Die Jungen, die im Ashram leben – 10 Sep 08

Wohltaetigkeit

Es sind immer ein paar Jungen im Ashram, gewöhnlich zwischen 10 und 18 Jahren alt, die dort leben und aus verschiedenen Teilen Indiens. Ihre Eltern vertrauen sie uns für ihre Erziehung an. Das kann aus verschiedenen Gründen geschehen. Ein häufiger und wichtiger Grund ist, dass sie wirklich arm sind und es sich nicht leisten können, ihren Kindern eine gute Asubildung zu finanzieren. Ein anderer Grund ist, dass Kinder oft, wenn sie in der Schule nichts lernen und immer wieder durch die Test und die Klassen fallen, in den Schulen nicht mehr zugelassen werden. Und was sollten sie dann machen? Oft geraten sie in schlechte Gesellschaft, weil sie nichts anderes zu tun haben, als irgendwo herumzuhängen. Darum suchen die Eltern einen Ort, an dem ihre Kinder sicher sind, eine Ausbildung bekommen und ihre Persönlichkeit auf gute Weise und für eine gute Zukunft entwickeln.

Die, die zu uns kommen, haben auch den Wunsch, nicht auf normale, ganz übliche Weise zu lernen, sondern spirituelle Studien zu betreiben. Das beinhaltet alte Schriften, Sanskrit, die Sprache und die Grammatik, und auch vedische Astrologie. In Indien gibt es gewöhnliche Schulen, aber auch Sanskrit-Schulen, die von der Regierung vollständig anerkannt werden und mit deren Abschluss man sogar an die Universität kann. Die Jungen, die im Ashram leben, studieren spirituell und wir geben ihnen einen Ort, Kleidung, Bücher und Unterricht. Zwei oder drei Mal im Jahr, abhängig davon, wo ihre Familien leben, gehen sie nach Hause und besuchen ihre Familie.

Manchmal besuchen ihre Familien sie auch hier, so wie jetzt die Mutter eines Studenten da ist und bei uns übernachtet. Manchmal haben wir viel Platz für noch mehr Jungen, aber einmal kam ein 70-Jahre alter Mann mit seinem Enkel von 1000 Kilometern her. Er hatte uns nicht darüber informiert, dass er kommen würde, aber er hat seinen 13 Jahre alten Sohn mitgebracht und sagte, das ser voller Hoffnung da sei und bat uns, ihn aufzunehmen, weil er ihn nicht aufziehen könnte. Obwohl wir nicht wirklich Platz hatten, weil viele Jungen da waren, war es nicht einfach, ihm zu sagen, dass es nicht geht, also haben wir zugestimmt, wo auch immer der Junge im Ashram einen Platz findet. Er war eine ganze Weile lang bei uns. Man muss ein großes Herz haben und es offen halten auch mit der Flexibilität, sich anzupassen.

Die Jungen haben ein Zimmer zusammen mit Matratzen, aber sie schlafen auch gerne draußen, alle zusammen auf Matten auf dem Boden, besonders wenn es so warm ist, wie im Moment. Manchmal besuchen uns ehemalige Studenten, die jetzt eine Arbeitsstelle haben, verheiratet sind und ihr Leben leben. Es ist toll und fühlt sich richtig gut an, wenn sie kommen und man merkt, dass wir auch einen Beitrag zu ihrem Leben geleistet haben.

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