Pushkar – eine Stadt wendet sich von der Spiritualität zum Tourismus – 18 Sep 08

Sightseeing

Heute war ich in Pushkar unterwegs. Das erste Mal war ich 1984 hier, danach 1988 und das letzte Mal glaube ich 1993. Als ich Pushkar jetzt sah, konnte ich nicht glauben, wie sehr es sich verändert hat. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine Stadt sich so vollständig verändern könnte. Ich habe fast nichts mehr wiedergefunden, was ich zuvor in Pushkar gesehen hatte.

Pushkar ist eigentlich eine Pilgerstadt, weil es der einzige Ort mit einem Tempel für Brahma, dem Gott der Schöpfung, ist. Normalerweise kommen Hindus hierher, um ihn zu verehren und früher habe ich nie Ausländer gesehen. Heute habe ich in den Straßen gesehen, dass fast alle Geschäfte, die früher religiöses Zubehör für Puja Zeremonien verkauft haben, nun zu Touristen-Läden geworden sind, in denen man Kleidung und Andenken kaufen kann. Der ganze Markt hat sich verändert.

Ich habe auch mit jemandem aus dem Ort gesprochen und er hat seine Enttäuschung über die Entwicklung der letzten 15 Jahre ausgedrückt und sagte: „Swami ji, dieses Geschäft mit Touristen hat viel Geld nach Pushkar gebracht und viele Leute sind reich geworden, aber wir mussten einen großen Preis zahlen, weil die echte Kultur und Spiritualität verloren gegangen sind. Es war schön zu der Zeit, als unsere Stadt klein und friedlich war und die Menschen mit Liebe und Glauben hierher kamen. Jetzt wird man Touristen finden, die ihren Frieden in Drogen suchen, die sie hier auch noch billig bekommen.“

'Als ich ihm zuhörte und spürte, wie es sich für mich anfühlte, konnte ich seine Enttäuschung verstehen und stimmte ihm zu. Ich habe auch gemerkt, dass ich mit den ansässigen auch vorsichtig sein muss, da sie es gewohnt sind jeden auf die gleich Weise zu behandeln, nämlich zu versuchen, mehr Geld von ihnen zu bekommen. Sogar Priester des Ortes bestehen darauf, dass du mit ihnen betest oder eine Zeremonie machst und ihr Hauptziel ist es, dass du ihnen einen hohen Preis dafür zahlst. Aber wie es auch immer ist, die Landschaft hier ist wirklich wunderschön und wir haben auch diesen Tag genossen. Morgen werden wir unsere Reise zurück nach Vrindavan antreten und das morgige Tagebuch wird wieder vom Ashram aus geschrieben.

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