Wir hatten einen herrlichen Tag in Haridwar und in Rishikesh. Man bekommt viele Eindrücke an so einem Tag. Wir sind in einer Seilbahn den Hügel hinauf und wieder runter gefahren, haben Fotos auf dem Hügel und von der großen Shiva-Statue in Haridwar gemacht. Danach sind wir nach Rishikesh gefahren, wo wir den Rest des Tages verbrachten. Es ist sowieso ein wunderschöner, kraftvoller Ort und mit dem Ganges, der genau durch fließt, ist es einfach bezaubernd aber auch hier musste ich sehen, wie sich alles mit der Zeit verändert hat. Es ist jetzt viel kommerzieller und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass es wie ein riesiges Yoga-Einkaufszentrum ist, in dem man Yoga in allen verschiedenen Formen an jeder Ecke bekommt. Es gibt eine Menge ‚Show Business’, wenn man sieht, wie viele Gurus in dieser Stadt leben und lehren. Wir haben auch einige Fremde gesehen, die mit einem Schildchen um den Hals herumliefen, auf dem stand ‚I am in silence’ – Ich bin in Stille. Okay, zuerst einmal schien es mir etwas seltsam, da ich in meinen Zeiten des Schweigens nie ein solches Schild umhatte. Wenn dich jemand etwas fragt und du nicht antwortest, dann wird er wissen, dass du dich im Schweigen befindest. Es ist nicht notwendig, das mit einem Kärtchen zu zeigen. Was das ganze aber noch lustiger machte, war, dass einige von ihnen ununterbrochen miteinander redeten! Es ist wie Spiritualität gepaart mit Angeberei. Und ich denke, das ist der Einfluss ihrer Gurus, die sich im erwähnten ‚Show Business’ befinden.
Ich fühlte mich sehr wohl und war froh, dass ich in der Stadt umherlaufen konnte, ohne eine Show, Propaganda oder irgendetwas, das zu dem Guru-Leben gehört, das ich vor vielen Jahren verlassen habe. Als wir in Richtung Lakshman Jhula, einer der Brücken über den Ganges, gingen, kam jemand nahe zu mir und grüßte mich. Ich erkannte in ihm den Yogi, den ich vor zwei Jahren am Züricher Flughafen in der Transit-Lounge kennengelernt hatte. Wenn er mich nicht gefragt hätte, hätte ich ihn vielleicht gar nicht erkannt, aber als er mich begrüßte, da fiel er mir wieder ein. Er flog an diesem Tag nach Kanada und ich in Richtung Deutschland. Sein Name ist Yogi Vishvketu und er brachte uns zum Abendessen in seinen Ashram. Er ist ein sehr lieber Mensch, der die Hälfte des Jahres in Kanada und die andere Hälfte in Indien verbringt und Yoga unterrichtet. Es war sehr schön, ih zu treffen, gerade weil es nicht geplant war. Morgen starten wir von hier früh am Morgen, um einen Wasserfall und natürliche Höhlen in der Nähe zu besichtigen. Anschließend fahren wir zurück nach Vrindavan.
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