Heute möchte ich euch zwei Jungen vorstellen, die dieses Jahr an unsere Schule gekommen sind: Lokesh, acht Jahre, und Kaushal, sechs Jahre alt. Im Sommer waren wir bei ihnen zu Hause und obwohl unsere Kinder alle arm sind, gehören diese beiden wohl zu einer der ärmsten Familien, die wir kennen.
Als wir in ihre Gegend kommen, müssen wir rumfragen, um ihr Haus zu finden, da ihr Vater das Telefon nicht abnimmt. Bald weiß eine Frau, nach wem wir suchen und ruft eine andere, die zufällig gerade vorbeiläuft und eine Herde Kühe und Büffel vor sich hertreibt. Wir erfahren, dass das die Mutter der Jungs ist und gehen mit ihr mit, bis wir bei ihr zu Hause ankommen.
Naja, wenn man diesen einen kleinen Raum mit einem Schuppen davor ein Haus nennen kann. Wie auch immer man es nennt, es ist das Haus von Lokesh, Kaushal, ihrer älteren Schwester, ihrem jüngeren Bruder und den Eltern der Kinder. Vor zwölf Jahren haben sie das Haus geerbt und haben seitdem gerade einmal geschafft, drei Mauern dazu zu bauen, von denen eine nicht ordentlich zementiert ist, und ein Wellblechdach draufzulegen. Dieses Dach hat bereits mehrere große Löcher, durch die es hineinregnet, wodurch jedes Mal das Hab und Gut der Familie nass wird.
Natürlich liegt das am niedrigen Einkommen des Familienvaters, dass sie noch nicht mehr tun konnten. Sie haben ein kleines Feld, aber das bedarf einiges an Arbeit und wirft nicht genug Ernte ab, um wirklich davon leben zu können. Deshalb muss er dazu noch als Tagelöhner arbeiten, um genug zu verdienen, um über die Runden zu kommen. Seine Frau hilft so gut sie kann, indem sie die Kühe hütet, die sie dabei hatte, als wir sie trafen.
Noch dazu hat ihre älteste Tochter ein sehr ernstes gesundheitliches Problem: von Geburt an hat sie zwei Harn-Systeme, zwei Gebärmütter, aber laut der Mutter ‚nichts der Dinge, die im Bauch sein sollen‘ oder ‚keinen Weg für den Stuhlgang‘. Soweit wir wissen, fehlt ihr also ein großer Teil des Verdauungssystems. Sie musste sich also einer Operation unterziehen, in der Ärzte eine Röhre legten und einen künstlichen Ausgang für verdautes Essen an der Seite des Bauches schufen. Das war alles, was man da tun konnte, meinten die Ärzte. Normalerweise hätte sie eine Tasche an der Seite, die sie regelmäßig entleeren und dann auch austauschen müsste, aber dafür hat die Familie nicht genug Geld. Eine Tasche kostet etwa ein Drittel des Geldes, dass sie pro Monat für ihre Lebenskosten haben! Dazu kommt, dass das Hinkleben und dann Entfernen der Tasche dem Mädchen große Schmerzen bereitete. Sie legen also nur Tücher drauf, die um ihren Bauch gewickelt halten und die die Mutter dann regelmäßig wechselt.
Ihr könnt euch bereits vorstellen, dass diese Familie nicht die finanziellen Mittel hat, ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken. Nicht einmal eine billige Schule! Für sie ist es eine große Erleichterung, dass Lokesh und Kaushal nun völlig kostenlos unsere Schule besuchen können!
Ihr könnt Kindern wie ihnen helfen, indem ihr eine Kinderpatenschaft übernehmt oder das Essen für einen Tag spendet.
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