Gruppen-Zugehörigkeit für Sicherheit und Identität – 26 Jan 09

Selbstbewusstsein

Gestern habe ich geschrieben, dass Menschen, die fühlen, dass sie von anderen verurteilt werden, selber beginnen, andere zu verurteilen. In Schulen kann man sehen, dass Kinder und Teenager nach ihren Interessen bestimmte Gruppen bilden. Da gibt es zum Beispiel welche, die gerne Sport treiben und andere, die Wissenschaften bevorzugen und ihre Zeit gerne mit Lesen verbringen. Und die Mitglieder einer Gruppe mögen die der anderen Gruppen oft nicht. Entscheidungen werden in der Gruppe getroffen und danach, was die Gruppe denkt.

Das ist normal und das kann man nicht nur bei Kindern oder Teenagern beobachten. Wenn sie aufwachsen und einen Beruf wählen, so bilden sie eine Gruppe mit Menschen des gleichen Berufs. Dann gibt es Gruppen je nachdem, was sie in ihrer Freizeit gerne machen. Menschen brauchen das Gefühl, irgendwohin zu gehören. Wenn sie in einer Gruppe sind, haben sie das Gefühl der Sicherheit. Ob es nun eine Gruppe von Freunden oder eine Gemeinschaft ist, eine Gruppe von Menschen bietet Sicherheit. Spirituelle Menschen bilden auch eine eigene Gruppe und wie in jeder Gruppe gibt es auch hier Wettbewerb und Eifersucht. Wenn sich das Interesse und der Weg einer Person verändert, so verändern sich auch die Gruppen, denen er sich zugehörig fühlt.

Wir machen diese Gruppen, aber eigentlich muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Ein berühmter Dichter, Tagore, hat ein sehr berümtes Gedicht hierüber geschrieben, das ‚Ekala Chalo Re‘ heißt, was ‚Geh allein‘ bedeutet. Jeder kommt allein in diese Welt und geht auch wieder allein.

In Indien haben wir auch eine Redewendung, die besagt, dass Sadhus, spirituelle Menschen, keine Gruppen bilden. Sie übernehmen ihre eigene Verantwortung ohne sich dabei auf andere zu verlassen oder über das Urteil anderer nachzudenken. Darum bin ich nicht an irgendeiner Gruppe interessiert und sehe mich nicht irgendeiner Gruppe zugehörig und möchte keine Gruppe bilden.

Heute haben uns Roger und Mady in Erkelenz abgesetzt und sich mit Tränen in den Augen von uns verabschiedet. Aber wir werden sie in drei Wochen wiedersehen, weil sie mit uns nach Indien fahren. Die Woche in Erkelenz hat mit einem Darshan heute Abend begonnen. Davor hatten wir ein großartiges Abendessen, dass Carolin für uns zubereitet hat. Ich bin so beeindruckt von ihren Kochkünsten. Sie ist erst elf Jahre alt und obwohl ich weiß, dass sie immer zugesehen hat, wenn ich hier gekocht habe, bin ich doch erstaunt, dass dieses deutsche Mädchen allein ein vollständiges Ayurvedisches Abendessen zubereitet hat. Und es war sehr lecker!

Comment (1)

  1. Tricia

    Caste system: descrimination and racism. It is banned in the USA and Canada, why do people still acknowledge it though? I guess plain and simple is a way to make them feel powerful and everyone wants to be important and powerful in life higher than others a fluke the feeling of looking down their noses at others…they deserved to be chastised.

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