Vor einiger Zeit habe ich euch von der Gewohnheit meiner Frau erzählt, To-Do-Listen zu schreiben. Es ist eine gute Art und Weise, organisiert zu bleiben und nicht zu vergessen, was man machen wollte. Dabei sehe ich jedoch auch, dass es auf deinen Verstand eine negative Wirkung haben kann. Ja, eine To-Do-Liste kann der Grund dafür sein, dass du dir selbst Stress machst!
Jeder, der jemals eine solche Liste geschrieben hat, weiß, dass es wichtigere und weniger wichtige Aufgaben darauf gibt. Man kann solche Listen im Computer recht stylisch mit Farben und Fähnchen, Nachfolge-Schildchen und mehr machen. Eine Alternative ist ein To-Do-Brett, auf das du deine Aufgaben mit andersfarbigen Haftnotizen arrangierst. Wie auch immer man es macht, normalerweise geht man zuerst einmal die wichtigen Aufgaben an und hebt sich die weniger wichtigen für später auf.
Von diesen sind einige einfach und Machen Spass – die sind dann auch schnell erledigt, wenn man mal etwas extra Zeit hat. Es gibt jedoch auch die, auf die man sich nicht gerade freut. Immer, wenn man sich diese ansieht, runzelt man die Stirn und beschließt, dass es gerade andere, wichtigere Dinge gibt. Oder, dass man nun eine Pause braucht und sich lieber etwas ausruhen sollte. Man schiebt es auf, verzögert es und hat sie schließlich über Ewigkeiten hinweg auf seiner To-Do-Liste.
Sobald eine Aufgabe auf deiner Liste etwas älter geworden ist, vergisst du, wie viel Anstrengung du wirklich benötigen würdest, um sie zu erledigen. Du hast eine vage Vorstellung davon, was gemacht werden muss, aber jedes Mal, wenn du es aufschiebst, wird es etwas schwieriger und anstrengender, es wirklich zu tun.
Langsam wird so deine To-Do-Liste länger. Mit jedem festen Punkt, der da dazu kommt, hast du eine noch längere Liste an Dingen, die getan werden müssen. Dinge, die du machen solltest! Da ist immer etwas, die Liste endet nie!
Ihr könnt euch vorstellen, wohin meine Gedanken führen – es kann für deinen Geist nicht gesund sein, solche Aufgaben jederzeit gegenwärtig zu haben! Egal wann, aber man bekommt das Gefühl, dass man seine Arbeit nie wirklich beenden kann. Man hat nie Freizeit, weil es immer nur Zeit zwischen deinen Aufgaben ist!
Ich glaube, es ist offensichtlich, dass das Stress schafft. Das geschieht langsam und vielleicht auf einer Ebene, die dir nicht ganz bewusst ist. Du glaubst, dass du deinen Computer sehr wohl herunterfahren kannst und dann auch die Liste in deinem Kopf damit loswirst. Doch irgendwie ist es trotzdem da. Das Gefühl, nicht genug getan zu haben. Dass da noch mehr zu tun ist.
Darum möchte ich eines für die To-Do-Liste vorschlagen: stelle dazu noch einen Zeitplan auf. Schreibe auf, bis wann du deine Aufgaben erledigen musst – und halte dich dran! Wenn es Dinge gibt, die du tun ‚könntest‘, schreibe sie nicht da mit drauf. Mach stattdessen eine weitere Liste und nenne diese ‚Ideen‘. Damit hast du dann keinen Druck und kannst die etwas Aussuchen, wenn du wirklich Zeit dafür hast. Oder wirf das ganze Ding in den Abfalleimer und lerne, die wichtigen Aufgaben im Kopf zu behalten. Lass dich davon bloß nicht stressen!
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