Kumar Swami scheitert beim Versuch, sich im Fernseh-Interview zu verteidigen – 27 Jun 12

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Hier kann man diesen Artikel in Hindi lesen

Am Sonntag war ich in den Studios von India TV, um ein Live Interview über Kumar Swami zu geben. Sie hatten mich eingeladen, weil ich bereits im Februar 2011 über Kumar Swami und seine Zeitungswerbung geschrieben hatte. Der Fernsehsender hatte Kumar Swami gebeten, zu einer Unterhaltung zu uns ins Studio zu kommen und zunächst wollte er auch kommen, sagte dann aber doch ab und beschloss, mir lieber nicht direkt im Studio gegenüberzustehen. Am Montag habe ich daraufhin einen neuen Tagebucheintrag über seine neuen Behauptungen geschrieben, er hätte Bill Clintons Karriere gerettet und mehr. Am gleichen Tag erfuhr ich, dass Kumar Swami in das Fernsehstudio gekommen war, um sich selbst zu erklären und zu verteidigen. Als India TV mich fragte, ob ich per Telefon mit ihm sprechen wollte, stimmte ich zu. Er weigerte sich jedoch, mit mir zu reden. Gestern Abend zeigten sie ein zweistündiges Programm, in dem sie ihn zu vielen Widersprüchen, seinen außerordentlichen Behauptungen und Bildern seines Sohns mit unterschiedlichen Mädchen befragten.

Der Moderator stellte ihm jede Menge Fragen, bekam aber, wie der Moderator am Ende selbst feststellte, keine einzige klare Antwort. Als er fragte, wie Kumar Swami behaupten konnte, er würde Krankheiten wie Leukämie heilen, antwortete er, dass es nicht er war, der das behauptete, sondern dass das in den Schriften geschrieben stand. Gott sagte, es war möglich. Wir hörten die gleiche, ausweichende Antwort von ihm, als er zu seiner Behauptung gefragt wurde, dass er ungeborene Babies zu Ärzten oder sogar Premierministern und Präsidenten machen würde. Er hat also nur mit Worten gespielt, um jegliche Verantwortung abzuwälzen. Als Leute berichteten, dass sie ihm Geld gezahlt und genau das getan hatten, was er ihnen gesagt hatte, dass sie aber nicht geheilt wurden, erklärte er das einfach damit, dass sie wohl nicht die richtigen Rituale durchgeführt und nicht die richtigen Mantras gesagt haben.

Als es zu der Frage kam, wie genau er Bill Clintons Karriere gerettet haben wollte, wurden die Leute, die erwartet hatten, dass er ein persönlicher Freund des ehemaligen Präsidenten war, fürchterlich enttäuscht: er hatte ihn noch nie getroffen. Clinton hatte ihn nicht gebeten, seine Karriere zu retten, Kumar Swami hatte von sich aus beschlossen, eine Woche lang für Clinton Rituale durchzuführen und Mantras zu sprechen und er meint, den Präsidenten auf diese Weise gerettet zu haben, ohne dass dieser auch nur etwas davon wusste. Wow! Das hörte sich aber ganz anders an als das, was wir zuvor gehört hatten! Und wo ist der Beweis dafür, dass Kumar Swamis Ritual Clintons Karriere rettete und nicht das Gebet irgendeiner christlichen Nonne oder vielleicht doch die Entscheidung von Politikern oder Richtern?

Der Moderator sprach weiter und fing an, ihm einige Bilder seines Sohnes mit unterschiedlichen Frauen zu zeigen. Ich habe wirklich kein Problem mit dem Privatleben seines Sohnes, fand es aber komisch, wie er reagierte – er schien seinen eigenen Sohn auf vielen Bildern nicht zu erkennen, was den Moderator dazu brachte zu sagen, dass es so doch nicht geht, er könne doch nicht einfahc sagen, er sei nicht auf dem Bild, wenn ihm das Bild nicht gefiel! Und im Hintergrund sagte sein eigener Sohn ‚Ja, das bin ich!‘ Es war einfach nur seltsam – sie haben Beweise, akzeptiere einfach, dass dein Sohn nicht das Leben eines religiösen Predigers lebt, wo ist das Problem?

