Als ich gestern von verrückten Ideen sprach, ist mir ein Vorfall in London eingefallen. Ich habe dort neun Tage lang Vorträge gehalten und habe eines Tages eine anonyme Mail von einer Frau erhalten, die ihre Identität nicht verraten wollte. Sie hat mir eine lange Mail geschrieben, in der sie ihre Situation und ihr Problem beschrieben hat, das ich nun zusammenfassen werde.
Sie war verheiratet und hatte Kinder und auch eine Beziehung zu einem anderen Mann. Sie lebte in der Angst, dass ihr Liebhaber sie für eine andere Frau verlassen könnte, weshalb sie ihn kontrollieren wollte, damit er immer bei ihr bleibe. Dafür setzte sie sich mit einer Person in Verbindung, die behauptete, Wunderkräfte zu besitzen und wisse, wie sie diesen Mann für ihr ganzes Leben an sich binden könne. In der Email beschrieb sie ein monatliches Ritual, bei dem sie ein Stück Stoff mit ihrem Menstruationsblut tränken und verbrennen solle. Er hatte ihr eine trockene Pflanze gegeben, aus der sie Pulver herstellen sollte, dass dann mit der Asche des blutigen Tuches vermischt wurde. Jeden Monat sollte sie dieses Pulver in das Essen oder Trinken ihres Liebhabers mischen.
Zu dem Zeitpunkt der Mail hatte sie das bereits vier Mal getan und sie schrieb, dass seit dem Beginn alles schief lief, alles schlecht wurde, ihre Gesundheit, ihre Familienverhältnisse, ihr Geschäft, kurz, ihre ganze Situation. Das machte ihr Angst und sie wollte ihn loswerden, fühlte sich aber manipuliert und wie von diesem Mann kontrolliert. Er hatte auch viel Geld für seinen Rat und die Pflanze bekommen und sie hatte sogar ein Pfund pro Minute gezahlt für Stunden am Telefon, in denen sie Rat bekam.
Also fragte sie mich, was sie tun solle und bat mich um Hilfe aber sie wollte ihre Identität nicht preisgeben und mich treffen. Ich sagte ihr, wir müssen uns treffen, doch sie lehnte das ab. Eines Tages nach meinem Vortrag fuhr mich jemand zurück und im Auto auf dem Rücksitz saßen zwei Frauen. Eine von ihnen begann, mit mir zu reden und lud mich zu sich nach Hause ein. Ich drehte mich um und sagte ihr: „Aber bis jetzt hast du mir nur Mails geschrieben und wolltest mich nicht treffen. Gut, ich komme zu dir nach Hause.“ Sie war geschockt, dass ich sie erkannte, aber das war notwendig, damit ich offen mit ihr reden konnte.
Ich besuchte ihr Haus und wir hielten eine Feuerzeremonie ab, in der wir all diese Dinge verbrannten. Ich sagte ihr, dass sie eine wunderbare Familie und Kinder hatte, auf die sie aufpassen sollte. Ich verließ London ein paar Tage später und als ich nach sechs Monaten wieder zurück war, traf ich sie und sie war sehr glücklich mit ihrer Familie. Sie bereute den Vorfall, war aber da sehr glücklich. Ich wat sehr erstaunt, dass es in diesem entwickelten Land, in diesem Jahrhundert immer noch Menschen gibt, die sowas verkaufen und andere, die zu diesen Menschen gehen. Sie hat auch nach einer Art Liebeszauber gesucht. Finde die Liebe in dir selbst und achte darauf, zu wem du für Ratschläge gehst.
Heute sind Roger und ich Fahrrad gefahren.
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