Gestern habe ich euch von einer Unterhaltung erzählt, die Govind und ich über falsche Sadhus und wahre Sanyasis hatten. Diese Unterhaltung war nicht damit beendet, dass wir nur erwähnten, wie ein Sadhu leben sollte und wie er nicht leben sollte oder was er tun sollte und was er nicht tun sollte. Wir haben weiter über ihre Scheinheiligkeit gesprochen, über ihre Sex Skandale und über ihre Anhänger.
Ich nannte einige Sanyasis, die Govind und ich in unserer Kindheit getroffen haben. Sie waren sehr bekannt und niemand hatte einen Zweifel an ihrer Intelligenz und Größe. Sie waren die Autoren vieler Bücher, die überall verkauft wurden und sie waren sehr gebildete und erspektierte Menschen.
Ich werde die Namen dieser Männer nicht nennen, weil sie genau diese Art von falsche Sanyasis waren, über die ich gestern gesprochen habe. Sie hatten an verschiedenen Orten große Ashrams, sie waren sehr an Geld und auch an Frauen interessiert. Die meisten dieser Leute starben in den 80ern, aber Geschichten über sie werden auch heute noch erzählt und natürlich gibt es immer noch Anhänger, die ihre Namen nicht in Vergessenheit geraten lassen.
Jeder wusste von ihren Abenteuern mit unterschiedlichen Frauen. Ich habe sie flirten sehen und einmal sah ich sogar, wie einer von ihnen Sex hatte. Natürlich hat nicht jeder so viel gesehen, aber es war trotzdem stadtbekannt. Und natürlich wussten ihre Anhänger davon, genau wie die Frauen um sie herum.
Ihr seht also, was heutzutage geschieht ist nichts Neues, das geht schon seit Jahrzenten, wenn nicht seit Jahrhunderten so. Der Guru tat es, seine Anhänger sahen es und als sie zu Gurus wurden, folgten sie einfach seinem Beispiel. Sie waren Inder, die nie im Westen gewesen waren. Sie hatten indische Anhänger und indische Frauen.
Was ich hier nicht verstehe ist, wie sie so respektiert werden können, während jeder über ihr Doppelleben Bescheid weiß? Einerseits werden sie Sadhus und Sanyasis genannt, die Leute folgen ihnen und sie geben vor, ein enthaltsames Leben zu führen, doch andererseits haben sie mit vielen unterschiedlichen Frauen Sex – und jeder weiß es!
Für sie ist es klar: sie müssen dieses Doppelleben führen, weil ihre Schriften beschreiben, wie sie sein sollen, während die Natur ihnen etwas ganz anderes sagt. Sie haben einen natürlichen Instinkt, ein natürliches Bedürfnis und meiner Meinung nach ist da nichts falsch daran – es ist falsch, es zu unterdrücken!
An diesem Punkt fügte Govind der Diskussion einen weiteren Aspekt hinzu, über den wir auch schon zuvor gesprochen haben: diese Frauen wurden üblicherweise nicht vergewaltigt oder dazu gezwungen, Sex mit ihrem Guru zu haben. Sie sind aus ihrem freien Willen zu jenen Sanyasis gegangen. Vielleicht wurden sie von der Heiligkeit angezogen oder vielleicht waren sie stolz, dass sie jemandem so nah kommen konnten, den andere nur von weit weg sehen können. Dem gemeinen Volk ist es vielleicht nie erlaubt, diesen Mann zu treffen – diese Frauen jedoch kamen bis in sein Schlafzimmer. Es ist Sex in einer spirituellen Verpackung, was sie fasziniert. Oder vielleicht dachten sie, es sei eine besondere Errungenschaft oder ein besonderer Segen.
Doch an diesem Punkt habe ich meine Zweifel. Ich bin mir sicher, dass diese Gurus auf keine Weise anders sind als andere Männer. Der Bauer kann sich im Bett genauso sehr vergnügen wie der König. Es kann überhaupt deine so großartige Erfahrung sein, dass es nicht möglich wäre, sie mit jemand anderem zu haben.
Der Guru ist also vielleicht kein Vergewaltiger. Er mag natürlich ein Betrüger sein, weil diese Frauen verheiratet sein könnten und es ihm nichts ausmachen würde. Sie würden also betrügen und er genauso. Am Ende jedoch ist er meiner Meinung nach mehr verantwortlich als diese Frauen. Natürlich hat er ein Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr, doch um sein Doppelleben zu bewahren, muss er sie manipulieren, so dass sie denken, dass es etwas Göttliches ist, über das sie mit niemand anderem reden sollen. Solche und ähnliche Geschichten zeigen, wie Frauen dazu manipuliert wurden, Sex zu haben.
Und das alles war denen bekannt, die um sie herum waren. Es wurde vertuscht, doch man kann solche Dinge nicht verstecken, also wusste es doch jeder. Trotzdem hatte jeder Respekt vor diesen Männern und sie wurden als ‚göttlich‘ angesehen. Während ich für diese Menschen auch Respekt hatte, weil sie intelligent waren und viele großartige Bücher oder andere Werke geschaffen haben, muss ich sagen, dass ich sie nicht göttlich nennen würde.
Man kann ihnen ihre Intelligenz nicht abschreiben, nur weil sie mit jemandem Sex hatten. Manche Anhänger sind enttäuscht, wenn sie glauben, dass ihr Guru heilig und göttlich ist, aber er keinen Sex haben sollte. Wenn er Sex gehabt hat und sie es herausgefunden haben, sind sie zutiefst enttäuscht und sprechen nie wieder über die weisen Worte ihres Guru. In Wirklichkeit würde ich aber eigentlich sagen, dass es für sie natürlich ist, Sex zu haben, genau wie jede andere Person. Es ist die Unterdrückung ihrer natürlichen Bedürfnisse, die sie zum Sex bringt. Wenn sie aber etwas Gutes geschaffen haben, kann man das trotzdem als das sehen, was es ist.
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