Gestern habe ich über Panikattacken geschrieben, die mit der Angst vor dem Tod zusammenhängen. Michael und ich haben diese Woche auch über den Tod gesprochen. Das hat mit der Geschichte einer Frau aus der Gegend begonnen, die jung starb und für deren Tod es keine plausible Erklärung gab. Sie hatte einen Schlaganfall und starb. Sie war um die 50 Jahre alt, sehr fit und aktiv, machte jeden Tag Yoga, aß gesund und hatte ein sehr schönes Leben. Es war kurz, aber schön.
Als Michael diese Geschichte erzählte, sagte ich, was für ein schöner Tod das war.
Sie war gesund und glücklich und die nächste Minute war sie nicht mehr. Wenn du von dieser Geschichte geschockt bist, ist es deine eigene Angst vor dem Tod, die diese Reaktion verursacht. Wenn du keine Angst vor dem Tod hast, solltest du dich freuen und sagen ‘Wow, wie toll, sie hatte ein gutes Leben!‘ Wer sagt, dass wir mindestens siebzig Jahre leben müssen? Wer würde nicht auch zustimmen, dass ein kurzes Leben voller Freude und Liebe besser ist als ein langes Leben voller Leid? Wir sollten den Tod jede Minute und Sekunde unseres Lebens willkommen heißen und umarmen!
Danach erwähnte ich noch, dass ich gerne vor meinem Tod sterben würde. Ohne Funktion sein. Völlig ohne etwas zu tun, keine Wellen, kein Herzschlag, kein Atem. Kann man in dieser Situation etwas fühlen? Ist man einfach nur in der Liebe? Wenn man aufhört zu funktionieren, ist da sicher keine Angst mehr, keine Unsicherheit, keine Wut und kein Zögern.
Warum sollten wir diesen Zustand nicht sogar vor dem Tod erreichen können? Es gibt Momente im Leben, in denen man nahe rankommt. Meditation kann dich zu diesem Frieden führen, diesem Gefühl vollständiger Liebe und Funktionslosigkeit. Ein Organsmus auch. Eine tiefe Meditation oder ein wahrer Orgasmus geben dir die Erfahrung des Todes.
Das Wichtigste ist, dass die Angst vor dem Tod unnötig ist. Sehr junge Menschen haben keine Angst vor dem Sterben. Sehr alte Menschen haben keine Angst vor dem Sterben. Und diejenigen dazwischen, müssen auch keine Angst haben. Entspanne dich und lebe ohne Angst.
Heute ganz früh am Morgen verabschiedeten wir uns von Michael und Andrea und setzten uns in den Zug von Lüneburg nach Augsburg. Vom Inneren des Zuges sahen wir, dass ganz Deutschland verschneit ist. Wir sind gut in Augsburg angekommen und sitzen jetzt bei Ramonas Vater in der Wohnung und genießen es, dass es draußen kalt ist und drinnen schön warm.
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