Ich habe in den letzten Tagen über den Tod gesprochen und bereits erwähnt, dass Menschen mittleren Alters oft schon über den Tod nachdenken oder Angst davor haben. Was ich im Westen auch oft erlebt habe ist, dass Menschen sich nicht nur Gedanken um ihren Tod machen, sondern noch mehr darum, was in den Jahren vor ihrem Tod geschehen wird. Wo werden sie leben? Wer wird sich um sie kümmern?
Ich sage oft, dass die Kultur im Westen sehr auf das Individuum konzentriert ist. Wenn sich jemand diese Fragen stellt, sehe ich das wieder bewiesen. Alte Menschen sind so einsam und für sie scheinen junge Menschen keinen Platz im Leben zu haben. Warum ist das so?
Natürlich muss ich da auch an Indien denken. Zu Beginn meiner Reisem im Westen, hat es mich verwirrt, dass das Konzept hier so anders ist. Jeder ist vollständig für sich selbst und seine Zukunft verantwortlich. Du solltest und kannst nicht darauf zählen, dass deine Familie sich um dich kümmert, wenn du krank oder alt bist. Du bist auf dich selbst gestellt.
Es ist kein Wunder, dass Leute unsicher sind, Ängste haben und versuchen, so viel Geld wie möglich anzusammeln und zu sparen! Es ist ganz normal, dass alte Menschen hier zusammen in einem Altenheim leben. Und wenn du auf deine alten Tage einen schönen Ort zum Leben möchtest, solltest du besser etwas Geld auf der Seite haben!
Ich frage mich immer selbst, warum junge Menschen anscheinend nicht an ihr eigenes Alter denken, wenn sie ihre Eltern ansehen? Du wirst doch auch einmal alt sein, hättest du denn nicht gerne deine Kinder um dich? Und wenn du mit deinen Eltern und Großeltern Zeit verbringst, lernen deine Kinder das von dir! Sie könnten lernen, dass man sich um ältere Menschen und diejenigen kümmern muss, die nicht mehr alles alleine machen können.
Manchmal denke ich aber auch, dass es auf die gleiche Weise auch die alten Menschen sind, die es ihren Kindern, wenn sie zusammen sind, nicht ermöglichen, in ihrer Freiheit zu leben. Es sind immer zwei Menschen beteiligt und beide Parteien, die ältere und die jüngere, sind für das gute Verhältnis untereinander verantwortlich.
Ich dachte gerade, dass das doch eine Sache ist, die in Indien gut ist. Großfamilien sind gut für alt und jung. Es gibt immer jemanden, der mit seiner Weisheit Jüngeren helfen kann. Die Älteren haben etwas zu tun, die Kinder haben jemanden, mit dem sie spielen können. Eltern haben jemanden, der auf ihre Kinder aufpasst und Großeltern sehen, wie ihre Kinder und Enkel aufwachsen. Und jeder lernt, sein Ego zu kontrollieren und in Liebe und Frieden zusammen zu leben.
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