Heute möchte ich noch einmal über die zwei Themen schreiben, die viele spirituelle Leute völlig als weltliche Freude abschreiben: Geld und Sex. Ich halte keines von beiden für schlecht – aber heute verspüre ich den Drang, über die Schwierigkeiten zu schreiben, beides zu kombinieren.
Während einem Großteil des Jahres haben wir hier Retreats im Ashram. Es gibt Yogastunden, Meditationen, Ayurvedische Massagen und Behandlungen sowie Ayurveda Unterricht. Eine Frau nahm einmal an einem Retreat teil und nach einer Woche oder zwei hatte Yashendu, der den Retreat leitete, ein bisschen ein seltsames Gefühl. Diese Frau schien mehr von ihm zu wollen als nur Yogastunden!
Ihr kennt doch das Gefühl, dass man erst meint, man bildet sich da was ein, aber dann werden die Annäherungsversuche des anderen immer offensichtlicher. Naja, Yashendu verstand die Signale, wollte das Angebot aber nicht annehmen. Sie war interessiert – er aber nicht. Am Ende wurde sie wirklich ganz deutlich und bis zu ihrem Abreisetag befand sich Yashendu in einer Art innerem Konflikt: sie hatte ihm praktisch gesagt, sie würde gerne eine größere Spende machen und unsere Projekte in größerem Umfang unterstützen, wenn ihr ihre Zeit bei uns so richtig gut gefallen würde. Oder ihre Zeit mit ihm.
Er wusste, was er machen könnte, so dass ihr die Zeit hier Spaß machen würde. Sie war Single, er war Single – aber er hatte einfach kein Interesse an ihr!
Am Ende bekamen wir ihren Segen und die besten Wünsche für unser Projekt. Natürlich nahmen wir auch diese mit Freuden an – aber eine große Spende hätte uns jetzt auch nicht gerade traurig gestimmt!
Naja, aber versteht mich nicht wieder falsch: ich mache dieser Frau keine Vorwürfe.
Eigentlich ist da ja gar nichts falsch daran, wenn sie etwas körperliches Vergnügen haben möchte. Es ist einfach nur natürlich und schließlich haben wir alle körperliche Bedürfnisse. Selbst wenn sie nicht die ‚große Liebe‘ im Sinn hatte, ist meiner Meinung nach auch an einem Urlaubsflirt nichts verkehrt.
Als Person mit etwas mehr Geld versuchte sie es auch eine Weise, die ihrer Meinung nach funktionieren könnte – aber das tat es nun mal nicht, selbst wenn wir nun vielleicht zurückdenken und Witze reißen: Yashendu hätte zumindest ein kleines Opfer für unsere wohltätige Arbeit bringen können! 😉
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