Gestern habe ich darüber gesprochen, dass man den Verstand veschäftigen muss, sonst weiß der Geist nicht mehr, an was er sich festhalten soll. Und man sieht das oft an Menschen, wenn sie in Rente gehen. Plötzlich wissen sie nicht mehr, was sie mit ihrer freien Zeit tun sollen und wo sie ihre Gedanken hinrichten sollen.
Menschen, die nicht viel Gesellschaft haben, haben auch oft Schwierigkeiten damit. Und man kann das fühlen, wenn man mit ihnen zusammen ist, weil ihr Verstand daran gewöhnt ist, an einem Punkt hängen zu bleiben und sich nicht mehr wegzubewegen. Sie haben Meinungen zu bestimmten Themen, werden da unflexible und bestehen auf was sie sagen, weil sie nicht viel Möglichkeit haben, es von einem anderen Sichtpunkt zu sehen.
Ich musste heute wieder an dieses Thema denken, als ich meinen Vater im Garten arbeiten gesehen habe. Er ist auch immer sehr beschäftigt, den ganzen Tag lang, und man sieht ihn oft im Garten, wo er sich sogar nachts die Pflanzen ansieht und sich um sie kümmert. Er reist und predigt nicht mehr viel und manchmal kommt jemand hierher, um ihn um Rat zu fragen. Er ist also praktisch in Rente, aber tut wirklich das Beste, was man tun kann: obwohl wir einen Gärtner haben und obwohl es im Garten viele Helfer gibt, liebt er es, dort zu sein, Pflanzen einzusetzen und Blumen in Töpfe zu setzen oder aus Töpfen in die Erde, zu schneiden, was unnötig ist und zu bewässern was trocken ist. Das ist genau das, was er tut: er beschäftigt seinen Geist.
Der Garten ist zu seiner Verantwortung geworden, seiner Arbeit und seiner Leidenschaft. Wenn er hin und wieder Kleidung wäscht oder Dinge macht, die andere Menschen liebend gerne für ihn machen würden, sagt er: wenn ich das nicht mache, was soll ich denn dann machen und an was soll ich denken?
Es ist großartig und ich denke, dass ist der beste Rat, den ich jemandem geben kann, der fühlt, dass er etwas braucht, was er tun kann oder mit dem er den Verstand beschäftigen kann: finde etwas, das du gerne machst, ein Projekt, vielleicht in der Natur, mit Kunst oder im Haus. Lies, wenn du das gerne tust und lies unterschiedliche Dinge, neues, lerne etwas, das du schon immer einmal lernen wolltest, für das du aber nie Zeit hattest. Tue etwas und du wirst sehen, dass dein Geist dich begleitet, so aktiv wie immer und eifrig am denken!
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