Letzte Woche habe ich meinen Blogeintrag mit den Worten beendet, dass wir alle Menschen sind. Wenn ich mir jedoch die momentane Situation in den Schulen ansehe, nicht nur in Indien, sondern auf der ganzen Welt, habe ich das Gefühl, dass das immer mehr in Vergessenheit gerät. Wir denken nicht mehr daran, unsere Kinder als Menschen zu bilden. Eher wie kleine Roboter, die bestimmte Informationen abspeichern müssen und jederzeit in der Lage sein sollen, sie auf Geheiß zu wiederholen. Und das beginnt schon bei sehr jungen Kindern.
Das war ganz ernsthaft schon viele Male mein Eindruck, wenn ich in unterschiedlichen Ländern gesehen habe, wie Schüler lernen oder über ihre Schule sprechen. Das Einschulungsalter für Kinder wird immer niedriger und der Druck wird erhöht, sogar für Kleinkinder.
Sehen wir uns mal das Alter genauer an, in dem Kinder heutzutage zur Schule gehen. In Indien schickt man sein Kind mit drei Jahren in eine Kindertagesstätte. Das ist ein Ort, der dafür gedacht ist, Kindern spielerisch etwas beizubringen. Im Allgemeinen hört sich das gut an und dieses ‚spielerische Lernen‘ ist ja auch eine gute Idee. In Wirklichkeit jedoch sind die Dinge nicht immer so, wie sie dargestellt werden!
Unqualifizierte Mitarbeiter kümmern sich um diese Kinder völlig ohne oder mit sehr wenig pädagogischem Wissen. Sie verstehen nicht, was Kinder in diesem Alter bereits lernen können und wie, und was sie einfach noch nicht machen können.
Also sitzen die Kleinkinder dann dort und es wird ihnen gesagt, sie sollen schreiben – manche von ihnen können das und der Rest wird einfach ignoriert, sitzt untätig herum und macht wirklich gar nichts. Keine Stimulation und sicherlich kein Lerneffekt. Verschwendete Zeit und unglückliche Kinder.
Doch selbst an anderen Orten, da, wo die Lehrer gebildet sind und vielleicht das Bildungsniveau in der Umgebung allgemein höher ist, denke ich, dass es nicht notwendig ist, sein Kind bereits im Alter von drei Jahren in eine solche Einrichtung zu geben. Es ist zu früh – und noch nicht die Zeit zum Lernen.
Warum üben wir bereits auf unsere Kleinsten so viel Druck aus, warum denken wir, wir müssten ihnen bereits so früh so viel beibringen? Können wir ihnen diese grundlegenden Dinge wie Farben, Formen, Gleichgewicht und Schlussfolgerungen nicht auch daheim beibringen? Oder wollen wir eigentlich die Verantwortung dieser Bildung völlig auf die Schulen und Bildungseinrichtungen schieben? Vermeiden wir in Wirklichkeit diese Aufgabe?
Es kann ermüdend und erschöpfend sein, wenn man viel Zeit mit seinen Kindern verbringt, wenn man mit ihnen spielt und ihnen so etwas beibringt und wenn man ihnen die Folgen und Gründe für alles, was um sie herum geschieht, erklären muss. Gleichzeitig bekommt man so viel zurück, ist es so schön und herrlich, mit ihnen Zeit zu verbringen!
Ich bedaure die Tatsache, dass Kinder heutzutage kaum mehr Zeit zum freien Spiel haben. Sie haben nicht die Jahre unschuldiger Freiheit, während der sie keinem Zeitplan folgen müssen. Das setzt sich in den Jahren danach weiter fort – aber dazu morgen mehr.
Für heute lasst einfach gesagt sein, dass wir unsere Kinder nicht so früh wie möglich in eine Bildungseinrichtung schicken müssen. Wenn du es kannst, behalte deine Kinder daheim bei dir und tue es selbst – es wird eine wertvolle Zeit für sie und dich!
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