Religiöser Guru Andre Mailhol zieht armen Menschen Geld aus der Tasche – 15 Aug 11

Schwindel

Letzte Woche zeigte Regina uns einen Artikel in ihrer örtlichen Zeitung, von dem sie dachte, das er uns interessieren könnte. Und das tat er! Der Artikel, von Christian Putsch verfasst, informierte über einen Priester und Gründer einer Kirche auf Madagaskar. Sein Name ist André Mailhol und er ist mit seiner Idee in die Zeitung gekommen, den größten Tempel von Madagaskar zu bauen – mit einem Hubschrauberlandeplatz für die Hubschrauber, die er kaufen will. Ja, das ist interessant, weil er ein weiterer dieser Gurus zu sein scheint, dieses Mal ein christlicher Guru, die mit dem Glauben anderer Menschen viel Geld verdienen.

Es ist eine verrückte Situation: Madagaskar ist ein Land, das vielleicht für politische Instabilität bekannt ist, aber noch mehr für seine Armut. Die Menschen leiden an Hunger, Kinder sterben, viele sind krank und haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und Kinder müssen arbeiten, um ihre Familien unterstützen zu können. 500000 dieser Armen geben trotzdem zehn Prozent ihres Einkommens ab. Und zwar an ihren Guru André Mailhol, einem früheren Straßenverkäufer, der die Idee hatte, eine religiöse Gemeinschaft zu gründen, eine Kirche, die er ‚Apokalypsy‘ genannt hat. Er ist der Kopf, der Guru und findet nichts falsch daran, in Luxusautos herumzufahren. Ein Porsche und ein Jeep der Marke Hummer sind auf einem Bild in dem Artikel abgebildet. Dabei steht ein Zitat von Mailhol ‚Die Menschen sollen sehen, was sie mit ihrem Glauben an Gott erreichen können‘.

Er plant nun, Hubschrauber zu kaufen, um schneller von einer Seite des Landes zur anderen zu kommen. Und natürlich muss er sie auch irgendwo landen. Dafür plant er seinen großen Tempel für umgerechnet 6.3 Millionen Dollar. Es soll der drittgrößte Tempel der Welt und der größte seines Landes werden.

Als ich das alles hörte – der Artikel war in deutsch und Ramona übersetzte ihn für mich – war ich verblüfft. Er scheint mir wie ein christlicher Kumar Swami! Er verspricht auch denjenigen Heilung, die ihm folgen und er hat auch den Wunsch und das Ego einen wahnsinnig großen Tempel zu bauen. Une er scheint auch Geld für seine Projekte an denen zu verdienen, die selbst nur wenig für sich selbst haben.

Man sieht also, egal in welcher Religion und egal in welchem Land, es gibt Menschen mit Ego, die andere mit ihrem Glauben gebrauchen und missbrauchen können. Arme Menschen hoffen auf ein besseres Leben. Sie glauben an solche Gurus, glauben an die Meister und geben bereitwillig Geld, um sie unterstützen, wobei sie den Wunsch haben, dass das ihrem Leben auch irgendwie hilft. Die Gurus nutzen sie schamlos aus, sie fahren luxuriöse Autos, leben in Reichtum und Überfluss und ignorieren willentlich die Armut um sie herum. Es ist schreicklich das zu sehen, aber es passiert überall. Wo Armut verbreitet ist, glauben die Menschen mehr an Religionen. Sie sind ungebildet, setzen aber ihre Hoffnungen und Träume auf Gott. Diese Gurus nutzen ihre Träume aus und ziehen auch noch das letzte bisschen Geld aus ihnen heraus.

Es ist noch ein weiter Weg zu gehen, aber ich hoffe, dass die Menschen mit der Verbreitung von Bildung auch anfangen werden, an sich selbst zu glauben, anstatt solchen Scharlatanen zu folgen. Wenn es niemanden mehr gibt, der ihnen folgt, wird es weniger Gurus geben und die Menschen werden sich nicht mehr im Namen von Religion betrügen lassen.

Bild und Inspiration von Christian Putsch

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