Gestern habe ich über die Schuldgefühle geschrieben, die Religionen vielen Menschen dafür vermitteln, dass sie Sex haben – und dass sie Spaß am Sex haben, an Sex denken oder über irgendetwas nachdenken oder sprechen, das mit Sex auch nur entfernt zu tun hat. Für viele ist Sex damit zu einem solchen Thema geworden, dass sie jede Art von Relation und gesundem Verstand in Bezug auf dieses Thema verloren haben. Alles, was damit zu tun hat ist einfach nur schrecklich.
Ich hatte einmal mit einem engen indischen Freund eine Unterhaltung über einen meiner Blogeinträge, in denen ich sagte, dass man offen sein und mit Kindern über Sex reden sollte – auf altersgemäße Weise. Ich erzählte ihm, dass ich auch mit meiner Tochter eines Tages über Sex reden würde. Dass ich möchte, dass meine Tochter volle Freiheit bei der Partnerwahl hat und auch selbst entscheiden wird, mit wem sie denn schlafen möchte. Es sollte auch ihre Wahl alleine sein, wer bei ihr ins Bett steigt – da werde ich mich sicher nicht einmischen!
Seine Antwort schockierte mich. Er sagte ‘Aber ich kann nicht mit meiner Tochter zusammen Pornos ansehen!‘
Ich nehme wirklich an, dass die meisten von euch nun etwas verwirrt sind und sich fragen, was das denn nun mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Doch nach einem kurzen Nachdenken muss ich sagen, dass ich bestürzt war über den Gedankengang hinter dieser Aussage, darüber, was er da impliziert und die Erkenntnis, dass Leute wirklich in diese Richtung denken.
Wirklich, wer würde so etwas tun? Wer würde sich mit seiner Tochter auf die Couch setzen, um Pornos anzusehen? Aber wer hat von so etwas überhaupt geredet? Als ob ‚über Sex sprechen‘ und Pornos ansehen das Gleiche wäre! Da liegen Meilen dazwischen!
Es scheint mir, als seien die Leute, besonders religiöse Menschen, so unglaublich engstirnig was das Thema Sex angeht, dass sie nicht einmal das Wort Sex sagen können, ohne selbst erregt zu werden! All ihre unterdrückte Sexualität kommt in dem Augenblick auf, in dem sie an einen nackten Körper denken! Nacktheit, Sex, Gespräche über Sex, das alles ist einfach zu viel für sie! Sie können nicht normal über Sex reden – also nehmen sie an, dass auch kein anderer das kann!
Aber – Überraschung! Wenn ich sage, dass ich mit meiner Tochter über Sex sprechen werde, habe ich nicht vor, ihr die besten Stellungen zu empfehlen, erogene Zonen zu zeigen oder erregende Literatur vorzuschlagen, geschweige denn mit ihr Pornos anzusehen! Es wird eine ganz normale Vater-Tochter Unterhaltung. Über die Wünsche unserer Herzen, der Reaktion unseres Körpers, wie natürlich das alles ist und auch über ihre eigene Verantwortung in diesem Bereich.
Tatsächlich hoffe ich, dass wir es schaffen, unsere Tochter auf eine Weise zu erziehen, die es uns möglich macht, über Sex zu reden, ohne dass wir uns schämen. Aber der Gedanke, dass das bedeuten könnte, ich hätte ein obszönes Gespräch mit ihr, ist, was die Gesellschaft so krank macht.
Die engstirnige Unterdrückung eines natürlichen Bedürfnisses. Das unglaubliche Zögern, Worte, die mit dem Thema Sex zu tun haben, auch nur auszusprechen. Erregung bei dem kleinsten Gedanken und Schuldgefühle, so viel Scham bei diesem Thema – das ist die Grundlage der kranken Mentalität, die wir in Indien heutzutage beobachten können. Die Unterdrückung wandelt sich in sexuelle Gewalt gegen Frauen.
Weil du ‘Pornos schauen’ hörst, wenn ich ‘über Sex sprechen’ sage.
Wer ist der mit den dreckigen Gedanken, du oder ich?
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