Daraufhin kamen sie zu den Punkten, die ich angesprochen hatte. Der Fernsehsender berichtete noch einmal von den Werbeanzeigen, in denen geschrieben stand, dass er vom Senat in New Jersey im Namen von Barack Obama geehrt wurde. Genau das hatte ich in meinem ersten Tagebucheintrag über diesen Mann geschrieben. Damals wurde ich von meinen Lesern gebeten, das zu recherchieren und so schrieben wir nach New Jersey und bekamen die Antwort, dass sie keine Information über irgendwelche Urkunden oder Ehrungen des Swami hatten. Als er mit dieser Antwort konfrontiert wurde, gab Kumar Swami gestern eine sehr seltsame Erklärung. Er sagte, ich hätte das alles ganz falsch verstanden, es war New York, nicht New Jersey und er zeigte einen Artikel, dass er wirklich in Nassau County, im Staat New York, geehrt worden war. Das mag ja alles sein, doch in dem originalen Zeitungsartikel stand ‚New Jersey‘. Warum schreibt er denn New Jersey, wenn er diese Ehrung in New York erhalten hat?

"Kumar

2011 Werbung in Lokalzeitung – "Ehrung in New Jersey"

Ich habe mir auch die Urkunden und Ehrungen angesehen, die er in New York erhalten hat und die er auf seinem Blog veröffentlicht hat. Als ich mir die Urkunden ansah, konnte ich nicht umhin, eine kleine Einzelheit zu bemerken, die die volle Bedeutung seiner Erklärung verändert: die Urkunden aus New York zeigen alle den 29. April 2011 als Datum, mehr als zwei Monate nach der Zeitungswerbung und dem Artikel, den ich geschrieben hatte mit der Frage, ob diese Urkunden denn wirklich existierten! Als bescheidener Mensch dachte ich nicht, dass mein Artikel jemanden dazu veranlassen würde, so weit zu gehen, nur um zu zeigen, dass ich falsch liege. Doch die ganze Geschichte sieht nun etwas seltsam aus, meint ihr nicht?

Hier ist die Kopie der Urkunde auf seiner Internetseite:

"Kumar

29. April 2011 Urkunde

Ich habe nie behauptet, dass er unmöglich vom amerikanischen Senat geehrt wurde und die Bilder seiner Internetseite zeigen, dass das sogar höchstwahrscheinlich der Fall ist. Doch trotzdem glaube ich, dass es falsch ist zu behaupten, man wäre ‚in Namen Barack Obamas‘ geehrt worden. Sagt mir, wenn ich da falsch liege, aber ich habe Barack Obamas Namen auf keiner der Urkunden gesehen, noch habe ich ihn selbst auf einem der Bilder entdecken können. Kumar Swami deutet an und lässt die Leute gerne glauben, dass Barack Obama sein Anhänger ist! Und das, glaube ich, ist falsch. Dieses Thema würde ich gerne bis ganz oben weiterreichen, an Barack Obama, Bill Clinton und Queen Elizabeth II: Wären sie etwa erfreut darüber, zu hören, dass hier in Indien ein religiöser Guru ihre Namen missbraucht und in seiner Werbung verwendet, um die Menschen zu beeindrucken, um von ihnen Geld zu bekommen?

Nachdem er ein Magazin mit den Beweisen seiner Urkunden gezeigt hatte, fuhr Kumar Swami aufgeregt fort, dass ich ein Betrüger sei, der viele Menschen betrogen und ausgeraubt hat, im Internet Menschen erpresst und dass die Polizei dazu noch mehrere Strafanzeigen gegen mich in der Hand hält. Ich würde diese Worte gerne anfechten und verlange Beweise für diese Aussagen.

Ich bin in meinem Leben noch kein einziges Mal in einem Polizeipräsidium geschweige denn in einem Gerichtshof gewesen. In keiner Polizeistelle und in keinem Gericht in Indien oder irgendwo auf der Welt läuft gegen mich eine Klage wegen Betrug, Erpressung, Raub oder Mord. Gäbe es solche Klagen irgendwo hier in Indien, bezweifle ich einfach mal, dass sie mir meinen Pass gelassen hätten, so dass ich in den letzten elf Jahren um die Welt reisen konnte! Er muss seine Worte nun mit Beweisen belegen. Ich berate mich mit meinen Anwälten, werde ihm einen schriftlichen Bescheid schicken und plane, ihn wegen übler Nachrede zu verklagen.

