch wenn du etwas siehst und dich schlecht fühlst, versuche zu helfen, etwas zu ändern, anderen davon zu berichten. Ich weiß, dass unsere Schule recht klein ist, wenn man an die Massen der armen Kinder in diesem Land denkt. Es ist nur eine kleine Bemühung, Kindern Essen und Bildung zu geben, ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Wenn es jedoch viele Schulen wie unsere gibt, so ist das ganz viel! Ihr könnt auch helfen – zum Beispiel mit einer Kinderpatenschaft oder indem ihr ihnen das Essen für einen Tag spendet!
Selbst, wenn du nicht herkommen kannst, selbst, wenn du nicht genau diesen Kindern helfen kannst und selbst, wenn du finanziell überhaupt nicht in der Lage bist zu spenden – hilf jemandem in deiner Nähe, der es braucht. Manchmal ist nur ein Lächeln, eine helfende Hand und ein gutes Wort mehr als du meinst!
Wenn das Schlechte auf dieser Welt dich zu überwältigen droht, denk dran: was auch immer du tust, egal, wie klein die Bemühung auch ist, es hilft!
Related posts
Neue Arbeitshefte für unsere kleinsten Schulkinder – 22 Okt 16
Brillen für unserer Kinder! – 20 Sep 16
Kostenlose Augenuntersuchung für die Kinder unserer Schule – 31 Aug 16
Vier Mädchen und zwei Jungs – und fünf von ihnen lernen bei uns! – Unsere Schulkinder – 29 Apr 16
Abschiedsparty für unsere Fünftklässler in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant – 26 Apr 16
Wenn das warme Schulessen das Beste am Tag ist – Unsere Schulkinder – 18 Mär 16
Eine weitere drei-in-eins Operation für Monika – 14 Mär 16
Ein Halbwaise, der nach seinem Ort sucht – Unsere Schulkinder – 11 Mär 16
Wenn Teenager als Tagelöhner arbeiten – Unsere Schulkinder – 4 Mär 16
