Gestern habe ich geschrieben, dass soziale Medien nicht zu einer zweiten Realität werden sollten. Denn es bleibt doch eine falsche Welt! Behalte das im Gedächtnis, während du die Einträge anderer liest und wenn du deine eigenen schreibst oder Geschichten, die du gelesen hast, teilst.
Du musst daran denken, dass im Internet jeder schreiben kann, was er will. Das bedeutet nicht, dass jeder Lügen schreibt, aber es fällt den Leuten online leichter, etwas in einem schöneren Licht erscheinen zu lassen, als es in Wirklichkeit ist! Ein schöner Tag wird nur mit einigen Worten zum besten Tag des Jahres. Ein Bild kann in dir das Verlangen nach einem liebevollen Partner wecken, der dich in die Arme nicht, so wie deine Freundin einen hat – doch du hörst nicht den Streit, der diesem Bild voranging… Es gibt so viele Beispiele!
Es geht nicht nur darum, dass man von Bildern von Freunden einen falschen Eindruck bekommt! Nein, man muss wirklich verstehen, dass die virtuelle Welt genau das ist und bleibt: virtuell. Natürlich kann man mit Worten Grüße schicken und jemandem ein besseres Gefühl geben, indem man seine Unterstützung mit einem ‚Like‘ auf Facebook ausdrückt. Man kann jedoch die Welt nicht per Mausklick retten!
Oh, da muss ich jetzt doch noch einen Unterschied machen: natürlich gibt es Aktionen, die von der Unterstützung ihrer Helfer in der Form von Klicks oder Views leben. Es gibt große Proteste, die rein online stattfinden und das mit der virtuellen Anwesenheit von Tausenden Menschen. Es gibt jedoch auch jede Menge Betrug und das ist genau das, wovon ich spreche.
Du siehst vielleicht ein schreckliches Bild eines Mädchens mit einer Entstellung von Geburt an und mit dem Bild die Aufforderung, auf ‚Gefällt mir‘ zu klicken und es zu teilen, weil eine Organisation, von der du noch nie gehört hast, für jeden Klick fünf Dollar und für jedes Teilen zehn Dollar spenden will. Ich kann euch mit 99 prozentiger Gewissheit sagen, dass das nicht geschehen wird, dass das nicht echt ist. Selbst das Bild des Mädchens kann gefälscht oder in völlig anderem Kontext entstanden sein!
Indem man einen Eintrag teilt, bekommt man die Regierung eines afrikanischen Staats nicht dazu, einen Kriegsverbrecher eifriger zu suchen oder Facebook dazu, seine Richtlinien zu ändern.
Oh ja, fast hätte ich es vergessen: wenn man ein Bild eines Hindu Gottes teilt, bekommt man keine extra Karmapunkte und Gottes Zorn trifft dich nicht, wenn du diese Nachricht nicht in den nächsten fünf Minuten an zehn Freunde weiterleitest!
Ich bin mir der Tatsache völlig bewusst, dass es online Leute gibt, die da keine Unterscheidung machen können. Einer unserer Angestellten zum Beispiel fragte Ramona, ob er wirklich 3 Millionen Rupien von Coca Cola gewonnen hatte, wie eine Spam-Mail in seinem Posteingang ihm weismachen wollte!
Es ist nicht schön, dass solche Leute überhaupt derartige Nachrichten bekommen, aber das gehört nunmal dazu im World Wide Web! Das Einzige, was du machen kannst, ist dir dessen bewusst zu sein und ein Auge offen zu halten. Glaube nicht alles, was du liest!
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