Man kann doch so etwas nicht einfach sagen, wenn man live und on Air ist, auf einem nationalen Fernsehsender, in einer Show, die Zuschauer online auf der ganzen Welt sehen können und die sich Millionen Menschen auch wirklich ansehen! Diese Beleidigung hat absolut keine Grundlage, er hat keine Beweise, versucht aber, meinen Namen auf der ganzen Welt durch den Dreck zu ziehen. Ich führe ein Geschäft, meint ihr nicht, dass da solche Beleidigungen schädlich sein können?

Ich bin nicht derjenige, der Ferraris, BMWs, Hummers und Bentleys fährt. Ich habe einen fünf Jahre alten Toyota Innova, den wir mit Hilfe der Bank finanziert haben und der immer wieder in die Werkstatt muss, weil er langsam alt wird und kaputt geht. Das Geld, das ich persönlich besitze, das meine Firma verdient oder meine Familie besitzt, ist, ganz einfach nachweisbar, mit harter und ehrlicher Arbeit verdient worden und kommt auch noch armen Kindern zu Gute. Jegliches Geld, das unser wohltätiger Verein bekommt, geht nicht in den Bau eines riesigen Tempels, sondern zur Unterstützung der Kinder unserer Schule, die man sehen kann, wenn man nur einmal hierher kommt und unsere Schule besucht.

In unserer kleinen Grundschule gibt es 150 Kinder, etwa die Hälfte von ihnen aus niedrigen und die andere Hälfte aus höheren Kasten und sie alle lernen ohne Unterschied miteinander. Wir geben ihnen Uniformen, Essen, Bücher, Bildung und medizinische Untersuchungen, alles völlig kostenlos. Seit 2007 haben wir unsere eigene Schule in unserem privaten Gebäude. Alle Zimmer haben Klimaanlagen. Wir bekommen keinerlei finanzielle Hilfe von der Regierung. Ungefähr 40% der Ausgaben für Schule und Kinder werden von Spenden gedeckt und wir sind all unseren Freunden, Paten und Spendern auf der ganzen Welt für ihre Unterstützung dankbar. Die restlichen 60% begleichen wir mit unserem eigenen Einkommen. Meine Familie und ich arbeiten für diese Schule, ohne dafür bezahlt zu werden. Die Einkommensquelle meiner Familie und mir ist das Geschäft im Ashram, online über die Internetseite oder auf weltweiten Reisen.

Ich habe kein Interesse daran, Millionen oder Milliarden zu verdienen! Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich weiterhin als religiöser Prediger oder Guru gearbeitet und hätte so viel mehr verdienen können. Doch heute sehe ich mich nicht einmal mehr als irgendeiner Religion zugehörig und darüber bin ich sehr glücklich. Ich glaube, dass es da draußen zu viele Leute gibt, die andere glauben lassen, dass sie Krankheiten heilen könnten und sie sofort und auf der Stelle glücklich und gesund machen könnten.

Wer an Religion glauben möchte, soll das bitte auch tun. Doch warum machst du deine Gebete und Zeremonien nicht daheim? Du musst dafür nicht zu einem Guru gehen und ihm viel Geld geben, dass er für dich Rituale durchführt. Wenn du an Gott glaubst, kann dir kein Guru mehr helfen, als du dir selbst helfen kannst! Ich sehe es als meine Pflicht und die Pflicht einer jeden, ehrlichen Person, Betrüger und falsche Gurus zu entlarven, Menschen, die behaupten, das Unmögliche möglich machen zu können, um mehr Geld zu verdienen. Ich glaube, dass die indische Gesellschaft immer noch viel Arbeit vor sich hat. Im Fernsehen über Kumar Swamis falsche Informationen und Behauptungen zu sprechen war nur ein kleiner Schritt auf diesem Weg.

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