Todesstrafe – Bestrafung oder Urteil zur Freiheit – 14 Nov 10

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Die 192 Mitgliedsstaaten der UN haben kürzlich über einen Beschluss zur Abschaffung der Todesstrafe abgestimmt. In den Nachrichten haben wir gelesen, dass Indien und auch China, USA und Iran unter den 38 Staaten waren, die dagegen gestimmt haben. 36 Länder haben sich der Stimme enthalten und 107 stimmten für die Abschaffung der Todesstrafe.

In Indien verbietet das Gesetz nur die Hinrichtung schwangerer Frauen und Kinder und sie legen auch Wert darauf, dass sie die Todesstrafe nur in den ‚seltensten der seltenen Fälle‘ anwenden. 2007 hat die Generalversammlung bereits einen ähnlichen Entschluss angenommen und seitdem ist die Zahl der positiven Stimmen und Enthaltungen gestiegen. Der Trend geht also immer mehr dazu , dass die Staaten die Todesstrafe abschaffen, was in vielen Ländern sowieso schon geschehen ist.

Ich bin sehr dafür, die Todesstrafe abzusetzen, da ich glaube, dass man nicht das nehmen kann, was man nicht geben kann. Du kannst kein Leben geben, von wo nimmst du dir das Recht, es zu nehmen?

Ich habe etwas mehr darüber nachgedacht und natürlich wird ein Todesurteil nur in seltenen Fällen und nicht für kleine Vergehen gefällt. Wenn man sich jedoch die Verbrecher ansieht, die man in diese Kategorie steckt, so wie Terroristen, die das Ziel haben, zu töten und zu morden, Terroristen, die Selbstmordanschläge verüben, merkt man eines: man bestraft sie nicht wirklich mit einem Todesurteil!

Sie haben selbst die Absicht, getötet zu werden. Wenn man sich den Terroranschlag auf das World Trade Center am 11.September in New York, USA, ansieht oder auch den Anschlag am 26.November auf das Taj Hotel und andere Orte in Mumbai, Indien, so hatten diejenigen, die dafür verantwortlich waren, in der Tat den Wunsch zu sterben! Während sie sich selbst töteten, wollten die Terroristen so viele Menschen wie möglich mit sich in den Tod reißen. Wenn man solche Terroristen findet, sie anklagt und bei Gericht entscheidet, sie zu Tode zu verurteilen, weil sie zur Kategorie der seltensten Fälle gehören, so kümmert sie das nicht wirklich!

Dann sind sie tot, aber was hat man damit den genau getan? Man hat ihnen ihren Wunsch erfüllt, das einzige, was sie von Beginn an wollten! Wo war da die Bestrafung? Sie haben keine Angst davor zu sterben! Wenn jemand zum extremen Verbrecher wird, ist er bereits zu dem Schluss gelangt, dass er jederzeit sterben kann. Da kann nur die Kugel eines Polizisten kommen und schon ist es vorbei. Sie wissen, dass das der Extremfall ist, der ihnen aber jederzeit passieren kann.

Wenn man es von einem anderen Sichtpunkt sieht, so befreit der Tod von allem. Wenn man einmal tot ist, ist man tot und muss sich um nichts weiteres mehr kümmern. Nur eine Spritze, ein Druck am Abzug, in der nächsten Minute sind sie tot. Das, was du dir als die schlimmste Strafe vorstellst macht sie eigentlich glücklich. Sie werden von allem befreit. Wenn man vor dem Tod keine Angst hat, warum wäre man dann nicht glücklich zu sterben?

Es wäre für sie vielleicht schwieriger, für den Rest des Lebens eingesperrt zu sein. Der Tod befreit von Schmerzen, Schuldgefühlen und jeglicher Verantwortung. Wenn sie ein Urteil für lebenslange Haft bekommen und fühlen, dass es keine Möglichkeit gibt, dass sie im Leben wieder einmal aus dem Gefängnis kommen, so wäre das eine bessere Strafe.

Wenn jemand wegen Mord hingerichtet wird, bedeutet das denn nicht, dass man nach der Regel ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ vorgeht? Und ist das nicht genau die Regel, der auch diejenigen folgen, die das Verbrechen begangen haben?

Ein weiteres – sehr wichtiges – Argument gegen die Todesstrafe ist, dass es viele Fälle gab, in denen Menschen entlastet wurden, oft sogar nachdem sie schon tot waren. Es wurde herausgefunden, dass sie tatsächlich unschuldig waren! Wenn es auch nur den geringsten Zweifel an der Schuld einer Person gibt, wie kann man ihn oder sie dann umbringen und sagen, dass das im Namen der Gerechtigkeit geschieht? Es gab Fälle, in denen es ernste Zweifel an der Schuld des Angeklagten gab, doch er wurde trotzdem hingerichtet.

Wenn ich an all das denke und auch darüber nachdenke, dass wir nicht diejenigen sind, denen es zusteht über Leben oder Tod zu entscheiden, denke ich, dass die Länder, die dagegen gestimmt haben oder sich enthalten haben, nicht im Recht sind. Man sollte nicht einmal im seltensten der Fälle selbst zum Mörder werden.

Heute hat mein bester Freund Govind Geburtstag, was für uns wieder einmal ein schöner Grund war, einen Kuchen zu backen. Wir haben gefeiert und hatten einen wunderschönen Abend.

Mehr: http://economictimes.indiatimes.com/News-Politics/Nation/India-votes-against-resolution-on-moratorium-on-death-penalty/articleshow/6912413.cms

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