Gestern habe ich euch bereits von der momentanen Situation der Überschwemmungen in Indien erzählt und dass es fast überall regnet. Unser Freund Thomas, der natürlich von unserer Arbeit weiß und wie dringend wir in diesen Zeiten Unterstützung brauchen, hat ein Benefizkonzert gegeben, um für die Menschen, die von den Überschwemmungen betroffen sind, Spenden zu sammeln. Er hat im vegetarischen Restaurant ‚Zimt & Koriander‘ in Wiesbaden ein Konzert gegeben. Pawan, der Besitzer des Restaurants, hat ja auch eine Spendendose aufgestellt, die immer das Essen der Kinder unterstützt. Thomas hat die Sitar gespielt und einige Geschichten aus Vrindavan erzählt. Die Menschen konnten auf Plakaten von unserer Schule erfahren und für die Flutopferhilfe spenden. Wir freuen uns über diese Art von Bemühungen unserer Freunde und danken allen, die Spenden gesammelt haben!
Wir wären gerne in der Lage zu sagen, dass die Situation besser wird, aber leider entspricht das nicht der Wahrheit. In unserem ganzen Staat regnet es. Man muss kein Experte sein um vorhersagen zu können, dass das Wasser, wenn es weiter regnet wie seit Samstag, weiter ansteigen wird und es immer gefährlicher wird. Das Wasserlevel hat die Gefahrenmarke schon längst überschritten. In unserem Staat allein sind 200 Dörfer von den Überschwemmungen betroffen und 83 Menschen sind gestorben. Die Autobahn von Delhi nach Haridwar ist gesperrt, weil Wasser über die Straße fließt. Man schaltet die Nachrichten ein oder wirft einen Blick in die Zeitung und sieht Berichte von Wasser überall.
Manche von euch sind vielleicht schon auf einer Reise nach Indien durch Rishikesh gekommen. Wenn ja, so habt ihr bestimmt auch die große Shiva Statue gesehen, die im Ganges stand, ungefähr 4 bis 5 Meter über dem Wasserlevel. Sonntag Nacht ist das Wasser bis zu Shivas Schulter gestiegen und letzte Nacht wurde die ganze Statue vom Wasser davongetragen. Es ist unglaublich zu sehen, wie viel Wasser überall ist!
In Vrindavan sorgen sich die Menschen immer noch und warten darauf, dass noch mehr Wasser kommt. Es wurde angekündigt, dass ein Damm flussaufwärts mehr Wasser abgelassen hat als jemals in den letzten 100 Jahren. All das Wasser wird hier in zwei oder drei Tagen ankommen und die Wasserlevel wieder steigen. Die Mutter von Sanju, einem der Jungen, die im Ashram leben, ist uns heute hier besuchen gekommen und erzählte, dass der Ashram, in dem sie und viele andere Familien Zuflucht gefunden haben, in Gefahr ist, auch überschwemmt zu werden, wenn das Wasser noch viel höher steigt. Wir haben ihr natürlich angeboten, dass sie auch hierher kommen und leben kann, wenn das passiert. Wir halten euch auf dem Laufenden darüber, was wir tun, um den Menschen dort zu helfen. Bitte lasst uns weiter eure Unterstützung zukommen!
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