Heute möchte ich euch gerne Vikrant vorstellen, einem zehnjährigen Jungen, der an unserer Schule lernt. Ich habe euch einmal erzählt, dass jede dieser armen Familien eine Geschichte hinter sich hat oder in Umständen lebt, die dir auf einmal das Gefühl geben, sehr reich zu sein. Da ist man froh zu haben, was man hat. Das Gleiche gilt für Vikrants Familie, selbst wenn man das nicht auf den ersten Blick erkennen würde.
Der Eingang zu Vikrants Haus ist eine Tür am Ende einer kleinen Gasse zwischen den Wänden zwei weiterer Häuser. Man kommt an der Tür an und erwartet ein enges, kleines Zimmer, vielleicht mit einer Treppe nach oben, um mehr Platz zu schaffen. Doch was man sieht, gibt einem den Eindruck, dass die Familie nicht in einer so schlechten Situation ist! Da ist eine recht große Eingangshalle, zwei Zimmer zur Linken, eine Küche und dann weitere drei Zimmer, die durch eine kleine Stufe getrennt sind.
Wir fragen, ob das Haus der Familie gehört. Vikrants Mutter, eine fröhliche und lebendige Frau antwortet mit ja. Alleine eures oder zusammen mit deinen Schwägern? ‚Oh, uns gehört nur dieses Zimmer hier‘ – und sie zeigt auf den ersten Raum zur Linken. Das andere Zimmer gehört dem älteren Bruder ihres Mannes, der gerade für einige Monate in Delhi arbeitet. ‚Und der Rest vom Haus?‘ Da zeigt sie auf die kleine Stufe in der Halle, nach der die drei Zimmer und die Küche kommen. Von da an, erfahren wir, ist es eigentlich ein getrenntes Haus, aber der reiche Mann, dem es gehört, wohnt dort noch nicht. Sobald er herzieht, wird er dort eine Wand einbauen und dann sind es zwei Häuser. Bis dahin jedoch, dürfen sie die Küche und die anderen Zimmer verwenden, dafür, dass sie alles saubermachen.
Sie, Vikrant, seine Eltern und seine zwei Brüder, wohnen also in einem großen Haus, können aber jederzeit auch auf nur ein Zimmer beschränkt werden. Ein Zimmer gehört ja sowieso ihrem Familienmitglied. Und sobald der Hausbesitzer der anderen Seite zurückkommt, steht da eine Mauer und dann haben sie nur noch wenig Platz und müssen in der Eingangshalle kochen. Doch zu dieser Zeit sind sie froh, dass sie den ganzen Platz für sich haben.
Vikrants Vater verdient etwa 55 US-Dollar pro Monat mit seiner Arbeit als Handlanger in einer kleinen Firma in der Stadt. Mit diesem Geld hat er seinen älteren Sohn zur Schule geschickt, dann aber gemerkt, dass es schwierig wird, die gleiche Schule auch für seine zwei jüngeren Söhne zu zahlen. Deshalb ist Vikrant nun an unserer Schule und sein jüngerer Bruder kommt nächstes Jahr vielleicht auch noch nach.
Vikrant ist in der dritten Klasse. Er ist ein guter Schüler, aber er macht auch viel Unsinn, was seine Lehrer natürlich nicht allzu sehr freut. Jeder weiß jedoch, dass das für einen zehnjährigen Jungen recht normal ist und wir freuen uns darauf, seine weitere Entwicklung in den kommenden Jahren an unserer Schule zu sehen!
Wenn du einem Jungen wie Vikrant helfen möchtest, kostenlos Bildung und Essen zu bekommen, würden wir uns über deine Unterstützung in Form einer Kinderpatenschaft oder Essensspende freuen!
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