Vor einer Woche hat die Schule wieder begonnen. Der Schulanfang war wegen der Hitze um eine Woche verschoben worden, bis dann endlich der Monsunregen einsetzte. So konnten die Kinder letzte Woche wieder zur Schule kommen und fanden dort eine Überraschung vor, die wir auch für euch alle aufgehoben haben: wir haben unsere Schule renoviert!
Ihr wisst wahrscheinlich, dass unsere Schule eine wohltätige Schule ist, kostenlos für arme Kinder aus Vrindavan und der Umgebung. 2006 haben wir das Gebäude gekauft und außer zwei Mauern, die wir gebaut haben, um mehr Platz zu haben und natürlich außer gelegentlichen Streicharbeiten hatten wir an dem Gebäude nicht allzu viel geändert.
Es gab viel zu tun und in diesem Jahr nahmen wir uns die zwei Monate Sommerferien raus, um mit der Arbeit zu beginnen. Ein Problem war die Feuchtigkeit, die man an den Wänden der Klassenzimmer sah und die den ganzen Raum feucht hielt und die Farbe von den Wänden abblättern ließ. Das ist hier ein sehr übliches Problem und besonders in der Monsunzeit saugen sich die Wände regelrecht mit Wasser voll. Im Fall unserer Schule kam die Feuchtigkeit aus dem Boden des Gartens, der gleich an die Schulwand angrenzte.
Zusätzlich hatten wir schon vor Langem beschlossen, dass wir in den Klassenzimmern größere Fenster brauchten, damit diese heller wurden. Es ist eine typische Bauweise hier, weniger Fenster einzubauen, um die Sonne und Hitze im Sommer draußen zu halten, doch wir wollten mit der Lichtsituation in den Klassenzimmern nicht länger Kompromisse eingehen. Unsere Schule ist klimatisiert, weil wir diesen Kindern zum Lernen den gleichen Komfort geben wollen, den wir selbst beim Arbeiten haben wollen. Es ist also in Ordnung, wenn etwas mehr Sonne reinscheint – es muss hell genug sein! Wir wussten, dass wir dafür Fenster in die Wände brechen mussten – und dieser Sommer war der richtige Zeitpunkt dafür!
Und so fing es an. Nachdem die Kinder sich in ihre wohlverdienten Sommerferien verabschiedet hatten, räumten wir die Möbel raus und fingen an, Löcher in die Gartenwand zu schlagen und das nicht nur für die Fenster. Da wir gerade dabei waren, dachten wir, wir könnten die Rückseite der Schule etwas mehr mit unserem Ashram verbingen und haben ein weiteres Stück Mauer eingerissen, so dass die Schule nun von zwei Seiten zugänglich ist.
Wir gruben tief an der Außenseite der Schulwand und verputzten sie, um sie besser von der Feuchtigkeit im Garten zu isolieren. Das war unsere Chance, alle möglichen Kabel in der Wand zu verstecken, weil sie auf der Außenwand nicht schön aussahen. Und wir konnten die Decken verschönern, wo man bis dahin noch die Träger sehen konnte, die das Gebäude halten.
Elektriker, Klempner, Maler und mehrere Arbeiter hämmerten, installierten, wechselten, verputzen und bemalten schließlich das Gebäude. Neue Fenster wurden gekauft, geliefert und eingebaut, ein altes Waschbecken ersetzt, ein Tischler reparierte die kaputten Schulbänke und zwei Monate lang war hier überall Dreck, Staub und Lärm.
Am Ende jedoch standen wir vor einem schönen Gebäude, das wie neu aussah. Die Kinder gingen staunend durch ihre Schule und beschlossen schnell, welcher Raum ihnen am besten gefällt – weil sie jetzt alle unterschiedliche Farben haben! Die Klassenzimmer sind jetzt hell, es kommt genug Tageslicht hinein und die Kinder lernen in einer tollen Atmosphäre.
Wir haben die Änderungen in einem kleinen Video für euch dokumentiert:
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