Heute möchte ich euch zwei der kleineren Kinder unserer Schule vorstellen: Shashi und Hemant. Sie sehen klein aus, aber ihre Eltern erzählen, dass sie bereits acht und zehn Jahre alt sind. Wie all unsere Schulkinder kommen sie aus einer armen Familie.
Als wir in ihr Haus kamen, in einer Gegend, in der viele unserer Schulkinder leben, waren wir von Kindern umringt. Wir brauchten einige Minuten um herauszufinden, wer zum Haus, zur Familie gehörte und wer Nachbarn und Freunde waren. Am Ende jedoch saßen Shashi, Hemant und ihre Eltern auf einem Bett in einem Zimmer. Ihr älterer Bruder, 13 Jahre alt, war nicht zuhause.
Wir erfuhren, dass das Haus den Großeltern der Kinder gehörte, die dort zusammen mit ihnen lebten. Sie hatten vier Söhne, von denen auch alle in dem Haus wohnen. Zwei von ihnen sind verheiratet, von denen einer Shashis Vater ist. Der andere verheiratete Bruder hat auch zwei Kinder, also sind es alle zusammen dreizehn Menschen – in einem Haus, das zwei Zimmer, eine kleine Küche, eine Toilette, eine kleine Kammer, in dem sie das Essen für ihren Ochsen haben und einen Innenhof. Das war’s. 13 Leute leben, kochen, essen, spielen und waschen hier auf diesem engen Raum.
Sie können sich nicht mehr leisten. Der Vater der Kinder ist Fahrer eines Ochsenwagens und verdient im Monat etwa 40 Euro – wenn das Geschäft gut geht. Wenn nicht, kommt weniger Geld rein. Die drei anderen Brüder sind auch einfacher Arbeiter, die nicht viel verdienen. Sie alle verdienen ihr Geld, geben es aber für die Großfamilie zusammen aus. So können sie ihre Lebenskosten tragen – für einen alleine wäre es unmöglich!
So konnte die Familie ihre Kinder nur in eine Privatschule von niedriger Qualität schicken. Sie hofften, eine bessere Bildung zu bekommen, als in der staatlichen Schule, in der die Kinder, wie sie von Nachbarn gehört haben, ohne viel zu lernen durch die Jahre kommen. Sie hatten nicht viel Geld, versuchten jedoch ihr Bestes, eine Schule zu wählen, die sie sich noch leisten konnten. Bald bemerkten sie, dass ihre Kinder dort wirklich nicht viel lernten.
Als sie von Nachbarskindern hörten, die auf unsere Schule gehen, kamen sie auch zu uns und schulten Shashi ein. Sie war in ihrer ersten Schule bereits in die zweite Klasse gekommen, aber bei uns musste sie nochmal von vorne anfangen. Innerhalb des einen Jahres, das sie bei uns verbracht hat, hat sie jedoch schon so viel gelernt, dass die Familie beschloss, auch Hemant zu uns zu schicken.
Jetzt lernen Hemant und Shashi beide im UKG, der zweiten Vorschulklasse unserer Schule. Schule heißt jetzt nicht mehr stundenlanges Herumsitzen, während die Lehrerinnen miteinander quatschen und es bedeutet auch keine Schläge, wenn man seine Hausaufgaben vergessen hat. Jetzt macht Schule Spaß – und so lernen Kinder am Besten!
Ihr könnt uns helfen, Kinder wie Shashi und Hemant zu unterstützen! Werde Pate für ein Kind oder spende das Essen für einen Tag!
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