Verschmutztes Wasser der Yamuna nicht mehr aufbereitbar – 5 Feb 11

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In unserer örtlichen Zeitung habe gelesen, dass die Yamuna jetzt so verschmutzt ist, dass es nicht mehr möglich ist, das Wasser soweit zu reinigen, dass es in Vrindavan und Mathura als Trinkwasser bereitgestellt werden kann.

Die Yamuna ist, nach dem Ganges, der zweitwichtigste Fluss Indiens. Sie hat ihre Quelle im Himalaya-Gebirge und nach einer Reise von 1400 Kilometer durch das Land, ergießt sie ihr Wasser in die Fluten des Ganges. Die Yamuna fließt durch die Hauptstadt Delhi, bevor sie Vrindavan auf drei Seiten umfließt und an Mathura vorbei in Richtung Agra fließt. Den ganzen Weg entlang leben Menschen, die auf ihr Wasser angewiesen sind. Sie brauchen den Fluss, um ihre Felder zu bewässern, aber auch als Trinkwasser. In Wasseraufbereitungsanlagen wird das Wasser gereinigt und aufbereitet, so dass es mit Grundwasser gemischt werden kann, um die Städte zu versorgen. 70% des Wassers in Delhi ist aufbereitetes Yamuna Wasser.

Doch leider entlädt Delhi auch in etwa 58% der Abwässer der Stadt in die Yamuna und verschmutzt auf diese Weise das Wasser so sehr, dass die Yamuna einer der am meisten verschmutzten Flüsse der Welt ist. Indien schafft es, dieses Wasser so zu verschmutzen, dass es für die Abwasseranlagen weiter unten am Fluss jetzt unmöglich ist, es wieder sauber zu bekommen. Bis jetzt haben sie, wie üblich, Chlor und Alaun verwendet, um das Wasser zu reinigen und dann das aufbereitete Flusswasser mit Grundwasser gemischt, um es darauf an die Häuser in Vrindavan und Mathura zu liefern. Sie hatten immer mehr Schwierigkeiten, das Wasser so weit zu reinigen, dass es im normalen Gebrauch verwendet werden kann. In den letzten Monaten haben sie 100 ppm (parts per million) Chlor und 70 ppm Alaun verwendet, doppelt so viel, wie normalerweise verwendet wird, aber trotzdem wird das Wasser nicht sauber.

Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Dreck und wie viele Chemikalien sich in dem Wasser befinden, das viele Menschen in Vrindavan täglich trinken! Im Ashram trinken wir Mineralwasser aus der Flasche, das auch die Teilnehmer unserer Retreats und alle anderen Gäste bekommen und jeder Tropfen Wasser, der in der Küche verwendet wird, läuft durch einen separaten Filter, der das Wasser wiederum so gut wie möglich reinigt. So sind wir sicher, dass unser Wasser nicht verschmutzt ist, aber von den armen Familien unserer Schulkinder hat keine einzige das Geld für einen solchen Wasserfilter, geschweige denn für abgepacktes Wasser. Sie können es sich nicht leisten, ihr Wasser weiter zu reinigen und müssen also das trinken, was sie bekommen! Es gibt bereits Statistiken, die anzeigen, dass dies der Grund für einen Anstieg der Krankheiten im Verdauungssystem bei den Einwohnern von Mathura und Vrindavan ist. Die Wasserversorgung dieser Gegend muss sich jetzt allein auf das Grundwasser verlassen.

Ist es nicht unglaublich, dass wir diesen Fluss so sehr verschmutzen, dass wir krank werden und sterben, wenn wir sein Wasser trinken? Und die Yamuna ist nicht der einzige Fluss, bei dem es so schlimm ist, der Ganges ist in einer ähnlichen Situation.

Natürlich hat die Regierung Pläne und Aktionen gemacht, um beide Flüsse zu reinigen und hat für diesen Zweck mehr als 370 Millionen US-Dollar ausgegeben. Sie wollten die Kläranlagen und die Abwasseranlagen verbessern, die die Abwässer in die Flüsse leiten, aber leider sind die Flüsse bis jetzt noch nicht sauberer geworden. Aufgrund von Korruption ist viel von dem Geld, das die Regierung zur Verfügung gestellt hat, nirgendwo auch nur in die Nähe der Flüsse gelangt.

Man sollte nicht nur versuchen, die Aufbereitung des Wassers zu verbessern, sie müssen damit aufhören, all die Fabrikabwässer auch noch in den Fluss zu kippen! Wenn wir die Natur, unsere Flüsse, unsere Luft und unsere Erde auf diese Weise verschmutzen, machen wir uns selbst krank! Wir sind die, die unter den Folgen leiden.

Viele meiner Leser fragen sich vielleicht, warum ich eigentlich hierüber schreibe. Vielleicht haben sie mit der Yamuna nichts zu tun und haben heute das erste Mal von ihr gehört. Mich jedoch schmerzt es, so etwas zu lesen, weil ich viele Tage meiner Kindheit damit verbracht habe, am Ufer der Yamuna zu spielen, und im Wasser um Vrindavan zu schwimmen. Wir haben das Wasser sogar so, wie es war, getrunken. Es tut weh, diesen früher so schönen Fluss in seinem jetzigen Zustand zu sehen.

Spirituelle Menschen hier sehen die Yamuna als heiligen Fluss, aber sie sehen nicht, was ihr Wasser verschmutzt. Wenn sie, anstatt die Göttin des Flusses nur durch Rituale am Ufer zu verehren, auch wirklich etwas gegen die Verschmutzung unternehmen würden, würde das dem Fluss, dem Wasser und schlussendlich dem ganzen Land mehr helfen, als irgendein Ritual es könnte.

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