Es ist wieder einmal Freitag, der Tag, an dem ich euch ein weiteres Kind unserer Schule vorstellen möchte: den dreizehnjährigen Akhil aus der dritten Klasse.
Akhil ist der Jüngste von vier Geschwistern und der zweite Sohn der Familie. Sein älterer Bruder ging bis zur zehnten Klasse zur Schule und als er in dem Jahr durchfiel, ging er einfach nicht weiter zur Schule. Er ist ein Schulabbrecher, ein Junge, der in der Schule nicht viel mitbekommen hat und auch keinen Beruf erlernt hat. Das macht er also nun: gar nichts.
Akhils ältere Schwester jedoch ist das genaue Gegenteil. Sie ist jetzt in der elften Klasse, lernt gerne, denkt, dass sie das nächste Schuljahr mit guten Noten abschließen wird und näht dazu noch Kleidung daheim auf einer Nähmaschine. Sie näht, was auch immer die Familie braucht und nimmt auch Aufträge von Frauen in der Nachbarschaft entgegen, was ihr etwas extra Geld einbringt, um ihre Familie zu unterstützen.
Diese Unterstützung ist sehr willkommen, da der Vater der Kinder nur etwa 60 Euro im Monat Verdient. Das ist nicht das, was er mal zu verdienen hoffte, als er als junger Mann an der Universität seinen Bachelor of Education machte. Ja, er ist gebildet, aber er konnte keine längere Arbeitsstelle an einer Schule finden, die ihm genug zahlen würde, um seine Familie finanziell über Wasser zu halten. Deshalb ist er nun Lagermeister in einer wohltätigen Organisation vor Ort.
Da er selbst Pädagoge ist und auch Geld für die Bildung seiner Töchter ausgibt, könnte man meinen, dass dieser Mann weiß, wie wichtig Bildung ist. Dieser Gedanke jedoch ändert sich sofort, wenn man sich die Schullaufbahn seiner jüngeren Tochter ansieht. Sie lernte einige Jahre an unserer Schule, bis sie eines Jahres nicht mehr kam. Die Eltern sagten uns, sie würde nun an eine andere Schule gehen. Sie hatte unsere Schule nach der zweiten Klasse verlassen und als wir sie nun fragten, sagte sie uns, sie sei an ihrer neuen Schule in der 7. Klasse! Ihr Vater hatte mit dem Lehrer einer anderen Schule eine Abmachung getroffen und dieser hatte dem Mädchen ein Zeugnis ausgestellt, laut dem sie die 5. Klasse beendet hatte – obwohl sie dort nie zur Schule gegangen war. So ist sie nun in der 7. Klasse, ohne jemals in Klassen 3 bis 5 gewesen zu sein.
Akhil jedoch blieb an unserer Schule und lernt dort weiter. Die Lehrerinnen erzählen, dass er nach seinen Noten ein durchschnittlicher Schüler ist und er im Unterricht sein Bestes gibt. Sie erzählen auch, dass er bei jedem Gespräch über unterrichtsfremde Dinge der Erste ist, der etwas erzählt. Er ist sehr lebendig, spricht viel und hat viel Spaß in der Schule.
Wir helfen dieser Familie, indem wir Akhil vollkommen kostenlos unterrichten. Wenn du uns helfen willst, Kinder wie ihn zu unterstützen, kannst du das tun, indem du eine Kinderpatenschaft übernimmst oder das Essen für einen Tag spendest.
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