In den letzten Tagen waren in der Zeitung häufig Nachrichten darüber, dass in Indien bald keine Blackberries mehr funtionieren werden. Die indische Regierung will den Dienst von Blackberries in Indien vollständig beenden, weil sie darin eine Gefahr sehen: Terrorristen könnten sie zum Informations-Austausch verwenden.
RIM, ‘Research in Motion’, die kanadische Firma, die den Blackberry geschaffen hat und ihn verkauft, hat einen Service, der ‘Blackberry Enterprise Service’ heißt und der Emails und Nachrichten verschlüsselt, die von einem Blackberry zum anderen geschickt werden. Nachrichten können dann von niemand anderem als dem Empfänger gelesen werden, was der Grund dafür ist, dass Firmen ihn verwenden, da sie auch wichtige Daten sicher versenden können. Diese Sicherheit ist das Versprechen von RIM an seine Kunden.
Die indische Regierung will nun den Code haben, mit dem auch sie diese Nachrichten lesen können, um terroristische Aktivitäten zu verhindern. RIM hat sich jedoch geweigert, den Schlüssel zu diesem Geheimnis preiszugeben. Ihre Antwort, laut der heutigen Zeitung, ist etwas wie: ‚Fragt uns nicht danach! Wenn Amerika eine Lösung gefunden hat, könnt ihr das auch!‘ Im gleichen Artikel steht beschrieben, wie es in Amerika läuft: sie haben Hacker, die den Code hacken und dann die Nachrichten lesen! Warum ermuntern die Blackberry-Schöpfer Indien, diese Daten zu stehlen?
Auf diese Ankündigung und Diskussion hin hat die indische Regierung bereits Angebote von vielen indischen Hackern bekommen, die behaupten, dass sie die Nachrichten für die Regierung decodieren und hacken könnten. Das indische Talent, was Informatik und Softwares angeht, ist überall bekannt. Es gibt Menschen, die dazu bereit wären. Das Innenministerium hat jedoch in einer Stellungnahme gesagt, dass es nicht bereit ist, Daten zu stehlen, selbst wenn das moralisch sogar vertretbar ware – schließlich retten Hacker mit dieser Arbeit vielleicht sogar Leben!
Das war nicht der einzige Dienst, dem die indische Regierung kritisch gegenüber stand. Doch als sie einen anderen, den Messenger Dienst von Blackberry ablehnten, erklärte sich RIM dazu bereit, den Code für diesen Service herauszugeben. Sie wollen den Enterprise Dienst immer noch nicht decodieren, weil sie ihren Kunden versprechen, dass ihre Daten verschlüsselt und ungelesen beim Empfänger ankommen. Sie wollen jedoch auch den großen indischen Markt verlieren, der im Moment boomt.
Ihr fragt euch vielleicht, was mich dazu inspiriert hat, heute über dieses Thema zu schreiben. Natürlich kann ich die Sorgen der Regierung verstehen, da Indien ein Land ist, dass vom Terrorismus gefährdet ist. Ich mag Technik und Technologie und ich bin daran interessiert, was in diesem Bereich vor sich geht. Zudem hat dieses Thema einen moralischen Aspekt: die Firma besteht darauf, dass die Regierung illegale Methoden anwendet, um an die Daten der Firma zu kommen!
Sie stimmen also sowieso zu, dass die Daten der Regierung sichtbar werden, doch sie hätten es doch lieber, wenn die Regierung sie selber stehlen würde! Ich glaube, Kunden würden die Notwendigkeit der Sicherheit verstehen und eine offene Stellungnahme zu dem Thema gutheißen, anstatt ausgetrickst zu werden. Nach dieser Diskussion werden sie sowieso wissen, dass die Regierung ihre Daten bekommt.
Schaut euch einmal an, was in den USA geschieht: RIM verspricht, dass sie niemandem selbst Daten geben und so halten sie ihr Versprechen, doch sie wissen genau, dass der Code gehackt und im Land aus Sicherheitsgründen verbreitet wird. Das ist auch keine Art, ein Versprechen zu halten! Ich finde, dass man auch im Geschäft ehrlich bleiben sollte. Trickse deine Kunden nicht aus, sie werden es herausfinden!
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