In unserer Schule haben die Endjahresprüfungen für dieses Schuljahr begonnen und während die Kinder noch mit Lernen beschäftigt sind, besuchen wir immer noch viele Kinder zu Hause, so dass ich euch noch mehr von ihnen vorstellen kann. Dieses Mal sind Vaishaki und Pallavi dran.
Vaishaki ist zwölf Jahre alt und ist in Vrindavan geboren, in dem Jahr, als ihre Mutter und ihr Vater aus Bengal hierherzogen. Zwei Jahre später kam ihre Schwester Pallavi zur Welt. Das Paar hatte keinen einfachen Start in Vrindavan. Wie so viele andere, waren sie aus einer sehr armen Gegend in West Bengal gekommen und waren auf der Suche nach Arbeit, Geld, etwas, auf das sie ihre Zukunft aufbauen konnten. Da sie nichts gelernt hatten, gingen sie dahin, wo viele Leute aus dieser Gegend Indiens gehen: ins religiöse Vrindavan.
Es war jedoch nicht so einfach, wie sie dachten und so haben sie auch heute noch finanzielle Probleme. Beide Eltern gehen in unterschiedlichen Tempeln Kirtan singen, religiöse Lieder der Verehrung. Zusammen verdienen sie etwa 50 US-Dollar pro Monat. Von diesem Geld mieten sie nun ein Zimmer im Haus einer Frau, die auch aus Bengal kommt.
Es ist ein Haus, das völlig an der Grenze Vrindavans steht, nahe dem Yamuna-Ufer. Jedes Jahr zur Monsunzeit steigt das Wasser bis zu ihrer Türschwelle und macht es ihnen unmöglich, das Haus zu verlassen. Manchmal fließt das Wasser auch in das Haus. Das Haus hat einen schönen, kleinen Garten, ein kleines Toilettenhaus und eine Handpumpe für Wasser. Ihr könnt euch vorstellen, was für ein Wasser aus dieser Pumpe kommt, so nahe am verschmutzen Fluss – sie trinken es, weil sie nichts anderes haben.
Da ihr Haus so weit von der normalen Straße weg ist, müssen die Mädchen ein gutes Stück bis zu dem Treffpunkt laufen, wo unser Schulbus sie abholt. Es ist nicht leicht, durch den Sand um ihr Haus herum zu laufen, doch genau das tun sie jeden Tag, um zur Schule zu kommen und dann noch dreimal die Woche, um zum Tanzunterricht zu kommen, den eine wohltätige Frau kostenlos anbietet.
Vaishaki ist von sehr fröhlichem Naturell und redet viel, besonders, wenn sie mit ihren Freundinnen zusammen ist. Das hat ihr ein paar Streitereien mit den Jungen ihrer Klasse und anderen Mädchen eingebracht – aber nichts, was ein ruhiges Gespräch mit beiden Parteien nicht hätte lösen können.
Pallavi ist da ganz anders. Sie ist ruhiger, eher still und beobachtet viel, während ihre Schwester das Sprechen übernimmt.
Beide Mädchen sind nicht sehr gut in der Schule und die Lehrerinnen geben ihnen extra Nachhilfe-Unterricht – damit sie besser lernen und in Zukunft ihren Eltern durch ihre Bildung unterstützen können.
Wenn ihr Kindern wie diesen beiden Mädchen helfen möchtet, könnt ihr eine Kinderpatenschaft übernehmen oder das Essen für einen Tag für die Kinder unserer Schule spenden.
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