Heute möchte ich euch einer früheren Ashram-Mitarbeiterin vorstellen und ihrer Tochter, die seit dem Beginn unserer Schule bei uns ist. In der Tat waren vier ihrer sechs Kinder bei uns an der Schule und wir unterstützen ihre Familie seit Jahren. Das Mädchen heißt Ruchi und ist jetzt 17 Jahre alt.
Ihre Mutter, Mamta, hat unserer Mutter schon beim Saubermachen geholfen, als meine Eltern noch in unserem Stadthaus wohnten. Ich glaube es war 2003, als sie bei uns anfing. Sie zog mit uns zum Ashram um und viele unserer Gäste der letzten zehn Jahre werden sich an sie erinnern, wie sie singend den Ashram saubermachte. Leider hat sich ihre Gesundheit im letzten Jahr verschlechtert, ihr schwollen ihre Füße an und sie bekam Wasserablagerungen an unterschiedlichen Stellen im Körper. Zusätzlich nahm sie zu und hatten dann Probleme mit der Atmung und mehr. Kurz gesagt, sie konnte nicht mehr arbeiten und wir trennten uns im Guten, wobei wir ihre Kinder weiter unterstützten.
Was viele unserer Gäste, die Mamta hier getroffen haben, nicht wissen, ist, dass sie die Mutter von sechs Kindern ist und bereits fünf Enkel hat! Ihre älteste Tochter ist 25 Jahre alt, ihre zweite Tochter 23 Jahre alt, beide sind verheiratet und haben Kinder. Dann hat sie einen 19-jährigen Sohn, der mehrere Jahre lang im Ashram gelebt hat und nun in Delhi eine Ausbildung zum Elektriker macht. Die nächsten zwei, Rahul und Aman, 14 und 15 Jahre alt, haben ihre Grundschulausbildung an unserer Schule abgeschlossen und sind nun in einer höheren Schule.
Und nicht zuletzt ist da noch Ruchi mit ihren 17 Jahren. Ihr fragt euch wohl warum sie, älter als ihre zwei Brüder, noch in der 6. Klasse unserer Schule ist, während ihre Brüder bereits die 8. Klasse bestanden haben. Der Grund ist, dass sie alle zusammen mit der Schule begonnen haben und ihre Eltern dann nicht so viel darauf Acht gegeben haben, dass ihre Tochter zur Schule geht, wie sie es mit ihren Söhnen getan haben! Das führte dazu, dass Ruchi oft nicht anwesend war und eine Klasse wiederholen musste, weil sie in den Prüfungen keine guten Ergebnisse erzielte.
In der Zwischenzeit jedoch hat Ruchi mit dem Lernstoff aufgeholt und nimmt das Lernen selbst ernst, was dazu geführt hat, dass ihre Schulergebnisse sich verbessert haben! Zuhause jedoch ist die Familie in der Krise.
Viele Jahre lang war ein großes Problem der Familie, dass der Vater gerne am Glücksspiel teilnahm. Natürlich verlor er regelmäßig Geld, seinen eigenen Verdienst und das Geld seiner Frau dazu und so hatte die Familie oft Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen! Nun jedoch haben sie noch schlimmere Probleme!
Der Familienvater hat in dem Ashram, der unserem gegenüber liegt, viele Jahre lang als Koch gearbeitet. Nun jedoch nicht mehr – weil er mit mehreren weiblichen Mitarbeitern und sogar Gästen des Ashrams geschlafen hatte. Seine Frau half zusammen mit den Kindern oft im Ashram aus, nicht gegen Bezahlung, sondern als Sewa, Dienst für den Guru. Sie hat natürlich vom Betrug ihres Ehemannes gehört – und die beiden haben einander eine Szene gemacht. Sie sagte ihm, er solle die Arbeit und die Frauen dort aufgeben, er schlug sie und schließlich schmissen ihre Arbeitgeber sie raus.
Sie wohnten auch in einer Wohnung, die der Ashram für sie bereitgestellt hatte, welche sie natürlich dann auch verlassen mussten. Sie mieten nun zwei Zimmer in der Nähe – aber nun müssen sie jeden Monat etwa 60 Euro Miete zahlen und haben kein festes Einkommen mehr! Der Vater geht bei jeder Möglichkeit, die er finden kann kochen, um das Geld zusammenzubringen.
Es ist eine schwierige Zeit für die Familie, aber wir wollen sicherstellen, dass Ruchi nicht, wie sie es vielleicht versuchen werden, ihre Schulbildung hinschmeißt, um auszuhelfen. Wir werden mit ihnen in Kontakt bleiben und die Bildung dieses Mädchens soweit unterstützen, wie sie gehen möchte!
Wenn du uns gerne dabei unterstützen möchtest, Kindern wie ihr zu helfen, heißen wir deine Spende für eine Kinderpatenschaft oder das Essen für einen Tag herzlich willkommen!
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