Abschied von Vishal, dem besten Koch von Ammaji’s – 5 Jun 16

Tod

Heute muss ich euch traurige Nachrichten übermitteln: einer unserer Köche ist letzte Nacht verstorben. Er hieß Vishal und war erst 25 Jahre alt. Wir werden ihn sehr vermissen!

Vishal war einer der Köche, die wir gleich nach Beginn des Restaurants einstellten, als die Menge der Gäste jeden Tag wuchs und wir merkten, dass wir ein größeres Team brauchten. Er kam, um die chinesische Abteilung unserer Küche zu leiten, doch bald fanden wir heraus, dass er so viel mehr konnte: er half mit der kontinentalen Küche, er konnte auch mal eine Lücke in der nordindischen Abteilung füllen – er war wirklich ein Allrounder!

Der frisch verheiratete junge Mann erwies sich als wahre Bereicherung, nicht nur im kulinarischen Sinn. Er war ein enthusiastischer Koch, liebte das, was er tat und brachte einen frischen und positiven Wind in unsere Küche! Wenn neue Köche oder Helfer da waren, war er derjenige, der ihnen half, sich im Team wohl zu fühlen, der ihnen erklärte, wie die Dinge hier liefen, wo die Zutaten waren und so weiter.

Er kochte wirklich mit der Liebe, die wir in Ammaji’s Küche sehen wollen und die wir in unseren Mahlzeiten versprechen! Seine Liebe fürs Essen wurde in seinen Neuschöpfungen und seinem Wunsch, uns diese probieren zu lassen deutlich.

Es war ein Schock für uns, als wir vor etwa zehn Tagen einen Anruf mit der Nachricht erhielten, dass Vishal einen Unfall gehabt hatte. Ein Mann hatte ihn bis zum Krankenhaus gebracht – und sofort fuhren zwei unserer Mitarbeiter von hier los um zu helfen. Es war da bereits klar, dass es ein schwerer Unfall gewesen war.

Bei seinem Fall von seinem Motorrad hatte Vishal sich alle drei Knochen eines Beins gebrochen und beide Unterschenkelknochen des anderen Beins. Wundersamerweise hatte er keine anderen Verletzungen außer einigen blauen Flecken am Arm. In zwei Operationen arbeiteten die Ärzte an seinen Knochenbrüchen: an einem Tag ein Bein, zwei Tage später das andere.

Alle Operationen waren erfolgreich, wir besuchten ihn vorher und hinterher. Die Mitarbeiter und auch das Management waren ihn mehrmals im Krankenhaus. Es ging ihm den Umständen entsprechend gut, er redete und machte sogar Witze. Wir versicherten seiner Familie unserer Unterstützung bis er völlig genesen sein würde und wieder zur Arbeit kommen würde. Ramona und ich besuchten ihn noch einmal an dem Tag an dem er entlassen werden sollte. Am Abend wurde er mit dem Krankenwagen nach Hause gefahren.

Am Abend des nächsten Tages hatte er einen Herzanfall. Seine Familie brachte ihn noch ins Krankenhaus, doch die Ärzte konnten nur noch seinen Tod feststellen. Es war ein Schock. Nach allen Operationen sollte er sich eigentlich nur noch erholen – und niemand weiß, was eigentlich gesehen ist und wie.

Es ist auch nicht mehr wichtig – Vishals Strahlen hat uns für immer verlassen. Das Restaurant war in Trauer heute Früh und Mittag geschlossen und erst am Abend wieder offen. Und was auch immer wir in unserer Küche zubereiten werden, Vishal wird in unseren Gedanken immer lebendig bleiben!

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