Sexueller Missbrauch in der Kindheit – Bist du ein Opfer? – 25 Feb 09

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Gestern habe ich über Menschen gesprochen, die gerne Opfer sind. Für sie ist es schön, wenn sie Mitleid bekommen und anderen leid tun. So können sie es genießen, Opfer zu sein. Ich kannte eine Frau, die behauptete, Heilarbeit zu tun. Sie hat jeder dritten Frau, die zu ihr kam, erzählt: du wurdest in deiner Kindheit oder in einem vergangenen Leben sexuell missbraucht. Diese Heilerin erzählte mir auch, dass sie selber in ihrer Kindheit von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde. Als sie das auch von ihren Patientinnen sagte, sagten viele ‚Nein, an so etwas kann ich mich gar nicht erinnern.‘ Aber sie sagte: ‚Vielleicht erinnerst du dich nicht mehr, aber so ist es. Vielleicht hat dich jemand berührt, als du ein Kind warst. Und das muss geheilt werden.’ Sie sagte zu einer Frau, dass sie von ihrem Babysitter missbraucht wurde, aber sie glaubte ihr nicht.

Die Idee dieser Frau war, die Menschen zu Opfern zu machen. Sie sollten glauben, dass sie Opfer sind. Dann würden sie ihr leid tun und sie würde ihr Mitleid für sie zeigen. Natürlich müssten diese armen Menschen dann zu ihrer Behandlung kommen und an ihren Workshops und Seminaren teilnehmen, um geheilt zu werden und noch mehr Mitleid zu bekommen.

Ich sehe Menschen wie diese Frau nicht als Heiler. Ich sehe sie als verwirrte Geschäftspersonen, die andere verwirren und zu Opfern machen wollen. So kann ihr Geschäft wachsen.

Ich sage nichts über jemanden, der wirklich diesen Schmerz in der Kindheit erlebte. Ich habe volles Mitgefühl mit ihnen und ich verstehe ihren Schmerz. Viele Menschen kommen zu mir und viele Frauen sprechen mit mir über ihre intimen Probleme und teilen auch ihr Leid und den Schmerz ihrer Kindheit mit mir. Unter all diesen Menschen, die ich getroffen habe, waren auch Frauen, die mir erzählt haben, dass sie glauben, sexuell missbraucht worden zu sein. Aber sie sind sich nicht sicher. Dann frage ich mich wie und warum sie diese Idee bekommen haben. Manche sagen sogar, dass sie ich nicht genau daran erinnern, was geschehen ist, wer was getan hat und wann etwas geschehen ist, aber irgendetwas ist geschehen. Wenn es kein Sex war, dann hat mich jemand berührt. Aber ich erinnere mich nicht daran wer, wann und wie. Ich spüre, dass da etwas war.

Ich verstehe die, die es wissen, die gelitten haben und die immer noch ihren Schmerz in ihrem Gedächtnis haben. Aber ich verstehe nicht, warum diejenigen, die sich nicht mehr erinnern, wann, warum und wer was getan hat, gerne Opfer sein wollen. Es ist in Ordnung, wenn etwas in deiner Vergangenheit geschehen ist und du dich nicht deutlich erinnerst, akzeptiere es und lass es los. Geh nicht in die Rolle des Opfers, dafür besteht keine Notwendigkeit!

Ich kann eine meiner eigenen Erfahrungen erzählen. Als ich sieben oder vielleicht acht Jahre alt war, war die Frau des Cousins meiner Mutter, die in der Zeit etwa 35 Jahre alt war, für zwei oder drei Wochen bei uns zu Gast. Es war Sommer und es war sehr heiß. In Indien ist es üblich, dass die Menschen nach dem Mittagessen ruhen und etwas schlafen und wir haben uns täglich alle für ein Schläfchen hingelegt. Diese Frau hat mich immer in ihre Arme genommen und mich auf ihren Körper gelegt. Ich erinnere mich genau daran, dass ich ihren Körper gespürt habe und ich weiß, dass sie mich auch berührt hat. Und ich weiß, dass ich etwas genossen habe, aber ich war sehr unschuldig und habe überhaupt nicht gewusst, was Sex ist oder was in der Zeit im Körper geschieht. In dem Alter haben wir immer noch nackt auf der Straße gespielt. Sie spürte meinen Körper und ich fühlte ihren. Tief in mir spürte ich, dass etwas irgendwie nicht stimmte, irgendetwas war falsch. Aber jetzt kann ich nur darüber lachen. Warum sollte ich zum Opfer werden? Warum muss ich diese Last dieser Denkweise mit mir herumtragen?

Ich höre so oft, wie Menschen eine so große Sache daraus machen. Ich will klar sagen, dass ich einen Unterschied mache zwischen Menschen, die wirklich Opfer in ihrer Kindheit waren, durch diesen Schmerz gegangen sind oder unter Vergewaltigung gelitten haben und Menschen, die diese Idee von einer anderen Person bekommen haben, die ihnen diesen Zweifel in ihren Verstand gesät haben. Ein Opfer zu sein ist keine Heillösung. Es kann ein Handlungsmuster sein und du musst mutig sein und es hinter dir lassen. Du musst die Kraft haben, aus dieser Rolle des Opfers auszusteigen.

Das heutige Essen wurde von der Praxis für Physiotherapie Heide Baser aus Deutschland gespendet. Ich danke dem Team, das die Trinkgelder für die Kinder gespendet hat, um ihnen ein Essen zu spenden!

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