Heute möchte ich euch wieder einmal eine Großfamilie vorstellen. Drei ihrer sechs Kinder, die ältesten drei Mädchen, gehen bei uns zur Schule. Ihre Namen sind Geeta, Kavita und Rina und sie sind zwölf, neun und sieben Jahre alt. Ihre jüngere Schwester wird bald fünf und wird nächstes Jahr bei uns in die niedrigste Klasse kommen.
An dieser Familie kann man wieder einmal sehen, wie sehr indische Eltern gerne Söhne haben möchten: sie hatten vier Mädchen, von denen Geeta die älteste ist, bevor sie schließlich zwei Jungen bekamen. Ihre Mutter sagt deutlich, dass sie nur so viele Kinder haben, weil die ersten vier Mädchen waren. Alle lachen – die Mädchen werden geliebt, aber sie wissen von Anfang an, dass ihre Brüder mehr gewünscht waren als sie selbst.
Es wird eng in ihrem Haus mit zwei Eltern, sechs Kindern, zwei Büffelkühen, einem Büffel und einem Büffelkalb. Bis vor zwei Jahren lebten sie in der Großfamilie, zusammen mit den Familien der Brüder des Vaters. Doch dann begann Streit zwischen den Familienmitgliedern und sie trennten das gesamte Grundstück einfach in drei Teile, indem sie eine Wand zwischen die Eingänge zu den drei Zimmern beauten. Jetzt hat jeder ein Zimmer und einen länglichen Weg bis zur Tür. Auf diesem Weg zu dem Zimmer hat Geetas Familie zwei Unterstände für die Büffel-Familie gebaut.
Die Büffelkühe geben der Familie genug Milch für den eigenen Gebrauch, aber sie fressen auch jede Menge, was die Familie einen guten Teil des Einkommens des Vaters kostet, der täglich mit dem Wagen und dem Büffel ausgeht, um Ziegel zu Baustellen zu bringen. Manchmal hat er Glück und kann mehrere Fahrten an einem Tag machen – manchmal nicht. Ihr Einkommen hängt davon ab und so muss er jeden Tag wieder nach Arbeit suchen.
Seine Frau erzählt, dass sie normalerweise genug Geld für die Ausgaben eines Monats haben, aber manchmal von den Brüdern ihres Mannes etwas Geld leihen müssen, besonders, wenn ihr Ehemann wegen seinem ständigen Husten nicht arbeiten kann. In der Kindheit ist ihm etwas in der Kehle stecken geblieben und anscheinend blieb das auch dort, es wuchs Gewebe darüber und es reizt seine Kehle die ganze Zeit, so dass er immer hustet. Zumindest sagten das die Ärzte, als sie ihn untersuchten und meinten, sie könnten ihm nicht helfen, dass das eigentlich in der Kindheit hätte behandelt werden müssen.
Während dem ganzen Gespräch jedoch blieb die Familie glücklich und lachte, erzählte von ihren Problemen wie von etwas, das sie nicht nur akzeptiert haben, sondern von dem sie freudig berichten können. So kennen wir die Mädchen auch aus der Schule: immer am Lachen und glücklich. Die Lehrerinnen erzählen, dass sie sich anstrengen und in der Schule immer konzentriert am Unterricht teilnehmen.
Selbst in den Ferien kommen sie alle oft zum Essen und bringen dabei auch die kleinsten Geschwister mit. Das kostenlose Mittagessen war einer der Gründe, warum ihre Eltern beschlossen ihre Kinder überhaupt an unsere Schule zu schicken. Also geben wir ihnen zu essen, unterrichten sie, die Mädchen und später auch die Jungen und helfen dieser armen Familie, ihre sechs Kinder großzuziehen.
Wer unsere Arbeit gerne unterstützen will, kann das mit einer Kinderpatenschaft, einer Essensspende oder einer beliebigen Spende.
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