Heute sind wir noch ein paar weitere unserer Schulkinder besuchen gegangen. Einer von ihnen war Sonu, ein schlauer Junge aus dem UKG, der uns direkt bis zu sich nach Hause mitnahm. Nein, nicht direkt – über die Dächer anderer Leute!
Also betraten wir Sonus Haus über das Dach und kletterten dann die engen, steilen Treppenstufen in den kleinen Hof hinunter, den sie mit den anderen Untermietern des Hauses sowie der Familie der Hausbesitzer selbst teilen. Das Haus hat noch einen anderen Eingang – der ist nur viel schwieriger zu erreichen! Bald hatten wir Sonus Mutter und zwei seiner zwei Brüder zusammengerufen – der Dritte duschte zu dem Zeitpunkt gerade.
Sonus Vater ist Fahrer, fährt ein Privatauto und verdient etwa 85 Euro pro Monat. Die Miete für das eine Zimmer und die Benutzung der Toilette beträgt etwa 15 Euro. Wir fragten Sonus Mutter, ob ihr genug für den Haushalt und andere Ausgaben übrig bliebe. Sie lächelte und antwortete ‚Es muss ja irgendwie gehen, oder?‘
Mit vier Kindern, erklärte sie, sind da Kleidung, Essen, manchmal dies und manchmal das. Eine weitere monatliche Ausgabe sind die Schulgebühren für ihren ältesten Sohn. Das alles zusammen erklärt, warum sie Sonu an unsere Schule schicken – weil er da kostenlos Bildung und dazu ein warmes Mittagessen bekommt!
Sonus ältester Bruder ist elf Jahre alt, der zweite Bruder zehn, Sonu selbst acht und sein jüngster Bruder fünf Jahre alt. Vishnu, der zweite Bruder geht nicht zur Schule. Er hat ab und zu epileptische Anfälle, seit er drei Jahre alt war. Ärzte haben ihm Medikamente verschrieben, der er regelmäßig nimmt. Seine Mutter erzählt, es sei schon viel besser, passiere aber immer noch. Es scheint, als hätte ihn das auch beeinträchtigt, da er sehr lange braucht um zu arbeiten, wenn man ihn etwas fragt und weil ein Auge ständig zur Seite wandert und er zu schielen beginnt.
Sonu jedoch ist ein sehr schneller, schlauer Junge! Er ist nun im Upper Kindergarten, unserer zweiten Vorschulklasse und hat jede Menge Spaß am Lernen!
Wir haben wieder einmal ein weiteres Haus gesehen und natürlich ist es nach so vielen Häusern, ‘noch eins’. Doch dann fragen wir uns auch wieder: könnten wir so leben, sechs Leute in einem kleinen Zimmer, und einen Vorplatz, den wir mit zehn oder fünfzehn anderen teilen?
Wir tun alles dafür, dass Sonu eine andere Zukunft bekommt! Ihr könnt uns bei unseren Anstrengungen, Kinder wie ihm zu helfen, unterstützen! Werde Pate für ein Kind oder spende das Essen für einen Tag!
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