Eine Familie Findet Arbeit und eine Zukunft – 23 Aug 10

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

In den letzten Tagen habe ich über Schulen allgemein und über unsere Schule im Besonderen geschrieben und da wir eine sehr besondere Schule haben, ohne Schulgebühren, in der Kinder Bücher, Uniformen und ihr tägliches Essen kostenlos bekommen, in denen Kasten keine Rolle spielen, in denen kein Kind geschlagen und jeder gleichberechtigt behandelt wird, beschreibe ich sie gerne. Ich möchte euch eine bessere Vorstellung unserer Schule und der Kinder, die dort lernen, geben.

Purnendu erzählte mir die Geschichte eines der älteren Mädchen, die neu zu unserer Schule gekommen sind. Ihr Name ist Rajbai und die Geschichte ihrer Familie hat mich so sehr bewegt, dass ich beschloss, sie euch auch zum Lesen zu geben.

Rajbai ist ein 13 Jahre altes Mädchen, das in einem Dorf auf dem Land, 700 Kilometer von Vrindavan, gelebt hat. Purnendu sah sie Ende Juni das erste Mal, als sie zusammen mit ihrem Vater Roop Singh durch die Tore unseres Ashrams kam. Er war gekommen, um Purnendu um Arbeit zu bitten, nicht nur für sich selbst, sondern auch für seinen Schwiegervater, seine Schwägerin, seine Tochter und seine zwei Söhne. Er fügte hinzu, dass seine Söhne mit neun und sechs Jahren vielleicht ncoh etwas jung waren, sie jedoch alles tun würden, was man ihnen sagte.

Wir erfuhren, dass seine Frau Rukmani vor zwei Jahren an Nierenversagen gestorben war. Als sie krank wurde, sagte ihnen ein Arzt, dass man ihr nur mit einer Operation helfen könnte. Operationen sind jedoch teuer und Roop Singh konnte sie nicht bezahlen. Nach ihrem Tod verschlimmerte sich die Situation der Familie und er spürte den Druck, seine drei Kinder zu ernähren und dazu noch seine Schwägerin Mira, die auf sie aufpasste, wenn er bei der Arbeit war und sein Schwiegervater Halku, der aufgrund seines Alters Schwierigkeiten hatte, Arbeit zu finden. Niemand sonst konnte ihn unterstützen, sein Bruder war genauso arm wie er und nicht viel später beging dieser in seiner Verzweiflung Selbstmord. Da beschlossen sie, nach Vrindavan zu kommen, und hier ihr Glück zu versuchen.

Als Purnendu diese Geschichte hörte, sah er zu Rajbai und sagte Roop Singh mit einem Lächen ‚Ich werden deine Kinder hier nicht arbeiten lassen‘. Als der besorgte Vater etwas einwenden wollte, fügte Purnendu hinzu ‚Sie können hier zur Schule gehen. Und wir werden etwas für dich, deinen Vater und deine Schwägerin finden.‘ Er hielt sein Versprechen und stellte Roop Singh als Rickshaw-Fahrer ein für die Kinder, die weiter weg wohnen, Halku ist jetzt Aufseher in der Schule und Mira Assistentin in der Küche.

So lernen Rajbai und ihre Brüder Rajendra und Narendra jetzt in unserer Schule. Sie essen eine Mahlzeit, bei deren Zubereitung ihre Mutter geholfen hat, sie sehen ihren Großvater, wie er in der Schule kleinere Aufgaben übernimmt und wenn sie von der Schule nach Hause gehen, winken sie ihren Klassenkameraden zu, von denen manche in die Rickshaw klettern, auf der ihr Vater bereits wartet, um sie nach Hause zu bringen.

Es ist schön, sie jetzt in ihrer neuen Umgebung lächeln zu sehen, zu sehen, wie Rajbai mit ihren Freundinnen lacht, und zu wissen, dass wir dieser Familie helfen konnten, hier in Vrindavan etwas Stabilität und Glück zu finden.

Rajbai und ihre Brüder sind nicht die einzigen, die in unserer Schule Hilfe gefunden haben und wir haben den Wunsch, dass all die Kinder, deren Bildung wir unterstützen, aufgrund der Zeit in unserer Schule eine wundervolle Zukunft haben werden. Wir wissen, dass all dies nur mit der Hilfe unserer Paten und Sponsoren möglich ist und so wollen wir jedem unserer Kinderpaten, Essens-Spender und einfach jedem, der mit unserem Projekt durch gute Wünsche und Gedanken verbunden ist, für die Liebe und die Hilfe danken!

Wie immer möchte ich euch alle in den Ashram und zu unserer Schule einladen, um diese Familie, diese Kinder und natürlich noch viele mehr zu treffen.