Es ist wieder einmal Freitag – Zeit, euch unseren Schulkindern vorzustellen. Heute werde ich euch zwei unserer neuen Schüler dieses Jahres vorstellen: Kanhaiya und Aarti.
Diese Kinder sind die Ältesten von fünf Kindern ihrer Familie. Sie kommen ursprünglich aus einem Dorf in der Umgebung Vrindavans, aber vor einem Jahr ist die Familie nach Vrindavan gezogen, in der Hoffnung, hier besser Arbeit zu finden. Der Familienvater ist jetzt Motor-Rikscha-Fahrer – ihr monatliches Einkommen hängt also davon ab, wie viele Fahrgäste er findet und wie viele Fahrten er macht.
So richten sie ihr ganzes Leben nach seiner Arbeit. Wenn es in einem Monat mehr Arbeit gibt, können sie sich mehr leisten. Wenn es weniger Arbeit gibt, können sie sich einfach nicht so viele Ausgaben leisten. Hört sich einfach und logisch an, aber die praktischen Folgen sind erschütternd: ihre ältesten Kinder, zehn und acht Jahre alt, können nicht zur Schule gehen. Es gibt Monaten, in denen sie das Geld für die Schulgebühren haben und dann Monate, in denen sie es nicht haben. Man kann seine Kinder aber nicht einen Monat lang zur Schule schicken und sie dann im nächsten Monat zu Hause lassen! Sie haben zuvor einmal versucht, sie in einer Schule einzuschreiben, aber natürlich hat das nicht geklappt.
So hat die Familie versucht, so viel zu tun, wie ihnen möglich war: sie haben ihre Kinder zu Nachhilfestunden geschickt, wo sie das gelernt haben, was die anderen dort nur wiederholten. Den Rest des Tages verbringen sie einfach mit Spielen daheim. Als wir ankamen, trugen sie nur zur Hälfte Kleidung, hatten ungekämmtes Haar und sahen einfach wild aus. Wir waren überrascht, als wir herausfanden, dass sie das englische Alphabet und die grundlegenden Zahlen konnten – sie würden einen guten Start in unserer Schule haben!
Und das taten sie! Sie lernen in der ersten und zweiten Vorschulklasse unserer Schule und obwohl Kanhaiya unter den lautesten Schülern der Klasse ist, lernt er auch gut und die Lehrerinnen können sich über seine Arbeit nicht beklagen!
Kanhaiya ist durch einen Unfall, als er drei Jahre alt war, fürs Leben gebrandmarkt. Die Familie war bei einer Hochzeit gewesen. Kanhaiya spielte, als ganz in der Nähe etwas Schreckliches passierte: ein Gaszylinder explodierte und verbrannte die Hälfte der Haut des kleinen Jungen. Drei Monate lang war er im Krankenhaus, wo die Ärzte um sein Leben kämpften.
Natürlich waren die Eltern überglücklich, dass er überlebt hat – aber sie mussten sich von Freunden und Familienmitgliedern Geld leihen, um seine Arztrechnungen zu bezahlen. Die Jahre nach diesem Unfall verbrachten sie damit, ihre Schulden abzubezahlen.
Jetzt müssen sie mit einem minimalen Einkommen leben, Tag für Tag, drei Töchter, zwei Söhne und ihre Eltern. Doch zumindest eine Sorge sind sie los: ihre Kinder können nun endlich zur Schule gehen! In unserer Schule können sie völlig kostenlos lernen und esse – und wir hoffen, dass ihre Zukunft besser aussieht!
Du kannst uns und unser Projekt mit einer Kinderpatenschaft oder dem Essen für einen Tag für die Kinder unterstützen.
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